Regine Igel

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Regine Igel (* 1948) ist eine deutsche investigative Journalistin und Autorin von politischen Sachbüchern.

Regine Igel (2012)

Leben[Bearbeiten]

Regine Igel wurde 1948 geboren.[1] Sie studierte Sozialwissenschaften und Germanistik. Sie schrieb unter anderem für die Süddeutsche Zeitung, Die Zeit, die Neue Zürcher Zeitung, den Freitag, die taz und Radio-Features für verschiedene Rundfunksender. Für ihr Buch Silvio Berlusconi. Eine italienische Karriere erhielt sie 1992 den Bausch-Media-Förderpreis. Nach 18 Jahren in Italien kehrte sie im Jahr 2001 nach Berlin zurück.

Publizistische Schwerpunkte[Bearbeiten]

Die „Strategie der Spannung“ in Italien[Bearbeiten]

Ihre Bücher behandeln vor allem die Verstrickung der italienischen Politik mit dem organisierten Verbrechen sowie die kontroverse Rolle von Geheimdiensten im italienischen Terrorismus während der sogenannten Strategie der Spannung. Für ihre Bücher Andreotti. Politik zwischen Geheimdienst und Mafia und Terrorjahre. Die dunkle Seite der CIA in Italien sichtete sie Akten der italienischen Justiz und parlamentarischer Untersuchungskommissionen und führte Interviews mit Ermittlern.

Arbeiten über staatlich geförderten Terrorismus[Bearbeiten]

In diesem Zusammenhang publizierte Igel unter anderem in der politikwissenschaftlichen Zeitschrift Blätter für deutsche und internationale Politik über die in Deutschland gänzlich unbekannte Zusammenarbeit zwischen der italienischen Terrorgruppe Rote Brigaden und der deutschen Rote Armee Fraktion vor allem bei der Entführung und Ermordung des Politikers Aldo Moro 1978.[2] Dabei stellte sie auf der Basis italienischer Ermittlungsergebnisse[3] die These auf, dass auch die RAF von Geheimdiensten unterwandert gewesen wäre, was für die Roten Brigaden erwiesen sei. Die Tatsache, dass dieser Zusammenhang in Deutschland praktisch unbekannt sei und nie gerichtlich untersucht wurde, begründet sie mit der gesetzlich festgelegten Weisungsgebundenheit der deutschen Staatsanwälte durch die Politik und auch damit, dass ehemalige Terroristen in Italien mit der Justiz zusammengearbeitet haben. Anders als in Italien würde auf diese Weise die Untersuchung der Verwicklung staatlicher Stellen in den Terrorismus in Deutschland blockiert.[2][4]

Siehe auch: Gladio und Daniele Ganser

Das MfS als Terrorunterstützer[Bearbeiten]

Für ihr 2012 erschienenes Buch Terrorismus-Lügen wertete sie Akten des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR aus, die eine aktive Zusammenarbeit der RAF und der Stasi vor allem in den 1980er Jahren belegen. Bisher war die Auffassung verbreitet, dass sich eine Anzahl von RAF-Mitgliedern in der DDR quasi zur Ruhe gesetzt hatte. Laut Igel wurden diese aber unter anderem von der Spezialeinheit AGM/S der Stasi in paramilitärischen Techniken geschult, und reisten jeweils mehrfach nach Westdeutschland, wobei diese Reisen westdeutschen Sicherheitsbehörden laut von ihr gefundenen INPOL-Dokumenten bekannt gewesen sein konnten.[5] Zudem vertritt Igel die These, dass die Stasi auch rechtsextreme Terroristen in Westdeutschland gefördert habe und führende internationale Terroristen wie die Leiter der Japanischen Roten Armee und die Palästinenser Abu Daud, Abu Nidal und Zaki Helou für die Stasi als Agenten tätig gewesen seien. Diese Darstellung wird in Rezensionen in der Welt und in den Sehepunkten in die Nähe von Verschwörungstheorien gerückt, die den Wert des Buches schmälern würden.[6] Ilko-Sascha Kowalczuk attestierte dem Buch eine „vage empirische Grundlage“ und eine „zweifelhafter Methode“.[7]

Schriften[Bearbeiten]

Aufsätze und Essays[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. TheaterZeitSchrift, Nr. 22, 1988, S. 144, Biographieangaben zu Regine Igel
  2. a b  Regine Igel: Linksterrorismus fremdgesteuert? Die Kooperation von RAF, Roten Brigaden, CIA und KGB. In: Blätter für deutsche und internationale Politik. 2007, S. 1230 (PDF-Datei; 671 KB, abgerufen am 20. August 2008).
  3. Regine Igel: Italiens bleierne Jahre. In: Freitag. 22. September 2006
  4.  Regine Igel: Kein Maulkorb für den Staatsanwalt. Vom Nutzen italienischer Verhältnisse in der Justiz. In: Blätter für deutsche und internationale Politik. 2003, S. 1380-–1389 ([1], abgerufen am 30. August 2008).
  5. Schupelius fragt! Mit Regine Igel. Gunnar Schupelius im Gespräch mit Regine Igel, Autorin von „Terrorismus-Lügen: Wie die Stasi im Untergrund agierte“. Fernsehbeitrag, tv-berlin, 27. August 2012
  6. Sven Felix Kellerhoff: Kalter Krieg. Die Stasi unterstützte rote und braune Terroristen. In Die Welt vom 1. August 2012 (online, Zugriff am 4. September 2014); /2013/11/24214.html Thomas Riegler: Rezension von: Regine Igel: Terrorismus-Lügen. Wie die Stasi im Untergrund agierte, München: Herbig Verlag 2012. In: sehepunkte 13 (2013), Nr. 11 vom 15. November 2013, Zugriff am 4. September 2014.
  7. Ilko-Sascha Kowalczuk: Stasi konkret. Überwachung und Repression in der DDR. Beck, München 2013 (einsehbar bei Google.Books.)