Reflexionsnebel

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Mit Reflexionsnebel bezeichnet man in der Astronomie Wolken interstellaren Staubs (Nebel), die das Licht benachbarter Sterne „reflektieren“, genau genommen jedoch streuen.

IC 349 (Barnards Merope-Nebel), ein Reflexionsnebel in den Plejaden

Die Sterne sind dabei nicht heiß genug, um das Material wie bei Emissionsnebeln zu ionisieren, bewirken also kein Eigenleuchten des Nebels. Stattdessen wird das Sternenlicht durch die mikroskopischen Nebelpartikel gestreut, wodurch der Nebel selbst überhaupt erst für uns sichtbar wird. Das Spektrum des Reflexionsnebels gleicht daher dem der einstrahlenden Sterne. Unter den Nebelpartikeln befinden sich viele Kohlenstoffverbindungen (u. a. Diamantstaub), aber auch solche anderer Elemente, insbesondere von Eisen und Nickel. Letztere richten sich häufig nach dem galaktischen Magnetfeld aus und bewirken dadurch eine leichte Polarisation des Streulichts (James B. Kaler, 1998). Die Unterscheidung der beiden Nebeltypen geht auf Edwin Hubble zurück (1922).

Reflexionsnebel erscheinen meist blau, da blaues Licht stärker gestreut wird als rotes. Ein ähnlicher Effekt sorgt für die blaue Farbe des Himmels.

Reflexions- und Emissionsnebel können häufig zusammen beobachtet werden und werden manchmal zusammengefasst als diffuse Nebel bezeichnet. Beispiele dafür sind der Omeganebel M 17 und der Orionnebel M 42.

Ca. 500 Reflexionsnebel sind bekannt. Besonders prachtvoll sind die bläulichen Reflexionsnebel, die sich um die Sterne der Plejaden M 45 befinden. Ebenfalls blau erscheint der Reflexionsnebel am nördlichen Rand des Trifidnebels M 20. Der Rote Riese Antares ist vom großen roten Reflexionsnebel Ced 132 umgeben.

1922 veröffentlichte Hubble das Ergebnis seiner Untersuchungen von Gasnebeln (englisch bright nebulae). Ein Teil dieser Arbeit ist das hubblesche Leuchtstärkegesetz für Reflexionsnebel (engl. Hubble luminosity law for reflection nebulae), das eine Beziehung zwischen der scheinbaren Größe R des Nebels und der scheinbaren Helligkeit m des assoziierten Sterns herstellt:

5 \log(R) = -m + k ,

wobei k eine Konstante ist, die von der Empfindlichkeit der Messinstrumente abhängt.

Literatur[Bearbeiten]

  • James B. Kaler: Kosmische Wolken. Materie-Kreisläufe in der Milchstraße. Spektrum Akademischer Verlag, 1998.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Reflexionsnebel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien