Regenbogenfische

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Regenbogenfische
Lachsroter Regenbogenfisch (Glossolepis incisus)

Lachsroter Regenbogenfisch (Glossolepis incisus)

Systematik
Stachelflosser (Euacanthomorphacea)
Barschverwandte (Percomorphaceae)
Ovalentaria
Überordnung: Ährenfischverwandte (Atherinomorpha)
Ordnung: Ährenfischartige (Atheriniformes)
Familie: Regenbogenfische
Wissenschaftlicher Name
Melanotaeniidae
Gill, 1894

Die Regenbogenfische (Melanotaeniidae, griechisch melan, -anos = schwarz + lateinisch taenia = Streifen) sind eine Familie von meist klein bleibenden, oft bunten, sekundären Süßwasserfischen, die für Australien und Neuguinea sowie einige der vorgelagerten Inseln endemisch sind.

Merkmale[Bearbeiten]

Regenbogenfische sind im Allgemeinen hochrückiger, vor allem im Alter, und bunter als die mit ihnen verwandten Ährenfische. Ihr Körper ist seitlich etwas abgeflacht und erreicht je nach Art Längen zwischen vier und zwölf Zentimeter. Der Kopf ist mehr oder weniger zugespitzt, die Augen groß. Das Maul ist relativ klein, die Lippen verdickt, die Kiefer mit ein bis zwei Zahnreihen besetzt. Bei vielen Arten besteht ein Geschlechtsdimorphismus, die Männchen sind für gewöhnlich farbenprächtiger und besitzen teilweise verlängerte Flossenstrahlen.

Die zwei Rückenflossen sind deutlich getrennt, stehen aber nah zusammen. Die erste wird von drei bis sieben Flossenstacheln, die zweite von einem starken Flossenstachel und 6 bis 22 geteilten Weichstrahlen gestützt. Der Flossenstachel fehlt bei Cairnsichthys und Iriatherina. Die Afterflosse hat 10 bis 30 Flossenstrahlen, bei einigen Gattungen befindet sich vorn ein kräftiger Flossenstachel. Der innerste Flossenstrahl der Bauchflossen ist über seine gesamte Länge mit dem Körper durch eine Flossenmembran verbunden. Die Seitenlinie fehlt oder ist auf einige flache Gruben in wenigen Schuppen beschränkt. Die Schuppen sind relativ groß, in einer mittleren Längsreihe zählt man 28 bis 60. Die Region zwischen Bauchflossenbasis und Anus ist schuppenlos. Die Anzahl der Wirbel liegt bei 27 bis 38.

Systematik[Bearbeiten]

Die Familie der Regenbogenfische, deren Vertreter gelegentlich in Brack- aber vor allem in Süßwasser anzutreffen sind, gehören in die Ordnung der Ährenfischartigen (Atheriniformes)[1].

Äußere Systematik[Bearbeiten]

Nach neuesten wissenschaftlichen Untersuchungen besteht eine enge Verwandtschaft zu den Bedotiidae (endemisch auf Madagaskar), sowie den Telmatherinidae (Vorkommen auf Sulawesi und Neuguinea) und den Pseudomugilidae (Vorkommen in Australien und Neuguinea). Sie wurden mit diesen Familien in die neue Unterordnung Melanotaenioidei innerhalb der Atheriniformes gestellt[2].

Innere Systematik[Bearbeiten]

Verwandtschaftsverhältnisse innerhalb der Familie der Regenbogenfische:[3]
 Melanotaeniidae 

 Cairnsichthys


     

 Rhadinocentrus


     

 Iriatherina


     
 „Western“ 

 Melanotaenia vom Vogelkop


     
 „Northern“ 

 ChilatherinaGlossolepis und einige Melanotaenia aus Nord-Neuguinea


 „Southern“ 

 Melanotaenia aus Australien und Süd-Neuguinea







Es sind 82 Arten bzw. Unterarten von Regenbogenfischen in 7 Gattungen wissenschaftlich beschrieben. Darüber hinaus gibt es noch rund ein Dutzend Arten, die in den letzten Jahren insbesondere im westlichen Teil Neuguineas entdeckt, aber noch nicht beschrieben worden sind.

Gestreifter Regenbogenfisch (Chilatherina fasciata)
Wanam-Regenbogenfisch (Glossolepis wanamensis)
Filigran-Regenbogenfisch (Iriatherina werneri)
Harlekin-Regenbogenfisch (Melanotaenia boesemani)

Nutzung[Bearbeiten]

Vertreter der Melanotaeniidae sind ausgezeichnete und zunehmend beliebte Aquarienfische. Nur wenige Arten haben auch eine - allerdings geringe - Bedeutung als Speisefische bei der lokalen einheimischen Bevölkerung.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Dyer, B.S. & B. Chernoff. 1996. Phylogenetic relationships among atheriniform fishes (Teleostei: Atherinomorpha) Zool. J. Linn. Soc. 117: 1–69
  2. Sparks, J.S. & W.L. Smith. 2004. Phylogeny and biogeography of the Malagasy and Australasian rainbowfishes (Teleostei: Melanotaenioidei): Gondwanan vicariance and evolution in freshwater. Molecular Phylogenetics and Evolution 33(3): 719–734.
  3.  Unmack, Allen, Johnson: Phylogeny and biogeography of rainbowfishes (Melanotaeniidae) from Australia and New Guinea. In: Molecular Phylogenetics and Evolution. 67, 2013, S. 15–27.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Melanotaeniidae – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien