Reichsfilmarchiv

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Das Reichsfilmarchiv war ein 1935 eröffnetes staatliches Filmarchiv im Deutschen Reich während der Zeit des Nationalsozialismus mit Sitz in Berlin.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Reichsfilmarchiv wurde im Harnack-Haus in Berlin-Dahlem am 4. Februar 1935 in Anwesenheit von Adolf Hitler und Joseph Goebbels mit großem Propagandaaufwand eröffnet. Es erlangte schnell eine hohe internationale Reputation. Als 1938 in Paris die Fédération International des Archives du Film (FIAF) – ein internationaler Zusammenschluss der Filmarchive – gegründet wurde, war das Reichsfilmarchiv eines der vier Gründungsmitglieder.

Nach ihrem Einmarsch in Berlin im April 1945 nahmen die sowjetischen Truppen das Reichsfilmarchiv in ihre Gewalt und beschlagnahmten alle Filmmaterialien. In der Bundesrepublik trat 1947 das von Hanns Wilhelm Lavies gegründete Archiv für Filmwissenschaft die Nachfolge der Reichsfilmarchivs an und in der Deutschen Demokratischen Republik das Staatliche Filmarchiv der DDR.

Bestände[Bearbeiten]

Zum Zeitpunkt der Eröffnung besaß das Archiv bereits mehr als 1.200 Filme, die zum Teil aus dem Reichsarchiv Potsdam stammten, zum Teil von der Filmindustrie gestellt wurden mussten. Durch legalen Erwerb, zu einem erheblichen Teil aber auch durch Ablieferungszwang und Beschlagnahmen in den besetzten Gebieten, wuchs der Bestand bis zum Kriegsende auf 17.352 Filme an.

Nach Kriegsende ging der größte Teil der Bestände, die zum Teil im Glockenturm am Berliner Olympiastadion eingelagert waren, verloren. 6.400 ausgesuchte Filme gelangten in das sowjetische Filmarchiv in Krasnogorsk bei Moskau und von dort aus in die sowjetischen Kinos, wo sie zum Teil noch bis 1956 gespielt wurden. 1955 konnte das neu gegründete Staatliche Filmarchiv der DDR einen Teil der Bestände übernehmen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]