Redern

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen der von Redern

Die Familie von Redern, auch von Rädern, von Rödern (Roedern), ist ein märkisches Uradelsgeschlecht, das in Brandenburg, Pommern, Schlesien und Österreich ansässig gewesen ist.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Geschlecht wird erstmals 1155 mit Ardnold de Redere urkundlich erwähnt. Die gesicherte Stammreihe beginnt mit Otto von Redern († um 1482). Stammsitz war wahrscheinlich der anhaltische Ort Rieder (Redere) im Landkreis Harz. Von der Mitte des 13. Jahrhunderts an erscheint eine (im Jahr 1678 erloschene) Linie in der Altmark, neben der Ende des 13. Jahrhunderts auch eine Linie rechts der Elbe, bis nach Schlesien, erscheint. Der genealogische Zusammenhang der anhaltisch-märkischen Redern und ihres österreichischen Seitenzweigs mit den schlesischen Redern (später auch Roedern) ist umstritten, da beide Familien unterschiedliche Wappen führten. 1669 wurden jedoch die Wappen durch kaiserliches Diplom vereinigt.

Die schlesischen von Redern, später auch Roedern, erwarben – ausgehend von ihrem Stammsitz in Ruppersdorf bei Breslau, wo das Rittergeschlecht seit dem 12. Jahrhundert ansässig war – im Laufe der Zeit weitere Besitzungen in Schlesien, wie Tost und Peiskretscham, sowie in Brandenburg, Anhalt und der Oberlausitz.

Krappitz im 18. Jahrhundert nach F. B. Werner

Aus dieser schlesischen Linie erwarb am 1. April 1554 Friedrich von Redern die zuvor den seit 1551 erloschenen Biebersteinern gehörige böhmische Herrschaft Friedland-Seidenberg für 40.000 Taler von Ferdinand I. Der böhmische Besitz wurde 1620 nach der Schlacht am Weißen Berg wegen Teilnahme des Besitzers Christoph von Redern auf Seiten der Aufständischen durch den Landesherrn konfisziert und 1621 an Albrecht von Waldstein übergeben.

Am 29. September 1582 erwarb Hans von Redern aus der schlesischen Linie von der Böhmischen Kammer die Herrschaft über die Stadt Krappitz und umliegende Dörfer. Die 1669 in den Grafenstand erhobenen Grundherren traten tatkräftig für das Wachstum der Stadt ein. Nach dem Erlöschen der Krappitzer Linie 1765 wurde die Herrschaft an die Grafen Haugwitz verkauft.

Den märkischen Redern gehörte bis 1888 Schloss Schwante und von 1827 bis 1914 Gut und Schloss Lanke. Das Berliner Palais Redern, Unter den Linden 1 / Ecke Pariser Platz, wurde 1830 bis 1833 von Karl Friedrich Schinkel durch Umbau eines barocken Vorgängerbaus für den Generalintendanten der Königlichen Schauspiele zu Berlin, den Grafen Friedrich Wilhelm von Redern, erbaut; 1906 musste es dem Hotel Adlon weichen.

Standeserhebungen[Bearbeiten]

  • Reichsfreiherrnstand für Heinrich von Redern, Prag, 17. April 1562 als Freiherr und Pannerherr auf Friedland, Reichenberg und Seidenberg.
  • Böhmischer Herrenstand für Georg von Redern auf Groß–Strehlitz, Prag, 29. Juli 1612.
  • Reichsfreiherrenstand für Hans Wolf von Redern auf Krappitz mit Frei– und Pannerherr auf Krappitz und Wappenverbesserung, Frankfurt 29. Juni 1612.
  • Erbländisch-böhmischer Grafenstand für Georg Heinrich v. Roedern auf Krappitz und seine Brüder und Vettern mit Freiherr zu Krappitz und Herr zu Bergk und Wappenverbesserung Wien 4. August 1669

Wappen[Bearbeiten]

Wappen der Roedern an der Taufkapelle St.Anna in Rohrbach in Oberösterreich

In Silber ein mit drei goldenen Spornrädern belegter roter Schrägrechtsbalken. Auf dem Helm mit rot-silbernen Decken ein wachsender geharnischter Ritter mit offenem Visier, auf dem Haupt und in den Händen je eine Fahne, auf deren silbernen Wimpeln sich das Schildzeichen wiederholt.

Das Wappen der preußischen Grafen von Redern ist geviert und mit einem roten Herzschild belegt, darin ein mit drei goldenen Sporenrädchen belegter silberner Schräglinksbalken, in Feld 1 und 4 in Blau ein sechsspeichiges silbernes Rad (schlesische von Rödern); die Felder 2 und 3 sind gespalten, rechts in Gold ein halber gekrönter, goldbewehrter, schwarzer Adler am Spalt, links in Rot ein mit einem roten Schrägkreuz belegter silberner Balken (österreichischen von Rödern); drei Helme mit rot-silbernen Decken, auf dem rechten ein mit dem Rad belegter natürlicher Pfauenschweif (schlesische von Rödern), auf dem mittleren ein wachsender goldgekrönter Geharnischter, auf dem Haupt und in den Händen je eine rote Fahne mit silbernem Mittelstreifen (darin drei goldenen Spornerädchen) tragend, auf dem linken sechs (je drei nach rechts und links) schräggestellte gestreifte Fähnlein (österreichische von Rödern), Schildhalter: zwei widersehende königlich-gekrönte (preußische) schwarze Adler.

Bedeutende Vertreter[Bearbeiten]

Reichsfreiherr Melchior von Redern (1555–1600), kaiserlicher Heerführer in den Türkenkriegen

Literatur[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Redern – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien