Regiment Potsdam

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Das Regiment Potsdam, auch als Freikorps Potsdam oder Freiwilligen-Regiment Potsdam bezeichnet, wurde Ende 1918 von Major Franz von Stephani aus zurückgekehrten Fronteinheiten aufgestellt. Im Januar 1919 wurde das Regiment zur Niederschlagung des Spartakusaufstands in Berlin herangezogen und rückte am 10. Januar 1919 in einer Stärke von 560 Mann in Berlin ein, wo es die von Spartakisten besetzte Vorwärts-Redaktion erstürmte, nachdem fünf Parlamentäre, die Bedingungen für die Übergabe aushandeln sollten, misshandelt und anschließend kaltblütig ermordet worden waren. Einen sechsten Parlamentär schickte man in das Gebäude zurück um die Forderung nach bedingungsloser Kapitulation zu überbringen. Nachdem diese Forderung nicht erfüllt wurde, stürmte das Freikorps das Gebäude.

Bei der Erstürmung des Vorwärts wurden 300 Gefangene gemacht, von denen keiner getötet wurde. Um zu erfahren, was er mit ihnen machen solle, rief Stephani in der Reichskanzlei an und erhielt vom „Oberbefehlshaber der Regierungstruppen“ Gustav Noske (SPD) die Antwort: „Alle erschießen!“ Die Ausführung dieses Befehls verweigerte er. Die Verluste an diesem Tag betrugen beim Freikorps Potsdam sieben Tote und elf Verwundete.

Bekannte Mitglieder[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Patrick Neuhaus: Das Freikorps Potsdam und die Berliner Januarkämpfe 1919. In: Schriftenreihe des Fördervereins „Militärmuseum Brandenburg-Preußen e. V.“ 5, 1, 2009, ZDB-ID 2194013-7, S. 11–14.
  • Gordon A. Craig: Deutsche Geschichte 1866–1945. Vom Norddeutschen Bund bis zum Ende des Dritten Reiches. Beck, München 1999, ISBN 3-406-42106-7 (Beck'sche Reihe 1306), S. 427–468: Kapitel XI: Von Kiel bis Kapp. Die mißglückte Revolution 1918–1920.