Regionalverkehr Bern–Solothurn

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Regionalverkehr Bern-Solothurn)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Regionalverkehr Bern-Solothurn AG
Logo Regionalverkehr Bern-Solothurn
Basisinformationen
Webpräsenz www.rbs.ch
Bezugsjahr 2011
Vorstand Peter Schmid
Kurt Fluri
Renate Amstutz
Thomas Bachmann
Andreas Flury
Ursula Meichle
Theres Roder
René Rudolf
Betriebsleitung Fabian Schmid
Hans-Jakob Stricker
Mitarbeiter ca. 400
Linien
Spurweite 1000 mm (Meterspur)
Statistik
Fahrgäste knapp 26 Mio. pro Jahr
Fahrleistung 4,43 Mio. km pro Jahr
Haltestellen Bahn: 45
Bus: 128
Länge Liniennetz
Eisenbahnlinien 56,5 km
Buslinien 69,8 km
Sonstige Betriebseinrichtungen
Länge Gleisanlagen 53,9 km
RBS-Vorortszug in Unterzollikofen

Der Regionalverkehr Bern–Solothurn, abgekürzt RBS, ist ein Regionalverkehrsunternehmen in der Schweiz. Er betreibt drei meterspurige und mit 1250 Volt Gleichstrom elektrifizierte Bahnstrecken in den Kantonen Bern und Solothurn. Alle drei sind in die S-Bahn Bern integriert:

Zum RBS gehört auch eine von vier[1] in der Schweiz existierenden Streckenanlagen, die über ein Dreischienengleis verfügen. Einige Streckenteile und Bahnhöfe sind mit der ZSL 90 ausgerüstet.

Darüber hinaus gehört dem RBS auch die ebenfalls meterspurige, 9,68 Kilometer lange Bahnstrecke Bern–Worb Dorf. Sie ist eng mit der Strassenbahn Bern verknüpft, wurde bis 2010 als Linie G bezeichnet und ist mit 600 Volt Gleichstrom elektrifiziert; seit Dezember 2010 ist für den Zugsverkehr nicht mehr der RBS, sondern Bernmobil verantwortlich. Ein dem RBS eng verbundenes Unternehmen ist der Busbetrieb Solothurn und Umgebung (BSU), der den Stadt- und Regionalbusverkehr in der Region Solothurn betreibt.

Geschichte[Bearbeiten]

ABe 4/12 in Solothurn

Der RBS entstand zum 1. Januar 1984 aus der Fusion der Vereinigten Bern-Worb-Bahnen (VBW) und der Solothurn–Zollikofen–Bern-Bahn (SZB) und befindet sich zu 94 Prozent im Eigentum des Bundes, des Kantons und der anliegenden Gemeinden.

1999 wurde der Güterverkehr zwischen Zollikofen und Deisswil sowie 2000 derjenige zwischen Solothurn und Fraubrunnen der Verantwortung von SBB Cargo übertragen. Diese stellte die Bedienung mit Rollböcken schliesslich Ende 2003 ein. Einzig die Bedienung des Betonwerks in Worblaufen sowie der Karton Deisswil AG mit einer SBB Bm 4/4 über das Dreischienengleis Zollikofen–Worblaufen–Bolligen–Deisswil blieb erhalten. Die Kartonfabrik Deisswil stellte ihren Betrieb nach den Osterferien 2010 ein, womit sich die Güterbedienung auf Fahrten zum Betonwerk Worblaufen beschränkte. Da dieser Aufwand nicht mehr zu rechtfertigen war, strich SBB Cargo den Bedienpunkt und somit wurde der Güterverkehr im Worblental im Dezember 2012 ganz eingestellt.[2] Die Dreischienengleisanlage bleibt bis zum Betonwerk Worblaufen für dienstliche Zwecke (vor allem Schottertransporte) erhalten.

Der stetige Ausbau und die Verdichtung des Fahrplans hat zu einer starken Fahrgastzunahme geführt. Auf der Schiene werden jährlich rund 19 Millionen Passagiere befördert.

Tramlinie 6[Bearbeiten]

Zug der Tramlinie G an der Endhaltestelle Bern Zytglogge, 2009

Die damalige Linie G wurde zum Fahrplanwechsel im Dezember 2010 den Städtischen Verkehrsbetrieben Bern (SVB Bernmobil) übertragen, die sie mit ihrer ehemaligen Linie 5 zur neuen Linie 6 verknüpften. Damit ist eine Tram-Durchmesserlinie von Bern, Fischermätteli über den Bahnhof Bern nach Worb entstanden. Weil die bestehenden neun Tramzüge der RBS (Be 4/10) dafür nicht ausreichen, mussten einige SVB-Combinos (Be 6/8) an die Anforderungen des Eisenbahnbetriebs angepasst werden. Dafür wurden sie unter anderem mit Zugsicherung, Zugfunk und Signalpfeifen ausgerüstet. Der RBS fährt mit seinen Tramzügen und Tramführern im Auftrag der SVB Bernmobil, Bernmobil-Personal fährt die Combinos sowie einige Leistungen auf den RBS-Be 4/10. Beim Betrieb der Infrastruktur gibt es keine Änderungen.[3]

Buslinien[Bearbeiten]

Der RBS betreibt ausser den Bahnstrecken auch noch zehn Buslinien in Bern und Umgebung. Die Nummerierung ist abgestimmt auf den Tarifverbund Bern-Solothurn. Linien 3 bis 30 Bernmobil, Linien 33 bis 47 RBS, Linien 100 bis 199 sind Buslinien entlang der S1, Linien 200 bis 299 sind Buslinien entlang der S2. Seit Dezember 2007 führt er ausserdem den Betrieb der Postautolinien in der Region Worb.

Linie Strecke Bemerkung
33 Worblaufen – Reichenbach – Bremgarten
34 Unterzollikofen – Hirzenfeld Abends bis Bern Bahnhof, anstelle S9
36 Breitenrain – Worblaufen – Zollikofen – Münchenbuchsee Mo–Fr Abends, sowie Sa–So nur Zollikofen – Münchenbuchsee
38 Schönbühl – Bäriswil – Mattstetten Verkehrte bis 2009 zur HVZ auf zwei Routen: Schönbühl – Bäriswil und Schönbühl – Dorniacker – Mattstetten
40 Kappelisacker – Papiermühle – Schosshalde – Egghölzli – Muri – Allmendingen / Sonnenfeld Verkehrt seit dem Fahrplanwechsel vom 9. Dezember 2012 durchgehend während der ganzen Betriebszeit bis Allmendingen
41 Kappelisacker – Papiermühle – Breitenrain Nur Hauptverkehrszeiten
43 Ittigen (Talgut Zentrum) – Kappelisacker – Talgut Zentrum Orts-Ringbuslinie, Mo - Sa
44 Bolligen – Ostermundigen – Gümligen Sonnenfeld
46 Bolligen – Habstetten
47 Bolligen – Mannenberg (– Lindenburg) Bis Lindenburg nur auf Verlangen
48 Papiermühle – Kappelisacker – Lutertal – Habstetten – Papiermühle Abendkurse anstelle der Linien 40/46/47

Fahrzeuge[Bearbeiten]

Linienverkehr[Bearbeiten]

Triebwagen/Triebzüge

  • 14 RABe 4/12 21–34 (2009/2012-13) "NExT", RE Bern–Solothurn
    RABe 4/12 27-34: Nachbauserie
  • 11 ABe 4/12 62–72 (1991–1993), "La Prima", Primeli; RE Bern–Solothurn
    Be 4/8 62–64 (1993), 2002 durch Zwischenwagen zu ABe 4/12 verlängert
    ABe 4/8 65–72 (1992), 1994/1995 durch Zwischenwagen zu ABe 4/12 verlängert, ab 2010 Modernisierung
    Modernisierung/Umbau zu Be 4/12 70 und 72 (beide 2010), 66 (2012), 62-65, 67-69 und 71 (alle 2013); "Seconda"; Linien S8, S9 und teilweise Zusatzzüge S7
  • 15 (Von 21) Be 4/8 43, 47, 50-61 (1974/1977–1978); Mandarinli; Linie S7
    durch Niederflur-Zwischenwagen B 41–56 (2001–2002) zu Be 4/12 verlängert; Be 4/8 44 2011/12 abgebrochen, Be 4/8 41, 42, 45, 46, 48 2013 abgebrochen; Be 4/8 49 seit 2013 in Worblaufen remisiert
  • 9 Be 4/8 81–89 (1987–1988); Muritram (Linie G)
    2010 Umbau zu Be 4/10 (Einbau eines Niederflurmittelteils von Stadler)
  • Bre 4/4 1 (1916, Umbau 1959 und 1987); ex. SZB CFe 4/4 11; Pendler Pintli; Letzter Planeinsatz bis Dezember 2009 Linie S7 (Morgenspitze)

Lokomotiven

  • Ge 4/4 111–112 (1927); für Schneeräumung
    als Occasion 1957 und 1967 von der Hagener Strassenbahn (Deutschland) übernommen
  • G(e)m 4/4 121 (1912); für Fahrleitungssprühfahrten (zum Frostschutz)

Traktoren

  • Xm 1/2 151 (1910, Umbau 1925/66); Tramremise Worb
  • Xm 1/2 152 (1990/2002); Stopfmaschine; Worblaufen
  • Xaf 2/2 153 (2006); Worblaufen Depot 4
  • Tm 2/2 161 (1966/2002); ex. SBB Tm II 596 (Brünigbahn); Werkstatt Worbboden
  • Tm 2/2 162 (1932/1967, Umbau 1972/76); ex. SBB Tm 492 (Brünigbahn); Werkstatt Solothurn
  • Tmf 2/2 165–166 (1996); Bahndienst
  • Tmf 2/2 167-168 (2010) Schöma ("Max" und "Moritz"); Bahndienst

Wagen

  • diverse Dienstwagen und Rollböcke

Museumswagen[Bearbeiten]

Zurück zur Restaurierung in Solothurn, MOB Triebwagen BDe 4/4 36, ehemals VBW BDe 4/4 36, ehemals WT CFe 4/4 101, hier 2003 in Blonay

Triebwagen

  • CFe 4/4 11 (1916)
    Umbau 1956 zu BDe 4/4 24; Restauration 1991 zu CFe 4/4 11; „Hoschtet Schnägg“
  • BDe 4/4 36 (1913; Umbau 1951); ex. WT CFe 4/4 101; 1988: Verkauf an Montreux-Berner Oberland-Bahn; 21. November 2007: Rückkehr auf das Netz des RBS. Der Verein Ds Blaue Bähnli und der RBS hat den Triebwagen innert sechseinhalb Jahren wieder in den VBW-Zustand zurück versetzt und im August 2013 zum 100 Jahr-Jubiläum der Worblentalbahn wieder in Betrieb genommen.

Steuer- und Personenwagen

  • C4 61 (1916); passend zu CFe 4/4 11 „Hoschtet Schnägg“

Ausrangiertes Rollmaterial[Bearbeiten]

Triebwagen

  • Be 4/8 44 ex VBW (1974): 2011 ausrangiert und abgebrochen
  • Be 4/8 41, 42, 45, 46 ex VBW; 48 ex SZB (1974): 2013 ausrangiert und abgebrochen
  • Be 4/4 3 ex SZB BCFe 4/4 3 (1929, Umbau 1955 und 1989): 2005 ausrangiert und abgebrochen
  • BDre 4/4 4 ex SZB ABFe 4/4 4 (1950, Umbau 1981): 2005 ausrangiert und abgebrochen
  • BDe 4/4 5 ex SZB BCFe 4/4 5 (1950): 1995 ausrangiert und abgebrochen
  • BDe 4/4 6 ex SZB BCFe 4/4 6 (1950, Umbau 1981): 2009 ausrangiert und Abgabe an den Tramverein Bern (TVB) der diese in Aarberg einlagert
  • BDre 4/4 21 bis 23 ex SZB CFe 4/4 21 bis 23 (1955, Umbau 1983–1986): 2005 ausrangiert und abgebrochen
  • Be 4/4 74 ex VBW Be 4/4 43 (1961): 1997 Verkauf an die Meiringen-Innertkirchen-Bahn; 2007 Abbruch (Rückkehr zum RBS als historischer Triebwagen wegen zu hohen Kosten für die Asbestsanierung gescheitert)

Gepäcktriebwagen

  • De 4/4 101 ex SZB Fe 4/4 35 (1961): 2011 ausrangiert und abgebrochen
  • De 4/4 102 ex SZB Fe 4/7 36 (1965): 2006 ausrangiert und abgebrochen
  • De 4/4 103 (1975): 2007 ausrangiert und abgebrochen
  • De 4/4 105 ex VBW Fe 4/4 60 ex Ge 4/4 (1924, Umbau 1959): 1999 ausrangiert und abgebrochen

Lokomotiven

  • Gem 4/4 122 ex SZB Fe 4/4 33 ex 21 (1916): 1996 ausrangiert und Verkauf an La Traction

Steuerwagen

  • ABt 201–202, passend zu den Triebwagen 1 bis 6 und 21 bis 23; verkauft an LSE, heute Zentralbahn ABt 931–932
  • ABt 203-207, passend zu den Triebwagen 1 bis 6 und 21 bis 23; verkauft an Berner Oberland-Bahn (BOB) als ABt 411–415
  • Bt 211 bis 216 und 223, passend zu den Triebwagen 1 bis 6 und 21 bis 23: 211 und 213 verkauft an Bayerische Zugspitzbahn, eingerichtet zur Fernsteuerung des Beh 4/4 309 ex BOB ABeh 4/4 309
  • Bt 221 bis 222 (1954); passend zu 1–6/21–23, nach Einbau ZSL-90 nur noch zum Bre 4/4 1; bis Dezember 2009 Linie S7 (Morgenspitze)
  • Bt 232; Wagenkasten in Münsingen noch vorhanden

Werbefahrzeuge[Bearbeiten]

  • Be 4/8 56
    1997–2001: Swisscom (Farbe: blau-weiss)
  • Be 4/12 56
    2001–2005: Valiant Bank (Farbe: violett-weiss)
  • Be 4/8 81
    2001–2004: 1to1 (Variante 1; Farbe: weiss)
    2004–2007: 1to1 (Variante 2; Farbe: weiss-blau-gelb)
  • Be 4/8 89
    2006–2008: Gerber AG, Münsingen (Farbe: gelb-braun)

Literatur[Bearbeiten]

  • Claude Jeanmaire: Die Überlandbahnen von Bern nach Worb. Geschichte und Rollmaterial zweier Berner Vorortsstrecken. Verlag für Eisenbahn- und Strassenbahnliteratur, Basel 1971, ISBN 3-85649-011-6.
  • Peter Willen: Lokomotiven der Schweiz 2. Schmalspur Triebfahrzeuge. Orell Füssli Verlag, Zürich 1972, OCLC 313719414.
  • Theo Stolz, Paul Bucher: Solothurn-Zollikofen-Bern-Bahn. Geschichte und Rollmaterial. Solothurn-Zollikofen-Bern-Bahn, Worblaufen 1979, DNB 890311986.
  • Fritz Bandi: Die Schweizer Privatbahnen. Band II, Avanti Verlag, Neuenburg 1979.
  • Peter Scheidegger, Hans Wägli: Bahn und Bus verbinden Stadt und Land. Der Regionalverkehr Bern–Solothurn stellt sich vor. RBS Regionalverkehr Bern–Solothurn, Worblaufen 2007.
  • Jürg Aeschlimann: Regionalverkehr Bern–Solothurn; Teil 1: Linien G und W. Prellbock Druck & Verlag, Leissigen 1998, ISBN 3-907579-07-0.
  • Christian Siposs: Transparent Anschriften. ohne Verlag, Jegenstorf 2007.
  • Regionalverkehr Bern-Solothurn (Hrsg.): Rollmaterial, Fahrzeugbeschreibungen und Typenskizzen. Ohne Verlag, Worblaufen 2009.
  • Hans G. Wägli: Bahnprofil Schweiz '05. Diplory Verlag, Grafenried 2004, DNB 972778233.
  • Hans G. Wägli: Schienennetz Schweiz/Réseau ferré suisse – Bahnprofil Schweiz CH+/Le rail suisse en profil CH+. AS Verlag, Zürich 2010, ISBN 978-3-909111-74-9, DNB 1007410620

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Regionalverkehr Bern–Solothurn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Chur–Domat/Ems, Niederbipp–Oberbipp, Zollikofen–Worblaufen–Deisswil, Wohlen–Bremgarten West, ausserdem existiert ein Vierschienengleis Luzern–Horw und diverse Industriebetriebe haben in ihren Anschlussgleisanlagen Dreischienengleise
  2. RBS Geschäftsbericht 2012, S. 12; http://www.rbs.ch/sites/default/files/RBS-Geschaeftsbericht-2012.pdf
  3. EA 12/2009 Seite 631