Recanati

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Dieser Artikel behandelt die Stadt in der italienischen Region Marken. Zum italienischen Kabbalisten siehe Menachem ben Benjamin Recanati.
Recanati
Kein Wappen vorhanden.
Recanati (Italien)
Recanati
Staat: Italien
Region: Marken
Provinz: Macerata (MC)
Koordinaten: 43° 24′ N, 13° 33′ O43.413.55296Koordinaten: 43° 24′ 0″ N, 13° 33′ 0″ O
Höhe: 296 m s.l.m.
Fläche: 102 km²
Einwohner: 21.523 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 211 Einw./km²
Stadtviertel Bagnolo, Castelnuovo, Chiarino, Le Grazie, Montefiore, Santa Lucia
Angrenzende Gemeinden Castelfidardo (AN), Loreto (AN), Macerata, Montecassiano, Montefano, Montelupone, Osimo (AN), Porto Recanati, Potenza Picena
Postleitzahl: 62019
Vorwahl: 071
ISTAT-Nummer: 043044
Volksbezeichnung: Recanatesi
Schutzpatron: San Vito
Website: Recanati

Recanati ist eine Stadt mit 21.523 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013) in der italienischen Region Marken (Mittel-Ostitalien, Hauptstadt Ancona) und Sitz eines Bischofs.

Lage[Bearbeiten]

Die Stadt liegt 30 Kilometer südlich von Ancona und 10 km von der Adria-Küste entfernt. Unweit befindet sich der „Meereszugang“ und Hafen Porto Recanati. Die Altstadt erstreckt sich auf einem 278 m ü. NN gelegenen Hügelzug zwischen den Flusstälern des Potenza und des Musone.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Der Dom San Flaviano wurde im 14.–15. Jh. erbaut und birgt unter anderem das Grabdenkmal von Papst Gregor XII., der nach seinem Rücktritt 1415 vom Papstamt 1417 in Recanati starb. Die Kirche San Domenico zeigt ein schönes Steinportal aus dem 15. Jh. von Giuliano da Maiano sowie ein Fresco von Lorenzo Lotto. Darüber hinaus sind zahlreiche Kirchen, malerische alte Adelspaläste, der Palazzo Comunale sowie die Torre del Borgo aus dem 12. Jh. sehenswert. Eine Gemäldegalerie befindet sich in der Villa Colloredo Mels mit Bildern von Lorenzo Lotto.

Religion[Bearbeiten]

Wie die meisten italienischen Städte ist Recanati stark katholisch geprägt. Insbesonderen der nahegelegene Wallfahrtsort Loreto mit seiner dortigen Schwarzen Madonna beeinflusst das religiöse Bild stark. Neuerdings haben sich jedoch auch kleine evangelische Gemeinden gegründet. Eine ist mit ihren ca. 20 Mitgliedern freilich in einen Nachbarort gewechselt. Die andere, eine kleine Pfingstgemeinde, besteht gerade in ihrer Gründungsphase.

Seit dem Mittelalter bestand hier eine blühende jüdische Gemeinde. Zur ursprünglich hier ansässigen Familie Recanati zählt der Rabbiner Menachem Recanati aus dem späten 13. Jahrhundert.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Seit 2010 ist Recanati mit Blaj in Rumänien verschwistert.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

  • Die Stadt ist Geburtsort des Dichters Giacomo Leopardi (1798–1837), wo dieser wegen finanzieller Abhängigkeit von seiner Familie unfreiwillig einen großen Teil seines Lebens verbrachte. Noch heute ist das Geburtshaus des Dichters zu besichtigen, die Casa Leopardi. Darin befindet sich auch die berühmte, von Giacomo Leopardis Vater Monaldo Leopardi zusammengetragene Bibliothek (ca. 20.000 Bände), in der der junge Dichter seine philologischen Studien unternahm. An Leopardi erinnern in Recanati zudem ein Denkmal und diverse Hinweise.
  • Tommaso Antici (1731 - 1812) italienischer Kardinal
  • Giuseppe Persiani (1799–1869), italienischer Komponist
  • Beniamino Gigli (1890–1957), italienischer Sänger
  • Franco Uncini, italienischer Motorradfahrer

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Recanati – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2013.