Redneck
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Redneck (Rotnacken) ist eine Bezeichnung für Menschen einer bestimmten sozialen und geographischen Herkunft. Mit dem Begriff Redneck sind stereotype Vorstellungen von Aussehen, Akzent, Auftreten und dem sozialen Status dieser Menschen verbunden. Der Begriff bezieht sich im aktuellen Gebrauch auf Personen, die aus verschiedenen Regionen der USA oder Kanadas stammen. Ursprünglich wurden nur Bewohner der Appalachen-Region und der US-amerikanischen Südstaaten so genannt, später auch die des Ozark-Gebietes (in Missouri und Arkansas) und der Rocky Mountains. Heute werden auch Menschen aus anderen US-Bundesstaaten und kanadischen Provinzen als Rednecks bezeichnet.
Der Begriff umfasst Klischeevorstellungen über Menschen der unteren sozialen Klassen, vor allem der ländlichen Gebiete und im weiteren Sinn auch Arbeiter ländlicher Herkunft. Von Außenstehenden werden meist alle materiell schlechter gestellten Menschen in diesen Regionen als Rednecks bezeichnet. Innerhalb dieser Gruppen wird der Begriff wiederum auf die niedrigeren sozialen Schichten angewendet. Auch wenn die Übergänge zwischen Rednecks und anderen Bewohnern des ländlichen Raums fließend sind, beinhaltet das Bild des Redneck in Abgrenzung zu anderen Gruppen die Vorstellung eines offeneren, eher jovialen Verhaltens und einer weit weniger konservativ ausgerichteten Lebensführung, nicht zuletzt auch im Hinblick auf lokale Verhaltensstandards, wie Genussmittelkonsum, Glücksspiel und regelmäßigen Kirchgang. Je nach Zusammenhang und Situation kann der Begriff Redneck heute abschätzig verwendet werden oder kann als Eigenbezeichnung das Bewusstsein einer bestimmten Herkunft betonen.
[Bearbeiten] Geschichte
Obwohl im frühen 20. Jahrhundert das Bild des Redneck als armer Bewohner der Appalachenregion, beziehungsweise als armer Südstaatler, bereits ein ausgiebig genutztes Medienklischee war, war die Armut doch ein reales Problem. Die Mobilisierung von Wehrfähigen in den USA für den Ersten Weltkrieg ließ erste konkrete Vergleiche zwischen der Appalachenregion, den Südstaaten und dem Rest des Landes zu. Weiße Südstaatler und Appalachians hatten weniger Einkommen, eine niedrigere Bildung, und waren medizinisch schlechter versorgt als der Durchschnitt der weißen Amerikaner. Lediglich Afroamerikaner in den Südstaaten waren noch schlechter gestellt.
In den 1920ern und 1930ern erlitt die Landwirtschaft in den Dust Bowl-Gebieten durch Dürren schwere Verluste, was ebenso wie die Wirtschafts-Depression die Lage insgesamt weiter verschlechterte. Bundesprogramme der Tennessee Valley Authority in der Zeit des New Deal und später der Appalachian Regional Commission förderten die Entwicklung und schufen neue Arbeitsplätze für die unterprivilegierten Landbewohner der Südstaaten und der Appalachenregion. Der Zweite Weltkrieg führte schließlich zu einem ökonomischen Aufschwung der Südstaaten und Appalachenregion. Innerhalb und außerhalb der Streitkräfte erhielten nun Weiße, aber auch Afroamerikaner aus diesen Regionen eine Ausbildung für Tätigkeiten in Produktion und Verwaltung, was zuvor kaum denkbar gewesen wäre. Viele Militärstützpunkte entstanden, vor allem in Georgia und Texas, und in ehemals landwirtschaftlich geprägten Regionen wurden Fabriken gegründet. Zahlreiche Familien zogen in Ballungsgebiete wie Atlanta und viele Arbeiter wechselten in Büro-Jobs. Ab den 1960ern erreichte dieser Fortschritt auch Bürger schwarzer Hautfarbe, wenn auch letztlich nicht alle Bewohner des ländlichen Raumes davon profitieren konnten.
Die florierende Wirtschaft änderte auch den sozialen Status der Rednecks. Bis dahin versuchten Rednecks ihren Dialekt abzulegen und sich als normale Durchschnittsbürger zu präsentieren; lediglich Trainer populärer Sportarten und Politiker behielten stets ein gewisses Lokalkolorit, um ihre Volksverbundenheit zu zeigen.
Der neue Wohlstand erlaubte den Rednecks, an ihren Eigenheiten festzuhalten und sich dem Eingliederungsdruck der Moderne zu entziehen. Als einer der populärsten Vertreter der heutigen Redneck-Kultur führte der Stand-Up-Komiker Jeff Foxworthy ein „großartiges Fehlen von Feinsinnigkeit“ als eines ihrer Hauptkennzeichen an. Foxworthy lehnte auch die Auffassung ab, ein Redneck müsse ein Südstaatler sein und betonte, er habe in jedem US-Bundesstaat Rednecks getroffen. Professor James C. Cobb von der University of Georgia sagte über das heutige Selbstverständnis der Rednecks: „Heute, in gesicherten Verhältnissen und näher am Mainstream, rebellieren sie dagegen, respektabel aufzutreten und umarmen den Helden der Gegenkultur: Den Redneck, der ist was er ist und der sich nicht darum schert, was jemand anderes darüber denkt.“

