Redoutable-Klasse (1967)

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Redoutable-Klasse
Marine nationale française
Le Redoutable (S 611)
Allgemeine Daten
Schiffstyp: U-Boot (SNLE)
Marine: Französische Marine
Bauwerft: DCN (Cherbourg)
Einheiten: 6 (inklusive L'Inflexible[1])
Boote der Klasse
Le Foudroyant, L'Indomptable, L'Inflexible[1], Le Redoutable, Le Terrible
Technische Daten
Besatzung: 135 Mann
Verdrängung:
  • über Wasser: 8.080 ts
  • unter Wasser: 8.920 ts
Länge: 128,7 m
Breite: 10,6 m
Tiefgang: 10 m
Antrieb:
Geschwindigkeit:
  • aufgetaucht: 20 kn (37 km/h)
  • getaucht: 25 kn (46 Km/h)
Fahrbereich: praktisch unbegrenzt
Tauchtiefe:
  • 350 m
  • 465 m (maximal)
Elektronische Ausrüstung
Navigations-Radar: Thomson DRUA 33
Radardetektor: ARUR 12
Sonar:
  • DSUX 21 (aktiv/passiv)
  • DUXX 5 (passiv)
  • DSUV 61 B
Unterwassertelefon: DUUX 5
Bewaffnung
Torpedorohre:
Ballistische Raketen: 16 * M 4 MSBS

Die Redoutable-Klasse war die erste Klasse von Atom-U-Booten der Französischen Marine. Die strategischen U-Boote wurden seit 1971 von der Force océanique stratégique, dem maritimen Arm der Force de frappe, eingesetzt. Die Atom-U-Boote waren mit 16 ballistischen Mittelstreckenraketen bewaffnet. Das letzte U-Boot der Klasse wurde 2006 stillgelegt.

Die Redoutable-Klasse wurde durch die U-Boote der Triomphant-Klasse ersetzt.

Details[Bearbeiten]

In den 1950ern plante Frankreich den Bau eines Atom-U-Bootes. Der Bau des mit Torpedos bewaffneten Projektes Q 244 begann 1955, wurde aber schon 1958 abgebrochen.

Als neues Ziel wurde zu Beginn der 1960er ein mit Atomraketen bewaffnetes nuklear angetriebenes U-Boot (Sous-marin Nucléaire Lanceur d'Engins - SNLE) gefordert.

Der Bau des ersten französischen nuklear angetriebenen mit strategischen Atomwaffen bewaffneten U-Bootes wurde im März 1963 beschlossen. Zum Entwicklungsprojekt gehörte der Bau des konventionell angetriebenen Versuchs-U-Bootes Gymnote (S 655). Das Test-U-Boot wurde 1966 in Dienst gestellt und war das erste französische strategische Raketen-U-Boot.

Die erste Einheit Le Redoutable (S 611) wurde 1964 auf Kiel gelegt und 1971 nach zweieinhalbjähriger Erprobungsphase in Dienst gestellt. 1973 folgte die Le Terrible (S 612). Die beiden Boote waren ursprünglich mit M 1-Raketen bewaffnet. Die Feststoffraketen waren eine auf der US-amerikanischen Polaris basierende französische Eigenentwicklung, hatten eine Reichweite von 2.400 km und einen nuklearen Gefechtskopf mit einer Ladung von 500 kT.

Das dritte Boot, die Le Foudroyant (S 610), wurde 1974 in Dienst gestellt. Sie war mit M 2-Raketen bewaffnet. Die Raketen besaßen den gleichen Sprengkopf, hatten aber eine Reichweite von 3.100 km. Bei turnusmäßigen Werftaufenthalten wurden die beiden älteren Boote ebenfalls mit M-2-Raketen bewaffnet.

Die 1977 als viertes Boot in Dienst gestellte L'Indomptable (S 613) war mit M 20-Raketen bewaffnet. Die Raketen hatten dieselbe Reichweite und Zielgenauigkeit wie die M 2, waren aber mit einem 1,2 MT Sprengkopf ausgestattet. Die 1980 in Dienst gestellte Le Tonnant (S 614) wurde auch mit diesen Raketen bewaffnet. Die älteren Boote wurden entsprechend umgerüstet.

Alle fünf Boote wurden Mitte der 1980er für den Einsatz der Exocet-Lenkwaffe befähigt und mit einem moderneren Sonar ausgestattet. Die in Frankreich entwickelte Exocet kann mit Hilfe der Torpedorohre gestartet werden, ist konventionell bewaffnet und wird gegen Überwasserschiffe eingesetzt.

1985 wurde die L'Inflexible (S 615)[1] in Dienst gestellt. Der modernisierte Entwurf stellte einen Zwischenschritt zur Triomphant-Klasse dar, unterschied sich grundsätzlich von den älteren U-Booten und wird als eigene Klasse angesehen. U.a. war die L'Inflexible mit M 4-Raketen bewaffnet. Die M 4 Raketen sind fast doppelt so schwer wie ihre Vorgänger, haben eine Reichweite von 4.000 km und sind jeweils mit 6 MIRV (autonome Sprengköpfe) à 150 kT ausgestattet.

Bis auf Le Redoutable (S 611) erfuhren anschließend alle anderen Boote eine Kampfwertsteigerung für den Einsatz von M 4-Raketen:

  Boot   Umbau
Le Tonnant (S 614) 1987
L'Indomptable (S 613) 1989
Le Terrible (S 612) 1990
Le Foudroyant (S 610) 1993

Das Typschiff der Klasse Le Redoutable (S 611) wurde 1991 stillgelegt und ist inzwischen ein Museumsschiff. Das in Cherbourg öffentlich zugängliche U-Boot ist das größte Museums-U-Boot der Welt.

Im April 2001 startete die L'Inflexible (S 615) erfolgreich eine M 45-Rakete. Die M 45 stellen einen Zwischenschritt zu den in Entwicklung befindlichen M 51-Raketen dar. Sie besitzen neue Gefechtsköpfe mit Stealth-Eigenschaften, höherer Eindring-Geschwindigkeit und verbesserter Resistenz gegen EMP. Der nukleare Sprengkopf wurde trotz weltweiter Proteste bei den bisher letzten französischen Kernwaffentests 1995/1996 auf Mururoa erprobt.

Die sechs U-Boote waren auf der Île Longue vor Brest stationiert. Jedes Boot besaß eine Rote und eine Blaue Mannschaft. Die Besatzungen waren immer zwei Monate im Dienst und tauschten dann mit der zweiten Besatzung des jeweiligen Bootes. Dieses Rotationsprinzip und die Farben für die Schichten sind heute auf allen französischen U-Booten üblich.

Alle U-Boote der Klasse einschließlich der L'Inflexible (S 615) sind inzwischen außer Dienst gestellt.

Boote der Klasse[Bearbeiten]

Le Redoutable als Museumsschiff
  • Le Redoutable (S 611)[2]
    • Kiellegung: November 1964
    • Stapellauf: 29. März 1967
    • Indienststellung: 1. Dezember 1971
    • Außerdienststellung: 13. Dezember 1991
  • Le Terrible (S 612)
    • Kiellegung:
    • Stapellauf: 12. Dezember 1969
    • Indienststellung: 1. Januar 1973
    • Außerdienststellung: 1. Juli 1996
  • Le Foudroyant (S 610)
    • Kiellegung: 12. Dezember 1969
    • Stapellauf: 4. Dezember 1971
    • Indienststellung: 6. Juli 1974
    • Außerdienststellung: 30. April 1998
  • L'Indomptable (S 613)
    • Kiellegung: 4. Dezember 1971
    • Stapellauf: 17. September 1974
    • Indienststellung: 23. Dezember 1976
    • Außerdienststellung: 2003
  • Le Tonnant (S 614)
    • Kiellegung: 19. Oktober 1974
    • Stapellauf: 17. September 1977
    • Indienststellung: 3. April 1980
    • Außerdienststellung: 16. Dezember 1999
  • L'Inflexible (S 615)[1]
    • Kiellegung: 27. März 1980
    • Stapellauf: 23. Juni 1982
    • Indienststellung: 1. April 1985
    • Außerdienststellung: 2006

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Chris Chant: Moderne Unterseeboote Technik-Taktik-Bewaffnung, Motorbuchverlag, Stuttgart, 1. Auflage 2005, ISBN 3-7276-7150-5.
  • Robert Hutchinson: KAMPF UNTER WASSER - Unterseeboote von 1776 bis heute, Motorbuchverlag, Stuttgart, 1. Auflage 2006, ISBN 3-613-02585-X.
  • Werner Globke(Hrsg.): Weyers Flottentaschenbuch / Warships of the World - Fleet Handbook, Bernard & Graefe Verlag, Bonn, 66. Jahrgang 2005-2007, ISBN 3-7637-4517-3.

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. a b c d Die L'Inflexible (S 615) ist eine Übergangskonstrukion zur Triomphant-Klasse und das einzige U-Boot der L'Inflexible-Klasse.
  2. Der Name bedeutet in der französischen Sprache furchterregend. Weitere französische Schiffe trugen diesen Namen, siehe Redoutable