Finnisches Parlament

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Eduskunta
Riksdagen
Finnisches Parlament
Logo Parlamentsgebäude
Logo Gebäude
Basisdaten
Sitz: Helsinki
Legislaturperiode: 4 Jahre
Erste Sitzung: 25. Mai 1907
Abgeordnete: 200
Aktuelle Legislaturperiode
Letzte Wahl: 17. April 2011
Vorsitz: Parlamentspräsident
Eero Heinäluoma (SDP)
2
12
42
10
10
35
44
6
38
1
12 42 10 10 35 44 38 
Sitzverteilung:
Website
web.eduskunta.fi
An der Stirnseite des Plenarsaals befinden sich das Präsidium und der Stenografische Dienst, links davon Rednerpult und Regierungsbank. Über dem Abgeordnetenrund bieten Logen Platz für Zuschauer und Medienvertreter.
Wandelhalle.

Das Finnische Parlament (finnisch eduskunta, schwedisch riksdagen[1], daher deutsch auch Reichstag) ist ein Einkammer-Parlament mit 200 Abgeordneten und hat seinen Sitz in Helsinki. Parlamentspräsident ist seit dem 23. Juni 2011 der Sozialdemokrat Eero Heinäluoma.

Verfassung[Bearbeiten]

Gemäß dem finnischen Grundgesetz vertritt den Reichstag das Volk und übt die gesetzgebende Gewalt aus. Weiterhin entscheidet es über den Staatshaushalt, ratifiziert internationale Verträge und überwacht die Arbeit der Regierung. Es kann die Verfassung ändern, die Regierung absetzen und Vetos des Präsidenten überstimmen. Verfassungsänderungen muss das Parlament zweimal in zwei unterschiedlichen Legislaturperioden, zwischen denen eine Reichstagswahl stattfindet, zustimmen.

Wahlrecht[Bearbeiten]

Wahlberechtigt sind Bürger mit finnischer Staatsangehörigkeit ab 18 Jahren; auch die, die ständig im Ausland wohnen. Die Abgeordneten werden für vier Jahre nach dem Verhältniswahlrecht gewählt. Für die Reichstagswahl ist Finnland in 15 Wahlkreise aufgeteilt. Die Anzahl der Abgeordneten eines Wahlkreises bestimmt sich nach der Bevölkerungszahl, mit Ausnahme von Åland, das stets einen Abgeordneten stellt. Die Verteilung der Mandate erfolgt nach dem D'Hondt-Verfahren.

Der Wahltag lag traditionell im März, 2011 wurde erst im April gewählt.

Wahl 2011[Bearbeiten]

Die jüngste Wahl fand am 17. April 2011 statt. Stärkste Kraft wurde mit 20,4 % die konservative Sammlungspartei unter der Führung von Jyrki Katainen. Die größten Gewinne verzeichnete allerdings die Protestpartei «Wahre Finnen». Die Zentrumspartei zog sich als Wahlverliererin aus der Regierung zurück. Sie wurde durch eine breite Koalition aus Sammlungspartei, Sozialdemokraten, Linkspartei, Grünen, Schwedischer Volkspartei und Christdemokraten ersetzt (Regierung Katainen). Nach dem Fraktionsaustritt von zwei Abgeordneten der Linken verfügte diese Koalition über 124 von 200 Sitzen im Reichstag. Im Oktober 2013 schlossen die Basisfinnen ihr Mitglied James Hirvisaari aus der Partei aus. Er trat daraufhin der Kleinpartei Muutos 2011 bei. Am 25. März 2014 trat das Linksbündnis aus der Koalition aus.

Ergebnis der Parlamentswahl in Finnland 2011
Partei Stimmen Sitze
Anzahl  % +/− Anzahl +/−
Nationale Sammlungspartei (KOK) 599.138 20,4 –1,9 44 –6
Sozialdemokratische Partei Finnlands (SDP) 561.558 19,1 –2,3 42 –3
Basisfinnen (PS) 560.075 19,1 +15,0 39 +34
Finnische Zentrumspartei (KESK) 463.266 15,8 –7,3 35 –16
Linksbündnis (VAS) 239.039 8,1 –0,7 14 –3
Grüner Bund (VIHR) 213.172 7,3 –1,2 10 –5
Schwedische Volkspartei (SFP) 125.785 4,3 –0,3 9
Finnische Christdemokraten (KD) 118.453 4,0 –0,9 6 –1
Piratenpartei (PIR) 15.103 0,5 +0,5
Kommunistische Partei Finnlands (SKP) 9.232 0,3 –0,4
Sonstige 34.750 1,2 [2] 1
Gesamt 2.939.571 100,0 200
Wahlberechtigte 4.387.701
Wahlbeteiligung 67,4 %
Abgegebene Stimmen 2.955.865
Ungültige Stimmen 16.294
Quelle: Finnisches Justizministerium[3]

Sitzverteilung seit 1907[Bearbeiten]

Gebäude[Bearbeiten]

Das Reichstagsgebäude (eduskuntatalo) wurde 1926/31 von J.S. Sirén errichtet.

Das Reichstagsgebäude (finnisch eduskuntatalo, schwedisch riksdagshuset) liegt im zentralen Helsinki an der Straße Mannerheimintie. Das Gebäude wurde von dem Architekten Johan Sigfrid Sirén im neoklassizistischen Stil entworfen. Der Bau begann 1926, die offizielle Eröffnung fand am 7. März 1931 statt. 1978 wurde das Parlament durch einen dreiteiligen Gebäudekomplex erweitert. Moderne Abgeordnetenbüros, ein Besucherzentrum und ein viel frequentiertes Restaurant befinden sich im jüngsten Anbau aus dem Jahr 2004, dem sogenannten Kleinen Parlament (pikkuparlamentti, lilla parlamentet).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bis 1919 schwed. lantdagen
  2. Der Vertreter Ålands schließt sich traditionell der Fraktion der Schwedischen Volkspartei an. Seit 2007 hat die parteilose Elisabeth Nauclér das Mandat inne.
  3. Offizielles Ergebnis Parlamentswahl 2011 Finnisches Justizministerium (Englisch)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Finnisches Parlament – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

60.172524.932777777778Koordinaten: 60° 10′ 21″ N, 24° 55′ 58″ O