Reginald Pole

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Reginald Pole (* 3. März 1500 in Stourton Castle; † 17. November 1558 in London), Sohn von Margaret Pole, 8. Countess of Salisbury, und Sir Richard Pole, war ein englischer Kardinal. Er war der letzte römisch-katholische Erzbischof von Canterbury (1556–1558) und Leitungsbeauftragter des Tridentinums.

Reginald Pole, Porträt von Sebastiano del Piombo, um 1540

Leben[Bearbeiten]

Pole studierte an der Universität Oxford und in Padua. Er erhielt bereits in jungen Jahren ein Amt in der vorreformatorischen Kirche von England, ohne jedoch zum Priester geweiht worden zu sein. 1525 kehrte Pole nach England zurück. 1530 lehnte er, empört über die Politik seines Vetters, König Heinrich VIII. und des Kronrates Thomas Cromwell, das Amt des Erzbischofs von York ab und zog wieder zurück nach Italien.

In Italien ernannte Papst Paul III. ihn zum Diakon und später zum Kardinal. Im Januar 1537 ernannte ihn der Papst zum Kardinaldiakon von Santi Nereo ed Achilleo, im Mai 1540 wechselte er zur Titeldiakonie Santi Vito, Modesto e Crescenzio um schon im Dezember 1540 Kardinaldiakon von Santa Maria in Cosmedin zu werden. Als päpstlicher Legat beriet sich Pole mit Vertretern der Gegner des englischen Königs. Heinrich VIII. erließ darauf einen parlamentarischen Strafbeschluss gegen Pole und setzte einen Preis auf seine Ergreifung aus. 1541 wurde seine Mutter, Margaret Pole, 8. Countess of Salisbury, hingerichtet.

Bei der ersten Tagungsperiode des Trienter Konzils (1545-1547) übernahm er als einer von drei päpstlichen Legaten zusammen mit den Kardinälen Del Monte und Cervini die Leitung der Kirchenversammlung. Alle drei waren bei den folgenden Papstwahlen papabile.

Nach dem Tod Pauls III. (1549) fehlten Pole im Konklave nur vier Stimmen für eine 2/3-Mehrheit. Seine Anhänger versuchten ihn daraufhin per modum adorationis als neuen Papst zu installieren. Auf die Frage, ob er die Wahl annehme, schwieg er und ging in seine Zelle. Am darauffolgenden Tag fehlte ihm die eine entscheidende Stimme. Das Konklave wurde fortgeführt, bis die Mehrheit Giovanni Maria Ciocchi del Monte zum Papst wählte, der den Namen Julius III. annahm.[1]

Nach dem Tode Eduards VI. (1553) wurde Pole von Papst Julius III. nach England geschickt, um Maria I., Eduards Schwester und neue Königin von England, bei der Wiederaussöhnung des Königreiches mit dem Papsttum zu unterstützen. Maria führte wieder den katholischen Gottesdienst in England ein. Am 30. November 1554 sprach Reginald Pole das Parlament sowie das Land von der Kirchenspaltung frei. Papst Paul IV. ernannte Kardinal Pole im Dezember 1555 zum Kardinalpriester von Santa Maria in Cosmedin pro hac vice (1555−1558). Erst am 20. März 1556, nach der Hinrichtung des Erzbischofs Thomas Cranmer und seiner Ernennung zum Erzbischof von Canterbury, wurde Pole die Priesterweihe sowie zwei Tage darauf durch den Erzbischof von York, Nicholas Heath, die Bischofsweihe gespendet. Reginald Pole starb am 17. November 1558 in London, nur wenige Stunden nach dem Tod seiner Königin Maria der Katholischen.

Durch sein Wirken bei der Rekatholisierung Englands wurde Pole auch über Englands Grenzen hinaus bekannt.

Forschungsgeschichte[Bearbeiten]

Einer der bedeutendsten Experten für Reginald Pole ist Thomas F. Mayer, Professor für Geschichte am Augustana College in Rock Island (Illinois).[2] Ein Schüler von Joseph Ratzinger, Martin Trimpe, promovierte 1972 in Regensburg über Grundmotive der Theologie des päpstlichen Primates im Denken Reginald Poles. Die Arbeit von Trimpe ist die einzige theologische Monographie über Pole, die im 20. Jahrhundert in deutscher Sprache erschienen ist. Sie sei "the only serious treatment" von Poles Schrift De Summo Pontifice, urteilte Thomas F. Mayer.[3] Keine der Schriften Poles ist bisher ins Deutsche übersetzt worden. Eine englische Übersetzung von Pro ecclesiasticae unitatis defensione erschien 1965, eine französische Übersetzung 1967.

Werke[Bearbeiten]

  • Thomas F. Mayer (Hrsg.): The correspondence of Reginald Pole, Ashgate, Aldershot,
  1. A calendar 1518–1546. Beginnings to legate of Viterbo, 2002, ISBN 0-7546-0326-1.
  2. A calendar 1547–1554. A power in Rome, 2003, ISBN 0-7546-0327-X.
  3. A calendar 1555–1558. Restoring the English Church, 2004, ISBN 0-7546-0328-8.

Quellen[Bearbeiten]

  1. Hans Küng: Theologie im Aufbruch - Eine ökumenische Grundlegung, Piper Verlag, München 1987, S. 32
  2. Vgl. http://www.augustana.edu/x1681.xml
  3. Th. F. Mayer: Reginald Pole: Prince and prophet. New York 2000. S. 176.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Reginald Pole – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorgänger Amt Nachfolger
Thomas Cranmer Erzbischof von Canterbury
15561558
Matthew Parker