Regionalverkehr Bern-Solothurn
| Regionalverkehr Bern-Solothurn AG | |
|---|---|
| Basisinformationen | |
| Webpräsenz | www.rbs.ch |
| Bezugsjahr | 2011 |
| Vorstand | Peter Schmid Kurt Fluri Renate Amstutz Thomas Bachmann Andreas Flury Ursula Meichle Theres Roder René Rudolf |
| Betriebsleitung | Fabian Schmid Hans-Jakob Stricker |
| Beschäftigte | ca. 400 |
| Linien | |
| Spurweite | 1000 mm (Meterspur) |
| Statistik | |
| Fahrgäste | knapp 26 Mio. pro Jahr |
| Fahrleistung | 4,43 Mio. km pro Jahr |
| Haltestellen | Bahn: 45 Bus: 128 |
| Länge Liniennetz | |
| Eisenbahnlinien | 56,5 km |
| Buslinien | 69,8 km |
| Sonstige Betriebseinrichtungen | |
| Länge Gleisanlagen | 53,9 km |
Der Regionalverkehr Bern-Solothurn, abgekürzt RBS, ist ein Regionalverkehrsunternehmen in der Schweiz. Er betreibt drei meterspurige und mit 1250 Volt Gleichstrom elektrifizierte Bahnstrecken in den Kantonen Bern und Solothurn. Alle drei sind in die S-Bahn Bern integriert:
- Bern–Worblaufen–Unterzollikofen, 5,35 Kilometer
- Worblaufen–Solothurn, 29,71 Kilometer
- Worblaufen–Worb Dorf, 11,19 Kilometer
Zum RBS gehört auch eine von vier[1] in der Schweiz existierenden Streckenanlagen, die über ein Dreischienengleis verfügen. Einige Streckenteile und Bahnhöfe sind mit der ZSL 90 ausgerüstet.
Darüber hinaus gehört dem RBS auch die ebenfalls meterspurige, 9,68 Kilometer lange Bahnstrecke Bern–Worb Dorf. Sie ist eng mit der Strassenbahn Bern verknüpft, wurde bis 2010 als Linie G bezeichnet und ist mit 600 Volt Gleichstrom elektrifiziert; seit Dezember 2010 ist für den Zugsverkehr nicht mehr der RBS, sondern Bernmobil verantwortlich. Ein dem RBS eng verbundenes Unternehmen ist der Busbetrieb Solothurn und Umgebung (BSU), der den Stadt- und Regionalbusverkehr in der Region Solothurn betreibt.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte [Bearbeiten]
Der RBS entstand zum 1. Januar 1984 aus der Fusion der Vereinigten Bern-Worb-Bahnen (VBW) und der Solothurn-Zollikofen-Bern-Bahn (SZB) und befindet sich zu 94 Prozent im Eigentum des Bundes, des Kantons und der anliegenden Gemeinden.
1999 wurde der Güterverkehr zwischen Zollikofen und Deisswil sowie 2000 derjenige zwischen Solothurn und Fraubrunnen der Verantwortung von SBB Cargo übertragen. Diese stellte die Bedienung mit Rollböcken schliesslich Ende 2003 ein. Einzig die Bedienung des Betonwerks in Worblaufen sowie der Karton Deisswil AG mit einer SBB Bm 4/4 über das Dreischienengleis Zollikofen–Worblaufen–Bolligen–Deisswil blieb erhalten. Die Kartonfabrik Deisswil stellte ihren Betrieb nach den Osterferien 2010 ein, womit sich die derzeitige Güterbedienung auf Fahrten zum Betonwerk Worblaufen beschränkt.
Der stetige Ausbau und die Verdichtung des Fahrplans hat zu einer starken Fahrgastzunahme geführt. Auf der Schiene werden jährlich rund 19 Millionen Passagiere befördert.
Tramlinie 6 [Bearbeiten]
Die damalige Linie G wurde zum Fahrplanwechsel im Dezember 2010 den Städtischen Verkehrsbetrieben Bern (SVB Bernmobil) übertragen, die sie mit ihrer ehemaligen Linie 5 zur neuen Linie 6 verknüpften. Damit ist eine Tram-Durchmesserlinie von Bern, Fischermätteli über den Bahnhof Bern nach Worb entstanden. Weil die bestehenden neun Tramzüge der RBS (Be 4/10) dafür nicht ausreichen, mussten einige SVB-Combinos (Be 6/8) an die Anforderungen des Eisenbahnbetriebs angepasst werden. Dafür wurden sie unter anderem mit Zugsicherung, Zugfunk und Signalpfeifen ausgerüstet. Der RBS fährt mit seinen Tramzügen und Tramführern im Auftrag der SVB Bernmobil, Bernmobil-Personal fährt die Combinos sowie einige Leistungen auf den RBS-Be 4/10. Beim Betrieb der Infrastruktur gibt es keine Änderungen.[2]
Buslinien [Bearbeiten]
Der RBS betreibt ausser den Bahnstrecken auch noch zehn Buslinien in Bern und Umgebung. Die Nummerierung ist abgestimmt auf den Tarifverbund Bern-Solothurn. Linien 3 bis 30 Bernmobil, Linien 33 bis 47 RBS, Linien 100 bis 199 sind Buslinien entlang der S1, Linien 200 bis 299 sind Buslinien entlang der S2. Seit Dezember 2007 führt er ausserdem den Betrieb der Postautolinien in der Region Worb.
| Linie | Strecke | Bemerkung |
|---|---|---|
| 33 | Worblaufen – Reichenbach – Bremgarten | |
| 34 | Unterzollikofen – Hirzenfeld | Abends bis Bern Bahnhof, anstelle S9 |
| 36 | Breitenrain – Worblaufen – Zollikofen – Münchenbuchsee | Mo–Fr Abends, sowie Sa–So nur Zollikofen – Münchenbuchsee |
| 38 | Schönbühl – Bäriswil – Mattstetten | Verkehrte bis 2009 zur HVZ auf zwei Routen: Schönbühl – Bäriswil und Schönbühl – Dorniacker – Mattstetten |
| 40 | Kappelisacker – Papiermühle – Schosshalde – Egghölzli – Muri – Allmendingen / Sonnenfeld | Verkehrt seit dem Fahrplanwechsel vom 9. Dezember 2012 durchgehend während der ganzen Betriebszeit bis Allmendingen |
| 41 | Kappelisacker – Papiermühle – Breitenrain | Nur Hauptverkehrszeiten |
| 43 | Ittigen (Talgut Zentrum) – Kappelisacker – Talgut Zentrum | Orts-Ringbuslinie, nur Mo–Sa Vormittag und Mo–Fr Nachmittag |
| 44 | Bolligen – Ostermundigen – Gümligen Sonnenfeld | |
| 46 | Bolligen – Habstetten | |
| 47 | Bolligen – Krankenheim (– Lindenburg) | Bis Lindenburg nur auf Verlangen |
| 48 | Papiermühle – Kappelisacker – Lutertal – Habstetten – Papiermühle | Abendkurse anstelle der Linien 40/46/47 |
Fahrzeuge [Bearbeiten]
Linienverkehr [Bearbeiten]
Triebwagen/Triebzüge
- 6 RABe 4/12 21–26 (2009) "NExT", Orangen; RE Bern–Solothurn
- weitere acht Triebzüge RABe 4/12 27-34 befinden sich seit Ende 2012 in Ablieferung sowie seit Anfang Februar im Einsatz
- 11 ABe 4/12 62–72 (1991–1993), "La Prima", Primeli; RE Bern–Solothurn
- Be 4/8 62–64 (1993), 2002 durch Zwischenwagen zu ABe 4/12 verlängert
- ABe 4/8 65–72 (1992), 1994/1995 durch Zwischenwagen zu ABe 4/12 verlängert, ab 2010 Modernisierung
- Modernisierung/Umbau zu Be 4/12 62 (2013), 66 (2012), 70 und 72 (beide 2010); "Seconda"; Linie S9
- 20 (Von 21) Be 4/8 41...61 (1974/1977–1978); Mandarinli; Linien S7 und S8
- davon 16 Stück durch Niederflur-Zwischenwagen B 41–56 (2001–2002) zu Be 4/12 verlängert, Be 4/12 44 2011/12 abgebrochen, Zwischenwagen neu im Be 4/8 55
- Die 4 Be 4/8 ohne Zwischenwagen (42, 43, 45, 48) verkehren in Spitzenzeiten als Verstärkung auf der Linie S8 (die Fahrzeuge 41, 42, 45, 46 und 48 sollen bis Ende 2013 aus dem Verkehr gezogen werden)
- 9 Be 4/8 81–89 (1987–1988); Muritram (Linie G)
- 2010 Umbau zu Be 4/10 (Einbau eines Niederflurmittelteils von Stadler)
- Bre 4/4 1 (1916, Umbau 1959 und 1987); ex. SZB CFe 4/4 11; Pendler Pintli; Letzter Planeinsatz bis Dezember 2009 Linie S7 (Morgenspitze)
Lokomotiven
- Ge 4/4 111–112 (1927); für Schneeräumung
- als Occasion 1957 und 1967 von der Hagener Strassenbahn (Deutschland) übernommen
- G(e)m 4/4 121 (1912); für Fahrleitungssprühfahrten (zum Frostschutz)
Traktoren
- Xm 1/2 151 (1910, Umbau 1925/66); Tramremise Worb
- Xm 1/2 152 (1990/2002); Stopfmaschine; Worblaufen
- Xaf 2/2 153 (2006); Worblaufen Depot 4
- Tm 2/2 161 (1966/2002); ex. SBB Tm II 596 (Brünigbahn); Werkstatt Worbboden
- Tm 2/2 162 (1932/1967, Umbau 1972/76); ex. SBB Tm 492 (Brünigbahn); Werkstatt Solothurn
- Tmf 2/2 165–166 (1996); Bahndienst
- Tmf 2/2 167-168 (2010) Schöma ("Max" und "Moritz"); Bahndienst
Wagen
- diverse Dienstwagen und Rollböcke
Museumswagen [Bearbeiten]
Triebwagen
- CFe 4/4 11 (1916)
- Umbau 1956 zu BDe 4/4 24; Restauration 1991 zu CFe 4/4 11; „Hoschtet Schnägg“
- BDe 4/4 36 (1913; Umbau 1951); ex. WT CFe 4/4 101; 1988: Verkauf an Montreux-Berner Oberland-Bahn; 21. November 2007: Rückkehr auf das Netz des RBS. Der Verein Ds Blaue Bähnli hat sich als Ziel gesetzt, diesen Motorwagen bis 2013 im RBS-Depot Solothurn zu restaurieren.
Steuer- und Personenwagen
- C4 61 (1916); passend zu CFe 4/4 11 „Hoschtet Schnägg“
Ausrangiertes Rollmaterial [Bearbeiten]
Triebwagen
- Be 4/8 44 (1974); ex. VBW Be 4/8 44; 2011 ausrangiert und abgebrochen
- Be 4/4 3 (1929, Umbau 1955 und 1989); ex. SZB BCFe 4/4 3; 2005 ausrangiert und abgebrochen
- BDre 4/4 4 (1950, Umbau 1981); ex. SZB ABFe 4/4 4; 2005 ausrangiert und abgebrochen
- BDe 4/4 5 (1950); ex. SZB BCFe 4/4 5; 1995 ausrangiert und abgebrochen
- BDe 4/4 6 (1950, Umbau 1981); 2009 ausrangiert und Abgabe an den Tramverein Bern (TVB) der diese in Ruefswil Kanton Luzern einlagert
- BDre 4/4 21 bis 23 (1955, Umbau 1983–1986); ex. SZB CFe 4/4 21 bis 23; 2005 ausrangiert und abgebrochen
- Be 4/4 74 (1961); ex. VBW Be 4/4 43; 1997 Verkauf an die Meiringen-Innertkirchen-Bahn; 2007 Abbruch (Rückkehr zum RBS als historischer Triebwagen wegen zu hohen Kosten für die Asbestsanierung gescheitert)
Gepäcktriebwagen
- De 4/4 101 (1961); ex. SZB Fe 4/4 35; 2011 ausrangiert und abgebrochen
- De 4/4 102 (Umbau 1965); 2006 ausrangiert und abgebrochen
- De 4/4 103 (Umbau 1975); 2007 ausrangiert und abgebrochen
- De 4/4 105 (Umbau 1959); 1999 ausrangiert und abgebrochen
Lokomotiven
- Gem 4/4 122 (1916); 1996 ausrangiert und Verkauf an La Traction
Steuerwagen
- ABt 201–202, passend zu den Triebwagen 1 bis 6 und 21 bis 23; verkauft an LSE, heute Zentralbahn ABt 931–932
- ABt 203-207, passend zu den Triebwagen 1 bis 6 und 21 bis 23; verkauft an Berner Oberland-Bahn (BOB) als ABt 411–415
- Bt 211 bis 216 und 223, passend zu den Triebwagen 1 bis 6 und 21 bis 23; 211 und 213 verkauft an Bayerische Zugspitzbahn, eingerichtet zur Fernsteuerung des Beh 4/4 309 ex BOB
- Bt 221 bis 222 (1954); passend zum Bre 4/4 1; bis Dezember 2009 Linie S7 (Morgenspitze)
- Bt 232; Wagenkasten in Münsingen noch vorhanden
Werbefahrzeuge [Bearbeiten]
- Be 4/8 56
- 1997–2001: Swisscom (Farbe: blau-weiss)
- Be 4/12 56
- 2001–2005: Valiant Bank (Farbe: violett)
- Be 4/8 81
- Be 4/8 89
- 2006–2008: Gerber AG, Münsingen (Farbe: gelb-braun)
Literatur [Bearbeiten]
- Claude Jeanmaire: Die Überlandbahn von Bern nach Worb. Geschichte und Rollmaterial zweier Berner Vorortsstrecken. Verlag für Eisenbahn- und Strassenbahnliteratur, Basel 1971
- Theo Stolz, Paul Bucher: Solothurn-Zollikofen-Bern-Bahn. Geschichte und Rollmaterial. Solothurn-Zollikofen-Bern-Bahn, Worblaufen 1979
- Fritz Bandi: Die Schweizer Privatbahnen. Band II. Avanti Verlag, Neuenburg 1979
- Peter Scheidegger und Hans Wägli: Bahn und Bus verbinden Stadt und Land. Der Regionalverkehr Bern–Solothurn stellt sich vor. RBS Regionalverkehr Bern–Solothurn, Worblaufen 2007
- Jürg Aeschlimann: Regionalverkehr Bern–Solothurn; Teil 1: Linien G und W. Prellbock Druck & Verlag, Leissigen 1998, ISBN 3-907579-07-0
- Christian Siposs: Transparent Anschriften, ohne Verlag, Jegenstorf 2007
- Regionalverkehr Bern-Solothurn (Hrsg.): Rollmaterial, Fahrzeugbeschreibungen und Typenskizzen. Ohne Verlag, Worblaufen 2009
- Hans G. Wägli: Bahnprofil Schweiz '05. Diplory Verlag, Grafenried 2004, keine ISBN.
- Hans G. Wägli: Bahnprofil Schweiz CH+. Diplory Verlag, Grafenried 2010, keine ISBN.