Rebecca West

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Rebecca West,
Fotografie von Madame Yevonde

Dame Rebecca West DBE (* 21. Dezember 1892 in London als Cicily Isabel Fairfield; † 15. März 1983 ebenda) war eine britische Schriftstellerin und Journalistin.

Leben[Bearbeiten]

Geboren als Tochter eines irischen Vaters, eines Journalisten, und einer aus Schottland stammenden Mutter, absolvierte sie nach dem frühen Tod des Vaters ihre Schulausbildung in Edinburgh, wohin die Familie daraufhin verzog. Später begann sie eine Ausbildung zur Schauspielerin; dies mag auch eine Erklärung für den Namenswechsel sein – Rebecca West ist der Name einer Figur aus einem Schauspiel von Henrik Ibsen. Kurzzeitig beteiligte sie sich an der britischen Suffragettenbewegung.

1912 lernte sie den Autor H. G. Wells kennen, dessen Geliebte sie wurde. Aus der Beziehung mit ihm stammt der gemeinsame Sohn Anthony West (1914-1987). 1923 trennte sich Rebecca West von Wells. Sie heiratete 1930 den Bankier Henry Maxwell Andrews.

West war eine radikale Journalistin (ab 1911), für The Freewoman, die Daily News, und Clarion, sie verfasste eine Studie über Henry James, Romane, Erzählungen (u.a. veröffentlicht in Wyndham Lewis' Blast), einen Reisebericht über den Balkan (Black Lamb and Grey Flacon, 1941) und politische Studien über den Verrat im Zweiten Weltkrieg (The Meaning of Treason, 1947). In den 1920er Jahren war sie eine gutbezahlte Journalistin für seriöse Zeitungen, wie den New Statesman, den Daily Telegraph, The New Republic, die New York Herald Tribune, The New York American; und für führende Magazine wie Harper's Bazaar und Vanity Fair.

Im Jahr 1946 entsandte sie der Daily Telegraph als Berichterstatterin zu den Nürnberger Prozessen. 1959 wurde West als Dame Commander of the Order of the British Empire (DBE) geadelt.

West litt unter einer Sehbehinderung und in den späten 1970er Jahren unter Bluthochdruck. Zunehmend gebrechlich, war sie in ihren letzten Lebensmonaten ans Bett gefesselt, manchmal lag sie sogar in Delirien. Sie beklagte sich darüber, dass sie zu langsam sterbe.[1] Sie starb am 15. März 1983 und ist auf dem Brookwood Cemetery, Woking begraben.[2]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Henry James, 1916 (Literaturkritik)
  • The Return of the Soldier, 1918 (Roman)
  • The Judge, 1922 (Roman)
  • The Strange Necessity: Essays and Reviews, 1928
  • Lions and Lambs, 1928. Mit David Low.
  • Harriet Hume, 1929 (Roman)
  • Ending in Earnest: A Literary Log, 1931
  • St. Augustine, 1933 (Biographie)
  • The Modern Rake's Progress, 1934. Mit David Low.
  • The Harsh Voice: Four Short Novels, 1935
  • The Thinking Reed, 1936 (Roman)
  • Black Lamb and Grey Falcon, 1941 (deutscher Titel: Schwarzes Lamm und grauer Falke. Eine Reise durch Jugoslawien)
  • The Meaning of Treason, 1947 (Politischer Journalismus)
  • The New Meaning of Treason, 1964 (Politischer Journalismus)
  • A Train of Powder, 1955
  • The Fountain Overflows, 1956 (Roman; deutscher Titel: Der Brunnen fließt über)
  • The Court and the Castle: Some Treatments of a Recurring Theme, 1958. (Literaturkritik)
  • The Birds Fall Down, 1966
  • 1900, 1982. (Kulturgeschichte)
  • The Young Rebecca, 1982. (Früher, feministischer Journalismus; aus The Freewoman und Clarion.) Hrsg.: Jane Marcus.
  • The Real Night, 1984 (Roman)
  • Cousin Rosamund, 1985 (Roman)
  • Sunflower, 1986 (Roman)
  • Family Memories: An Autobiographical Journey, 1987. Zusammengestellt, herausgegeben von Faith Evans.
  • The Sentinel, 2002 (früher, feministischer Roman). Unvollendeter Roman, hrsg.: Kathryn Laing

Verfilmungen[Bearbeiten]

  • 1982: Schatten der Vergangenheit (Return of the Soldier)

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Carl Rollyson, Rebecca West: A Life, S. 427
  2. Rebecca West. In: Necropolis Notables. The Brookwood Cemetery Society. Abgerufen am 11. April 2011.

Weblinks[Bearbeiten]