Reichskammer der bildenden Künste

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Reichskunstkammer, eigentlich Reichskammer der bildenden Künste, war eine Institution im Dritten Reich, welche die Aufgabe hatte, Bildende Kunst zu fördern, die der damaligen Gesinnung entsprach, aber auch Richtungen zu unterdrücken, die ihr widersprachen. Damit trug sie zur Gleichschaltung von Kunst und Gesellschaft während der Zeit des Nationalsozialismus bei.

Aufgaben[Bearbeiten]

Sie wurde am 1. November 1933 als eine von sieben Abteilungen der Reichskulturkammer gegründet und hatte folgende Aufgabe:[1]

„Aufgabe durch Zusammenwirken der Angehörigen aller von ihr umfaßten Tätigkeitszweige unter der Führung des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda die deutsche Kultur in Verantwortung für Volk und Reich zu fördern, die wirtschaftlichen und sozialen Angelegenheiten der Kulturberufe zu regeln und zwischen allen Bestrebungen der ihr angehörenden Gruppen einen Ausgleich zu bewirken“

Sie hatte als NS-Dachverband ferner die Aufgabe, Künstler zu fördern, die ihre Werke im Sinne der deutschen Nationalsozialisten gestalteten.

Um zu Ausstellungen zugelassen zu werden, war eine Mitgliedschaft in der Reichskunstkammer unerlässlich. Manche Künstler wurden abgelehnt oder ausgeschlossen, „wenn Tatsachen vorlagen, daß die in Frage kommende Person für die Ausübung ihrer Tätigkeit erforderliche Zuverlässigkeit und Eignung nicht besitzt.'“'[2]

Zu den Präsidialräten der Reichskammer der bildenden Künste gehörten Albert Speer, Hans Herbert Schweitzer, Hans Weidemann, Otto von Kursell und Richard Klein.

  • Erster Präsident der RKdBK war der Architekt Prof. Eugen Hönig von 1933 bis 1936
  • Adolf Ziegler, schon seit 1925 mit Hitler gut bekannt und langjähriger Sachbearbeiter für bildende Kunst in der NSDAP, war der Präsident der RBK von 1936 bis 1943.
  • Wilhelm Kreis war Präsident der RBK von 1943 bis 1945.

Im Jahre 1941 wurde Arno Breker zum Vizepräsidenten der RBK ernannt.

Die offizielle Zeitschrift für den Fachverband für Baukunst wurde von dem Verleger Otto Karl Stollberg unter dem Titel „Die Baugilde - Zeitschrift des Bundes Deutscher Architekten“ herausgegeben.

Struktur[Bearbeiten]

Die Reichkammer der bildenden Künste gliederte sich in folgende Fachverbände[3]:

  • Bund Deutscher Architekten e.V.
  • Bund Deutscher Gartengestalter e.V.
  • Bund Deutscher Gebrauchsgraphiker e.V.
  • Bund Deutscher Maler und Graphiker e.V.
  • Bund Deutscher Bildhauer e.V.
  • Bund Deutscher Kopisten e.V.
  • Bund Deutscher Kunsthandwerker e.V.
  • Bund Deutscher Kunst- und Antiquitätenhändler e.V.
  • Bund Deutscher Kunstverleger und Kunstblatthändler e.V.
  • Reichsfachschaft Deutscher Werbefachleute NSRDW e.V., Fachgruppe Gebrauchswerber
  • Bund Deutscher Kunstwissenschaftler e.V.
  • Bund Deutscher Museen und Sammlungen e.V.
  • Bund Deutscher Künstlervereine e.V.
  • Bund Deutscher Kunstvereine e.V.
  • Katholische Reichsgemeinschaft christlicher Kunst
  • Evangelische Reichsgemeinschaft christlicher Kunst

Literatur[Bearbeiten]

  • Kunst im 3. Reich. Dokumente der Unterwerfung, Frankfurter Kunstverein (Steinernes Haus am Römerberg) 15. Oktober – 8. Dezember 1974, Frankfurt 1974.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. § 3 des Reichskulturkammergesetzes, in: Kunst im 3. Reich. Dokumente der Unterwerfung, Frankfurt 1974, S. 17
  2. § 10 des Reichskulturkammergesetzes, in: Kunst im 3. Reich. Dokumente der Unterwerfung, Frankfurt 1974, S. 19
  3. "Die Kunstkammer", amtliches Organ der Reichskunstkammer; Hauptschriftleiter Stephan Hirzel, der stellv. Leiter des evangelischen "Kunstdienstes". Zitiert nach Hans Prolingheuer, Hitlers fromme Bilderstürmer, S. 135