Rechtsanwaltsfachangestellter

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Rechtsanwaltsfachangestellte/r ist in Deutschland ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf mit einer Ausbildungszeit von drei Jahren (§§ 1 und 3Vorlage:§/Wartung/buzer ReNoPatAusbV).

Im Jahr 2012 (Stichtag 30. September 2012) wurden in Deutschland 4.161 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen. Auf der Rangliste 2012 der Ausbildungsberufe nach Neuabschlüssen in Deutschland - Frauen - steht der Ausbildungsberuf damit in den alten Bundesländern auf Rang 14 und in den neuen Bundesländern (einschl. Berlin) auf Platz 17.[1]

Ausbildung[Bearbeiten]

Der Ausbildungsberuf ist in der Verordnung über die Berufsausbildung zum/zur Rechtsanwaltsfachangestellten, zum/zur Notarfachangestellten, zum/zur Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten und zum/zur Patentanwaltsfachangestellten (ReNoPat-Ausbildungsverordnung - ReNoPatAusbV) geregelt.

Die Ausbildungszeit kann bei entsprechender Vorbildung und guter Leistung in der Berufsschule verkürzt werden.

Offene Ausbildungsstellen finden sich auf den Stellenbörsen der örtlichen Arbeitsagenturen bzw. auch auf den Internetseiten der regionalen Rechtsanwaltskammern.

Eine bestimmte schulische oder berufliche Vorbildung ist nicht Voraussetzung für den Zugang zu dem Ausbildungsberuf. In der Praxis ist es aber so, dass ein mittlerer Bildungsabschluss oder auch Abitur vorausgesetzt wird. Der Ausbildungsvertrag wird zwischen dem Rechtsanwalt und dem Auszubildenden abgeschlossen, der von der zuständigen Rechtsanwaltskammer in das Verzeichnis der Berufsausbildungsverhältnisse eingetragen wird.

Die Ausbildungsvergütung ist in § 17Vorlage:§/Wartung/buzer des Berufsbildungsgesetzes geregelt. Der Ausbildungsvertrag muss eine angemessene Vergütung enthalten. Die regionalen Kammern können für die Ausbildungsvergütung Mindestsätze festlegen. Diese finden sich auf der Homepage der jeweils zuständigen Rechtsanwaltskammer. Im Bezirk der Rechtsanwaltskammer München gelten folgende Empfehlungen:

  • 600,00 € im 1. Ausbildungsjahr (Grundausbildung),
  • 700,00 € im 2. Ausbildungsjahr (Fachausbildung) und
  • 800,00 € im 3. Ausbildungsjahr.[2]

Die Ausbildung umfasst alle Arbeiten, die in einer Anwaltskanzlei anfallen. Dazu gehören beispielsweise Aktenführung, Mandantenempfang und Telefonate, Wiedervorlagen, Erledigung von Schriftverkehr nach Diktat oder eigenständig (Anspruchsbegründungen, Klageerwiderungen, Klageeinreichungen), Überwachung von Terminen, Berechnung von Fristen (Berufung, Revision), Buchführung und Kassenwesen, Führen des Terminkalenders, Vorbereiten von Mandantenbesprechungen und Zwangsvollstreckungen (Pfändungen, Mobiliarvollstreckung) und das Organisieren und Abrechnen von Geschäftsreisen.

Nach mindestens zwei Jahren Berufserfahrung steht die Weiterbildung zum Rechtsfachwirt, Notarfachwirt, Notarassistent, Notarfachreferent oder Notarinspektor offen (je nach Bundesland).

Bis 1995 lautete die offizielle Berufsbezeichnung Rechtsanwaltsgehilfe/-gehilfin.

Ein verwandter Beruf in Deutschland ist Rechtsanwalts- und Notarfachangestellter und Kanzleiassistent in Österreich.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Markus Jakoby, Sabine Jungbauer, Wolfgang Boiger: Handbuch für Rechtsanwaltsfachangestellte. 19. Auflage 2010, Luchterhand-Verlag, EAN: 9783472076261
  • Kähler, Nolte, Erlemann, Steffen, Zöller: Fachkunde für die Rechtsanwaltspraxis. 20. Auflage 2010, Merkur-Verlag, Rintelen, ISBN 978-3-8120-0283-7
  • Schwärzer: Eine kleine Geschichte der Rechtsanwaltsgehilfen in Deutschland. Mitteilungen der RAK München, 3/2012.[3]

Weblinks[Bearbeiten]

  • Berufsbeschreibung im BerufeNet, infobub.arbeitsagentur.de
  • www.ig-reno.de – Informationsseite der Interessengemeinschaft der Mitarbeiter in Rechtsanwaltskanzleien und Notariaten (IG ReNo e. V.)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rangliste der Ausbildungsberufe (PDF; 1,2 MB) des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB)
  2. http://rak-muenchen.de/kanzleiservice/fachangestellte/ausbildungsberuf/
  3. Mitteilungen der Rechtsanwaltskammer München 03/2012, Seite 12 (PDF; 5,0 MB)