Reichenbach im Vogtland

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Reichenbach im Vogtland
Reichenbach im Vogtland
Deutschlandkarte, Position der Stadt Reichenbach im Vogtland hervorgehoben
50.62083333333312.303055555556380Koordinaten: 50° 37′ N, 12° 18′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Vogtlandkreis
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Reichenbach im Vogtland
Höhe: 380 m ü. NHN
Fläche: 29,73 km²
Einwohner: 19.087 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 642 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 08468,
08491 (Jägerhaus)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 03765
Kfz-Kennzeichen: V, AE, OVL, PL, RC
Gemeindeschlüssel: 14 5 23 340
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 1
08468 Reichenbach im Vogtland
Webpräsenz: www.reichenbach-vogtland.de
Oberbürgermeister: Dieter Kießling (CDU)
Lage der Stadt Reichenbach im Vogtland im Vogtlandkreis
Tschechien Bayern Thüringen Erzgebirgskreis Landkreis Zwickau Adorf/Vogtl. Auerbach/Vogtl. Bad Brambach Bad Elster Bergen (Vogtland) Bösenbrunn Eichigt Ellefeld Elsterberg Markneukirchen Falkenstein/Vogtl. Grünbach (Sachsen) Heinsdorfergrund Klingenthal Lengenfeld (Vogtland) Limbach (Vogtland) Markneukirchen Mühlental Pausa-Mühltroff Muldenhammer Mylau Netzschkau Neuensalz Neumark (Vogtland) Neustadt/Vogtl. Oelsnitz/Vogtl. Pausa-Mühltroff Plauen Pöhl Reichenbach im Vogtland Reuth (Vogtland) Rodewisch Rosenbach/Vogtl. Schöneck/Vogtl. Steinberg (Vogtland) Triebel/Vogtl. Theuma Tirpersdorf Treuen Weischlitz Werda KlingenthalKarte
Über dieses Bild

Reichenbach im Vogtland ist eine Stadt des sächsischen Vogtlandkreises. Die Stadt ist Sitz einiger Dienststellen des Landratsamtes und trägt den Titel Große Kreisstadt.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Die Stadt liegt in Südwestsachsen, etwa 18 km von Plauen und 19 km von Zwickau entfernt.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Angrenzende Gemeinden im Vogtlandkreis sind Heinsdorfergrund, Lengenfeld, Limbach, Mylau und Neumark. Im Norden grenzt Reichenbach an die zum thüringischen Landkreis Greiz gehörende Gemeinde Mohlsdorf und an die Kreisstadt Greiz.

Greiz Mohlsdorf Neumark
Mylau Nachbargemeinden Heinsdorfergrund
Limbach Lengenfeld Lengenfeld

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Reichenbach besitzt die Ortsteile Oberreichenbach, Friesen, Cunsdorf, Brunn, Rotschau und Schneidenbach. Daneben besteht seit dem Jahr 2000 eine Verwaltungsgemeinschaft mit der Gemeinde Heinsdorfergrund.

Geschichte[Bearbeiten]

Hohes und spätes Mittelalter[Bearbeiten]

Stadtkirche St. Peter Paul

Die Ursprünge der Stadt liegen vermutlich in einer slawischen Ansiedlung am Raumbach. Im Jahre 1085 soll der Naumburger Bischof Günther I. von Wettin im Zuge deutscher Besiedelung eine hölzerne Kirche geweiht haben.[2][3] Diese wurde um 1100 aus Stein ausgeführt, bald darauf jedoch von einfallenden heidnischen Slawen zerstört und um 1140 wieder aufgebaut. Nachweislich ließen sich Anfang des 12. Jahrhunderts auch fränkische Siedler nieder. Um 1180 erfolgte schließlich die großräumige Besiedlung des nördlichen Vogtlandes durch Deutsche. Der Ort entwickelte sich im Tal nahe der Burg Mylau in verkehrsgünstiger und sicherer Lage bald zu einer aufstrebenden Kleinstadt.

Der Name, damals noch Richenbach, vermutlich nach den wasserreichen Bächen im Gebiet der heutigen Altstadt benannt, ist urkundlich erstmals 1212 belegt, die jedoch ältere Siedlung erhielt schon um 1240 Stadtrecht und wird in einer Urkunde von 1271 als „civitatis richenbach“, also befestigte Kleinstadt mit Verteidigungs-, Handels- und Selbstverwaltunsgrechten, erwähnt.

Reste der mittelalterlichen Stadtbefestigung sind noch am Sebastian-Bach-Platz in größerem Umfang sichtbar, an die ehemaligen Stadttore erinnert unter anderem der Straßenname „Mylauer Tor“ zwischen Markt und Roßplatz, dem ehemaligen Viehmarkt. Der Standort des 'Oberen Tores' wird heute durch die Nachbildung der später aufgestellten kursächsischen Postmeilensäule aus dem Jahre 1724 markiert. Der genaue Verlauf der einstigen Stadtmauer lässt sich anhand eines historischen Stadtmodells, ausgestellt im Neuberinmuseum, nachvollziehen. Erstaunlich ist hierbei die Lage der Stadtkirche St. Peter und Paul, deren älteste Teile im Turmfuß ebenfalls aus dem 12. Jahrhundert stammen, außerhalb der Befestigung, was auf wahrscheinlich hölzerne Vorgängerbauten oberhalb der fränkischen Siedlung – also zwischen Altstadt und ummauerter Stadt – hinweisen.

Die Stadt wurde im Frühjahr 1430 samt Kirche von Hussiten vollständig zerstört. Sie wurde aufgrund ihrer günstigen Lage wieder aufgebaut und entwickelte sich zu einer regional bedeutsamen Handwerker- und Händlersiedlung.

Frühe Neuzeit[Bearbeiten]

Nach dem Dreißigjährigen Krieg etablierte sich rasch die Tuchmacherei und brachte Wohlstand in die Stadt. Nach vorangegangenen Stadtbränden bemühte man sich auch um eine gesteigerte Feuersicherheit. Allerdings vorerst ohne Erfolg, 1681 brannten 135 Wohnhäuser nieder. 1690 erließ der Rat eine Feuerlöschordnung. Zu jener Zeit waren um die 300 Tuchmacher in der Stadt tätig, bis 1720 würden es etwa 500 sein. Am 17. August 1720 ereignete sich ein neuerlicher Stadtbrand, bei dem etwa 500 der 700 Wohnhäuser der Stadt vernichtet wurden. Die weitgehende Zerstörung des Ortes führte zu einem wirtschaftlichen Niedergang, da viele Handwerker den Ort verließen und sich andernorts eine neue Existenz aufbauten.[4]

An die als bedeutende Poststraße genutzte alten Frankenstraße im Zuge der heutigen B 173 (Hofer Chaussee) erinnert neben der kursächsischen Distanzsäule im Zentrum auch die noch z. T. erhaltene kursächsische Ganzmeilensäule am Gasthaus Schwarze Katze in Oberreichenbach.

19. und frühes 20. Jahrhundert[Bearbeiten]

Rathaus

1833 wurde das historische Rathaus, welches sich in der Mitte des Marktplatzes befand, als markantestes Gebäude bei einem erneuten Stadtbrand zusammen mit Wohnquartieren und einem ganzen Scheunenviertel vernichtet.

1846 beschleunigte die Eröffnung des ersten Reichenbacher Bahnhofes als vorläufige Endstation der Sächsisch-Bayrischen Eisenbahn die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt. Von der Eisenbahn gingen in den folgenden Jahren mit Streckenerweiterungen und Neubauten in Richtung Nürnberg und in die Orte des Umlandes immer wieder Impulse für Industrieansiedlungen aus, was die längst verschwundenen Nebenbahnen auch heute noch im Reichenbacher Stadtbild markiert.

Ansicht um 1860
Ansicht um 1900

Die Industriebetriebe lockte zahlreiche neue Bewohner in die Stadt, welche hauptsächlich in den Kammgarn- und Streichgarnspinnereien oder Webereien Arbeit fanden. Zu einer exportorientierten, international bekannten Firma entwickelte sich zum Beispiel die 1883 gegründete Woll- und Seidenweberei Schultz & Donner. Zudem siedelten sich metallverarbeitende Betriebe an und im frühen 20. Jahrhundert folgte unter anderem die Papierherstellung und -verarbeitung.

August Horch setzte seinen Innovations- und Unternehmergeist von 1902 bis 1904 ebenfalls in Reichenbach in die Tat um und baute mit dem Horch Tonneau das erste sächsische Automobil. 1903 stellte er das erste deutsche Auto mit einem Vierzylindermotor vor, das Modell 3 mit einem Hubraum von 2382 cm³ und einer Leistung von 22 PS (16 kW).[2]

Das Städtische Elektrizitätswerk mit Überlandzentrale machte Reichenbach 1909 zu einer modernen Stadt und der 1926 errichtete Wasserturm sicherte den inzwischen erheblich gestiegenen Wasserbedarf der Stadt. Im gleichen Jahr wurde der Grundstein für den Neubau einer bis heute in Deutschland einzigartigen Bildungseinrichtung gelegt – unter Leitung von Stadtbaumeister und Architekt Rudolf Ladewig[5], der auch den Wasserturm gestaltete, entstand in zweijähriger Bauzeit die Höhere Textilfachschule – heute ein Standort der Westsächsischen Hochschule.

1945 bis 1989[Bearbeiten]

Am 21. März 1945 wurden bei amerikanischen Bombenangriffen 161 Reichenbacher getötet, 73 Gebäude komplett zerstört und 675 Gebäude beschädigt.[6] Die damalige Albertschule, heute Friedensschule, wurde zu dieser Zeit als Lazarett genutzt und der unmittelbar davor befindliche Schutzbunker sollte die Bewohner vor derartigen Angriffen schützen.

Wie durch ein Wunder wurde der Bahnhof nur leicht beschädigt und es ging nur die Bebauung im heutigen Park des Friedens und entlang der Bahnhofstraße verloren. Die bedeutendsten Bombenopfer waren der Kaiserhof an der Stelle des heutigen Neuberinhauses, Gasthof und Hotel Goldenes Lamm an der Stelle der heutigen Sparkasse am Postplatz und die Großdruckerei Carl Werner.

Am 17. April 1945 wurde die Stadt Reichenbach, nachdem sie von Oberbürgermeister Dr. Otto Schreiber auf Drängen des Feuerwehr-Unterführers Hermann Thoß[7] entgegen den Befehlen kampflos übergeben wurde, von US-amerikanischen Truppen besetzt, die wiederum am 1. Juli 1945 von der Sowjetarmee abgelöst wurden. Die kampflose Übergabe der Stadt an die US-Amerikaner ersparte Reichenbach ein Inferno dreier Bombenangriffe.

Die Stadt gehörte bald darauf zur neu gegründeten DDR und wurde Kreisstadt des 55.000 Einwohner zählenden neuen Kreises Reichenbach.

Ab 1989[Bearbeiten]

Reichenbach blieb weiterhin Kreisstadt des Landkreises Reichenbach, verlor jedoch wie jede andere Industriestadt nach der Deutschen Einheit neben vielen Arbeitsplätzen auch zahlreiche Einwohner. 1995 wurde die Stadt Teil des Vogtlandkreises und war somit nicht mehr Kreisstadt, behielt jedoch zahlreiche Stellen des neuen Landratsamtes und erhielt den Titel Große Kreisstadt. 2007 fand in Reichenbach der Tag der Sachsen (7.–9. September 2007) statt.

Blick über das Gelände der 5. Sächsischen Landesgartenschau (2009)

Die Stadt profitiert von ihrer Lage an der A 72 zwischen den Oberzentren Plauen und Zwickau und der Nachbarschaft zur thüringischen Kreisstadt Greiz und ist selbst als Mittelzentrum in der langfristigen Raumordnung verankert, sodass mittlerweile zahlreiche neue Arbeitsplätze in den Industrie- und Gewerbegebieten entstanden sind. Das Stadtbild ist von sanierten Gründerzeitbauten und Wohngebieten verschiedenster Art geprägt und verlor vor allem im Rahmen der 5. sächsischen Landesgartenschau 2009 (1. Mai – 18. Oktober 2009) und von Stadtumbauprogrammen die einst charakteristische Dichte von historischen, aber wenig ansehnlichen Industriebauten.[8] Gleichwohl wurden und werden auch vergleichsweise historisch wertvolle Gebäude in der Innenstadt abgerissen und Überkapazitäten in den DDR-Großwohnsiedlungen am Stadtrand abgebaut. Insbesondere in der Innenstadt versucht die Stadtverwaltung mit Grünflächengestaltungen und der Schaffung von Parkmöglichkeiten auf so entstandenen Brachflächen die Attraktivität zu steigern. [9]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Oberreichenbach wurde am 1. Januar 1908 eingemeindet. Cunsdorf folgte 1924.[10] Brunn und Friesen wurden am 1. März 1994 eingegliedert[11], Rotschau am 1. Januar 1996[12]. Schneidenbach kam am 1. Januar 1999 hinzu.[13]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1960 31. Dezember):

Bevölkerungsentwicklung

1834 bis 1925

  • 1834: 05.165
  • 1869: 10.200
  • 1871: 12.942
  • 1875: 14.620
  • 1880: 16.509
  • 1885: 18.320
  • 1890: 21.496
  • 1910: 29.685
  • 1925: 30.862

1933 bis 1984

  • 1933: 32.276
  • 1939: 31.661
  • 1946: 34.708 a
  • 1950: 32.320 b
  • 1960: 29.598
  • 1964: 29.535
  • 1971: 28.545
  • 1981: 25.458
  • 1984: 25.033

1990 bis 2003

  • 1990: 25.036
  • 1995: 24.762
  • 1997: 23.949
  • 1999: 23.831
  • 2000: 23.469
  • 2001: 23.096
  • 2002: 22.923
  • 2003: 22.729
  • 2004: 22.371

2005 bis 2010

  • 2005: 22.082
  • 2007: 21.210
  • 2008: 20.746
  • 2009: 20.449
  • 2010: 20.146
  • 2011: 19.836
  • 2012: 19.481 c

Datenquelle ab 1998: Statistisches Landesamt Sachsen

a Volkszählungsergebnis vom 29. Oktober
b Volkszählungsergebnis vom 31. August
c Stand 30. November 2012

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat und Bürgermeister[Bearbeiten]

Der Stadtrat besteht aus 26 Stadträten und dem Oberbürgermeister. Bei der Kommunalwahl 2009 wurde folgendes Wahlergebnis erzielt[14]:

Partei/Gruppierung Stimmenanteil Sitze
CDU 39,1 % 11
Die Linke 18,5 % 5
SPD 12,9 % 3
FDP 11,2 % 3
Gewerbeverein Reichenbach e. V. 8,5 % 2
Grüne 6,6 % 2

Oberbürgermeister der Großen Kreisstadt ist seit 1. August 2001 Dieter Kießling (CDU)

Wappen[Bearbeiten]

1753 tauchte das erste Mal das Stadtwappen auf einem Gesangbuch auf. Blasonierung: In Blau eine goldene Mauer mit zwei rotbedachten goldenen Türmen, jeder mit einem großen und zwei kleinen Fenstern, der rechts mit goldenem Knopf, der links mit goldener Fahne; zwischen den Türmen golden nimbiert und gekleidet der heilige Petrus mit silbernem Gesicht und silbernen Händen, in der Rechten einen goldenen Schlüssel und in der Linken ein Buch mit rotem Einband und silbernem Buchblock haltend.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Reichenbach unterzeichnete 1988 einen Städtepartnerschafts-Vertrag mit Nordhorn in Niedersachsen. Seit 2005 besteht des Weiteren eine Städtepartnerschaft zu Jedrzejow in Polen. Der Ortsteil Rotschau unterhält eine Städtepartnerschaft zur Gemeinde Rocov in Tschechien.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

Neuberinhaus (Theater- und Konzerthaus)

Das Neuberin-Museum zum Leben und Werk der Bühnenreformerin Friederike Caroline Neuber wird durch den Kulturraum Vogtland-Zwickau als regional bedeutsame Einrichtung gefördert. Zu den Ausstellungen gehören die Theatergeschichte des 18. Jahrhunderts, die Stadtgeschichte und Sonderausstellungen.

Musik[Bearbeiten]

Die Vogtland Philharmonie Greiz Reichenbach hat ihren Sitz im 1946 bis 49 neu errichteten Neuberinhaus.

Bauwerke[Bearbeiten]

Göltzschtalbrücke

Sehenswert sind der im Stil des Neuen Bauens errichtete Wasserturm sowie die Pfarrkirche St. Peter und Paul mit einer Silbermann-Orgel von 1725. Der älteste Teil der Kirche ist der romanische Turmstumpf mit quadratischem Grundriss aus dem 12. Jahrhundert, auf dem 1780 ein achteckiger barocker Aufbau errichtet wurde. Weitere Kirchen sind die evangelische Trinitatiskirche und die katholische Kirche St. Marien. Vier Kilometer westlich der Stadt, unweit von Netzschkau, befindet sich die Göltzschtalbrücke, die größte Ziegelsteinbrücke der Welt.

Gedenkstätten[Bearbeiten]

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

In Mühlwand befindet sich die Tropfsteingrotte Alaunwerk Mühlwand, ein ehemaliges Alaunschieferbergwerk im Tal der Göltzsch, welches farbenprächtige Sinter aufweist. Etwa einhundert Meter weiter göltzschabwärts, in Richtung Rotschau, befindet sich außerdem das geologische Denkmal Liegende Falte.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Frühlingsmarkt mit Maibaumstellen (am 1. Mai)
  • Musikschul-Sommerfest (jährlich im Juni)
  • Musik im Park (jährlich Anfang Juli)
  • freemix and friends . unplugged – Benefizkonzert (jährlich Anfang August)
  • Reichenbacher Bürgerfest (jährlich um den 3. Oktober)
  • Reichenbacher Weihnachtsmarkt (erstes Wochenende im Dezember)

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Bahnhof

Die Stadt hat eine Anschlussstelle an der Autobahn A 72. Die Bundesstraßen 94 und 173 führen durch das Stadtgebiet. Der Obere Bahnhof ist ein Fernbahnhof an der Sachsen-Franken-Magistrale, der den südlichen Endpunkt des elektrischen Streckennetzes in Westsachsen darstellt. Die Elektrifizierung soll bis 2013 bis Hof weitergeführt werden. Nördlich von Reichenbach befindet sich bei Werdau das Bogendreieck Werdau mit Abzweigungen nach Norden in Richtung Werdau, Gößnitz und Leipzig und nach Osten in Richtung Zwickau und Chemnitz. Im angrenzenden Neumark (Sachsen) hat die Vogtlandbahn ihr Wartungs- und Reparaturzentrum. Seit Juni 2001 war Reichenbach eine Station im ICE-Streckennetz der Deutschen Bahn. Da die ICE-Strecke Nürnberg-Dresden nicht durchgängig elektrifiziert war, kam der dieselbetriebene ICE TD zum Einsatz, der auf der kurvenreichen Strecke durch die Neigetechnik Fahrzeitersparnisse einbrachte. Nach häufigen Pannen wurde er bereits im Dezember 2002 wieder aus dem Fahrplanbetrieb gestrichen. Übergangsweise verkehrten lokbespannte IC-Züge bzw. in IC-Farben umlackierte Triebwagen der Baureihe 612 als InterCitys. Seit Dezember 2006 verkehrt auf der Sachsen-Franken-Magistrale der Franken-Sachsen-Express als Regionalexpress, der im Auftrag der Deutschen Bahn von der DB Regio betrieben wird.

Liniennetz des Stadtverkehrs in Reichenbach im Vogtland

Im Stadtverkehr betreibt der Reichenbacher Verkehrsbetrieb Gerlach GmbH fünf Stadtbuslinien, wovon drei zur Linie C zusammengefasst sind. Die Linien bedienen die zentralen Umsteigepunkte Oberer Bahnhof und Roßplatz/Postplatz im Stadtzentrum, wo Übergänge zu den zahlreichen Regionalbuslinien ins Umland und die benachbarten Städte bestehen. Am Oberen Bahnhof besteht Anschluss zu den Regional- und Fernzügen.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Ein historischer Industriebau

Zwischen dem bebauten Stadtgebiet und der A 72 befinden sich ein Gewerbegebiet und zwei zusammenhängende Industriegebiete, welche die Stadt gemeinsam mit der Gemeinde Heinsdorfergrund ausgewiesen hat. Ein weiteres Gewerbegebiet mit einigen Industriebetrieben befindet sich an der B 173 (Zwickauer Straße) am nordöstlichen Stadtrand.

Vorherrschende Branchen sind Druck- und Papierverarbeitung, Einzelhandel, Maschinenbau/Metallverarbeitung, Textilindustrie und Tourismus.

Das privat betriebene Paracelsus-Klinikum Reichenbach ist mit 185 Betten ein Krankenhaus der Regelversorgung.

Das Eisenbahnverkehrsunternehmen IntEgro Verkehr hat seinen Sitz in der Stadt.

Medien[Bearbeiten]

Lokale Medien aus/für Reichenbach im Vogtland sind:

In Reichenbach betreibt die Deutsche Telekom AG auf einem Fernmeldeturm aus Beton einen Rundfunksender für UKW unter anderem für Vogtlandradio. Der Sender Reichenbach/Vogtland ist nicht zu verwechseln mit dem Mittelwellensender Reichenbach in Reichenbach/Oberlausitz, über den das Programm von MDR Info auf 1.188 kHz abgestrahlt wird.

Bildung[Bearbeiten]

Hochschule

Textilschule in Reichenbach

Die Westsächsische Hochschule Zwickau betreibt in Reichenbach den Fachbereich Architektur sowie die Fachgruppe Textil- und Ledertechnik mit den dazugehörigen Studiengängen Architektur (Bachelor und Master) sowie Textil- und Ledertechnik (Diplom mit verschiedenen Vertiefungsrichtungen).

Öffentliche Schulen

Die Stadt verfügt über ein Gymnasium (Goethe-Gymnasium), eine Oberschule (Weinholdschule) und drei Grundschulen (Dittesschule, Friederike-Caroline-Neuber-Schule und Weinholdschule). Darüber hinaus verfügen die angrenzenden Städte und Gemeinden über weitere Grund- und Oberschulen, die auch von Reichenbacher Schülern besucht werden. In Reichenbach befindet sich außerdem eine Förderschule für körperlich und geistig Behinderte.

Privatschule

Die städtischen Allgemeinbildungsangebote werden von der HANSA-Handelsschule (Fachoberschule) ergänzt.

Berufliche Bildung

Neben dem vom Vogtlandkreis betriebenen Beruflichen Schulzentrum für Technik existieren weitere Stätten der beruflichen Bildung, wie zum Beispiel das Bildungswerk der Sächsischen Wirtschaft (bsw) oder die Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW).

Außerschulische Bildung

Die Volkshochschule des Vogtlandkreises bietet an ihrem Reichenbacher Standort zahlreiche Kurse an, die vor allem dem Erwerb von Sprachkenntnissen dienen. Darüber hinaus offerieren zahlreiche Kulturvereine und die Musikschule Vogtland umfangreiche Freizeit-Bildungsangebote.

Bibliotheken

Die städtische Jürgen-Fuchs-Bibliothek bietet ein reichhaltiges Angebot an Belletristik, Kinder- und Sachliteratur an. Sie befindet sich auf zwei Etagen im historischen Rathaus am Markt und wurde nach einem der großen Söhne der Stadt benannt.

Außerdem verfügt das Goethe-Gymnasium über eine Schulbibliothek mit umfangreicher Lehr- und Sachbuchsammlung im Schulteil Goetheschule sowie die Fachgruppe Textil- und Ledertechnik der Westsächsischen Hochschule über eine Zweigbibliothek der Hochschulbibliothek Zwickau am Standort in der Reichenbacher Klinkhardtstraße hinter dem historischen Hochschulgebäude.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • 1849: Robert Wilke (1804–1889), Baumeister der Göltzschtalbrücke
  • Wilhelm Usbeck (1807–1883), Kirchenvorstand, Kassierer der Sparkasse und Träger des Albrechtsordens
  • Johann Carl Friedrich Jacob (1805–1877), Schulrektor
  • 1895: Otto von Bismarck (1815–1898), erster deutscher Reichskanzler
  • 1899: Carl Heinrich Müller (1828–1900), Reichenbacher Unternehmer (Tuchmacher)
  • 1903: Hugo Klinkhardt (1842–1906), 28 Jahre Bürgermeister der Stadt
  • 1911: Leonie Sarfert (1831–1913), Unternehmerin und Gründerin der Kleinkinderbewahranstalt
  • 1925: Otto Eduard Schmidt (1855–1945), Pädagoge und Schriftsteller
  • 1926: Dr. Wilhelm Polster (1847–1929), Oberbürgermeister
  • 1932: Philipp Wagner (1867–1946), Bürgermeister und Heimatforscher
  • 1982: Kurt Schwabe (1905–1983), Chemiker, Pionier der elektrochemischen Sensorik, Hochschullehrer und Rektor der Technischen Universität Dresden
  • 1982: Heinrich Dathe (1910–1991), Direktor des Tierparks Berlin
  • 1984: Gretchen Knoch (1909–2005), Antifaschistin
  • 1987: Wolfgang Mattheuer (1927–2004), Maler, Graphiker und Bildhauer
  • 2004: Otto Paetz (1914–2006), Maler und Grafiker
  • 2009: Dr. med. Hans-Günter Ehlert (* 1941), Chefarzt des Kreiskrankenhauses

1933 wurden auch Adolf Hitler und Martin Mutschmann zu Ehrenbürgern ernannt, jedoch nach Kriegsende aus der offiziellen Liste gestrichen.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen[Bearbeiten]

  • Georg Friedrich Spitzner (1688–1764), Amtmann in Reichenbach
  • Karl von Metzsch (1804–1880), Besitzer des Ritterguts Reichenbach, Vater der dort geborenen Gustav und Georg von Metzsch-Reichenbach
  • Oskar Theodor Kuntze (1827–1911), Jurist und Politiker, Bürgermeister von Reichenbach
  • Carl Eduard Schubert (1830–1900), Orgelbauer
  • Rudolf Ladewig (1893–1945), von 1925 bis 1934 Architekt in Reichenbach, später Widerstandskämpfer und Opfer des Nationalsozialismus

Literatur[Bearbeiten]

  • Gero Fehlhauer: Mit der Reichsbahn über die Zonengrenze. EK, Freiburg 2009, ISBN 978-3-88255-728-2
  • Alfred Harendt: Bomber über Reichenbach, in: Die Stunde Null. Tatsachenberichte über Erlebnisse aus den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges, Berlin 1966, S. 28
  • Johann Balthasar Olischer: Entwurff einer Chronica der alten Voigtländischen Stadt Reichenbach. Friedrich Lankischens Erben, Leipzig 1729 (Digitalisat)
  • Richard Steche: Reichenbach. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 11. Heft: Amtshauptmannschaft Plauen. C. C. Meinhold, Dresden 1888, S. 69.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Reichenbach im Vogtland – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2012 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. K. F. Collmann: Reußische Geschichte. Erich Schlemm, Greiz, 1892, S. 7
  3. Ernst Devrient: Das Bistum Naumburg: Die Diözese, Walter de Gruyter, Berlin, 1998, S. 750
  4. Curt Röder (Hrsg.): Vogtländisches Jahrbuch, 11. Jahrgang, Plauen 1994, S. 175/176.
  5. Kurzbiografie von Rudolf Ladewig auf den Internetseiten der Stadt Reichenbach, zuletzt abgerufen am 11. Januar 2011
  6. Textauszug aus Reichenbach im Vogtland der Stadt Reichenbach vom Senioren Computer Club Reichenbach
  7. Alfred Harendt: Bomber über Reichenbach, in: Die Stunde Null, Berlin 1966, S. 28
  8. Präsentation zur Umgestaltung des Industrieareals für die Landesgartenschau 2009 (PDF; 2,7 MB)
  9. Stadtumbau Reichenbach im Vogtland (PDF; 12,7 MB)
  10. http://hov.isgv.de/Reichenbach/Vogtl.
  11. Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  12. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1996
  13. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1999
  14. Ergebnis der Kommunalwahl 2009 auf www.statistik.sachsen.de. Abgerufen am 16. Oktober 2010.