Klinikum rechts der Isar

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Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München
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Trägerschaft Freistaat Bayern
Ort München
Bundesland Bayern
Staat Deutschland
Leitung Reiner Gradinger, Vorstandsvorsitzender und Ärztlicher Direktor
Versorgungsstufe Maximalversorgung
Betten 1.091
Mitarbeiter ca. 4.500
Zugehörigkeit Technische Universität München
Gründung 1834 als Haidhauser Armen- und Krankenanstalt, 1967 als Universitätsklinikum
Website www.mri.tum.de
Klinikum rechts der Isar, Außenansicht
Logografie am Hörsaal

Das Klinikum rechts der Isar ist das Universitätsklinikum der Technischen Universität München im Münchener Stadtteil Haidhausen.

Geschichte[Bearbeiten]

Das heutige Klinikum wurde 1834 als Haidhauser Armen- und Krankenanstalt mit 36 Betten in einem ehemaligen Kaffeehaus gegründet und 1840 vom Orden der Barmherzigen Schwestern vom hl. Vinzenz von Paul übernommen und 130 Jahre lang geführt. Mit der Eingemeindung nach München kam die Umbenennung in Krankenhaus rechts der Isar – darauf verweist das noch heute gebräuchliche Kürzel MRI, das für (Krankenhaus) München rechts der Isar steht.[1] Man war nun in der Lage bis zu 159 Patienten zu versorgen, die man ab 1866 erstmals in Angehörige der chirurgischen und internen Abteilung trennte. Bis 1902 wurde unter dem starken Druck der Bevölkerungszunahme auf 736 Betten aufgestockt, von denen am Ende des Zweiten Weltkrieges nur noch 200 belegbar waren. Im März 1954 wurde im Rahmen eines umfassenden Krankenhausentwicklungsplanes der Stadt München das Krankenhaus rechts der Isar wieder auf- und ausgebaut.

1967 wurde das Krankenhaus schließlich unter anderem dank Georg Maurer zu einem Universitätsklinikum. Es erhielt den Status Universitätsklinikum der Technischen Hochschule München, der späteren Technischen Universität München (TUM) und wurde um einen Hörsaaltrakt erweitert. Seitdem wird das Klinikum kontinuierlich ausgebaut und modernisiert.

Seit Juli 2003 ist das Klinikum eine rechtlich selbstständige Anstalt des öffentlichen Rechts.

Für weltweit großes Aufsehen sorgte die erfolgreiche Transplantation von zwei kompletten Armen im Juni 2008, bei der etwa 40 Ärzte beteiligt waren.[2] Zwei Jahre später ist der Heilungsprozess beim Patienten so weit fortgeschritten, dass Hände und Finger wieder bewegt und benutzt werden können.[3]

Im Jahr 2009 feierte das Klinikum sein 175-jähriges Bestehen.

Kliniken und Abteilungen[Bearbeiten]

Heute besteht das Klinikum rechts der Isar aus 33 Kliniken und Abteilungen, hinzu kommen 17 Institute und mehrere Interdisziplinäre Zentren. Das Roman-Herzog-Krebszentrum (RHCCC)[4] widmet sich der verbesserten Versorgung von Patienten mit allen Arten von Krebserkrankungen. Jährlich werden etwa 58.000 Patienten stationär und 220.000 Patienten ambulant behandelt.[5] Das Klinikum wird von einem vierköpfigen Vorstand geleitet, in dem der Ärztliche Direktor, der Kaufmännische Direktor, der Dekan der Medizinischen Fakultät und die Pflegedirektorin vertreten sind. Vorstandsvorsitzender ist der Ärztliche Direktor.

Klinik für Anästhesiologie[Bearbeiten]

Die Klinik für Anästhesiologie (Direktor Eberhard Kochs) umfasst folgende Abteilungen:

  • Anästhesie (perioperative Versorgung durch 120 Ärzte und 50 Pflegekräfte), Anästhesien für interventionelle und diagnostische Prozeduren, Notfalltätigkeit und Schockraummanagement
  • Intensivmedizin in interdisziplinärer Zusammenarbeit mit den Kliniken für Chirurgie, Gefäßchirurgie, Plastischer Chirurgie, Unfallchirurgie, Orthopädie, Urologie, Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie, der Neurochirurgischen Klinik, der Neurologischen Klinik, der Frauenklinik und der Augenklinik
  • Schmerztherapie (Akutschmerzzentrum und Zentrum für Interdisziplinäre Schmerzmedizin (ZIS))

Seit 1954 existierte am Klinikum rechts der Isar eine Abteilung für Anästhesie, im Jahr 1972 erfolgte dann die Gründung des Lehrstuhls und Instituts für Anästhesiologie der Technischen Universität München am Klinikum rechts der Isar. Ziel war nun nicht mehr alleine die Patientenversorgung, sondern auch die Forschung und Lehre in diesem Fachbereich. Im Jahr 1980 erfolgte die Anerkennung als Weiterbildungsstätte für Schwestern und Pfleger in Anästhesie und Intensivbehandlung durch die Deutsche Krankenhausgesellschaft.[6]

Klinik für Augenheilkunde[Bearbeiten]

Die Klinik für Augenheilkunde (Leitung: Chris Patrick Lohmann) verfügt über 25 Betten in zwei Stationen. Nach der Renovierung der Ambulanz und dem Neubau des Augen-OP im Jahre 2009 wurde auch die Stationen neu gestaltet. Die Klinik für Augenheilkunde behandelt alle Erkrankungen des Auges (z. B. Hornhauttransplantation, Grauer Star (Katarakt), Grüner Star (Glaukom), altersbedingte Makuladegeneration, diabetische Netzhautveränderungen, Netzhautablösung) und beschäftigt sich insbesondere mit der refraktiven Chirurgie (wiederherstellende Chirurgie). Daneben stellen die Traumatologie, die Orthoptik sowie Tränenwegs- und Liderkrankungen Schwerpunkte der Augenklinik am Klinikum rechts der Isar dar. Die Forschung in der Augenklinik beschäftigt sich ebenfalls v. a. mit den Augenerkrankungen Glaukom, Katarakt und Makuladegeneration sowie mit der refraktiven Chirurgie.[7]

Chirurgische Klinik[Bearbeiten]

Die Chirurgische Klinik (kommissarischer Leiter Jörg Kleeff) dient der chirurgischen Versorgung am Klinikum rechts der Isar, ausgenommen die Herzchirurgie. Im Rahmen der Herzchirurgie besteht eine Kooperation im Deutschen Herzzentrum.[8] Schwerpunkte bilden die allgemeine Chirurgie und die Viszeralchirurgie, die chirurgische Endoskopie und Proktologie, die navigierte nuklearmedizinische Chirurgie und die minimal-invasive Chirurgie (Schlüssellochchirurgie).[9] In der Allgemein- und Viszeralchirurgie liegt der Fokus der Chirurgischen Klinik auf der Speiseröhren-, Magen-, Leber- und Bauchspeicheldrüsenchirurgie. Bei Krebserkrankungen steht hier insbesondere die Behandlung durch eine Kombination von Operationen mit Chemo- und Strahlentherapie im Fokus. In Form des Tumortherapiezentrums (TTZ) ist die Chirurgische Klinik zur Behandlung von Krebserkrankungen mit der III. Medizinischen Klinik, der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie und der Psychoonkologie des Roman-Herzog-Krebszentrums (RHCCC) vernetzt. Im Rahmen der Transplantationschirurgie werden Nieren- und Bauchspeicheldrüsenverpflanzungen durchgeführt. Die wissenschaftlichen Schwerpunkte der Chirurgischen Klinik liegen im Bereich der chirurgischen Onkologie, insbesondere der präoperativen Tumortherapie und Früherkennung sowie im Bereich der prä- und postoperativen körperlichen und seelischen Betreuung.[10]

Klinik für Dermatologie und Allergologie[Bearbeiten]

Die Klinik für Dermatologie und Allergologie unter der Leitung von Tilo Biedermann deckt dermatologische und allergische Erkrankungen ab. Die Klinik gehört zwar zum Klinikum rechts der Isar, ihren Standort hat sie jedoch "am Biederstein" in Schwabing (Biedersteiner Straße 29) neben dem Englischen Garten. 40 Ärzte betreuen auf vier Stationen bis zu 75 Patienten. An die Klinik angegliedert ist außerdem das Zentrum Allergie und Umwelt (ZAUM), in dem die Einflüsse von Umweltfaktoren auf Entstehung, Auslösung und Unterhaltung von Allergien erforscht werden. In der Dermatologie liegt der Fokus insbesondere auf den Spezialbereichen Hauttumoren, Kinderdermatologie, Photodermatologie sowie operative und kosmetische Dermatologie. Bei der Therapie dermatologischer Erkrankungen kommen dabei auch Röntgentherapie und verschiedene Laserbehandlungen zum Einsatz. Ein weiterer Schwerpunkt der Klinik sind die Andrologie und die Behandlung und Beratung von Patienten mit Geschlechtskrankheiten einschließlich HIV-Infektion und AIDS. Im Bereich der Forschung beschäftigt sich die Klinik mit Allergologie, Photodermatologie, Onkologie, Andrologie und Mikrobiologie.[11]

Ernährungsmedizin am Klinikum rechts der Isar[Bearbeiten]

Dem Bereich der Ernährungsmedizin widmen sich am Klinikum rechts der Isar zwei Bereiche mit unterschiedlichen Schwerpunkten: das Zentrum für Prävention, Ernährung und Sportmedizin und das Institut für Ernährungsmedizin. Im Zentrum der Behandlung stehen hier Übergewicht und damit verbundene Erkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und Herz- und Gefäßerkrankungen sowie Patienten mit Krebserkrankungen. Auch die Forschung der beiden Einrichtungen widmet sich diesen Bereichen.[12]

Die klinische Ernährungsmedizin ist in das Zentrum für Prävention, Ernährung und Sportmedizin (Direktor Martin Halle) eingegliedert. Hier arbeiten Fachärzte aus den Abteilungen Innere Medizin, Gastroenterologie, Kardiologie, Angiologie, Ernährungsmedizin und Sportmedizin zusammen. Das Leistungsspektrum umfasst eine ernährungsmedizinische Beratung bei Übergewicht und Krebserkrankungen, allgemeine Diagnostik, Prävention und Behandlung von ernährungsbedingten Erkrankungen sowie die Beratung bei Nahrungsmittelallergien und -unverträglichkeiten[13]

Das Institut für Ernährungsmedizin unter der Leitung von Hans Hauner ist Teil des Else Kröner-Fresenius-Zentrums für Ernährungsmedizin (EKFZ) und wurde im Jahr 2003 eingerichtet. Neben dem Institut für Ernährungsmedizin des Klinikums rechts der Isar gehört das Wissenschaftszentrum Weihenstephan (WZW) zum EKFZ. Zu den Schwerpunktthemen zählen die klinische, die molekulare und die pädiatrische Ernährungsmedizin. Das Leistungsspektrum des Instituts für Ernährungsmedizin umfasst die Abklärung und Prävention von Diabetes mellitus, ernährungsmedizinische Beratung, Gruppenprogramme zur Gewichtsreduktion und Kochkurse zu aktuellen Ernährungsthemen.[14]

Frauenklinik und Abteilungen für Geburtshilfe und Perinatalmedizin[Bearbeiten]

Die Frauenklinik am Klinikum rechts der Isar unter der Leitung von Marion Kiechle besteht aus einer Klinik für Frauenheilkunde und einem Mutter-Kind-Zentrum. Das Mutter-Kind-Zentrum gliedert sich in eine Abteilung für Pränatalmedizin (Schwangerenbetreuung) und eine Abteilung für Geburtshilfe und Perinatalmedizin mit einer Neugeborenen-Intensivstation. Ein Schwerpunkt der Frauenklinik am Klinikum rechts der Isar ist die Diagnostik und Behandlung von Brustkrebs sowie der anderen Krebserkrankungen der weiblichen Organe (Eierstockskrebs, Gebärmutter- und Gebärmutterhalskrebs, Vulva- und Vaginalkarzinom). Dazu gehört auch die genetische Beratung und Testung bei familiären Krebserkrankungen. Daneben bilden die Uro-Gynäkologie, die gynäkologische Endokrinologie und die Geburtshilfe und Schwangerenbetreuung (Risikogeburtshilfe, Prä- und Perinatalmedizin, Pränataldiagnostik) die zentralen Behandlungsfelder.[15] Im Bereich der Forschung liegt der Fokus der Frauenklinik ebenfalls auf der gynäkologischen Endokrinologie.[16]

Klinik für Gefäßchirurgie[Bearbeiten]

Die Klinik für Gefäßchirurgie wird am Klinikum rechts der Isar auch Klinik für Vaskuläre und Endovaskuläre Chirurgie genannt und steht unter der Leitung von Hans-Henning Eckstein. Sie verfügt über eine Ambulanz, eine Bettenstation mit 28 Betten und eine Intensivstation mit vier Betten. Im interdisziplinären Zentrum für Gefäßerkrankungen (ICG) arbeitet die Klinik für Gefäßchirurgie eng mit den Kliniken und Abteilungen Interventionelle Radiologie, Angiologie (I. Medizinische Klinik), Neurologie, Nephrologie (II. Medizinische Klinik) und Diabetologie (Ernährungsmedizin) zusammen.[17] Die zentralen Behandlungsfelder der Gefäßchirurgie sind Arteriosklerose (Arterienverkalkung)[18], Carotisstenosen oder Halsschlagaderverengung[19], Aortenaneurysmen und periphere Aneurysmen (Erweiterungen der Adern)[20] sowie Verschlüsse und Stenosen der Beinarterien (arterielle Verschlusskrankheit)[21]. Außerdem beschäftigt sich die Klinik für Gefäßchirurgie mit der Behandlung von Krampfadern[22] und der Anlage und Korrektur von Dialyseshunts[23]. Die Forschung der Klinik für Gefäßchirurgie erstreckt sich auf die Diagnostik und Therapie der genannten Gefäßerkrankungen, insbesondere auf die Stenosen der Carotis.[24]

Hals-Nasen-Ohrenklinik[Bearbeiten]

Die Hals-Nasen-Ohrenklinik und Poliklinik am Klinikum rechts der Isar unter der Leitung von Henning Bier verfügt über eine allgemeine Ambulanz, eine Privatambulanz, vier Operationssäle und 51 Betten auf insgesamt drei Stationen. In der HNO-Klinik werden alle Erkrankungen des Halses, der Nase und der Ohren behandelt. Besondere Behandlungsschwerpunkte liegen hier auf den Erkrankungen des Mittel- und Innenohrs, auf Erkrankungen der Nase und des Nasennebenhöhlensystems sowie auf der Behandlung von gut- und bösartigen Tumorerkrankungen der Halsweichteile und plastischen und rekonstruktiven Eingriffen im HNO-Gebiet. Dabei werden im Bereich der Ohren unter anderem Hörstörungen bei Erwachsenen und Kindern, Tinnitus, Schwindelerkrankungen und Akustikusneurinome behandelt; im Bereich der Nase und des Halses Schluckstörungen (Dysphagie), Schnarchen, Stimm- und Sprachstörungen (Phoniatrie) sowie Angioödeme. Zudem gehören in der HNO-Klinik des Klinikums rechts der Isar Allergologie und rheumatologische Erkrankungen im HNO-Bereich mit zum Behandlungsspektrum. In der Forschung ergeben sich für die HNO-Klinik die Bereiche Allergien, Rheuma, Angioödeme, Tumoren, Audiologie und die Erforschung des Gleichgewichtsorgans.[25]

Institut für Humangenetik[Bearbeiten]

Im Fachbereich Humangenetik beschäftigen sich Ärzte und Forscher mit dem menschlichen Erbgut und untersuchen Ursachen und Mechanismen genetischer Erkrankungen. Das Institut für Humangenetik der Technischen Universität am Klinikum rechts der Isar und das Institut für Humangenetik am Helmholtz Zentrum werden vom Thomas Meitinger geleitet. Forschung, Lehre und die Versorgung von Patienten werden von den Mitarbeitern beider Institute gemeinsam betrieben. Die Schwerpunkte am Klinikum rechts der Isar sind die Patientenbetreuung und die molekulare Zytogenetik. Die Schwerpunkte am Helmholtz Zentrum sind die Molekulargenetik und die Zellbiologie, bei denen es vor allem um die Identifizierung und Charakterisierung von Krankheitsgenen geht.

Die klinischen Schwerpunkte und die Forschungsbereiche des Instituts für Humangenetik sind:

  • Genetische Beratung
  • Zytogenetische Diagnostik: Chromosomenanalysen, pränatale Diagnostik (Fruchtwasseruntersuchung, Chorionzotten- und Plazentauntersuchung), postnatale Diagnostik, tumorzytogenetische Diagnostik aus Primärtumoren und Metastasen
  • Molekulargenetische Diagnostik: DNA-Diagnostik bei monogenen Erkrankungen, Mutations- und Segregationsanalysen[26]

I. Medizinische Klinik[Bearbeiten]

In der I. Medizinischen Klinik (Direktor Karl-Ludwig Laugwitz) werden kardiovaskuläre (Herzinfarkt, Herzinsuffizienz, Klappenvitien und Herzrhythmusstörungen), angiologische und pneumologische Erkrankungen behandelt. Für Patienten mit einem Herzinfarkt steht rund um die Uhr ein Katheterteam zur Verfügung. Im Bereich der Patientenbehandlung und der Forschung kooperiert die Klinik eng mit dem Deutschen Herzzentrum.

Das Behandlungspektrum umfasst die Bereiche

  • Angiologie, Gefäßambulanz (Behandlung von Gefäßerkrankungen und Stenosen)[27]
  • Kardiologie (Behandlung von Herzerkrankungen und Herzinfarkt)[28]
  • Pneumologie (Behandlung von Lungenerkrankungen)[29]
  • Rhythmologie (Biosignalverarbeitung, Elektrophysiologie, Schrittmacher / Implantierbare Defibrillatoren (ICD))[30]
  • Internistische Intensivmedizin[31]

II. Medizinische Klinik[Bearbeiten]

Die Schwerpunkte der II. Medizinischen Klinik (Direktor Roland M. Schmid) sind neben der allgemeinen internistischen Versorgung die Bereiche

  • Gastroenterologie
  • Hepatologie
  • Endokrinologie
  • Infektiologie
  • Internistische Intensivmedizin[32]

Die II. Medizinische Klinik verfügt über drei Stationen mit unterschiedlichen Schwerpunkten und 20 bis 27 Betten sowie eine internistische Intensivstation mit acht Betten. Tumorerkrankungen werden in der Onkologischen Tagesklinik behandelt.[33] Im Bereich der Wissenschaft wird in der II. Medizinischen Klinik sowohl klinische Forschung als auch Grundlagenforschung betrieben. Die klinische Forschung widmet sich vor allem Erkrankungen aus den Bereichen Gastroenterologie, gastroenterologische Onkologie, Immunologie, Hepatologie und internistische Intensivmedizin.[34] In der Grundlagenforschung arbeiten die Wissenschaftler der II. Medizinischen Klinik mit den molekularen Grundlagen der Krankheitsentstehung der Organe des Magen- und Darmtraktes. Besondere Schwerpunkte liegen hier im Bereich der Krebsentstehung und der Entzündungen der Organe.[35]

III. Medizinische Klinik[Bearbeiten]

Das Fachgebiet der III. Medizinischen Klinik (Direktor Christian Peschel) umfasst die Bereiche Hämatologie und Onkologie. Hier stehen Blut- und Lymphdrüsenerkrankungen sowie Tumorerkrankungen im Zentrum. Die III. Medizinische Klinik verfügt über 45 Betten auf zwei Stationen und eine Intensivpflegeeinheit mit acht Betten. Zudem gibt es eine hämatologische Tagesklinik mit 14 Plätzen für Chemotherapiepatienten. Bei der Behandlung der Patienten kommen unterschiedliche Therapiekonzepte zum Einsatz: Neben der konventionellen Chemotherapie gibt es auch die Hochdosischemotherapie durch eine Stammzelltransplantation, die multimodale Therapie, biologisch aktive Substanzen, wie Zytokine oder Antikörper, und die molekulare Tumortherapie, um die Tumoren gezielt zu bekämpfen. Eine besondere Expertise hat die III. Medizinische Klinik bei der Behandlung von malignen Lymphomen mit der Radioimmuntherapie. Diese Methode wurde von der III. Medizinischen Klinik in Kooperation mit der Klinik für Nuklearmedizin im Klinikum rechts der Isar entwickelt und das Klinikum verfügt deutschlandweit über die größte Erfahrung auf diesem Gebiet. Eine individuelle Tumortherapie wird am Klinikum rechts der Isar durch das interdisziplinäre Tumortherapiezentrum (TTZ) ermöglicht. Hier sind neben der III. Medizinischen Klinik auch die Klinik für Strahlentherapie sowie die Chirurgie, Urologie und Gynäkologie vertreten. In einer fachübergreifenden Konferenz (Tumorboard) kommen Onkologen, Chirurgen, Strahlentherapeuten, Radiologen, Pathologen und Nuklearmediziner zusammen und planen die passenden Therapien.[36]

Abteilung für Interventionelle Radiologie[Bearbeiten]

In der Abteilung für Interventionelle Radiologie (Leitung Hermann Berger) werden im Rahmen der invasiven Radiologie in erster Linie angeborene und erworbene Gefäßerkrankungen, Dysfunktionen von Dialyseshunts, Leberzirrhose und Pfortaderhochdruck, Gallengangserkrankungen sowie Tumorerkrankungen der Leber und anderer Organe behandelt. Auch die invasive Diagnostik ist ein Schwerpunkt der Interventionellen Radiologie. Das Ärzteteam versorgt ambulante und stationäre Patienten. Die stationäre Aufnahme und Betreuung erfolgt über die jeweiligen klinischen Einrichtungen und Zentren des Klinikums rechts der Isar. In Zusammenarbeit mit dem Interdisziplinären Zentrum für Gefäßerkrankungen (ICG), das die Fachgebiete Gefäßchirurgie, Angiologie, Neurologie, Nephrologie und Ernährungsmedizin umfasst, ist die Abteilung für Interventionelle Radiologie in die diagnostische und therapeutische Gefäßmedizin am Klinikum rechts der Isar eingebunden. Dabei kommen alle minimal-invasiven Verfahren der endovaskulären Behandlungstechnik zum Einsatz. In Kooperation mit dem interdisziplinären Tumortherapiezentrum (TTZ) werden Verfahren zur lokoregionären Tumorbehandlung angeboten, wie Radiofrequenzthermoablation, Alkoholinjektion, regionäre Chemotherapie, regionäre Chemoembolisation.[37]

Kinderklinik[Bearbeiten]

Die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin ist eine Kooperation zwischen dem Klinikum rechts der Isar und dem Städtischen Klinikum München.[38] Die Neugeborenen-Intensivstation befindet sich im Klinikum rechts der Isar. Die übrigen Stationen befinden sich im Städtischen Klinikum. Die verschiedenen Stationen der Kinderklinik bilden gleichzeitig ihre klinischen und wissenschaftlichen Schwerpunkte ab: die Behandlung von Frühgeborenen, die Neuropädiatrie und Endokrinologie (z. B. Diabetes), die Onkologie, die Kinderdialyse und die Behandlung von Infektionen sowie die Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie.[39] Außerdem bietet die Kinderklinik verschiedene Einrichtungen, um den Kindern und auch den Eltern den Aufenthalt im Krankenhaus zu erleichtern, wie z. B. ein Büchermobil, Elternzimmer und Geschwisterbetreuung, Heilpädagogik, Klinikclowns, einen pädagogisch betreuten Tagesraum und die Schule für Kranke.[40]

Kompetenzzentrum für Komplementärmedizin und Naturheilkunde[Bearbeiten]

Das Kompetenzzentrum für Komplementärmedizin und Naturheilkunde (KoKoNat) besteht aus einer Forschungsstelle, der Ambulanz und Tagesklinik für Naturheilkunde und Gesundheitsförderung und dem Kompetenz-Netzwerk für Akupunktur und Naturheilkunde. 2010 wurde hier mithilfe der Erich Rothenfußer Stiftung die erste bayerische Professur für Naturheilkunde und Komplementärmedizin eingerichtet. Als Leiter des KoKoNat hat diese Dieter Melchart inne.[41]

Klinik für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie[Bearbeiten]

Die Klinik für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie (MKG) unter der Leitung von Klaus-Dietrich Wolff verfügt über drei Operationssäle und zwei Bettenstationen im Neuro-Kopf-Zentrum und einen weiteren Operationssaal für die ambulante Chirurgie und einen laserchirurgischen Eingriffsraum. Die Schwerpunkte der Klinik sind Lippen-Kiefer-Gaumenspalten, Tumoren der Kopf-Hals-Region und die wiederherstellende Kiefer- und Gesichtschirurgie. Daher bietet die Klinik verschiedene Spezialsprechstunden für Lippen-Kiefer-Gaumenspalten, kraniofaziale Fehlbildungen und Dysgnathien, Tumorerkrankungen, zahnärztliche Implantologie und ästhetische Gesichtschirurgie an. Auch die Forschung der Klinik konzentriert sich auf die genannten Bereiche. Zudem ist interdisziplinärere Zusammenarbeit in der MKG besonders wichtig und es bestehen Kooperationen mit der Anästhesie, der Neurologie, der Orthopädie, der Psychosomatik, der Physikalischen Medizin, der Augenheilkunde, der Neurochirurgie und der HNO-Klinik. Außerdem kooperiert die Klinik mit mehreren Geburts- und Kinderkliniken zur Behandlung von kindlichen Fehlbildungen im MKG-Bereich.[42]

Die Abteilung für Nephrologie[Bearbeiten]

Die Abteilung für Nephrologie (Leitung Uwe Heemann) ist Teil der II. Medizinischen Klinik. Sie wurde 2002 ins Leben gerufen und konzentriert sich vordergründig auf Nierenerkrankungen. Hier werden jedoch nicht nur Patienten mit Nierenerkrankungen oder Patienten, die eine Transplantation benötigen, behandelt, sondern auch Autoimmunerkrankungen, Bluthochdruck, Störungen des Elektrolythaushaltes und der Nebenniere und Nebenschilddrüse sowie Erkrankungen des Hypothalamus und der Hypophyse. Die Forschung der Abteilung orientiert sich an den klinischen Bereichen. Zur Patientenbehandlung stehen der Klinik 22 Betten und zusätzliche elf Betten für Dialysepatienten zur Verfügung.[43]

Neurochirurgische Klinik[Bearbeiten]

Die Neurochirurgische Klinik (Direktor Bernhard Meyer) ist seit März 2007 Bestandteil des im gleichen Jahr neu eingerichteten Neuro-Kopf-Zentrums. Klinische Schwerpunkte sind die Neuroonkologie, die Schädelbasischirurgie, Gefäßerkrankungen des Gehirns sowie die Wirbelsäulenchirurgie und die funktionelle Neurochirurgie. Die Klinik verfügt über drei Bettenstationen mit zusammen 58 Betten und zusätzlich sechs Intensivbetten sowie einer variablen Anzahl an Poolbetten und eine Aufwachstation.[44] In der Forschung liegen die Schwerpunkte im Bereich der genannten Klinikschwerpunkte, zum anderen unterhält das Neuro-Kopf-Zentrum eine eigene Forschungssektion für die Grundlagenforschung zur experimentellen Neurochirurgie und arbeitet dazu auch mit anderen Forschungsbereichen fachübergreifend zusammen.[45] Angeboten werden Lehrveranstaltungen im Rahmen der vorklinischen Ausbildung, das chirurgische Blockpraktikum sowie chirurgische bzw. neurochirurgische Vorlesungsreihen.[46]

Neurologische Klinik[Bearbeiten]

Die Neurologische Klinik am Klinikum rechts der Isar unter der Leitung von Bernhard Hemmer beschäftigt sich mit den klinischen Schwerpunkten Bewegungsstörungen, Schmerz sowie neurovaskuläre und neuromuskuläre Erkrankungen. Außerdem werden die Bereiche Neuroonkologie sowie infektiöse und autoimmune Erkrankungen des Nervensystems derzeit ausgebaut. Wie die Neurochirurgie und die Nuklearmedizin ist die Neurologie Teil des Neuro-Kopf-Zentrums. Hier befinden sich auch die beiden neurologischen Stationen mit 24 bzw. 16 Betten. Neben diesen betreibt die Neurologische Klinik eine weitere interdisziplinäre Station sowie die Schlaganfallintensivstation, auch „Stroke Unit“ genannt, (mit insgesamt acht Betten) deren Team eng mit der neuroradiologischen, der neurochirurgischen und der gefäßchirurgischen Klinik sowie der unmittelbar benachbarten interdisziplinären Intensivstation des Neuro-Kopf-Zentrums zusammenarbeitet. Im Bereich der Forschung liegt der Fokus der Neurologischen Klinik auf den klinischen Schwerpunkten.[47]

Nuklearmedizinische Klinik[Bearbeiten]

Die Nuklearmedizinische Klinik (Leitung Markus Schwaiger) bietet ein breites Spektrum an Diagnostik und Therapie mit radioaktiven Stoffen an. Ein Spezialgebiet der Klinik ist die Diagnostik und Behandlung von gutartigen und bösartigen Schilddrüsenerkrankungen. Sie verfügt mit 20 Betten über eine der größten Stationen für Radioiodtherapie dieser Art in Deutschland. Ein weiteres Spezialgebiet ist die klinische Anwendung der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) zur Untersuchung von onkologischen, kardiologischen und neurologischen Erkrankungen. Die Ausdehnung und Lokalisation von bösartigen Tumoren können so mit sehr hoher Genauigkeit erfasst werden. Die Klinik ist eine der wenigen, die diese bildgebende Methode anbietet. In der Kardiologie bezieht sich die Behandlung auf koronare Herzerkrankungen, in der Neurologie kommen nuklearmedizinische Verfahren bei Epilepsie sowie der Alzheimer-Demenz zum Einsatz. In der Therapie stehen in der Nuklearmedizinischen Klinik am Klinikum rechts der Isar Radioimmuntherapie, Radioiodtherapie, Radiosynoviorthese und Schmerztherapie im Fokus. Im wissenschaftlichen Bereich beschäftigt sich die Nuklearmedizinische Klinik mit der Weiterentwicklung und Verbesserung bestehender Methoden in der Radiopharmakologie, der Radioimmuntherapie, der Instrumentierung und der funktionellen Neurobildgebung.[48]

Orthopädische Klinik und Abteilung für Sportorthopädie[Bearbeiten]

Die Klinik für Orthopädie und Sportorthopädie behandelt alle Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates, d. h. Knochen, Gelenke, Muskeln, Bänder und Sehnen. Zur Behandlung gehören Maßnahmen von der Krankengymnastik über die Operationen bis hin zur Reha. Zur Orthopädischen Klinik gehören die Abteilung für Sportorthopädie (Leitung Andreas Imhoff) sowie eine Sektion für Kinderorthopädie (Leitung Maya Salzmann). Besondere Erfahrung besitzt die Klinik auf den Gebieten künstlicher Gelenkersatz (Endoprothetik und Revisionsendoprothetik), Behandlung von Knochen- und Weichteiltumoren, Wirbelsäulenorthopädie, Fußorthopädie, Kinderorthopädie und minimal-invasive Operationen. Für die Behandlung von Knochen- oder Weichteiltumoren arbeitet ein fachübergreifendes Expertenteam im Muskuloskelettalen Tumorzentrum (MSTZ) gemeinsam an der Therapieplanung, bei der sowohl Chemotherapie, Radiotherapie, operative Tumorentfernung als auch eine Implantation zum Einsatz kommen können. Auch mit Rückenschmerzen, einer der häufigsten orthopädischen Problemstellungen, setzt sich die Klinik eingehend auseinander: Hier wird die Herkunft der Schmerzen untersucht und dann die passende Therapie angeboten, z. B. Wirbelkörperersatz, minimal-invasive Verfahren, Physiotherapie oder Schmerztherapie. Zur Behandlung der Patienten verfügt die Klinik über drei Stationen mit 46 Betten, vier OP-Säle und speziell ausgestattete Räume für die Krankengymnastik. In der Forschung liegt der Fokus auf den Bereichen Biomechanik, Zellkulturen, Virtuelle Orthopädie und Biomaterialien.[49]

Klinik für Plastische Chirurgie[Bearbeiten]

Die Plastische Chirurgie (Direktor Hans-Günther Machens) am Klinikum rechts der Isar beschäftigt sich mit der Rekonstruktion und Verbesserung der Form und Funktion der Körperoberfläche. Dazu stehen 31 Betten und drei Operationssäle zur Verfügung. Zur Klinik für Plastische Chirurgie gehören die Abteilungen rekonstruktive Chirurgie, Handchirurgie, ästhetische Chirurgie und Verbrennungschirurgie. Besondere Schwerpunkte innerhalb dieser Bereiche stellen mikrochirurgische Gewebetransplantationen, Brust-, Nerven-, Hand- und Fettgewebschirurgie dar sowie urogenitalplatische Operationen und das gesamte Spektrum der ästhetisch-plastischen Chirurgie. Im Bereich der Forschung stehen regenerative Medizin, Tissue Engineering und Translationsforschung im Zentrum.[50]

Psychiatrische Klinik[Bearbeiten]

In der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie (Direktor Hans Förstl) am Klinikum rechts der Isar werden Patienten mit psychischen Erkrankungen behandelt. Die Erkrankungen können von affektiven Erkrankungen, Ängsten, Demenz, Psychosen und Borderline-Syndromen bis zu kognitiven und psychischen Störungen aller Art und Schlafstörungen reichen. Einen besonderen Schwerpunkt bei der Behandlung stellt die verhaltenstherapeutisch ausgerichtete Psychotherapie dar, die in Form von Kunsttherapie, Musiktherapie, Beschäftigungs- und Arbeitstherapie, Laufgruppen und Nordic Walking sowie durch Physiotherapie und Krankengymnastik auf allen Stationen angeboten wird. Auch die Angehörigen der Patienten werden in die Therapie einbezogen und erhalten selbst Unterstützung durch das Team der Psychiatrischen Klinik. Das Team der Klinik besteht aus rund 100 Ärzten, Psychologen, Pflegekräften, Therapeuten und Sozialarbeitern und verfügt über fünf Stationen mit 100 Betten, eine Tagesklinik, das Zentrum für kognitive Störungen, das Schlafmedizinische Zentrum, einen Konsiliardienst und eine Poliklinik mit einer Reihe von Spezialsprechstunden sowie ein Labor für Neurochemie bzw. Neurogenetik. Im Fokus der Wissenschaft stehen in der Psychiatrischen Klinik die Demenzforschung, die Verhaltenstherapie, neurodegenerative Erkrankungen, die Schlafforschung und Patienten-Emanzipation und Angehörigen-Information.[51]

Psychosomatische Klinik[Bearbeiten]

Die Psychosomatik beschäftigt sich mit dem Zusammenspiel von körperlichen, seelischen und psychosozialen Prozessen. Unter Leitung von Peter Henningsen beschäftigt sich das Team der Psychosomatischen Klinik vor allem mit medizinisch unerklärten Beschwerden, allgemeinen psychischen Störungen und körperlichen Erkrankungen mit behandlungsbedürftigen psychischen Einflussfaktoren und Folgen. Spezielle psychosomatische Erkrankungen von Kindern und Jugendlichen werden in der Klinik für Kinder- und Jugendpsychosomatik behandelt, die in die Psychosomatische Klinik eingegliedert ist. In der Psychosomatischen Ambulanz werden diagnostische und therapeutische Beratungsgespräche geführt, für die stationäre Behandlung stehen eine Station und eine Tagesklinik zur Verfügung. Im wissenschaftlichen Bereich beschäftigt sich die Psychosomatische Klinik insbesondere mit psychosozialer Onkologie, Traumafolgen, internistischer Psychokardiologie und körperorientierter Psychotherapie.[52]

Institut für diagnostische und interventionelle Radiologie[Bearbeiten]

In der Radiologie werden bildgebende Verfahren dazu eingesetzt, einen Einblick in das Körperinnere der Patienten zu bekommen und die Lokalisation oder das Ausmaß einer Erkrankung bestimmen zu können. Aus diesem Grund arbeitet das Institut für Radiologie unter der Leitung von Ernst J. Rummeny mit allen klinischen Abteilungen des Klinikums rechts der Isar zusammen. Die bildgebenden Verfahren, die hier zum Einsatz kommen, sind: konventionelle Röntgendiagnostik, Durchleuchtungsuntersuchungen, Sonographie, Angiographie, Mammographie, Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT). Durch die Interventionelle Radiologie sind hier auch minimal-invasive therapeutische Eingriffe möglich, beispielsweise am Herzen und den Gefäßen, bei der Tumorbehandlung und bei Interventionen an der Brust. In der Forschung verfolgt das Institut für Radiologie am Klinikum rechts der Isar das Ziel, die Diagnostik durch bildgebende Verfahren noch präziser und die Therapie noch individueller zu machen.[53]

Klinik für Sportmedizin[Bearbeiten]

Die Poliklinik für Präventive und Rehabilitative Sportmedizin (Direktor Martin Halle) ist an zwei Standorten vertreten. Eine Ambulanz befindet sich auf dem Olympiagelände, die andere am Klinikum rechts der Isar. In beiden Ambulanzen behandeln interdisziplinäre Teams aus Internisten, Kardiologen und Sportmedizinern Patienten mit Erkrankungen aus diesen Bereichen und führen Beratungen zu körperlicher Aktivität und Belastbarkeit durch. Im Zentrum stehen Prävention, Rehabilitation und Sporttherapie. Die Schwerpunkte am Klinikum rechts der Isar sind Innere Medizin, Sportmedizin und Ernährung und am Olympiapark Sportkardiologie und Sportmedizin. Zum Angebot der Sportmedizin gehören Untersuchungen und präventive und rehabilitative Therapien zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Krebs, Übergewicht, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und den inneren Organen wie der Lunge. Daneben ist die Klinik eine Anlaufstelle für eine große Anzahl Freizeitsportlern und Leistungssportlern von internationalem Niveau.[54]

Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie[Bearbeiten]

Die Strahlentherapie und Radioonkologie am Klinikum rechts der Isar unter der Leitung von Stephanie Combs dient vor allem der Behandlung von Tumorerkrankungen. Die Strahlenbehandlung kann dabei die alleinige Behandlungsform sein oder mit einem operativen Eingriff oder einer Chemotherapie kombiniert werden. Um einen auf jeden Patienten individuell abgestimmten Therapieplan erstellen zu können, ist die Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie und Radioonkologie Teil des interdisziplinären Tumortherapiezentrums (TTZ) im Klinikum rechts der Isar. Das Ziel einer solchen Therapie ist es, den Tumor mit der notwendigen, oft hohen Dosis zu bestrahlen und das gesunde Gewebe im Gegenzug zu schonen. Die Strahlenbehandlung kann sowohl stationär als auch ambulant erfolgen und allen Patienten steht zusätzlich eine begleitende psycho-onkologische Betreuung zur Verfügung. In der Forschung beschäftigt sich die Klinik mit der ständigen Verbesserung der Dosierung und Bestrahlung sowie mit für die Therapie einsetzbaren biologischen Substanzen und der Kombination von Strahlen- und Chemotherapie.[55]

Abteilung für klinische Toxikologie[Bearbeiten]

Die Abteilung für klinische Toxikologie (Leitung Florian Eyer) verfügt insgesamt über 28 Betten und betreut Patienten mit allen Arten von Vergiftungen. Sie gehört zur II. Medizinischen Klinik und war die erste Einrichtung auf diesem Spezialgebiet in Deutschland. Die Toxikologische Abteilung betreibt die folgenden Bereiche im Klinikum rechts der Isar: den telefonischen Giftnotruf, das toxikologische Labor, die toxikologische Intensivstation, eine geschlossene Station (Alkohol-, Medikamenten- oder Drogenentzug, Suizidgefährdung) und eine offene Station sowie die Umweltambulanz. Die Behandlungsschwerpunkte der Toxikologischen Abteilung sind die intensivmedizinische Behandlung von Vergiftungen und die Entgiftung (Alkohol, Drogen, Medikamente) mit der zugehörigen psychiatrischen und sozialpädagogischen Betreuung und der Vermittlung von Entwöhnungsbehandlungen. Zudem stellt die Toxikologische Abteilung einen Notarztdienst für Gefahrgutunfälle und Massenvergiftungen und einen Vorrat von Antidoten und Schlangenseren.[56]

Der Giftnotruf wurde 1963 von Max von Clarmann begründet und berät vor allem Privatpersonen, Kliniken und niedergelassene Ärzte sowie die Presse, Apotheken, die Polizei und andere staatliche Institutionen.[57] Auch im Bereich der Forschung in der toxikologischen Abteilung liegt der Fokus auf der Auswertung des Giftnotrufs zur Erstellung einer Falldatenbank und einer Pilzdatenbank sowie auf der Sucht- und Suizidforschung.[58]

Klinik für Unfallchirurgie[Bearbeiten]

Die Ärzte der Klinik und Poliklinik für Unfallchirurgie (Direktor Peter Biberthaler) des Klinikums rechts der Isar behandeln Knochenbrüche, Weichteilverletzungen und Gelenkerkrankungen, die durch einen Unfall verursacht wurden. Einen besonderen Schwerpunkt bildet die Polytrauma-Versorgung, also die Behandlung von Schwerstverletzten.[59] Dazu wurde die Klinik als überregionales Traumazentrum zertifiziert und ist Teil des Traumanetzwerks München Oberbayern Nord.[60] Ziel der Klinik ist es, die Körperfunktionen möglichst gut und schnell wiederherzustellen, um die Rückkehr der Patienten in den beruflichen und privaten Alltag und die Sicherung der Lebensqualität zu gewährleisten.[61] Neben der Klinik und Poliklinik betreibt die Unfallchirurgie außerdem die Notaufnahme des Klinikums rechts der Isar, die für die Patienten sieben Tage die Woche, rund um die Uhr zur Verfügung steht, und ist am Notarztstandort der Feuerwache 10 München/Riem beteiligt. Zur Behandlung der schwerstverletzten Patienten in der Notaufnahme stehen zwei voll ausgestattete Schockräume zur Verfügung und ein Hubschrauberlandeplatz befindet sich direkt über der Notaufnahme.[62]

Urologische Klinik[Bearbeiten]

In der Urologischen Klinik und Poliklinik behandelt ein 20-köpfiges Team das gesamte Spektrum an von urologischen Erkrankungen betroffenen Organen: Niere, Harnblase, Harnleiter und Harnröhre sowie Prostata, Hoden, Nebenhoden, Samenleiter und Penis. Besondere Erfahrung besitzt das Ärzteteam in der Therapie von urologischen Tumoren (Uroonkologie), Harnsteinleiden, angeborenen urologischen Fehlbildungen und deren Rekonstruktion, Unfruchtbarkeit bei männlichen Patienten, Inkontinenz und neuro-urologischen Störungen. Im Bereich der Uroonkologie ist die Klinik auf die operative und konservative Therapie von urologischen Tumoren sowie auf minimal-invasive mikrochirurgische Eingriffe spezialisiert, wie z. B. die Hochfrequenzchirurgie. Zur Behandlung der Patienten verfügt die Klinik über zwei Bettenstationen mit insgesamt 61 Betten, zwei Operationssäle und eine eigene Röntgenabteilung. Um die Behandlung urologischer Erkrankungen stetig zu verbessern, ist die Urologische Klinik an Forschungsprojekten zum Prostata-, Harnblasen- und Nierenzellkarzinom sowie zu Neuro-Urologie und bildgebender Diagnostik beteiligt.[63]

Weitere Forschungsinstitute[Bearbeiten]

Zu den weiteren noch nicht genannten Forschungsinstituten des Klinikums rechts der Isar zählen:

  • Allgemeinmedizin
  • Biologische Bildgebung
  • Geschichte und Ethik der Medizin
  • Klinische Chemie
  • Mikrobiologie
  • Molekulare Immunologie
  • Münchner Studienzentrum
  • Neurowissenschaften
  • Pathologie
  • Pharmakologie
  • Medizinische Statistik und Informatik
  • Toxikologie und Umwelthygiene
  • Virologie[64]

Aufbau[Bearbeiten]

Das Klinikum wurde kontinuierlich durch Neubauten erweitert. So entstanden seit der Jahrtausendwende u.a. folgende neue Gebäude:

  • Forschungsgebäude Frauenklinik und 3. Med. Klinik (2005)
  • Institut für Mikrobiologie und Virologie (2005)
  • Neuro-Kopf-Zentrum (2006)
  • Interdisziplinäres Forschungsgebäude (2007)
  • OP-Zentrum Nord (2010)
  • Gebäude der Klinik für Psychosomatik (2010)
  • Neues Gebäude für Sportorthopädie (2013)

Das Stammgelände des Klinikums, die Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie[65], das Kompetenzzentrum für Komplementärmedizin und Naturheilkunde (KoKoNat) [66] und die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin[67] sind auf mehrere Standorte im Stadtgebiet verteilt.

Lagepläne [68]

Forschung und Lehre[Bearbeiten]

An der medizinischen Fakultät der TU studieren im Jahr 2013 rund 1.350 Studenten.[69] Um die kontinuierliche Verbesserung der Lehre voranzutreiben, wurde mit TUM MeDiCAL ein Zentrum für Ausbildungsforschung und Lehre gegründet. Die medizinische Fakultät nimmt jedes Jahr über 200 Doktorprüfungen und etwa 40 Habilitationen ab. Die Forschungsschwerpunkte am Klinikum sind Tumorentwicklung und individualisierte Therapie, Infektion und Immunität, Molekulare Bildgebung sowie Allergie, Umwelt und Ernährung. Dabei arbeitet das Klinikum rechts der Isar eng mit anderen Forschungseinrichtungen wie dem Helmholtz Zentrum oder den Max-Planck-Instituten zusammen. Das Klinikum und Forscher der Fakultät der TU München sind an folgenden Forschungsverbünden beteiligt:

• SFB 824: Bildgebung zur Selektion, Überwachung und Individualisierung der Krebstherapie, Laufzeit: 07/2009 – 06/2013[70]

• SFB 684: Molekulare Mechanismen der normalen und malignen Hämatopoese, Laufzeit: 01/2011 – 12/2014 [71]

• SFB 870: Bildung und Funktion neuronaler Schaltkreise in sensorischen Systemen, Laufzeit: 01/2010 – 12/2013 [72]

• Transregio-SFB 22: Allergische Immunantworten der Lunge, Laufzeit: 07/2005 - 06/2013[73]

• Transregio-SFB 36: Grundlagen und Anwendung adoptiver T-Zelltherapie, Laufzeit: 07/2006 - 06/2014[74]


Der Wissenschaftsrat hat den Antrag „TranslaTUM – Forschungszentrum für Translationale Onkologie“ bewilligt.[75]

Ausbildung[Bearbeiten]

Der Pflegedirektion ist eine Schule für Pflegeberufe angegliedert, in der die Ausbildung zur/m Anästhesietechnischen Assistent/in (ATA) oder zur/m Operationstechnischen Assistenten/in (OTA) absolviert werden kann.

Organspende-Skandal[Bearbeiten]

Im Rahmen des Organspende-Skandals ermittelte die Staatsanwaltschaft wegen Unregelmäßigkeiten bei der Vergabe von Spenderlebern im Klinikum rechts der Isar.[76][77] Am 21. Februar 2013 bestätigte die Klinik, dass das Beschäftigungsverhältnis mit dem Chefarzt der Chirurgischen Klinik aufgelöst wurde.[78] Am 15. Mai 2013 verkündete die bayrische Staatsregierung, dass das Klinikum die Zulassung für Lebertransplantationen voraussichtlich Anfang Juni verlieren werde.[79]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Klinikum rechts der Isar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. MRI: Medizin rechts der Isar
  2. http://portal.mytum.de/pressestelle/pressemitteilungen/news_article.2008-10-07.5447605886?searchterm=armtransplantation
  3. Armtransplantation - zwei Jahre später
  4. http://www.rhccc.med.tum.de/
  5. http://www.mri.tum.de/inhalt/klinikprofil
  6. Website der Klinik für Anästhesiologie
  7. http://www.augenklinik.med.tum.de/inhalt/augenklinik
  8. http://www.mri.tum.de/chirurgie
  9. http://www.chir.med.tum.de/
  10. http://www.mri.tum.de/chirurgie
  11. http://www.mri.tum.de/dermatologie
  12. http://www.mri.tum.de/bereiche_ernaehrungsmedizin
  13. http://www.mri.tum.de/klin_ernaehrungsmedizin
  14. http://www.mri.tum.de/ernaehrungsmedizin
  15. http://www.mri.tum.de/frauenklinik
  16. http://www.frauenklinik.med.tum.de/inhalt/forschung-der-gyn%C3%A4kologischen-endokrinologie
  17. http://www.mri.tum.de/gefaesschirurgie
  18. http://www.gchir.med.tum.de/inhalt/arterienverkalkung-arteriosklerose
  19. http://www.gchir.med.tum.de/inhalt/verengung-der-halsschlagadern-carotisstenose-und-schlaganfall
  20. http://www.gchir.med.tum.de/inhalt/aussackungen-der-bauchschlagader-aortenaneurysma
  21. http://www.gchir.med.tum.de/inhalt/arterielle-durchblutungsst%C3%B6rungen-pavk
  22. http://www.gchir.med.tum.de/inhalt/krampfadern-varizen
  23. http://www.gchir.med.tum.de/inhalt/shunt-bei-dialysepflichtigen-patienten
  24. http://www.mri.tum.de/gefaesschirurgie
  25. http://www.mri.tum.de/hno
  26. http://www.mri.tum.de/humangenetik
  27. http://www.med1.mri.tum.de/de/node/23
  28. http://www.med1.mri.tum.de/de/node/26
  29. http://www.med1.mri.tum.de/de/node/33
  30. http://www.med1.mri.tum.de/de/node/29
  31. http://www.mri.tum.de/kardiologie
  32. http://www.mri.tum.de/innere
  33. http://www.med2.med.tu-muenchen.de/gastroenterologie/Versorgung/index.html
  34. http://www.med2.med.tu-muenchen.de/forschung/index.html
  35. http://www.med2.med.tu-muenchen.de/forschung/grundlagenforschung.html
  36. http://www.mri.tum.de/onkologie
  37. http://www.mri.tum.de/interventionelle-radiologie
  38. http://www.mri.tum.de/kinderklinik
  39. http://www.kind.med.tu-muenchen.de/cms/front_content.php?idcatart=25
  40. http://www.mri.tum.de/kinderklinik
  41. http://www.kokonat.med.tum.de/
  42. http://www.mri.tum.de/mkg
  43. http://www.mri.tum.de/nephrologie
  44. Website der Neurochirurgischen Klinik der Technischen Universität München am Klinikum rechts der Isar
  45. http://www.neurokopfzentrum.med.tum.de/neurochirurgie/22.html
  46. http://www.neurokopfzentrum.med.tum.de/neurochirurgie/23.html
  47. http://www.mri.tum.de/neurologie
  48. http://www.mri.tum.de/nuklearmedizin
  49. http://www.mri.tum.de/orthopaedie
  50. http://www.mri.tum.de/plastische_chirurgie
  51. http://www.mri.tum.de/psychiatrie
  52. http://www.mri.tum.de/psychosomatik
  53. http://www.mri.tum.de/radiologie
  54. http://www.mri.tum.de/sportmedizin
  55. http://www.mri.tum.de/strahlentherapie
  56. http://www.mri.tum.de/toxikologie
  57. http://www.toxinfo.med.tum.de/inhalt/giftnotrufmuenchen
  58. http://www.toxinfo.med.tum.de/inhalt/forschungsprojekte
  59. http://www.unfallchirurgie.mri.tum.de/
  60. http://www.unfallchirurgie.mri.tum.de/inhalt/traumanetzwerk-m%C3%BCnchen-oberbayern-nord
  61. http://www.unfallchirurgie.mri.tum.de/
  62. http://www.unfallchirurgie.mri.tum.de/inhalt/notfallversorgung-0
  63. http://www.mri.tum.de/urologie
  64. http://www.mri.tum.de/institute
  65. http://www.derma-allergie.med.tu-muenchen.de/
  66. http://www.mri.tum.de/kokonat
  67. http://www.kind.med.tu-muenchen.de/cms/front_content.php
  68. http://www.mri.tum.de/inhalt/lageplaene
  69. http://www.med.tu-muenchen.de/die-fakult%C3%A4t-f%C3%BCr-medizin
  70. http://www.sfb824.de/de/
  71. http://www.sfb684.med.uni-muenchen.de/index.html
  72. http://www.sfb870.mcn.uni-muenchen.de/index.html
  73. http://www.allergie-lunge.de/
  74. http://www.sfb-tr36.com/
  75. http://www.mri.tum.de/pressemeldungen/neues-forschungszentrum-soll-krebsforschung-bef%C3%B6rdern
  76. Organspende-Skandal: Jetzt weitere Verdachtsfälle in München Stiftung Warentest abgerufen am 24. Februar 2013
  77. Leberspezialist reicht Rücktritt ein Bayerischer Rundfunk abgerufen am 24. Februar 2013
  78. Organspende-Skandal: Klinikum trennt sich von Chefarzt Sueddeutsche.de abgerufen am 24. Februar 2013
  79. Organspende-Skandal: Bayern schließt Transplantationszentren Sueddeutsche.de abgerufen am 16. Mai 2013

48.13583333333311.599166666667Koordinaten: 48° 8′ 9″ N, 11° 35′ 57″ O