Registan

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zum gleichnamigen sowjetischen Dichter siehe Gabriel El-Registan.
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Registan-Platz in Samarkand / Usbekistan
• links: Ulugbek-Madrasa
• mitte: Tilya-Kori-Madrasa
• rechts: Sher-Dor-Madrasa

Der Registan (usbek.: Registon) ist einer der prächtigsten Plätze Mittelasiens in Samarkand (usbekisch: Samarqand). Registan ist das Herz des antiken Samarkands, dessen Namen als „Sandiger Platz“ übersetzt werden könnte. Das Ensemble von drei Madrasa ist ein einzigartiges Beispiel der Kunst des Stadtbaus und der architektonischen Gestaltung des Hauptplatzes der Stadt. Die drei Madrasa Registans sind: Ulugbek-Madrasa (1417–1420), Sher–Dor-Madrasa (1619–1636) und Tilya-Kori-Madrasa (1646–1660).

Die Ulugbek-Madrasa ist mit ihrem mächtigen Portal und einem Lanzetten-Bogen dem Platz zugerichtet. Die Ecken sind mit hohen, proportionalen Minaretten ausgestattet. Ein Mosaikpaneel über dem Eingangsbogen wurde mit einem geometrischen Ornament dekoriert. Im quadratischen Hof befinden sich eine Moschee, Lehrräume und am Rande Zimmer, in denen früher die Studenten gewohnt haben. Tiefe Nischen (Flure) haben sich um die Achse ausgebreitet. Ursprünglich sah die Ulugbek-Madrasa ganz anders aus: ein zweistöckiges Gebäude mit vier Kuppeln über den Lehrräumen, die sich in den Ecken der Madrasa befinden. Die Ulugbek-Madrasa war eine der besten Universitäten der ganzen muslimischen Welt im 15. Jh. Der berühmte Wissenschaftler und Philosoph Abdur Rahman Dschami hat in dieser Madrasa studiert. Hier hielt auch Ulugbek seine Vorlesungen.

Während seiner Regierung blieb diese Madrasa ein Zentrum der Wissenschaft. Herrscher Samarkands Yalangtush Bakhodur leitete im 17. Jh. die Bauten der Sher–Dor- und Tilya-Kori-Madrasa. Die Sher-Dor-Madrasa („Tiger enthaltende“ Madrasa) war vom Architekten Abdujabor konstruiert worden. Die Ausstattung der Madrasa ist nicht so fein wie die Architektur des 15. Jh. („die goldene Epoche“). Trotzdem reihen die Harmonie der großen und kleinen Räume, die feinen Bilder der Mosaike, die Monumentalität und die zweckmäßige Symmetrie diese Madrasa unter die beeindruckendsten architektonischen Denkmäler Samarkands ein. Zehn Jahre später wurde die Tilya-Kori-Madrasa („vergoldete“ Madrasa) gebaut. Diese Madrasa diente nicht nur zur Lehre der Studenten, sondern auch lange Zeit eine der wichtigsten Moscheen. Die Tilya-Kori-Madrasa hat eine zweistöckige Hauptfassade, einen großen weiten Hof, an dessen Rand sich kleine Wohnräume befinden (usb. Hudzri), und vier Flure, die sich um die Achse ausbreiten. Das Moscheegebäude befindet sich im westlichen Teil des Hofes. Der Hauptsaal der Moschee ist reich vergoldet. Das Registan-Ensemble ist eine wunderbare Kombination von Bauten verschiedener Epochen. Große Rekonstruktionsarbeiten sind jetzt im Gang.

Östlich der Tilya-Kori-Madrasa befindet sich das Mausoleum der Scheibaniden aus dem 15. Jh. Der richtige Gründer der Scheibanidenmacht war Mohammed Scheibani, der Enkel Abu'l-Chairs, der sich ca. 1500, mit der Unterstützung des Tschagatai-Khanats, in Taschkent (Usbekistan) niedergelassen hatte und der Samarkand und Buchara von den letzten Timuriden befreite. Damals wandte sich der Gründer der Dynastie gegen seinen Gönner, und im Jahre 1503 eroberte er Taschkent. 1506 eroberte er Chiwa, 1507 Merw (Turkmenistan), Ost-Persien und das westliche Afghanistan. Die Scheibaniden stoppten die Eroberungen der Safawiden, die 1502 Aq Qoyunlu (Iran) angegriffen hatten. Mohammed Scheibani war der Führer der Nomadenstämme der Usbeken. Im Laufe der nächsten Jahre setzten sie sich in den Oasen Zentralasiens fest. Das usbekische Eindringen im 15. Jh. war eine der letzten Komponenten in der Ethnogenese der heutigen usbekischen Nation.

Galerie[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Registan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

39.65472222222266.975555555556Koordinaten: 39° 39′ 17″ N, 66° 58′ 32″ O