Reichskommissariat Kaukasien

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Das Reichskommissariat Kaukasien war ein geplantes Reichskommissariat des Großdeutschen Reiches, das nach dem angestrebten deutschen Sieg im Krieg gegen die Sowjetunion eingerichtet werden sollte. Für das zwischen Schwarzem Meer, Kaspischem Meer und Kaukasus gelegene Gebiet mit einer Fläche von rund 500.000 km² und einer Bevölkerung von rund 18 Millionen war Tiflis als Verwaltungssitz vorgesehen. Entsprechend dem Konzept Alfred Rosenbergs, der „Dekomposition“ Russlands, sollte eine Förderung einer gewissen Eigenständigkeit der Völkervielfalt dieses Raumes durchgeführt werden. Dabei wollte man sowohl Kosaken, als auch christliche und moslemische Völker des Kaukasus instrumentalisieren, obwohl diese als „rassefremd“ und somit nicht als gleichrangige Bündnispartner angesehen wurden.[1] Diese ethnischen Gruppen galten als besonders kollaborationswillig, weil sie stark unter dem bolschewistischen Regime gelitten hatten. Als Reichskommissar war der „krude Parteijournalist“ Arno Schickedanz vorgesehen.[2]

Geplante territoriale Gliederung[Bearbeiten]

Das Reichskommissariat sollte in sieben Generalkommissariate mit mehreren Sonderkommissariaten unterteilt werden.

Generalkommissariat Georgien[Bearbeiten]

Sitz: Tiflis

20 Kreiskommissariate (75 Rayons)

dazu:

Generalkommissariat Aserbeidschan[Bearbeiten]

Sitz: Baku

30 Kreiskommissariate (87 Rayons) inklusive Bergkarabach

Generalkommissariat Kuban[Bearbeiten]

Sitz: Krasnodar

30 Kreiskommissariate (83 Rayons) inklusive südwestl. Teil des Gebietes Rostow

Generalkommissariat Terek[Bearbeiten]

Sitz: Woroschilowgrad (Stawropol)

20 Kreiskommissariate (60 Rayons)

Generalkommissariat für die Gebiete der Bergvölker (Berg-Kaukasien)[Bearbeiten]

Sitz: Ordschonikidse (Wladikawkas)

30 Kreiskommissariate (93 Rayons) inklusive Gebiet Kisljar

Generalkommissariat Armenien[Bearbeiten]

Sitz: Jerewan

12 Kreiskommissariate (42 Rayons)

Generalkommissariat Kalmückien[Bearbeiten]

Sitz: Astrachan

inklusive ASSR Kalmückien, Gebiet Astrachan und südöstlichen Teil des Gebietes Rostow

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rolf-Dieter Müller: An der Seite der Wehrmacht. Hitlers ausländische Helfer beim „Kreuzzug gegen den Bolschewismus“ 1941–1945. Links Verlag, Berlin 2007, ISBN 978-3-86153-448-8, S. 229.
  2. Dieter Pohl: Die Herrschaft der Wehrmacht. Deutsche Militärbesatzung und einheimische Bevölkerung in der Sowjetunion 1941–1944. Verlag Oldenbourg, München 2008, ISBN 978-3-48658-065-5, S. 300.