Recaro Holding

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RECARO Holding GmbH
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Rechtsform GmbH
Sitz Stuttgart, Deutschland
Leitung Geschäftsführender Gesellschafter:
  • Martin Putsch

Geschäftsführer:

  • Bernd Gaiser
  • Hartmut Schürg
Mitarbeiter 1800 (2012)[1]
Umsatz 350 Millionen Euro (2012)
Branche Holdinggesellschaft
Website recaro.com

Die Recaro Holding als Dachgesellschaft der Recaro Group besitzt die Marke Recaro und die selbständig operierenden Gesellschaften der Recaro Group:

Der Bereich Recaro Automotive Seating als Hersteller von Autositzen wurde im Jahr 2011 an den US-amerikanischen Automobilzulieferer Johnson Controls verkauft, wobei die Recaro Group aber nach wie vor als Lizenzpartner auftritt.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Gründung bis 1930[Bearbeiten]

Am 1. Oktober 1906 gründet der Sattlermeister Wilhelm Reutter die „Stuttgarter Carosserie- u. Radfabrik“ in der Augustenstraße in Stuttgart.

1909 tritt Wilhelms Bruder Albert Reutter als Teilhalber und kaufmännischer Leiter in das Unternehmen ein. Umfirmierung als „Stuttgarter Karosseriewerk Reutter & Co.“, Inhaber W. & A. Reutter. Am 24. Juli 1909 wird das Patent für ein „Klappverdeck mit Vordach, insbesondere für Motorfahrzeuge“ angemeldet. Diese sogenannte „Reformkarosserie“ war ein konstruktiver Vorläufer des Cabriolets. Es entstehen Aufbauten inklusive Innenausstattung für nahezu alle namhaften Hersteller der Zeit; insbesondere Daimler-Benz (und Vorgänger) sowie die Chemnitzer Wanderer-Werke.

1919 erfolgt die schrittweise Umstellung von der Einzelfertigung hin zur Serienproduktion.

1930 geht Reutter eine Partnerschaft mit dem Konstruktionsbüro Porsche ein.

1931 – 1950[Bearbeiten]

Ab 1931 fertigt Reutter erste Aufbauten für die Porsche-Typen 7, 8, 9, 12 und 32 an.

1936 Nachdem die Kapazitätsgrenze des Stammwerks in der Augustenstraße erreicht war, entsteht ein zweites Werk in Zuffenhausen.

1937 Reutter erhält den Auftrag zur Produktion des Volkswagens Prototyp-Vorserie VW 303.

1938 Entwicklung des Patents für einen verstellbaren Sitz für Kraftfahrzeuge.

1938 Auftrag über 30 Prototypen Porsche Typ 60 (später „Käfer“).

1939 Inzwischen umfasst das Unternehmen ca. 900 Mitarbeiter.

1944 Das Stammwerk in der Augustenstraße wird bei einem Luftangriff schwer beschädigt. Die Belegschaft schrumpft auf 94 Personen.

1949 Das Unternehmen bekommt einen Großauftrag zur Fertigung von 500 Karosserien inklusive der kompletten Innenausstattung für den Porsche 356.

1950 Am 4. April erfolgt die erste Auslieferung der Karosserie für den Porsche 356 aus Stuttgarter Produktion.

1951 – 1980[Bearbeiten]

1953 Patent für „einen Gelenkbeschlag für Polstersitze mit verstellbarer Lehne“, den Reutter-Liegesitzbeschlag.

1954 Fertigstellung der 5.000. Karosserie für den Porsche 356.

1956 Das „Stuttgarter Karosseriewerk Reutter & Co. GmbH“ feiert sein 50-jähriges Bestehen. Im selben Jahr verlässt die 10.000. Porsche-Karosserie das Werk, das mittlerweile wieder 900 Mitarbeiter beschäftigt.

1963 Reutter verkauft zum Dezember das Karosseriewerk mitsamt 950 Mitarbeitern an Porsche. Die Sitzfertigung wird davon ausgenommen; die Firma firmiert in die RECARO GmbH (REutter-CAROsserie) um und produziert mit einer Belegschaft von 250 Mitarbeitern nunmehr Fahrzeugsitze für Porsche, aber auch für andere Hersteller zur Nachrüstung.

1965 Recaro stellt den ersten Recaro-Sportsitz auf der Automobilausstellung in Frankfurt vor.

1967 Bau einer weiteren Produktionsstätte in Schwäbisch Hall.

1969 Die Familie Reutter verkauft Recaro an die drei Unternehmen Keiper, Huber & Wagner und Metzeler. Etwa zeitgleich startet die Vorbereitung zur Fertigung von Flugzeugsitzen.

1971 Recaro produziert zunächst in Lizenz des amerikanischen Herstellers Hardman Aerospace die ersten Flugzeugsitze unter dem Namen Recaro Aircomfort. Kurz darauf bringt Recaro den ersten eigenen Flugzeugsitz, den sogenannten Recaro 2020, auf den Markt und verkaufte ihn unter anderem an Lufthansa.

1974 wird mit dem Recaro Profi-Vollschalensitz der erste Motorsportsitz auf den Markt gebracht.

1981 – 2000[Bearbeiten]

1983 Die Firma Keiper übernimmt alle Recaro-Anteile. Im gleichen Jahr errichtet die Keiper Recaro GmbH & Co. das erste europäische Just-in-time-Werk zur Fertigung der Sitze des Mercedes-Benz 190 in Bremen. Die Flugzeugsitzproduktion wird komplett nach Schwäbisch Hall verlegt.

1997 Im Zuge einer Umstrukturierung wird Recaro wieder zu einem eigenständigen Unternehmen. Hieraus entstehen vier rechtlich und wirtschaftlich unabhängige Unternehmen, darunter auch die Recaro Aircraft Seating GmbH & Co. KG.

1998 Recaro stellt den ersten mitwachsenden Kindersitz vor.

2000 bis heute[Bearbeiten]

2004 RECARO kauft die Traditionsfirma „Storchenmühle“, die sich auf die Produktion von Kindersitzen konzentriert.

2006 Das Unternehmen feiert sein 100-jähriges Bestehen.

2011 Der US-Konzern Johnson Controls übernimmt das Unternehmen Recaro Automotive; die Unternehmen Recaro Aircraft Seating und Recaro Child Saftey bleiben unter dem Dach der Recaro Group bestehen.

2013 Die Recaro Holding verlegt nach der Umstrukturierung ihren Geschäftssitz zurück an den Gründungsort Stuttgart[1]

Recaro Group[Bearbeiten]

Die Recaro Group umfasst die Sparten Recaro Aircraft Seating, Recaro Child Safety sowie die Recaro Holding selbst.

Recaro Holding[Bearbeiten]

Die Recaro Holding tritt als Dachgesellschaft der Recaro Group auf und umfasst die Bereiche Strategie, Finanzen, Personal und Recht sowie Design, Marke, Kommunikation und Innovationsmanagement. Der Firmensitz der Recaro Holding befindet sich seit Mai 2013 in Stuttgart. [3]

Recaro Aircraft Seating[Bearbeiten]

Recaro Aircraft Seating ist ein Entwickler und Hersteller für Flugzeugsitze.

Die Flugzeugsitzproduktion beginnt 1971 in Lizenz unter dem Namen Recaro Aircomfort zunächst in Stuttgart. Ab 1983 erfolgt dann die Gesamtfertigung in Schwäbisch Hall. Die Recaro Aircraft Seating GmbH & Co. KG hat neben dem Stammsitz in Schwäbisch Hall auch Produktionswerke in Polen, Südafrika, den USA und China.

2004 übernahm Recaro Aircraft Seating die Mehrheit an AAT Composites in Südafrika, Kapstadt ‒ ein Unternehmen, das aus Faserverbundwerkstoffen Produkte für die Luftfahrtindustrie herstellt. [4]

Recaro Child Safety[Bearbeiten]

Die Recaro Child Safety GmbH & Co. KG hat ihren Hauptsitz in Marktleugast, ist jedoch auch mit Produktionsstandorten in USA, China, Japan, Frankreich und Großbritannien vertreten.

Im Jahr 2004 fusionierte Recaro Child Safety mit dem Traditionsunternehmen Storchenmühle. Die Firma Storchenmühle produziert jedoch nach wie vor unter der Marke Storchenmühle [5]

Literatur[Bearbeiten]

Uta & Helmut Jung, Stuttgarter Karosseriewerk Reutter ‒ von der Reform-Karosserie zum Porsche 356. ISBN 3-7688-1829-2

Frank Jung, „Porsche 356 ‒ made by Reutter“, Delius Klasing, Bielefeld 2011, ISBN 978-3-7688-3270-0

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Pressemitteilung: Neuausrichtung und Neupositionierung in Stuttgart. Recaro, 29. April 2013, abgerufen am 24. Juli 2013.
  2. Pressemitteilung: Johnson Controls Receives Approval From Anti-Trust Authorities to Acquire Keiper and Recaro Automotive. Johnson Controls, 20. Juni 2011, abgerufen am 24. Juli 2013 (englisch).
  3. Michael Heller: Recaro kehrt in die Heimat Stuttgart zurück. Stuttgarter Zeitung, 29. April 2013, abgerufen am 19. November 2014.
  4. Pressemitteilung: AAT Composits. linkedin, abgerufen am 19. November 2014.
  5. Pressemitteilung: Fusion Recaro und Storchenmühle – die Geburtsstunde der HGK-International. HGK International, 1. März 2005, abgerufen am 19. November 2014.