Reichskriegsschatz
Der Reichkriegsschatz wurde aus Kontributionszahlungen Frankreichs an das Deutsche Reich aus dem Frieden von Frankfurt nach Beendigung des Deutsch-Französischen Krieges 1871 gebildet. Der Schatz hatte einen Wert von 40 Millionen Talern (= 120 Millionen Goldmark, heutiger Wert ca. 1,3 Mrd. Euro) und wurde in 1.200 mit Goldmünzen gefüllten Kisten ab 1874 im Juliusturm der Zitadelle Spandau (Berlin) eingelagert[1].
Teile des Reichskriegsschatzes wurden kurzfristig zur Finanzierung des deutschen Eingreifens im Boxeraufstand verwendet. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges 1919 musste der Reichskriegsschatz im Rahmen des Versailler Vertrages an Frankreich übergeben werden.
In Anspielung auf den Reichskriegsschatz wurden die in den Anfangsjahren der Bundesrepublik Deutschland unter Finanzminister Fritz Schäffer erwirtschafteten Haushaltsüberschüsse „Juliusturm“ genannt.