Rebel yell

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Rebel yell (Begriffsklärung) aufgeführt.

Der rebel yell (dt. etwa „Schrei der Rebellen“) war ein Schlachtruf der Konföderierten während des Amerikanischen Bürgerkrieges.

Ursprung[Bearbeiten]

Es ist nicht zweifelsfrei geklärt, woher der rebel yell stammt. Oft wurde ihm ein indianischer Ursprung nachgesagt, denn einige texanische Einheiten vermischten den rebel yell mit verschiedenen Kriegsrufen der Komantschen.[1]

Einer anderen Theorie zufolge ist er keltischen Ursprungs und stellt eine kriegerische Umdeutung traditioneller Hunde- und Hüterufe, also von mündlichen Jagd- und Hirtensignalen dar. Der rebel yell stünde in diesem Falle in einer langen Traditionslinie keltischen Schlachtgeschreis, die bis in die Antike zurück bezeugt ist.[2] Diese Annahme ist umso wahrscheinlicher, da ein großer Teil der Bevölkerung der Südstaaten keltischer, also schottischer, irischer oder walisischer Abstammung war und ist.[3][4]

Klang[Bearbeiten]

Die exakte Lautgestalt des rebel yell ist ebenso ungewiss, allerdings existieren verschiedene Beschreibungen und Tonaufnahmen. Letztere stammen unter anderem von den Feierlichkeiten von 1938 anlässlich des 75. Jahrestages der Schlacht von Gettysburg. Einer Beschreibung nach hörte er sich an wie eine Mischung zwischen dem Schrei eines Indianers und einem heulenden Wolf.[5]. Ein Veteran der Nordstaaten beschrieb ihn nach dem Krieg folgendermaßen: "Einen derartigen Schrei gibt es diesseits der Hölle kein zweites Mal.[...]Er bohrt sich einem durch Mark und Bein wie ein Korkenzieher. Man muss ihn gehört haben, um das zu verstehen."[6] James M. McPherson beschreibt ihn in seinem Standardwerk über den Bürgerkrieg, Für die Freiheit sterben, als einen unheimlich gellenden Schrei, der die Luft zerschneidet.[7]

Trivia[Bearbeiten]

  • H. Allen Smith veröffentlichte 1954 einen kurzen humoristischen Roman über die Südstaaten mit dem Titel The Rebel yell: Being a carpetbagger's̓ attempt to establish the truth concerning the screech of the Confederate soldier plus lesser matters appertaining to the peculiar habits of the South.
  • Die Racing-Holzachterbahn Rebel Yell in den USA wurde nach dem rebel yell der Konföderierten benannt.
  • Rebel Yell ist auch der Name eines Bourbon Wiskeys
  • Das Lied Rebel Yell des Rocksängers Billy Idol ist wiederum nach dem Whiskey benannt.

Aufnahmen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • M. B. Darwin: A Footnote on the Rebel Yell. In: American Speech 48, 1973. S. 303–304.
  • Andrew S. Hasselbring: The Rebel Yell. In: Louisiana History: The Journal of the Louisiana Historical Association 25:2, 1984. S. 198–201.
  • Perry D Jamieson und Grady McWhiney: Attack and Die : Civil War Military Tactics and the Southern Heritage. University of Alabama Press, Tuscaloosa AL 1981. ISBN 0817302298
  • Allen Walker Read: The Rebel Yell as a Linguistic Problem. In: American Speech 36:2, 1961. S. 83–92.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. "Rebel Yell". Encyclopedia of the American Civil War: A Political, Social, and Military History, 2002, Seite 1615, herausgegeben von David Stephen Heidler, Jeanne T. Heidler und David J. Coles
  2. Jamieson und Grady McWhiney: Attack and Die, S. 190-191.
  3. McDonald, F., The Ethnic Factor in Alabama History: A Neglected Dimension, In: Alabama Review, 1978, 31, S. 256-65
  4. McDonald, F., & McDonald, E.S., The Ethnic Origins of the American People, 1790, William & Mary Quarterly, 1980, 37, S. 179-99
  5. Geschichte des rebel yell mit Tonaufnahme
  6. Bruce Catton: Glory Road: The Bloody Route from Fredericksburg to Gettysburg, Garden City, N.Y., 1952, S. 57 (Übersetzung aus: McPherson: Für die Freiheit sterben, S. 334f)
  7. McPherson, James M., Für die Freiheit sterben: Die Geschichte des amerikanischen Bürgerkrieges, Anaconda Verlag, Köln 2008, S. 334