Redonen

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Karte mit Angabe des Stammesgebietes der Redonen

Die Redonen (lateinisch Redones) waren ein keltischer Volksstamm, der auf der bretonischen Halbinsel im Westen Frankreichs ansässig war. Sie siedelten in der heutigen Bretagne entlang der Mündung der Ille in die Vilaine und vermutlich bis zum Mündungsgebiet der Loire in den Atlantik. Ihr Hauptort war Condate, das heutige Rennes, dessen Name sich von der lateinischen Bezeichnung Civitas Redonum (= Stadt der Redonen) ableitet.

Mit ihren Nachbarstämmen der Veneter, Namneten, Curiosoliten und Osismier waren die Redonen seit der Bronzezeit einer der führenden Stämme auf der bretonischen Halbinsel. Ab 700 v. Chr. hatten auch die Redonen Eisen als Material zur Werkzeugherstellung entdeckt und die als keltische Eisenzeit benannte Zeitperiode begann auch in der Bretagne[1].

Die Redonen werden im 1. Jahrhundert v. Chr erstmals schriftlich von dem römischen Feldherrn und Autor Julius Caesar in De Bello Gallico genannt, seinem Bericht über seine Kriege in Gallien.[2] Caesar nennt sie unter den civitates maritimae, den seefahrenden Stämmen der Region. Nach der blutigen Schlacht an der Sambre (57 v. Chr.) sandte Caesar Publius Licinius Crassus mit einer Legion in die Territorien der Veneter, Redonen und anderer keltischer Stämme, die sich unterwarfen.[3] 52 v. Chr. schickten die Redonen und ihre Nachbarstämme ein Kontingent, das Caesar während der Belagerung von Alesia angreifen sollte.[4] Nach der Eroberung durch das Römische Reich wurde das Stammesgebiet der Redonen Teil der römischen Provinz Gallien. Es gehörte zu der mit Aremorica bezeichneten nordwestlichen Küste Galliens.

Schon vor der Eroberung durch Rom hatten die Redonen keltische Münzen, vor allem in Gold geschlagen, beispielsweise Stater mit griechischem Einfluss der Motivwahl.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Manfred Görgens: DuMont Reiseführer Bretagne. Ostfildern 2009, S. 42
  2. Gaius Iulius Caesar: Commentarii de bello Gallico, Buch 2, 34 und Buch 7, 75; vgl. Plinius der Ältere, Naturalis historia 4, 107 (Rhiedones); Ptolemäus 2, 8, 9.
  3. Caesar, Gallischer Krieg 2, 34.
  4. Caesar, Gallischer Krieg 7, 75.

Literatur[Bearbeiten]

  • Gaius Iulius Caesar: De bello Gallico. Der Gallische Krieg. (übersetzt und herausgegeben von Marieluise Deißmann). Stuttgart 1980
  • Condate. In: William Smith: Dictionary of Greek and Roman Geography. London 1854
  • Manfred Görgens: DuMont Reiseführer Bretagne. Ostfildern 2009
  • Yves Lafond, Eckart Olshausen: Redones. In: Hubert Cancik, Helmuth Schneider: Brill’s New Pauly. Antiquity. Brill Online 2012