Reichsmilitärgericht

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Reichsmilitärgericht am Lietzensee, um 1915

Das Reichsmilitärgericht (RMG) war bis 1919 das höchste deutsche Militärgericht. In der Zeit des Nationalsozialismus nahm das Reichskriegsgericht (RKG) diese Funktion wahr.

In Preußen wurde am 1. Oktober 1900 das bis dahin zuständige Generalauditoriat (mit dem Generalauditor) aufgrund des Gesetzes vom 1. Dezember 1898 über die Militärgerichtsordnung durch das Reichsmilitärgericht ersetzt.

Das Königreich Bayern besaß im Rahmen seiner Reservatrechte als letzten Rest der Bayerischen Militärgerichtsbarkeit dort einen eigenen (III.) Senat.

Der Dienstsitz des Reichsmilitärgerichtes war in der Witzlebenstraße 4-5 in Charlottenburg bei Berlin. Der Präsident, ein General oder Admiral im Range eines Kommandierenden Generals bzw. Admirals, wurde vom Kaiser ernannt.[1]

Präsidenten[Bearbeiten]

Dienstgrad Name Datum[2]
General der Infanterie Julius Heinrich von Gemmingen-Steinegg 9. Juli 1900 bis 20. Oktober 1903
General der Kavallerie Robert von Massow 20. Oktober 1903 bis 23. September 1906
General der Infanterie Wilhelm von Linde-Suden 24. September 1906 bis 6. April 1911
General der Infanterie Günther von Kirchbach 7. April 1911 bis 26. Juli 1918
Generaloberst Moriz von Lyncker 27. Juli 1918 bis 25. Juni 1919
Generalleutnant Arthur von Gabain 25. Juni 1919 bis 30. September 1920

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Brockhaus' Konversationslexikon Band 13, F. A. Brockhaus, Leipzig 1908, S. 731
  2. Dermot Bradley (Hrsg.), Günter Wegner: Stellenbesetzung der Deutschen Heere 1815-1939. Band 1: Die Höheren Kommandostellen 1815-1939. Biblio Verlag. Osnabrück 1990. ISBN 3-7648-1780-1. S. 32.