Region der südlichen Nationen, Nationalitäten und Völker

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Yedebub Biheroch Bihereseboch na Hizboch
Region der südlichen Nationen, Nationalitäten und Völker
de-facto Kenia (mit Südsudan umstritten) Kenia Somalia Eritrea Dschibuti Jemen Südsudan Sudan Uganda Addis Abeba Harar (Region) Dire Dawa Gambela Region der südlichen Nationen, Nationalitäten und Völker Afar (Region) Tigray (Region) Benishangul-Gumuz Somali (Region) Amhara OromiaLage
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Flagge
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Basisdaten
Staat Äthiopien
Hauptstadt AwassaVorlage:Infobox Verwaltungseinheit/Wartung/Sonstiges
Fläche 112.343,2 km²
Einwohner 15.042.531 (2007)
Dichte 134 Einwohner pro km²
ISO 3166-2 ET-SN
Politik
Regierungschef Shiferaw ShiguteVorlage:Infobox Verwaltungseinheit/Wartung/Sonstiges
Partei Demokratische Bewegung der Südäthiopischen VölkerVorlage:Infobox Verwaltungseinheit/Wartung/Sonstiges

Die Region der südlichen Nationen, Nationalitäten und Völker (amharisch ደቡብ ብሔሮች ብሔረሰቦችና ሕዝቦች, transkribiert Yä-Däbub Bəheročč Bəheresäbočč-ənna Həzbočč, in Äthiopien oft auch YeDebub, „der Süden“; englisch Southern Nations, Nationalities, and Peoples’ Region, oft als SNNPR abgekürzt; auch Southern Peoples, Nations and Nationalities, SPNN) ist eine von neun Verwaltungsregionen Äthiopiens. Hauptstadt der Region ist Awassa.

Geographie[Bearbeiten]

Die Region liegt im Südwesten des Landes und grenzt im Süden an Kenia, im Westen an den Südsudan und innerhalb Äthiopiens an die Bundesstaaten Gambela im Norden und Oromia im Norden, Osten und Südosten.

Weitere größere Orte neben Awassa sind Arba Minch, Wendo, Dilla, Yirga Alem, Worabe (Silte), Sodo, Bonga, Hosa'ina und Mizan Teferi.

Semien Omo (Nord-Omo), Sidama und Gurage sind die am dichtesten bevölkerten Gebiete der SNNPR. Die Bevölkerung konzentriert sich auf den Norden, Osten und das Zentrum des Bundesstaates. Hingegen sind der Süden und der Westen dünn besiedelt. 90 % der Bevölkerung lebten in ländlichen Gebieten, womit die SNNPR die am stärksten ländlich geprägte Region des Landes ist.[1]

Touristenziele in der Region sind der Omo-Nationalpark und der Nechisar-Nationalpark.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Im Unterschied zu den übrigen äthiopischen Bundesstaaten, in denen jeweils ein Volk die überwiegende Bevölkerungsmehrheit und Titularnation stellt, verteilt sich die Bevölkerung der SNNPR auf mindestens 45 kleinere Volks- und Sprachgruppen, von denen viele als indigene Völker bezeichnet werden und häufig noch unter relativ traditionellen Bedingungen leben.

Laut Volkszählung 2007 waren von 15.042.531 Einwohnern 19,34 % (2.908.491) Sidama, 10,71 % (1.611.190) Wolaytta, 8,02 % (1.206.891) Hadiyya, 7,52 % (1.130.631) Gurage, 6,96 % (1.046.519) Gamo, 5,43 % (816.195) Kaffa, 5,36 % (806.001) Silt'e, 4,92 % (740.720) Gedeo, 3,81 % (572.828) Kambaata, 3,29 % (494.312) Dawro, 2,79 % (420.243) Amharen, 2,39 % (359.805) Gofa, 2,33 % (350.929) Bench, 1,89 % (283.864) Aari, 1,57 % (236.182) Oromo, 1,46 % (218.925) Konso, 1,35 % (202.847) Alaba und 1,01 % (142.608) Koorete und 1 % (149.851) Me'en.[1]

55,5 % waren Protestanten, 19,9 % äthiopisch-orthodoxe Christen, 14,1 % Muslime, 6,6 % Anhänger traditioneller Religionen und 2,4 % Katholiken.[1]

Sprachen[Bearbeiten]

Die zahlreichen in der Region gesprochenen Sprachen gehören fünf verschiedenen Sprachzweigen aus zwei Sprachfamilien an: Die kuschitischen, die omotischen und äthiosemitischen Sprachen werden der afroasiatischen Sprachfamilie zugeordnet, surmische und nilotische Sprachen werden zur nilosaharanischen Familie gezählt.

Die Volkszählung von 1994 weist als meistverbreitete Sprachen Sidama (18 %), Gurage-Sprachen (14,72 %), Wolaytta (11,53 %), Hadiyya (8,53 %), Kaffa (5,22 %) und Kambaata (4,35 %) aus. Weitere Sprachen der Region sind u. a. Gamo, Malo, Goffa und Gedeo. Als Verkehrssprache und offizielle Arbeitssprache dient Amharisch.

Geschichte und Politik[Bearbeiten]

Die Region der südlichen Nationen, Nationalitäten und Völker umfasst die früheren Provinzen Kaffa und Gamo-Gofa sowie Teile von Sidamo und Shewa. Bei der Neuordnung der Verwaltungsgliederung Äthiopiens nach ethnischen Kriterien wurden 1991 zunächst die fünf Regionen Gurage-Hadiya-Kambata, Sidama, Walayta, Omo und Kafa gebildet. Diese wurden 1994 zur heutigen SNNPR zusammengelegt. Teile der Grenze zur Nachbarregion Oromia sind umstritten.

Die regierende Partei der Region ist seit 1992 die Demokratische Bewegung der Südäthiopischen Völker (SEPDM). Diese ist Teil der auf nationaler Ebene regierenden Koalition der Revolutionären Demokratischen Front der Äthiopischen Völker. Als Oppositionspartei in der Region fungiert das bislang erfolglose Demokratische Bündnis der Völker Südäthiopiens, welche ihrerseits Teil des Wahlbündnisses der Vereinigten Äthiopischen Demokratischen Kräfte ist.

Das Parlament der Region setzt sich seit den Wahlen von 2005 wie folgt zusammen:[2]

Partei oder Bündnis Sitze (348) Anteil
Demokratische Bewegung der Südäthiopischen Völker 271 77,9 %
Koalition für Einheit und Demokratie 39 11,2 %
Demokratisches Bündnis der Völker Südäthiopiens 37 10,6 %
Demokratische Einheitsfront der Völker Sheko und Majangir 1 0,3 %

Wirtschaft[Bearbeiten]

2004–2005 wurden in der Region nach Angaben der CSA 100.338 Tonnen Kaffee produziert, was 44,2 % der gesamten Produktion in Äthiopien ausmacht. Der Viehbestand umfasste 7.938.490 Rinder (20,5 % des landesweiten Bestands), 3.270.200 Schafe (18,8 %), 2.289.970 Ziegen (17,6 %), 298.720 Pferde 19,7 %), 63,460 Maultiere (43,1 %), 278.440 Esel (11,1 %), 6.586.140 Stück Geflügel (21,3 %) und 726.960 Bienenstöcke (16,7 %).

Die Infrastruktur in der SNNPR ist schwach entwickelt und wird in jüngerer Zeit von den Behörden ausgebaut. So hatten nach Angaben des SNNPR Water Resources Bureau Ende des Fiskaljahres 2006 54 % der Fläche der Region Zugang zu sauberem Trinkwasser, gegenüber 10–15 % 15 Jahre zuvor.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Zentrale Statistikagentur (Äthiopien): Summary and Statistical Report of the 2007 Population and Housing Census Results (PDF; 4,7 MB), (S. 19, 98–100, 112)
  2. African Elections Database: Ergebnisse der Wahlen in der Region der Südlichen Nationen, Nationalitäten und Völker, abgerufen am 15. Juni 2010