Red velvet cake

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Stück von einem Red velvet cake

Ein Red velvet cake (dt.: Roter Samtkuchen) ist ein Kuchen in einer hell- bis dunkelroten oder rotbraunen Farbe. Normalerweise wird er als geschichteter Kuchen in Vanille- oder Schokoladenaroma gemacht und mit einem cremigen Guss überzogen. Die rotbraune Farbe des Kuchens ist das Resultat einer chemischen Reaktion des im Kuchen enthaltenen Kakaos mit säurehaltigen Zutaten wie zum Beispiel Buttermilch. Trotzdem wird oft noch rote Lebensmittelfarbe hinzugefügt, um den Effekt zu intensivieren, besonders wenn der Kuchen keine Schokolade enthält und eher leuchtend rot als rotbraun werden soll.

Gewöhnlich besteht der Kuchen aus Buttermilch, Butter, Mehl, Kakao und Roter Bete (oder roter Lebensmittelfarbe). Die Menge des Kakaos variiert in den verschiedenen Rezepten. Der Überzug besteht in der Regel entweder aus Frischkäse oder Buttercreme.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Ein rotbrauner dreischichter Red velvet-Kuchen

In American Cookery von 1972 beschreibt James Beard drei verschiedene Red velvet cakes, die sich in den verarbeiteten Mengen von Shortening und Butter unterscheiden.[2] Alle drei verwenden rote Lebensmittelfarbe, aber Essig und Buttermilch bringen das Rot des im Kakao enthaltenen Anthozyan in der Regel besser zur Geltung. Bevor jedoch der basische "Holland Kakao" für die breite Öffentlichkeit zugänglich war, wurde meist die Lebensmittelfarbe verwendet. Die natürliche Färbung mag für die alternativen Namen "Roter Samt" und "Devil's Food" (Teufelsgericht) und auch für andere Namen diverser Schokoladenkuchen verantwortlich sein. [3][1] Während des Zweiten Weltkrieges, als die Lebensmittel rationiert wurden, begannen die Konditoren, die Farbe des Kuchens durch den Einsatz von Roter Bete zu verbessern. Gekochte Rote Bete findet sich bis heute in einigen Rezepten und dient auch dazu, den Kuchen feucht zu halten.

Red velvet cake with whipped cream blueberries and strawberries.jpg

In Kanada war der Kuchen ein wohlbekanntes Dessert in den Restaurants und Bäckereien der Eaton Kaufhauskette während der 40er und 50er Jahre. Als spezielles Eaton Rezept vertrieben, über das die Angestellten schwiegen, entstand der weitverbreitete Glaube, der Kuchen sei eine Erfindung der Kaufhausmatriarchin Lady Eaton.[4]

Die wiederbelebte Popularität verdankt der Kuchen auch dem Film Magnolien aus Stahl aus dem Jahre 1989, in dem dieser Kuchen in Form eines Gürteltiers gebacken wird.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Florence Fabricant: So Naughty, So Nice. In: The New York Times, 14. Januar 2007. 
  2. James Beard: James Beard's American Cookery. Little, Brown, Boston 1972.
  3. Suzanne Scott: It's All Mixed Up! The History and True Facts About Baking Devil's Food Cake. New Jersey Baker's Board of Trade. 7. Juni 2003. Archiviert vom Original am 5. August 2004. Abgerufen am 10. Oktober 2004.
  4. Carol Anderson, Katharine Mallinson: Lunch with Lady Eaton: Inside the Dining Rooms of a Nation. ECW Press, Toronto 2004, ISBN 1-55022-650-9.