Red Bull Stratos

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Felix Baumgartner
Logo der Mission

Das Projekt Red Bull Stratos war ein Fallschirmsprung aus der Stratosphäre, der am 14. Oktober 2012 vom österreichischen Base-Jumper und Extremsportler Felix Baumgartner ausgeführt wurde und mehrere aeronautische Weltrekorde brach. Das Projekt wurde hauptsächlich vom österreichischen Getränkehersteller Red Bull gesponsert und von der NASA und der US Air Force logistisch und mit technischer Expertise unterstützt.[1][2]

Hintergründe[Bearbeiten]

Absprung von Joseph Kittinger, 1960

Das Projekt Stratos schloss an die Sprünge des Projekt Excelsior an, welche 1959 und 1960 vom US-amerikanischen Militärpiloten Joseph Kittinger durchgeführt wurden. Ziel dieser drei Sprünge war die Entwicklung von Fallschirmsystemen für hoch- und schnellfliegende Kampfflugzeuge. Anders als beim Projekt Excelsior stand bei Stratos die mediale Aufmerksamkeit für den Sponsor durch die angestrebten Weltrekorde stark im Vordergrund.

Excelsior III[Bearbeiten]

Am 16. August 1960 sprang Joseph Kittinger aus einer Höhe von 31.333 m und stellte drei Weltrekorde auf. Zwei dieser Rekorde waren nur bis Baumgartners Sprung gültig, während der dritte davon ungebrochen geblieben ist:

  • höchste Ballonfahrt mit offener Gondel: 31.333 m[3][4]
  • höchste Geschwindigkeit eines Menschen ohne besondere Schutzhülle: 988 km/h[5]
  • längster freier Fall bei einem Fallschirmsprung: 4 Minuten und 36 Sekunden.[6]

Größte Fallhöhe im freien Fall[Bearbeiten]

Kittingers Rekord über die größte Fallhöhe im freien Fall wurde am 1. November 1962 überboten. An diesem Tag sprang der sowjetische Fallschirmspringer Jewgeni Andrejew aus 25.458 m über der Stadt Wolsk ab. Beim Öffnen des Schirmes in 958 m Höhe hatte er 24.500 m im freien Fall zurückgelegt.[4][7]

Projekt Stratos[Bearbeiten]

Ziele des Projekts[Bearbeiten]

Geplant war, in einer Druckkapsel an einem Heliumballon die Stratosphäre zu erreichen und mit Druckanzug und Fallschirm abzuspringen. Dabei sollten fünf seit den 1960er-Jahren gültige Rekorde gebrochen sowie technische und medizinische Daten gesammelt werden, unter anderem um Erkenntnisse über die Möglichkeit eines Notausstiegs aus Raumfahrzeugen zu gewinnen und die Sicherheit zukünftiger Raumfahrer zu erhöhen.[1][8]

Geplante Weltrekorde
  • höchste bemannte Ballonfahrt: Geplant waren mindestens 36.576 m (120.000 ft).
  • größte Absprunghöhe: Geplant waren mindestens 36.576 m.
  • längste Zeit im freien Fall: Geplant waren 5 Minuten und 35 Sekunden.
  • längste Strecke im freien Fall: Geplant waren mindestens 34,5 km.
    Baumgartner sollte seinen Fallschirm rund 1,5 km über dem Erdboden öffnen.
  • größte im freien Fall erreichte Geschwindigkeit: Geplant waren mindestens 1100 km/h (Überschallgeschwindigkeit).

Zweck und Team[Bearbeiten]

Der Hauptsponsor legt in allen seinen Publikationen größten Wert darauf festzuhalten, dass die Rekorde nicht der eigentliche Zweck der Mission gewesen seien, sondern der wissenschaftliche Nutzen Vorrang gehabt habe, ebenso wie der Versuch, „Menschen zu inspirieren, Großes zu wagen“. Die wissenschaftliche Auswertung der Daten wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Überlebensstrategien bei zukünftigen Raumfahrten und verbesserte Raumanzüge werden mit Sicherheit aus den aufgezeichneten Daten und den Erfahrungen mit der Vorbereitung und Durchführung des Sprungs resultieren.

Der Rekordsprung wäre aber auch unmöglich gewesen, wenn sich nicht Spezialisten an der Unternehmung beteiligt hätten. Insbesondere sind dies:

  • Colonel Joseph 'Joe' Kittinger. Er wurde Baumgartners Mentor und während der mehrjährigen Vorbereitung auch sein „Ziehvater“ in diesem Projekt.
  • Art Thompson, Mitgründer von Sage Cheshire Aerospace, Projektmanager.
  • John Clark, medizinischer Leiter.
  • Don Day, Meteorologe.
  • Luke Aikin, Fallschirmspringer und Fotograf. Auf sein Konto geht ein erheblicher Teil der Sicherheitsvorsorge bezüglich des befürchteten flat spin.
  • Ed Coca, Leiter des Ballon-Teams, verantwortlich für den Start.

Vorbereitung des Sprunges[Bearbeiten]

Da der Innendruck des Anzugs während des für etwa drei Stunden vorgesehenen Aufstiegs abgesenkt werden muss, um beim Ausstieg und im freien Fall ein Minimum an Beweglichkeit zu gewährleisten, atmet der Springer bereits zwei Stunden vor dem Einstieg in die Kapsel reinen Sauerstoff, wodurch er Stickstoff aus dem Körper abatmet. Der niedrige Druck würde sonst Stickstoff im Gewebe und in den Blutgefäßen ausperlen lassen, was zu gleichen Schädigungen wie die Dekompressionskrankheit beim Tauchen führt.[9][10]

Technik[Bearbeiten]

Druckkapsel[Bearbeiten]

Die von Sage Cheshire Aerospace gefertigte, voll beladen rund 1315 kg schwere Druckkapsel wurde Anfang März 2012 der Öffentlichkeit vorgestellt.[11] Sie besteht aus folgenden Hauptkomponenten:

  • Die Druckkugel mit einem Durchmesser von rund 1,8 Metern besteht aus glasfaserverstärktem Kunststoff und ist feuerfest lackiert. Die Tür und die Fenster sind aus Acryl. Der Innenraum enthält die Instrumentierung, 3 Kameras und den maßgefertigten Pilotenstuhl. Um die Belastung des Piloten zu mindern, wird der Druck bis kurz vor dem Ausstieg auf rund 0,55 bar gehalten, was rund 4900 m Höhe über dem Meeresspiegel entspricht.
  • Ein Rahmen aus verschweißten Chrom-Molybdän-Stahlröhren dient zur Aufhängung der Kapsel, umschließt die Druckkugel und trägt Arme für die Außenkameras.
  • Die Schale besteht aus GFK-beschichtetem Isolierschaum. Sie umschließt die Druckkugel und den Käfig, ist 3,35 m hoch und hat einen Basisdurchmesser von 2,44 Meter.
  • Der gewölbte Kapselboden soll dazu beitragen, die Kapsel während des Abstiegs zu stabilisieren. Er besteht aus einem 5 cm dicken Aluminium-Waben-Sandwich, das die Kapsel bei der Landung vor Beschädigung durch spitze Felsen schützen soll und gleichzeitig Absprungplattform sowie Montageplattform für schwere Ausrüstung wie Steuerungselemente und Batterien bildet. Unterhalb dieser Basis ist eine dicke Polsterungsschicht aus kunststoffgetränkten Papierwaben angebracht, die darauf ausgelegt wurde, Kräfte bis 8 g zu absorbieren und nach jeder Landung ersetzt wird. Laut Red Bull wurden mehr als 150 Falltests durchgeführt.[12] Das Konzept bewährte sich bei der Bruchlandung nach Baumgartners zweitem Testsprung.

Heliumballon[Bearbeiten]

Die zum Aufstieg genutzten Ballons entsprechen denen die zu Forschungszwecken eingesetzt werden; für größere Gipfelhöhen müssen sie aber erheblich voluminöser sein, für die Testsprünge genügten daher kleinere Ballons. Für die beiden identischen Modelle, die zum Rekordversuch angefertigt wurden, verschweißte man hochfeste Polyethylenfolie mit einer Dicke von 0,02 Millimetern.

Die Vorbereitungszeit eines solchen Ballons für den Start wird mit bis zu 8 Stunden kalkuliert, davon 45–60 Minuten für das Befüllen mit etwa 5000 Kubikmeter Helium (bei Bodendruck). In diesem Zustand ist die Ballonhülle schlaff und an die 170 m hoch; die Gesamthöhe (Ballon, darunter der Fallschirm, unten die Druckkapsel) beträgt etwa 212 m. In der geplanten Absprunghöhe von 36.500 m beträgt die Höhe des Ballons aufgrund der Ausdehnung rund 102 m bei einem Durchmesser von 129 m und einem Volumen von etwa 850.000 Kubikmeter. Um das Zerplatzen des Ballons nach Überschreiten der vorgesehenen Gipfelhöhe zu verhindern, sind Sicherheitsventile eingebaut.

Um Kittingers Rekordhöhe mit Sicherheit um 5000 Meter zu übertreffen, war ziemlich genau die zehnfache Gasmenge erforderlich, da das Gewicht der Stratos-Kapsel dasjenige von Kittingers offener Gondel bei Weitem überstieg.[13]

Entwicklungsstufen des Projekts[Bearbeiten]

Baumgartner sagte mehrfach, sich auf seinen letzten Extremsprung sieben Jahre vorbereitet zu haben; seitens Red Bull werden die Vorarbeiten mit fünf Jahren angegeben. 2010 klagte der Base-Jumper Daniel Hogan vor einem kalifornischen Gericht auf mehrere Millionen US-Dollar Schadensersatz, weil er die Idee vorgeschlagen habe und für Red Bull über einen langen Zeitraum Details ausgearbeitet habe und dass ihm letztendlich das mit einem millionenschweren Werbewert verbundene Konzept des Stratosphärensprunges gestohlen worden sei. Der Streit wurde Juni 2011 außergerichtlich beigelegt.[14]

Am 15. März 2012 erfolgte in Roswell, New Mexico (USA), wo eine Bodenstation eingerichtet worden war, der erste bemannte Testflug der Druckkapsel. Baumgartner sprang aus 21.800 m, erreichte eine Geschwindigkeit von 587 km/h, sein freier Fall dauerte drei Minuten und 33 Sekunden. Die sodann leere Kapsel stieg zunächst weiter auf, wurde dann plangemäß (nach Baumgartners Landung) in rund 30 km Höhe vom Ballon getrennt und landete am Fallschirm, die Ballonhülle wurde ebenso plangemäß aufgerissen und sank zu Boden. Ein Problem bei diesem Sprung bereitete die Kälte: Baumgartner konnte seine Hände kaum bewegen.[15]

Am 25. Juli 2012 absolvierte Baumgartner den zweiten Testsprung, diesmal aus einer Höhe von 30.000 m. Diesmal öffnete sich der Fallschirm der Kapsel nicht vollständig, die Kapsel schlug mit 80 km/h auf und wurde dabei beschädigt, was zur Verschiebung des für August geplanten Rekordsprungs führte.[16]

Der Rekordsprung wurde für den 8. Oktober 2012 geplant, dann aber wetterbedingt um einen Tag verschoben.[17] Am 9. Oktober drückte jedoch eine Windböe den Ballon unmittelbar vor dem Start zu Boden, wodurch eine Beschädigung nicht auszuschließen war. Ein Start wurde als zu riskant eingestuft und abgebrochen.[18]

Der Rekordsprung[Bearbeiten]

Dieser wurde am 14. Oktober 2012 durchgeführt – zufällig am 65. Jahrestag des ersten Überschallflugs.[19] Der Start des Ballons, ursprünglich für 06:00 Uhr Ortszeit, 14:00 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit vorgesehen, musste wegen zu starken Windes mehrmals verschoben werden. Der für den Startzeitpunkt hauptverantwortliche Meteorologe Don Day errechnete zuletzt ein Zeitfenster von 09:20 Uhr bis 09:40 Uhr; die Freigabe erfolgte durch den Leiter des Ballon-Teams, Ed Coca. Um 09:31 Uhr Ortszeit wurde die Kapsel ausgeklinkt. [20]

Erwartungsgemäß überschritt der Ballon die vorweg kolportierte „Zielhöhe“ von 120.000 Fuß / 36.576 m. Um 12:07 Ortszeit sprang Felix Baumgartner aus 38.969,4 Metern (127.852,4 Fuß) Höhe, nachdem er folgende Worte gesagt hatte:[21]

„I know the whole world is watching now. I wish you could see what I can see. Sometimes you have to be up really high to understand how small you are … I’m going home now.“

„Ich weiß, die ganze Welt sieht jetzt zu. Könntet ihr nur sehen, was ich sehe! Manchmal muss man wirklich weit hinaufgehen, damit man erkennt, wie klein man ist … Ich gehe jetzt heim.“

Felix Baumgartner[22][23]

Im freien Fall erreichte Baumgartner 1357,6 km/h. Er ist damit der erste Mensch, der im freien Fall die Schallgeschwindigkeit überschritt. Dabei verlor der Springer wie erwartet zeitweilig die Kontrolle über seine Flugposition, nämlich über einen Zeitraum von etwas mehr als 40 Sekunden. Sein Sicherheitssystem hätte den Stabilisierungsschirm automatisch ausgelöst, falls bei diesen Rotationen sechs Sekunden lang eine vorbestimmte Zentrifugalkraft ständig überschritten worden wäre (in der Annahme, ein Mensch sei dann nicht mehr fähig, selbst entsprechend zu reagieren; manuelle Auslösung des Stabilisierungsschirms war jederzeit möglich). Diesen Zustand verfehlte Baumgartner zweimal knapp.[24] Der Stabilisierungsschirm hätte jedoch den Sprung soweit verlangsamt, dass die Schallgeschwindigkeit nicht erreicht worden wäre. Nach 4:20 Minuten im freien Fall zog Baumgartner wie vorgesehen 1585 Meter über Grund den Fallschirm und landete rund fünf Minuten danach, um 12:16 h Ortszeit, sicher und unverletzt, rund 70 km östlich vom Startort.[25] Ein Hubschrauber brachte ihn zur Walker Air Force Base zurück.[20]

Unmittelbar nach dem Sprung sagte Baumgartner, er habe in der kritischen Phase kurzzeitig befürchtet, das Bewusstsein zu verlieren. Er habe, insbesondere unter Einsatz seiner Arme, „viel probiert“ um eine stabile Fluglage zu erreichen, was ihm rund eineinhalb Minuten nach dem Absprung gelang.

Felix Baumgartner stellte bei diesem Projekt neue Weltrekorde auf:[26]

Baumgartners Wert offiziell angekündigter geplanter Wert bisheriger Weltrekord bisheriger Weltrekordhalter Datum des bisherigen Weltrekords
höchster Absprung eines Fallschirmsprungs 38.969,4 m[Anm. 1] 36.576 m 31.333 m Joseph Kittinger[4] 16. August 1960
längster freier Fall (Höhenunterschied) 36.453,4 m[Anm. 1] 34.500 m 24.500 m Jewgeni Andrejew[4][27] 1. November 1962
größte im freien Fall erreichte Geschwindigkeit ohne Stabilisierungsschirm 1357,6 km/h[Anm. 1]
(Mach 1,25)
1100 km/h 864  km/h[Anm. 2]
Felix Baumgartner 25. Juli 2012[28]
größte im freien Fall erreichte Geschwindigkeit überhaupt 1357,6 km/h
(Mach 1,25)
1100 km/h 988 km/h
Absprunghöhe 31.333 m
Joseph Kittinger 16. August 1960
höchste bemannte Ballonfahrt 39.068,5 m[Anm. 3]
36.576 m (120.000 ft)
34.668 m[Anm. 2]
37.643 m (123.500 ft)[Anm. 4]
Malcolm D. Ross und Victor A. Prather
Nicholas Piantanida
4. Mai 1961[29]
2. Februar 1966[30]
längster freier Fall (Dauer) ohne Stabilisierungsschirm 4:20 min[Anm. 5] 5:35 min
längster freier Fall (Dauer) überhaupt 4:20 min 4:36 min[Anm. 6] Joseph Kittinger 16. August 1960

Anmerkungen:

  1. a b c Bei der Internationalen Aeronautischen Vereinigung (FAI) zur Prüfung als offiziellen Weltrekord eingereicht: Felix Baumgartner's preliminary World Records claim received. Abgerufen am 16. Oktober 2012.
  2. a b Offizieller Weltrekord der FAI.
  3. Kein offizieller Rekord der FAI, da diese für diese Rekordkategorie nur Ballonfahrten anerkennt, bei denen die Ballonfahrer auch wieder sicher mit dem Ballon am Boden landen. Baumgartner landete aber mit dem Fallschirm und nicht wieder sicher mit dem Ballon.
  4. Kein offizieller Rekord der FAI, da diese für diese Rekordkategorie nur Ballonfahrten anerkennt, bei denen die Ballonfahrer auch wieder sicher mit dem Ballon am Boden landen. Piantanida landete aber nicht wieder sicher mit dem Ballon. Wie Baumgartner wollte er mit dem Fallschirm abspringen. Aufgrund technischer Probleme wurde seine Kapsel mit ihm vom Ballon getrennt, und er kehrte ohne den Ballon zur Erde zurück. Bei einem weiteren Rekordversuch am 1. Mai 1966 fiel Piantanida ins Koma, aus dem er nicht mehr erwachte: QinetQ Flight by Tim Baggett. Abgerufen am 16. Oktober 2012.
  5. Kein offizieller Rekord der FAI, da diese nur Rekorde im Hinblick auf Falldistanz, nicht aber hinsichtlich Falldauer erfasst.
  6. Joseph Kittinger benutzte dabei allerdings – im Gegensatz zu Baumgartner – einen Stabilisierungsschirm, der als Nebeneffekt den Sprung auch verlangsamte und damit die Falldauer verlängerte. Zudem kein offizieller Rekord der FAI, da diese nur Rekorde im Hinblick auf Falldistanz, nicht aber hinsichtlich Falldauer erfasst.

Derlei Rekorde mussten, unabhängig vom Ort des Rekordversuchs, durch den nationalen Verein, hier: Österreichischen Aero-Club (ÖAeC), anhand der Daten überprüft werden. Seit der „amtlichen“ Weiterleitung an die Fédération Aéronautique Internationale, FAI, und deren Bestätigung am 22. Februar 2013 gelten sie als „offiziell anerkannt“.[31]

Medien[Bearbeiten]

Etwa 200 Fernsehsender und Netzwerke berichteten live von dem Ereignis, darunter im deutschsprachigen Raum der Salzburger, von Red Bull finanzierte Sender ServusTV sowie ORF eins und n-tv.[32][33] Servus TV, das über zehn Stunden live berichtete, und n-tv konnten dabei neue Senderrekorde in puncto Einschaltquoten verbuchen. Der ORF erreichte die höchste Quote seit dem ersten TV-Interview mit Natascha Kampusch 2006. Besonders in Baumgartners Heimatland Österreich wurde das Projekt somit zum Medienereignis. Mit über drei Millionen Zusehern bei ORF und Servus TV war der Sprung das meistgesehene Live-Event seit Einführung des Teletests.[34][35][36]

Den vom Videoportal YouTube angebotenen Livestream sahen zu Spitzenzeiten rund acht Millionen Menschen gleichzeitig. Damit wurde ein neuer Höchstwert erreicht. Bis dato hatte der vom Internetdienst Akamai angebotene Livestream der Amtseinführung des Präsidenten der Vereinigten Staaten Barack Obama im Jahre 2009 mit rund sieben Millionen Zuschauern die höchste Reichweite.[37] In den Tagen nach dem Sprung sind zahlreiche Montagen entstanden, die sich am YouTube-Video orientieren, wie z. B. eine Nachbildung mit Lego-Figuren oder Bilder mit Katzen.[38] Die Stratosphäre wurde vom österreichischen Moderator und Entertainer Herr Hermes kurzerhand in „Baumgartner Höhe“ umbenannt, dem Namen eines psychiatrischen Krankenhauses in Wien.[39][40]

Das Stratos-Projekt gilt damit als das bis dato erfolgreichste Owned-Media-Projekt.[41] Die Kosten für das Projekt wurden von Unternehmensgründer Dietrich Mateschitz mit unter 25 Mio. Euro angegeben, der Werbewert wurde von österreichischen Werbefachleuten mit 1 Mrd. Euro geschätzt.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Red Bull Stratos – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-Format50 Millionen Euro für einen Sprung. In: Die Presse - Print-Ausgabe. 10. Oktober 2012, abgerufen am 5. November 2012.
  2. Der Betrag wurde ursprünglich von der Zeit kolportiert. Red Bull kommentiert ihn nicht, doch dementierten, unabhängig voneinander, Baumgartner und der Hauptverantwortliche Thompson, s. z.B. Printausgabe des KURIER vom 28. Oktober 2012, S. 14.: "50 Millionen Euro sind weit übertrieben", meinte Art Thompson.
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatBernd Graff: "Ein Absturz ohne Beispiel ". Süddeutsche Zeitung, 16. August 2008, abgerufen am 14. Oktober 2012.
  4. a b c d High Altitude World Record Jumps
  5. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Archivdatum nicht im ISO-FormatRob Bardua: Aviation pioneer to make special appearance at the National Museum of the U.S. Air Force. In: Factsheet. National Museum of the U.S. Air Force, abgerufen am 10. September 2009 (englisch).
  6. Allerdings nutzte Kittinger im Gegensatz zu Baumgartner einen Stabilisierungsschirm.
  7. Андреев Евгений Николаевич, warheroes.ru
  8. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatTicker-Nachlese: Spannend bis zum Schluss - der Sprung um 20.04 Uhr. In: Die Presse - Online. Abgerufen am 15. Oktober 2012.
  9. Vann RD (ed).: The Physiological Basis of Decompression. In: 38th Undersea and Hyperbaric Medical Society Workshop.. UHMS Publication Number 75(Phys)6-1-89., 1989, S. 437. Abgerufen am 5. November 2012.
  10. Auch Astronauten durchlaufen vor Außeneinsätzen (EVA, ExtraVehicular Activity) die gleiche Prozedur des "Pre-Breathing", des Vor-Atmens von reinem Sauerstoff: EVA Saftey, Space Suit Systems Interoperability.. In: IAA Position Paper.. 1996, S. 20. Abgerufen am 5. November 2012. Das 20seitige Dokument befasst sich mit der Kompatibilität US-amerikanischer und russischer Raumanzüge.
  11. Baumgartner - Kapsel für Stratos-Sprung präsentiert diepresse.com vom 6. März 2012, abgerufen am 5. November 2012.
  12. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatTHE CAPSULE WILL PROTECT FELIX … redbullstratos.com, abgerufen am 5. November 2012 (englisch).
  13. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-Format"Technische Daten des Ballons". Red Bull, abgerufen am 5. November 2012.
  14. ...Gerichtsstreit beigelegt Oberösterreichische Nachrichten, nachrichten.at, abgerufen am 5. November 2012.
  15. „Das war die richtige Motivation“, Michael Frühmann für sport.orf.at, 16. März 2012, abgerufen am 5. November 2012.
  16. Österreicher springt aus 30 Kilometern Höhe. spiegel.de, abgerufen am 5. November 2012.
    Anm.: Um die Kapsel nicht allzu weit vom Kontrollzentrum niedergehen zu lassen, öffnet sich ihr Fallschirm in zwei Schritten, zuerst in einem gerefften Zustand. Erst in einer vor-eingestellten Höhe wird die Reffleine automatisch durchtrennt und die volle Größe des Schirms freigegeben. Dies misslang beim zweiten Test.
  17. ntv
  18. Anm. 1: Während des Aufstiegs gibt es drei besonders kritische Phasen:
    Unterhalb von ~300–500 m über Grund greift kein Rettungssystem. Ein Zerplatzen der Hülle in diesem Bereich wäre für den Piloten tödlich.
    Im Bereich der Jetstreams, etwa 10.000–18.000 m, können extreme Turbulenzen die Ballonhülle beschädigen.
    Bei Überschreiten der Gipfelhöhe und gleichzeitigem Versagen der Sicherheitsventile (etwa durch Vereisung) würde die Hülle zerplatzen.
    Anm. 2: Laut Aussage des Österreichischen Ballonfahrers und zweifachen österreichischen Staatsmeisters Andreas Simoner, KURIER vom 10. Oktober 2012 [?, Seite wird nachgereicht] war die Bö Resultat der Ablösung einer Warmluftblase, vermutlich ausgelöst durch den filmenden Helikopter. Man habe „sehr hoch gepokert“, den Start bis in die Mittagsstunden zu verschieben.
  19. Chuck Yeager, Testpilot der US Air Force, durchbrach am 14. Oktober 1947 mit einer Bell X-1 erstmals die Schallmauer, die unter den herrschenden Bedingungen bei 1060 km/h lag. Yeagers X-1 erreichte 1080 km/h.
  20. a b Red Bulletin, November 2012.
  21. Felix Baumgartner nach Rekord gelandet
  22. telegraph.co.uk: Felix Baumgartner: Daredevil in record-breaking free fall attempt: live
  23. sport.orf.at: „Die ganze Welt sieht zu“
  24. KURIER vom 28. Oktober 2012, S. 14.
  25. Koordinaten33.358011111111-103.78482777778
  26. http://www.donaukurier.de/nachrichten/panorama/thema/Felix-Baumgartners-historischer-Sprung-aus-dem-All-Mission-erfuellt;art201586,2666978
  27. Андреев Евгений Николаевич, warheroes.ru
  28. Offizielle FAI-Anerkennung von Baumgartners Geschwindigkeitsrekord vom Juli 2012 (englisch); Abruf: 19. Oktober 2012.
  29. Altitude of the Highest Manned Balloon Flight. In: The Physics Factbook. Glenn Elert, abgerufen am 15. Oktober 2012.
  30. QinetQ Flight by Tim Baggett. Abgerufen am 16. Oktober 2012.
  31. Rekordwerte von Felix Baumgartner offiziell anerkannt. Die Presse, abgerufen am 12. April 2013.
  32. Red Bull Stratos: Milliardenhoher Werbewert. In: Oberösterreichische Nachrichten. Abgerufen am 16. Oktober 2012.
  33. Red Bull Stratos: Daten & Fakten zum Sprung. Abgerufen am 16. Oktober 2012.
  34. 3 Millionen Österreicher sahen Stratos-Sprung live. Abgerufen am 16. Oktober 2012.
  35. Stratos & Co.: Die größten TV-Events seit den Neunzigern. Abgerufen am 16. Oktober 2012.
  36. Knapp drei Millionen Österreicher sahen Sprung live im TV. Abgerufen am 16. Oktober 2012.
  37. Andreas Wilkens: Überschall-Sprung sorgt für Rekord bei YouTube. In: heise online. 15. Oktober 2012, abgerufen am 16. Oktober 2012.
  38. Andreas Floemer: Felix Baumgartner: Vom Rekordspringer zum Internet-Meme. In: t3n Magazin. 16. Oktober 2012, abgerufen am 16. Oktober 2012.
  39. Birgit Riegler: Baumgartnering: Das Web feiert Stratos-Sprung mit neuem Meme. In: Der Standard online. 15. Oktober 2012, abgerufen am 27. Oktober 2012.
  40. Herr Hermes: Herr Hermes (und die unteren 10'000). In: Herr Hermes. 14. Oktober 2012, abgerufen am 27. Oktober 2012.
  41. Projekt Stratos: Ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber kein großer Spruch für die Menschheit. Abgerufen am 16. Oktober 2012.

33.3109-104.5392Koordinaten: 33° 18′ 39″ N, 104° 32′ 21″ W