Rechteren-Limpurg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Stammwappen der von Rechteren-Limpurg
Schloss Rechteren in Dalfsen
Haus Almelo
Kasteel Enghuizen, Hummelo, Bronckhorst, 1945 zerstört

Rechteren-Limpurg ist der Name eines alten geldernschen Adelsgeschlechts. Die zum Hochadel zählenden Grafen von Rechteren-Limpurg verloren 1806 durch die Mediatisierung ihre unmittelbaren Herrschaftsrechte.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Geschlecht erscheint urkundlich im Jahr 1263 mit Everhardus miles de Hekere [1] und 1279 mit Friderikus de Hykere dictus de Hese, mit dem die Stammreihe beginnt. Frederik van Hekeren († 1386) erhielt um 1350 für die dem Bischof von Utrecht geleistete Hilfe den Schutz über Salland, Twenthe und Diepenheim. Frederiks Ehefrau, Lutgardis van Voorst gen. Rechteren, brachte das Schloss Rechteren in die Familie, wonach sich diese Linie nun benannte, während die seiner Brüder Hekeren von der Eese hieß. Frederiks Enkel, Frederick van Hekeren gen. Rechteren († 1462), heiratete 1432 Cunegonde van Polanen. Ihr Sohn Otto van Hekeren gen. Rechteren († 1478) erbte Schloss Rechteren und wurde somit zum Ahnen der heutigen Grafen von Rechteren. Aus den Nachfahren von Ottos Bruder, Zeger van Hekeren, geht das Adelsgeschlecht van Voorst tot Voorst hervor.

Der erstgeborene Sohn Joachim Adolf von Rechterens zu Rechteren, Joachim Heinrich Adolf, wurde 1706 durch Kaiser Joseph I. für sich und seine Nachfahren den Reichsgrafenstand verliehen und durch ein weiteres kaiserliches Diplom 1708 die Anwartschaft auf die gräflich Wolfsteinschen Reichslehen erteilt.[2]

Der 1714 geborene Graf Johann Eberhard Adolf erbte von seiner Mutter Amalie geb. Gräfin von Limpurg-Speckfeld die Grafschaft Limpurg-Speckfeld und dadurch Sitz und Stimme im Fränkischen Reichsgrafenkollegium und somit auch die Reichsstandschaft. 1806 wurde die Grafschaft mediatisiert und kam unter bayrische Hoheit. Die Grafen von Rechteren-Limpurg hatten aber bis zur Revolution 1918 als Standesherren Sonderrechte und zählen somit zum Hochadel. 1859 erweiterte Graf Friedrich Ludwig von Rechteren-Limpurg–Speckfeld das Schloss in Markt Einersheim im neugotischen Stil. 1969 verkauften es die Erben der Gräfin Adolphine von Rechteren–Limpurg–Speckfeld.

Das Schloss Rechteren bei Dalfsen in Overijssel ist noch im Besitz der Familie[3], ebenso das Haus Almelo und das Gut Enghuisen.

Wappen[Bearbeiten]

  • Das Stammwappen (= Heeckerens) zeigt in Gold ein rotes Kreuz. Auf dem Helm mit rot-goldenen Decken ein rot gestulpter goldener Hut, der mit einer roten Straußenfeder besteckt ist.
  • Wappen 1706: Quadrierter Schild: 1 und 4 in Gold ein gemeines, das ganze Feld überziehendes rotes Kreuz (= Stammwappen der Heerkeren v. d. Eese zu Rechteren); 2. und 3 quadriert, und zwar 1 und 4 von Rot und Silber durch vier aufsteigende silberne Spitzen quer geteilt, in 2 und drei aber in Blau fünf (3 und 2) silberne Heerkolben (= Fränkisch-Limpurgsches Wappen). Den Schild bedecken zwei Helme. Auf dem rechten liegt ein goldener Sturmhut mit gegen die rechte Seite niedergebogener Spitze und rotem, mit goldenem Rande eingefasstem Stulpenaufschlage, welcher letztere mit einem roten, nach rechts wehender Straußenfeder besteckt ist (= Helm des Stammwappens). Der linke gekrönte Helm trägt zwei von Rot und Silber mit Spitzen quergeteilte Büffelhörner, in deren Mündungen eine von Rot und Silber von Spitzen quergeteilte Fahne mit silberner Stange steckt (= Limpurgscher Helm). Die Helmdecken sind rechts rot und golden, links blau und silbern.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Baron Sloet's Geldr. Urkunden Nr 509
  2. a b Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines deutsches Adels-Lexicon, 2. Band, L-Z, Verlag T. O. Weigel, Leipzig 1853, S. 250
  3. http://www.kasteelonline.nl/rechteren.html Webseite zu Schloss Rechteren

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]