Reguläre Matrix
Die reguläre, invertierbare oder nichtsinguläre Matrix ist ein Begriff aus dem mathematischen Teilgebiet der linearen Algebra. Eine quadratische Matrix
ist invertierbar, wenn eine weitere Matrix
existiert, sodass
gilt, wobei
die Einheitsmatrix bezeichnet. In diesem Fall gilt auch
Die Matrix
ist hierbei eindeutig bestimmt und heißt inverse Matrix zu
oder einfach kurz Inverse. Man schreibt üblicherweise
für die inverse Matrix zu
.
Invertierbare Matrizen zeichnen sich dadurch aus, dass die durch sie beschriebene lineare Abbildung bijektiv ist. Dies führt dazu, dass ein lineares Gleichungssystem mit einer invertierbaren Koeffizientenmatrix eindeutig lösbar ist.
Nicht zu jeder quadratischen Matrix existiert eine Inverse. Eine Matrix, die keine Inverse besitzt, wird singuläre Matrix genannt. Die Menge aller invertierbaren
–Matrizen über einem Grundkörper (oder Grundring)
bildet eine Gruppe bezüglich der Matrixmultiplikation, die allgemeine lineare Gruppe
.
Eine Verallgemeinerung der inversen Matrix auf singuläre und nichtquadratische Matrizen wird durch den Begriff der Pseudoinversen ermöglicht.
Inhaltsverzeichnis |
Mathematische Definition [Bearbeiten]
Invertierbare Matrizen über einem unitären kommutativen Ring [Bearbeiten]
Es sei
ein kommutativer Ring mit Einselement, und
sei eine
-Matrix mit Einträgen aus
.
Die Matrix
ist genau dann invertierbar, wenn eine der folgenden äquivalenten Bedingungen erfüllt ist:
- Es gibt eine Matrix
mit
(wobei
die Einheitsmatrix ist). - Die Determinante von
ist eine Einheit in
(man spricht auch von einer unimodularen Matrix[1]). - Für alle
existiert genau eine Lösung
des linearen Gleichungssystems
. - Die Zeilenvektoren bilden eine Basis von
. - Die Spaltenvektoren bilden eine Basis von
. - Die durch
beschriebene
-lineare Abbildung
,
, ist bijektiv. - Die transponierte Matrix
ist invertierbar. - Für alle
existiert mindestens eine Lösung
des linearen Gleichungssystems
. - Die Zeilenvektoren erzeugen
. - Die Spaltenvektoren erzeugen
. - Die durch
beschriebene
-lineare Abbildung
,
, ist surjektiv.
Invertierbare Matrizen über einem Körper [Bearbeiten]
Es sei
ein Körper (zum Beispiel
oder
) und
sei eine
-Matrix mit Einträgen aus dem Körper
. Da jeder Körper ein Ring ist, sind alle obigen Aussagen auch hier gültig, lassen sich jedoch vielmals einfacher ausdrücken und zusätzlich noch zu äquivalenten Aussagen umformen.
Dann ist
genau dann invertierbar, wenn eine der folgenden äquivalenten Bedingungen erfüllt ist:
- Es gibt eine Matrix
mit
(wobei
die Einheitsmatrix ist). - Die Determinante von
ist ungleich Null.
ist kein Eigenwert von
.- Für alle
existiert mindestens eine Lösung
des linearen Gleichungssystems
. - Für alle
existiert höchstens eine Lösung
des linearen Gleichungssystems
. - Das lineare Gleichungssystem
besitzt nur die triviale Lösung 
- Die Zeilenvektoren sind linear unabhängig.
- Die Zeilenvektoren erzeugen
. - Die Spaltenvektoren sind linear unabhängig.
- Die Spaltenvektoren erzeugen
. - Die durch
beschriebene lineare Abbildung
,
, ist injektiv. - Die durch
beschriebene lineare Abbildung
,
, ist surjektiv. - Die transponierte Matrix
ist invertierbar. - Der Rang der Matrix
ist gleich
.
Berechnung der Inversen einer Matrix [Bearbeiten]
Zur Berechnung der Inversen stehen zwei Möglichkeiten zur Verfügung: der Gauß-Jordan-Algorithmus und die Adjunkte. Insbesondere mittels der Adjunkte lassen sich prinzipiell Formeln für Matrizen mit festgelegtem Rang herleiten. Diese sind jedoch zu umfangreich, um effizient eingesetzt werden zu können, so dass nur für 2x2- und 3x3-Matrizen gelegentlich die unten aufgeführten Formeln verwendet werden. In praktischen Anwendungen wird so weit möglich auf die Berechnung der inversen Matrix verzichtet und stattdessen ein lineares Gleichungssystem gelöst.
Um die numerische Qualität von Algorithmen zur Invertierung von Matrizen zu testen, verwendet man die Hilbert-Matrix, da diese vergleichsweise schlecht konditioniert ist.
Gauß-Jordan-Algorithmus [Bearbeiten]
Die Inverse einer Matrix kann aus der Formel
berechnet werden. Dazu bildet man die Matrix
und wendet auf diese den Gauß-Jordan-Algorithmus an. Nach Durchführung des Algorithmus hat man eine Blockmatrix
, aus der man
direkt ablesen kann.
Beispiel:
Gesucht ist die Inverse zur Matrix
.
Die Blockmatrix
lautet
.
Die Anwendung des Gauß-Jordan-Algorithmus führt zur Matrix
.
Daraus lässt sich die inverse Matrix direkt ablesen:
.
Adjunkte [Bearbeiten]
Mittels der Adjunkten und der Determinanten einer Matrix berechnet sich deren Inverse nach folgender Formel:
Daraus leiten sich für
- und
-Matrizen die folgenden Formeln ab:
Formel für 2x2-Matrizen [Bearbeiten]
Formel für 3x3-Matrizen [Bearbeiten]
Herleitung der Formel [Bearbeiten]
Die Idee, die Inverse einer Matrix mittels der Adjunkten zu berechnen, leitet sich direkt aus der Cramerschen Regel ab. Nach dieser lässt sich das Gleichungssystem
mit dem
-ten Einheitsvektor auf der rechten Seite durch
lösen. Dabei entsteht die Matrix
aus
, indem man die
-te Spalte durch den
-ten Einheitsvektor ersetzt. Deren Determinante ist auf Grund der einfachen Gestalt des Einheitsvektors mit dem Cofaktor
identisch. Es zeigt sich, dass die
den Spalten der zu
inversen Matrix entsprechen. Dazu multipliziert man beide Seiten des eingangs gezeigten Gleichungssystems von rechts mit dem transponierten
-ten Einheitsvektor
und bildet die Summe über alle
.
Näherung [Bearbeiten]
Hat eine Matrix
die Eigenschaft
dann ist sie regulär und ihre Inverse kann dann durch folgende geometrische Reihe ausgedrückt werden:[2]
Besondere Klassen von Matrizen [Bearbeiten]
Es gibt einige Klassen von Matrizen, die auf Grund ihrer Struktur besonders einfach zu invertieren sind. Dazu zählen die Diagonalmatrizen und die Dreiecksmatrizen. Explizite Darstellungen der Inversen existieren für unitäre Matrizen,
und für Änderungen vom Rang 1 (Sherman-Morrison-Woodbury-Formel).
Eigenschaften [Bearbeiten]
Ist
ein Eigenwert der regulären Matrix
mit Eigenvektor
, so ist
Eigenwert der inversen Matrix
ebenfalls zum Eigenvektor
.
Rechenregeln [Bearbeiten]
Das Produkt zweier invertierbarer Matrizen ist wieder invertierbar. Es gilt
.
Die Inverse der transponierten Matrix entspricht der Transponierten der inversen Matrix:
.
Die Inverse einer Matrix
ist ebenfalls invertierbar. Die Inverse der Inversen ist gerade wieder die Matrix selbst:
.
Die Inverse einer Matrix
multipliziert mit einem Skalar
ist
Weblinks [Bearbeiten]
- Berechnung einer inversen Matrix
- Tool zum Berechnen der inversen Matrix
- interaktive Berechnung der inversen Matrix
Einzelnachweis [Bearbeiten]
- ↑ Eric W. Weisstein: Unimodulare Matrix. In: MathWorld. (englisch)
- ↑ Gilbert Stewart: Matrix Algorithms: Basic decompositions. SIAM, 1998, ISBN 0-89871-414-1, S. 55.


(wobei
die
existiert genau eine Lösung
des
.
.
,
, ist
ist invertierbar.
ist kein
existiert mindestens eine Lösung
des linearen Gleichungssystems
besitzt nur die triviale Lösung 
.
,
.
.
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.
.







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