Recaro
| RECARO Automotive GmbH & Co. KG[1] | |
|---|---|
| Rechtsform | GmbH & Co. KG |
| Gründung | 1. Oktober 1906 |
| Sitz | Kirchheim unter Teck |
| Mitarbeiter | 689 (2007) |
| Branche | Automobilzulieferer |
| Website | www.recaro-automotive.com |
| RECARO Aircraft Seating GmbH & Co. KG | |
|---|---|
| Rechtsform | GmbH & Co. KG |
| Sitz | Schwäbisch Hall |
| Mitarbeiter | 2.200 (2011) |
| Website | www.recaro-as.com |
| RECARO GmbH & Co. KG Competence Center Child Safety | |
|---|---|
| Rechtsform | GmbH & Co. KG |
| Gründung | 2006 |
| Sitz | Marktleugast |
|
|
| Mitarbeiter | 200 |
| Branche | Kindersitz |
| Website | www.recaro-cs.com |
Die Recaro Automotive GmbH & Co. KG ist ein deutsches Unternehmen mit Sitz in Kirchheim unter Teck bei Stuttgart, das zu den weltweit führenden[3] Herstellern von Autositzen gehört. Das Unternehmen ist vor allem durch seine ergonomischen und sportlichen Sitze bekannt geworden, die in Kleinserien in Autos namhafter Hersteller verbaut sind bzw. zur Nachrüstung angeboten werden. Seit 2011 gehört das Unternehmen als Product Business Unit Recaro Automotive Seating zum US-amerikanischen Automobilzulieferer Johnson Controls. Das Unternehmen nutzt eine weltweit exklusive Lizenz der Marke Recaro für den Automobilbereich. Die Marke Recaro befindet sich weiter im Besitz der Recaro Group und damit der Unternehmerfamilie Putsch.[2]
Die Recaro Aircraft Seating GmbH & Co. KG mit Sitz in Schwäbisch Hall stellt Flugzeugsitze her. Das Unternehmen gehört mit einem Marktanteil von 20 % zu den drei größten Flugzeugsitzentwicklern und -herstellern und ist Weltmarktführer im Bereich der Leichtbau-Sitze für Passagierflugzeuge.[3]
Die Recaro Child Safety GmbH & Co. KG mit Sitz in Marktleugast ist ein weiteres unter der Marke Recaro agierendes Unternehmen. Sie ist bekannt durch die Herstellung sowie Vertrieb von Kindersitzen bzw. -wagen. Das Geschäftsfeld entstand aus einer 2006 erfolgten Fusion mit der Firma Storchenmühle, welche den weltweit ersten Kindersicherheitssitz entwickelt hatte.
Die Recaro Aircraft Seating und die Recaro Child Safety GmbH sind rechtlich eigenständige Firmen.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte [Bearbeiten]
Wilhelm Reutter gründete am 1. Oktober 1906 im Alter von 32 Jahren in Stuttgart eine Sattlerei, aus der die Stuttgarter Karosseriewerk Reutter & Co. GmbH und schließlich Recaro hervorging. Die Unternehmensgründung von Wilhelm Reutter reiht sich dabei ein in die aufstrebenden Stuttgarter Automobilindustrie, zusammen mit Namen wie Bosch, Daimler und Maybach.
1909 tritt sein Bruder Albert Reutter in das Unternehmen als Teilhaber und Kaufmännischer Leiter ein. Albert Reutter wurde in der Folge zum eigentlichen Motor des Unternehmens. Der Unternehmensname wird 1910 in „Stuttgarter Karosseriewerk Reutter & Co“ geändert. Das junge Unternehmen produzierte Karosserien für (fast) alle namhaften Hersteller der Zeit. Bekannt wurde sie vor allem durch die patentierte „Reutter's Reform-Karosserie“, welche ein Vorgänger der Cabriolets war. Ferdinand Porsche ließ 1935 von Reutter einen Prototyp des VW Käfers bauen. Beide Unternehmen arbeiteten auch später eng zusammen. Der Porsche 356 ist auf diese Kooperation zurückzuführen, bei welchem Reutters Unternehmen für die Karosserie zuständig war. Mit dem Modellwechsel vom Porsche 356 zum Typ 911 (ursprünglich 901) verkaufte Reutter Ende 1963 das Karosseriewerk an die Porsche KG. Rechtsnachfolger des Karosseriewerks Reutter war damit der Zuffenhausener Nachbar Porsche.
Zum 9. September 1957 wurde in der Schweiz die Recaro AG (REutter CAROsserie) gegründet. Nach dem Verkauf des Karosseriewerks an Porsche wurde die Sitzfertigung unter dem Unternehmensnamen Recaro im ursprünglichen Reutter Werk I in der Stuttgarter Augustenstraße weitergeführt. Die Familie Reutter verkaufte 1969 nach wirtschaftlichen Problemen das Unternehmen an die Konkurrenten Keiper, Huber & Wagner und Metzeler. Keiper übernahm 1983 alle Anteile an Recaro, jedoch blieb Recaro bis heute ein selbstständiges Unternehmen.
In den 1990er Jahren expandierte die „Keiper Recaro Group“ auf die asiatischen und amerikanischen Kontinente.
Auch im Bereich Kindersicherheitsprodukte ist Recaro ein Begriff. 1998 wurde der ersten Kindersitz von Recaro, der Recaro Start (ECE-Gruppen I/II/III) im Markt eingeführt. Seit 2004 deckt der Bereich der Recaro-Kindersitze alle Altersstufen und ECE-Gruppen ab.
Ende 2010 wurde das gesamte Automotive-Geschäft der Unternehmensgruppe Keiper-Recaro an den US-amerikanischen Automobilzulieferer Johnson Controls veräußert. Im Eigentum der Unternehmerfamilie Putsch verbleiben unter dem Dach der neuen Recaro Group die Entwicklung, Produktion und der Vertrieb von Auto-Kindersitzen, Flugzeugsitzen und Polstermöbeln.[4]
Sonstiges [Bearbeiten]
Recaro-Sitze haben auch beim Fußball eine Medienpräsenz: Bei vielen Erst- und Zweitligisten der Deutschen Bundesliga sind Trainer- und Ersatzspieler, aber auch einige Zuschauer im VIP-Bereich, auf Recaro-Sitzen zu sehen.
Weblinks [Bearbeiten]
- Website der Recaro GmbH Co. KG
- Automobile mit werksseitig ausgestatteten Recarositzen
- Stuttgarter Karosseriewerk Reutter
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ a b c d RecaroAutomotive GmbH & Co. KG (Imprint). US-Website des Unternehmens. Abgerufen am 27. März 2012.
- ↑ a b Neuer Premiumhersteller Recaro Automotive Seating unter dem Dach von Johnson Controls. Johnson Controls Presseinformation vom 13. September 2011. Abgerufen am 25. März 2012.
- ↑ a b Florian Langenscheidt, Bernd Venohr (Hrsg.): Lexikon der deutschen Weltmarktführer. Die Königsklasse deutscher Unternehmen in Wort und Bild. Deutsche Standards Editionen, Köln 2010, ISBN 978-3-86936-221-2.
- ↑ Autozulieferer Keiper geht an Johnson Controls, Handelsblatt, 30. Dezember 2010