Reichstagswahl 1907

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Die Ergebnisse der Reichstagswahl nach Wahlkreisen. Die Nummerierung der Wahlkreise entspricht der der Tabelle.
Mehrheiten nach Wahlkreisen in einer zeitgenössischen Karte

Die Reichstagswahl 1907 war die Wahl zum 12. Deutschen Reichstag. Sie fand am 25. Januar 1907 statt und wurde von den Zeitgenossen auch als „Hottentottenwahl“ oder „Hottentottenwahlen“ bezeichnet.

Vorgeschichte der „Hottentottenwahl“[Bearbeiten]

Die Wahl wurde als Hottentottenwahl bezeichnet, weil ihre Ursache und der Wahlkampf durch den Hererokrieg in der Kolonie Deutsch-Südwestafrika bestimmt waren, vor allem aber durch den damit zusammenhängenden Aufstand der Nama. Die Nama wurden als „Hottentotten“ bezeichnet – ein schon damals abwertender Ausdruck. Durch den anhaltenden und mit hohen Kosten verbundenen Kolonialkrieg kam es in Deutschland zu einer politischen Krise, nachdem die deutsche Regierung am 2. August 1906 im Reichstag einen Nachtragshaushalt in Höhe von 29 Millionen Mark für den Krieg in Deutsch-Südwestafrika beantragt hatte. Vor allem die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) weigerte sich angesichts rücksichtsloser Kriegsführung mit zahlreichen Opfern unter den geschätzten 20.000 Nama, weiteren Geldern zuzustimmen. Zunächst hatte die Reichsleitung versucht, den Konflikt durch ein gewisses Entgegenkommen beizulegen. Vor allem der Zentrumsabgeordnete Matthias Erzberger kritisierte scharf die umfangreichen Ausgaben und argumentierte gegen die Kolonialkriege. Dies führte dazu, dass auch die Zentrumsfraktion teilweise gegen ihren Willen den Nachtragshaushalt ablehnte. Dagegen traten Konservative und Nationalliberale vehement für die Weiterführung des Kolonialkrieges ein. Die Abstimmung am 13. Dezember ergab eine knappe Mehrheit von 177 zu 168 gegen den Nachtragshaushalt.

Noch am selben Tag ließ Reichskanzler Bernhard Fürst von Bülow auf Verordnung Wilhelm II. – der auch inhaltlich diesen Schritt befürwortete – den Reichstag auflösen. Ein Grund für die Auflösung angesichts einer nicht sehr bedeutenden Sachfrage war, dass nicht nur beim Kaiser, sondern auch in weiten Teilen der Bürokratie die Vorbehalte gegen die bisherige starke Stellung des Zentrums immer größer geworden waren. Bülow, der diese Position nicht teilte und sich gern weiter auf das Zentrum gestützt hätte, gab nach. Er hoffte, seine angeschlagene Vertrauensposition beim Kaiser durch den Versuch, eine neue politische Regierungsmehrheit zu etablieren, wiederherzustellen. Nach Lage der Dinge kam dazu nur eine Wiederauflage der Zusammenarbeit mit den ehemaligen Kartellparteien aus Konservativen und Nationalliberalen erweitert um die Linksliberalen in Frage. Nach dem Tod von Eugen Richter im Jahr zuvor hatte sich schon seit längerem eine Bereitschaft der Linksliberalen abgezeichnet, die Regierung zu stützen. Dieses Bündnis kam tatsächlich zustande und wird allgemein als Bülow-Block bezeichnet. Nicht zuletzt durch Vermittlung der Regierung kam es zu Wahlabsprachen zwischen den beteiligten Parteien für die mittlerweile üblich gewordenen Stichwahlen.

Im Vorfeld der nun anstehenden Wahlen war es vor allem die Regierung selber, die mit ihrer Propagierung einer in „nationalen Fragen“ zuverlässigen Mehrheit und des Kampfes gegen die Sozialdemokratie, die als Feind der Monarchie, von Religion und Eigentum bekämpft wurde, sowie die national unzuverlässige Zentrumspartei den Ton angab. Ziel war es, die Kartellparteien und die Linksliberalen zu einem national gesinnten, antisozialistischen und antiklerikalen Block zusammenzuschließen. Unterstützt wurde dies durch einen neu gegründeten Reichsverband gegen die Sozialdemokratie.

Wahlausgang[Bearbeiten]

Die Wahlbeteiligung lag bei 84,7 %. Sie war damit die höchste aller Reichstagswahlen bis zu diesem Zeitpunkt. Nur bei der folgenden Reichstagswahl 1912 gab es etwa dieselbe Beteiligung.

Der Bülow-Block war erfolgreich: Insbesondere den Sozialdemokraten konnten durch Wahlabsprachen Wahlkreise abgenommen werden. Zwar blieb die SPD mit Abstand von 10 % nach Stimmenanteilen die stärkste Partei, musste aber im Vergleich zur Reichstagswahl von 1903 prozentual leichte Verluste hinnehmen, auch wenn sie gegenüber 1903 noch einmal eine Viertelmillion Stimmen dazugewinnen konnten. Dies fiel aber angesichts der hohen Wahlbeteiligung, die vor allem dem Block zugutekam, nicht ins Gewicht. Besonders für die Sozialdemokraten wirkten sich die Stichwahlabkommen der Blockparteien negativ aus. Statt auf 81 wie 1903 kam die Partei nur noch auf 43 Mandate. Damit war der seit der Reichstagswahl 1887 bestehende Aufwärtstrend der SPD vorläufig gestoppt. Das Zentrum stagnierte, konnte aber noch Mandate (105 statt 100) hinzugewinnen.

Alle Parteien des Blocks gewannen Mandate hinzu. Durch die Wahlabsprachen im Vorfeld fiel zudem die Konkurrenz untereinander weitgehend aus. Die beiden konservativen Parteien konnten so die Zahl ihrer Mandate von 75 auf 84 steigern. Geringer fielen die Gewinne der Nationalliberalen aus, die statt 51 nun 54 Parlamentssitze erhielten. Besonders deutlich waren die Gewinne der Linksliberalen. Sie konnten sich von 36 auf 49 Mandate verbessern. Insgesamt kam der Block auch unter Einschluss einiger kleiner Parteien und fraktionsloser Abgeordneter auf 220 von 397 Sitzen.

Bemerkenswert war auch das gute Abschneiden polnischer Kandidaten in Oberschlesien, wo polnische Kandidaten 5 der 12 Wahlkreise gewinnen konnten. Dies stand im Gegensatz zu allen Reichstagswahlen von 1871 bis 1898, wo polnische Kandidaten trotz der überwiegend polnischsprachigen Bevölkerung dort nie ein Mandat hatten gewinnen können. Diese Politisierung der oberschlesischen Polen war ganz wesentlich der antipolnischen Sprachen- und Kulturpolitik der preußischen Regierung geschuldet (vgl. Wreschener Schulstreik).

Ergebnisse[Bearbeiten]

Politische Richtung Parteien Wählerstimmen Sitze im Reichstag
in Mio. Anteil ggüb. 1903 absolut Anteil ggüb. 1903
Konservative Deutschkonservative Partei (DKP) 1,060   9,4 % −0,6 %  60 15,1 %   +6
Deutsche Reichspartei (DRP) 0,472   4,2 % +0,7 %  24   6,0 %   +3
Liberale Rechts- Nationalliberale Partei (NLP) 1,631 14,5 % +0,6 %  55 13,9 %   +4
gemäßigt Freisinnige Vereinigung (FVg) 0,359   3,2 % +0,6 %  14   3,5 %   +5
Links- Freisinnige Volkspartei (FVp) 0,736   6,5 % +0,8 %  28   7,1 %   +7
Deutsche Volkspartei (DtVP) 0,139   1,2 % +0,2 %   7   1,8 %   +1
Katholiken Zentrumspartei 2,180 19,4 % −0,3 % 105 26,4 %   +5
Sozialisten Sozialdemokraten (SPD) 3,259 28,9 % −2,8 %  43 10,8 % −38
Andere und
Unabhängige
Regionalparteien, Minderheiten1) 0,651   5,8 % −0,1 %  29   7,3 %   −3
Bauernparteien/-bünde2) 0,195   1,7 % −0,7 %   9   2,3 %   +1
Antisemitenparteien3) 0,353   3,1 % +0,5 %  21   5,3 % +10
Sonstige 0,228   2,0 % +0,9 %   2   0,5 %   −1
Gesamt 11,263 100 % 397 100 %

Anmerkungen:

Gewählte Abgeordnete nach Wahlkreisen[Bearbeiten]

In jedem der insgesamt 397 Wahlkreise wurde nach absolutem Mehrheitswahlrecht ein Abgeordneter gewählt. Wenn kein Kandidat im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit erreichte, wurde eine Stichwahl zwischen den beiden bestplatzierten Kandidaten durchgeführt.

Preußen[Bearbeiten]

Königreich Preußen
Provinz OstpreußenRegierungsbezirk Königsberg
1 Memel, Heydekrug Felix Schwabach NLP
2 Labiau, Wehlau Leberecht Arendt DKP
3 Königsberg-Stadt Robert Gyßling FVp
4 Fischhausen, Königsberg-Land Richard zu Dohna-Schlobitten DKP
5 Heiligenbeil, Preußisch-Eylau Carl von Elern DKP
6 Braunsberg, Heilsberg Cölestin Krebs Zentrum
7 Preußisch-Holland, Mohrungen Hermann Otto Glüer DKP
8 Osterode i. Opr., Neidenburg Hermann Nehbel DKP
9 Allenstein, Rößel Johann Hirschberg Zentrum
10 Rastenburg, Friedland, Gerdauen Bernhard von Pressentin gen. von Rautter DKP
Provinz Ostpreußen – Regierungsbezirk Gumbinnen
1 Tilsit, Niederung Georg Schickert DKP
2 Ragnit, Pillkallen Hans von Kanitz DKP
3 Gumbinnen, Insterburg Julius Mentz DKP
4 Stallupönen, Goldap, Darkehmen Hermann Kreth DKP
5 Angerburg, Lötzen Ludwig von Staudy DKP
6 Oletzko, Lyck, Johannisburg Udo zu Stolberg-Wernigerode DKP
7 Sensburg, Ortelsburg Ferdinand Rogalla von Bieberstein DKP
Provinz WestpreußenRegierungsbezirk Danzig
1 Marienburg, Elbing Elard Kurt von Oldenburg DKP
2 Danzig Land Franz Doerksen DRP
3 Danzig Stadt Karl Mommsen FVg
4 Neustadt (Westpr.), Putzig, Karthaus Roman von Janta-Polczynski Pole
5 Berent, Preußisch Stargard, Dirschau Jan Brejski Pole
Provinz Westpreußen – Regierungsbezirk Marienwerder
1 Marienwerder, Stuhm Karl Witt DRP
2 Rosenberg (Westpr.), Löbau Konrad Finck von Finckenstein DKP
3 Graudenz, Strasburg (Westpr.) Julius Sieg NLP
4 Thorn, Kulm, Briesen Felix Ortel NLP
5 Schwetz Julian von Saß-Jaworski Pole
6 Konitz, Tuchel Wiktor Kulerski Pole
7 Schlochau, Flatow Fritz Wilckens DKP
8 Deutsch-Krone Karl von Gamp-Massaunen DRP
Berlin
1 Alt-Berlin, Cölln, Friedrichswerder, Dorotheenstadt, Friedrichstadt-Nord Johannes Kaempf FVp
2 Schöneberger Vorstadt, Friedrichsvorstadt, Tempelhofer Vorstadt, Friedrichstadt-Süd Richard Fischer SPD
3 Luisenstadt diesseits des Kanals, Neu-Cölln Wolfgang Heine SPD
4 Luisenstadt jenseits des Kanals, Stralauer Vorstadt, Königsstadt-Ost Paul Singer SPD
5 Spandauer Vorstadt, Friedrich-Wilhelm-Stadt, Königsstadt-West Robert Schmidt SPD
6 Wedding, Gesundbrunnen, Moabit, Oranienburger Vorstadt, Rosenthaler Vorstadt Georg Ledebour SPD
Provinz BrandenburgRegierungsbezirk Potsdam
1 Westprignitz Hans Stubbendorff DRP
2 Ostprignitz Richard Löscher DRP
3 Ruppin, Templin Hermann Dietrich DKP
4 Prenzlau, Angermünde Ulrich von Winterfeldt DKP
5 Oberbarnim Moritz Pauli DRP
6 Niederbarnim, Lichtenberg Arthur Stadthagen SPD
7 Potsdam, Osthavelland, Spandau August Pauli DKP
8 Brandenburg an der Havel, Westhavelland Max Görcke NLP
9 Zauch-Belzig, Jüterbog-Luckenwalde Ulrich von Oertzen DRP
10 Teltow, Beeskow-Storkow, Charlottenburg, Schöneberg, Neukölln, Wilmersdorf Fritz Zubeil SPD
Provinz Brandenburg – Regierungsbezirk Frankfurt
1 Arnswalde, Friedeberg Wilhelm Bruhn Antisemiten (Ref)
2 Landsberg (Warthe), Soldin Kunibert Böning DKP
3 Königsberg (Neumark) Werner von Saldern DKP
4 Frankfurt (Oder), Lebus Albert Detto NLP
5 Oststernberg, Weststernberg Axel von Kaphengst DKP
6 Züllichau-Schwiebus, Crossen Karl Schlüter DRP
7 Guben, Lübben Heinrich zu Schoenaich-Carolath NLP
8 Sorau, Forst Rudolf Bahn NLP
9 Cottbus, Spremberg Willibald von Dirksen DRP
10 Calau, Luckau Adolf Wilhelm Henning DKP
Provinz PommernRegierungsbezirk Stettin
1 Demmin, Anklam Hans von Schwerin-Löwitz DKP
2 Ueckermünde, Usedom-Wollin Werner Delbrück FVg
3 Randow, Greifenhagen Fritz von Steinaecker DKP
4 Stettin Heinrich Dohrn FVg
5 Pyritz, Saatzig Wolfgang Gans Edler Herr zu Putlitz DKP
6 Naugard, Regenwalde Otto Siebenbürger DKP
7 Greifenberg, Kammin Oskar von Normann DKP
Provinz Pommern – Regierungsbezirk Köslin
1 Stolp, Lauenburg in Pommern Arthur Will DKP
2 Bütow, Rummelsburg, Schlawe Hubert von Michaelis DKP
3 Köslin, Kolberg-Körlin, Bublitz Gustav Malkewitz DKP
4 Belgard, Schivelbein, Dramburg Eugen von Brockhausen DKP
5 Neustettin Bogislav von Bonin DKP
Provinz Pommern – Regierungsbezirk Stralsund
1 Rügen, Stralsund, Franzburg Edmund Stengel FVp
2 Greifswald, Grimmen Georg Gothein FVg
Provinz PosenRegierungsbezirk Posen
1 Posen Bernard von Chrzanowski Pole
2 Samter, Birnbaum, Obornik, Schwerin (Warthe) Mathias von Brudzewo-Mielzynski Pole
3 Meseritz, Bomst Hans Otto von Gersdorff DKP
4 Buk, Schmiegel, Kosten Witold von Skarzynski Pole
5 Gostyn, Rawitsch Anton Stychel Pole
6 Fraustadt, Lissa Max Kolbe DRP
7 Schrimm, Schroda Alfred von Chlapowo Chlapowski Pole
8 Wreschen, Pleschen, Jarotschin Wladislaus Seyda Pole
9 Krotoschin, Koschmin Wladislaus von Mieczkowski Pole
10 Adelnau, Schildberg, Ostrowo, Kempen in Posen Ferdinand von Radziwill Pole
Provinz Posen – Regierungsbezirk Bromberg
1 Czarnikau, Filehne, Kolmar in Posen Max Zindler DKP
2 Wirsitz, Schubin, Znin Leon von Czarlinski Pole
3 Bromberg Georg Schultz DRP
4 Inowrazlaw, Mogilno, Strelno Sigismund von Dziembowski-Pomian Pole
5 Gnesen, Wongrowitz, Witkowo Leon von Grabski Pole
Provinz SchlesienRegierungsbezirk Breslau
1 Guhrau, Steinau, Wohlau Friedrich von Carmer-Osten DKP
2 Militsch, Trebnitz Ernst von Heydebrand und der Lasa DKP
3 Groß Wartenberg, Oels Hans Euen DKP
4 Namslau, Brieg Theodor Perniock DKP
5 Ohlau, Strehlen, Nimptsch Robert Rother DKP
6 Breslau-Ost Hermann von Hatzfeldt DRP
7 Breslau-West Otto Pfundtner FVp
8 Neumarkt, Breslau-Land Hans Ernst von Carmer-Zieserwitz DKP
9 Striegau, Schweidnitz Karl von Richthofen-Damsdorf DKP
10 Waldenburg Hermann Sachse SPD
11 Reichenbach, Neurode Hermann Fleischer Zentrum
12 Glatz, Habelschwerdt Hans Georg von Oppersdorff Zentrum
13 Frankenstein, Münsterberg Hans Praschma von Bilkau Zentrum
Provinz Schlesien – Regierungsbezirk Oppeln
1 Kreuzburg, Rosenberg O.S. Christian Kraft zu Hohenlohe-Öhringen DKP
2 Oppeln Paul Brandys Pole
3 Groß Strehlitz, Kosel Joseph Glowatzki Zentrum
4 Lublinitz, Tost-Gleiwitz Theodor Jankowski Pole
5 Beuthen, Tarnowitz Adam Napieralski Pole
6 Kattowitz, Zabrze Wojciech Korfanty Pole
7 Pleß, Rybnik Alexander Skowronski Pole
8 Ratibor Wilhelm Frank Zentrum
9 Leobschütz Florian Klose Zentrum
10 Neustadt O.S. Franz Strzoda Zentrum
11 Falkenberg O.S., Grottkau Alfred Hubrich Zentrum
12 Neisse Albert Horn Zentrum
Provinz Schlesien – Regierungsbezirk Liegnitz
1 Grünberg, Freystadt Georg Beuchelt DKP
2 Sagan, Sprottau Paul von Bolko DKP
3 Glogau August Hoffmeister FVg
4 Lüben, Bunzlau Karl Doormann FVp
5 Löwenberg Julius Kopsch FVp
6 Liegnitz, Goldberg-Haynau Otto Fischbeck FVp
7 Landeshut, Jauer, Bolkenhain Otto Hermes FVp
8 Schönau, Hirschberg Bruno Ablaß FVp
9 Görlitz, Lauban Otto Mugdan FVp
10 Rothenburg (Oberlausitz), Hoyerswerda Ernst Bassermann NLP
Provinz SachsenRegierungsbezirk Magdeburg
1 Salzwedel, Gardelegen Jordan von Kröcher DKP
2 Stendal, Osterburg Paul Fuhrmann NLP
3 Jerichow I, Jerichow II Rudolf von Byern DKP
4 Magdeburg Wilhelm Kobelt unbestimmt liberal
5 Neuhaldensleben, Wolmirstedt Andreas Fehlhauer NLP
6 Wanzleben Carl Rieseberg Antisemiten (WV)
7 Aschersleben, Quedlinburg, Calbe an der Saale Adolf Albrecht SPD
8 Halberstadt, Oschersleben, Wernigerode Hans Rimpau NLP
Provinz Sachsen – Regierungsbezirk Merseburg
1 Liebenwerda, Torgau Albert Wilde NLP
2 Schweinitz, Wittenberg Heinrich Dove FVg
3 Bitterfeld, Delitzsch Louis Bauermeister DRP
4 Halle (Saale), Saalkreis Carl Schmidt FVp
5 Mansfelder Seekreis, Mansfelder Gebirgskreis Otto Arendt DRP
6 Sangerhausen, Eckartsberga Karl Scherre DRP
7 Querfurt, Merseburg Johann Friedrich Winckler DKP
8 Naumburg, Weißenfels, Zeitz Paul Sommer FVp
Provinz Sachsen – Regierungsbezirk Erfurt
1 Nordhausen, Hohenstein Otto Wiemer FVp
2 Heiligenstadt, Worbis Josef von Strombeck Zentrum
3 Mühlhausen, Langensalza, Weißensee Albert Arnstadt DKP
4 Erfurt, Schleusingen, Ziegenrück Paul Hagemann NLP
Provinz Schleswig-Holstein
1 Hadersleben, Sonderburg Hans Peter Hanssen Däne
2 Apenrade, Flensburg Adolf Wommelsdorff NLP
3 Schleswig, Eckernförde Wilhelm Spethmann FVp
4 Tondern, Husum, Eiderstedt Johannes Leonhart FVp
5 Dithmarschen, Steinburg Wilhelm Görck NLP
6 Pinneberg, Segeberg Ernst Carstens FVp
7 Kiel, Rendsburg Carl Legien SPD
8 Altona, Stormarn Karl Frohme SPD
9 Oldenburg in Holstein, Plön Wilhelm Struve FVg
10 Herzogtum Lauenburg Siegfried Heckscher FVg
Provinz Hannover
1 Emden, Norden, Weener Edzard zu Innhausen und Knyphausen DKP
2 Aurich, Wittmund, Leer Johannes Semler NLP
3 Meppen, Lingen, Bentheim, Aschendorf, Hümmling Carl Friedrich Engelen Zentrum
4 Osnabrück, Bersenbrück, Iburg Franz Bitter Zentrum
5 Melle, Diepholz, Wittlage, Sulingen, Stolzenau Friedrich Wachhorst de Wente NLP
6 Syke, Verden Theodor Held NLP
7 Nienburg, Neustadt am Rübenberge, Fallingbostel Wilhelm Arning NLP
8 Hannover August Brey SPD
9 Hameln, Linden, Springe Fritz Hausmann NLP
10 Hildesheim, Marienburg, Alfeld (Leine), Gronau Heinrich Feldmann DKP
11 Einbeck, Northeim, Osterode am Harz, Uslar Hermann Findel NLP
12 Göttingen, Duderstadt, Münden Karl Götz von Olenhusen DHP
13 Goslar, Zellerfeld, Ilfeld Viktor Kölle Antisemiten (WV)
14 Gifhorn, Celle, Peine, Burgdorf Fritz Wehl NLP
15 Lüchow, Uelzen, Dannenberg, Bleckede August von der Wense DRP
16 Lüneburg, Soltau, Winsen (Luhe) Rudolf Sievers NLP
17 Harburg, Rotenburg in Hannover, Zeven Wilhelm Varenhorst DRP
18 Stade, Geestemünde, Bremervörde, Osterholz Adolf Reese NLP
19 Neuhaus (Oste), Hadeln, Lehe, Kehdingen, Jork Diederich Hahn BdL
Provinz WestfalenRegierungsbezirk Münster
1 Tecklenburg, Steinfurt, Ahaus Carl Herold Zentrum
2 Münster, Coesfeld Georg von Hertling Zentrum
3 Borken, Recklinghausen Karl Matthias Schiffer Zentrum
4 Lüdinghausen, Beckum, Warendorf Heinrich Wattendorf Zentrum
Provinz Westfalen – Regierungsbezirk Minden
1 Minden, Lübbecke Karl Sielermann DKP
2 Herford, Halle (Westfalen) Heinrich Contze NLP
3 Bielefeld, Wiedenbrück Carl Severing SPD
4 Paderborn, Büren Karl von Savigny Zentrum
5 Höxter, Warburg Otto Schmidt Zentrum
Provinz Westfalen – Regierungsbezirk Arnsberg
1 Wittgenstein, Siegen, Biedenkopf Adolf Stoecker Antisemiten (CSP)
2 Olpe, Arnsberg, Meschede Johannes Becker Zentrum
3 Altena, Iserlohn, Lüdenscheid Ottomar Müller FVp
4 Hagen, Schwelm, Witten Willi Cuno FVp
5 Bochum, Gelsenkirchen, Hattingen, Herne Otto Hue SPD
6 Dortmund, Hörde Theodor Bömelburg SPD
7 Hamm, Soest Joseph Wiedeberg Zentrum
8 Lippstadt, Brilon Wilhelm Schwarze Zentrum
Provinz Hessen-NassauRegierungsbezirk Wiesbaden
1 Obertaunus, Höchst, Usingen Friedrich Brühne SPD
2 Wiesbaden, Rheingau, Untertaunus Gustav Lehmann SPD
3 St. Goarshausen, Unterwesterwald Anton Dahlem Zentrum
4 Limburg, Oberlahnkreis, Unterlahnkreis Friedrich Buchsieb NLP
5 Dillkreis, Oberwesterwald Georg Burckhardt Antisemiten (CSP)
6 Frankfurt am Main Rudolf Oeser DtVP
Provinz Hessen-Nassau – Regierungsbezirk Kassel
1 Rinteln, Hofgeismar, Wolfhagen Richard Herzog Antisemiten (DSP)
2 Kassel, Melsungen Wilhelm Lattmann Antisemiten (DSP)
3 Fritzlar, Homberg, Ziegenhain Max Liebermann von Sonnenberg Antisemiten (DSP)
4 Eschwege, Schmalkalden, Witzenhausen Friedrich Raab Antisemiten (DSP)
5 Marburg, Frankenberg, Kirchhain Karl Böhme Antisemiten (DSP)
6 Hersfeld, Rotenburg (Fulda), Hünfeld Ludwig Werner Antisemiten (Ref)
7 Fulda, Schlüchtern, Gersfeld Richard Müller Zentrum
8 Hanau, Gelnhausen Gustav Hoch SPD
RheinprovinzRegierungsbezirk Köln
1 Köln-Stadt Karl Trimborn Zentrum
2 Köln-Land Cornelius Hamecher Zentrum
3 Bergheim (Erft), Euskirchen Martin Faßbender Zentrum
4 Rheinbach, Bonn Peter Spahn Zentrum
5 Siegkreis, Waldbröl Karl Georg Becker Zentrum
6 Mülheim am Rhein, Gummersbach, Wipperfürth Hermann de Witt Zentrum
Rheinprovinz – Regierungsbezirk Düsseldorf
1 Remscheid, Lennep, Mettmann Richard Eickhoff FVp
2 Elberfeld, Barmen Friedrich Linz DRP
3 Solingen Philipp Scheidemann SPD
4 Düsseldorf Theodor Kirsch Zentrum
5 Essen Johannes Giesberts Zentrum
6 Duisburg, Mülheim an der Ruhr, Ruhrort, Oberhausen Klemens Hengsbach SPD
7 Moers, Rees Karl Fritzen Zentrum
8 Kleve, Geldern Eduard Marcour Zentrum
9 Kempen Aloys Fritzen Zentrum
10 Gladbach Franz Hitze Zentrum
11 Krefeld August Pieper Zentrum
12 Neuss, Grevenbroich Hugo am Zehnhoff Zentrum
Rheinprovinz – Regierungsbezirk Koblenz
1 Wetzlar, Altenkirchen Franz Behrens Antisemiten (CSP)
2 Neuwied Karl Stupp Zentrum
3 Koblenz, St. Goar Georg Wellstein Zentrum
4 Kreuznach, Simmern Hermann Paasche NLP
5 Mayen, Ahrweiler Peter Wallenborn Zentrum
6 Adenau, Cochem, Zell Gottfried Ruegenberg Zentrum
Rheinprovinz – Regierungsbezirk Trier
1 Daun, Bitburg, Prüm Friedrich Dasbach Zentrum
2 Wittlich, Bernkastel Ferdinand von Wolff-Metternich Zentrum
3 Trier Jakob Euler Zentrum
4 Saarlouis, Merzig, Saarburg Hermann Roeren Zentrum
5 Saarbrücken Heinrich Boltz NLP
6 Ottweiler, St. Wendel, Meisenheim Conrad von Schubert NLP
Rheinprovinz – Regierungsbezirk Aachen
1 Schleiden, Malmedy, Montjoie Franz von Arenberg Zentrum
2 Eupen, Aachen-Land Josef Nacken Zentrum
3 Aachen-Stadt Hubert Sittart Zentrum
4 Düren, Jülich Alfred von Hompesch Zentrum
5 Geilenkirchen, Heinsberg, Erkelenz Anton Opfergelt Zentrum
Hohenzollernsche Lande – Regierungsbezirk Sigmaringen
1 Sigmaringen, Hechingen Emil Belzer Zentrum

Bayern[Bearbeiten]

Königreich Bayern
Oberbayern
1 München I (Altstadt, Lehel, Maxvorstadt) Gotthard Wölzl NLP
2 München II (Isarvorstadt, Ludwigsvorstadt, Au, Haidhausen, Giesing), München-Land, Starnberg, Wolfratshausen Georg von Vollmar SPD
3 Aichach, Friedberg, Dachau, Schrobenhausen Franz Beck Zentrum
4 Ingolstadt, Freising, Pfaffenhofen Karl von Freyberg Zentrum
5 Wasserburg, Erding, Mühldorf Martin Irl Zentrum
6 Weilheim, Werdenfels, Bruck, Landsberg, Schongau Klemens von Thünefeld Zentrum
7 Rosenheim, Ebersberg, Miesbach, Tölz Balthasar Ranner Zentrum
8 Traunstein, Laufen, Berchtesgaden, Altötting Anton Lehemeir Zentrum
Niederbayern
1 Landshut, Dingolfing, Vilsbiburg Peter Gleitsmann Zentrum
2 Straubing, Bogen, Landau, Vilshofen Joseph Schefbeck Zentrum
3 Passau, Wegscheid, Wolfstein, Grafenau Franz Seraph Pichler Zentrum
4 Pfarrkirchen, Eggenfelden, Griesbach Gottfried Mayer Zentrum
5 Deggendorf, Regen, Viechtach, Kötzting Georg Hinterwinkler Zentrum
6 Kelheim, Rottenburg, Mallersdorf Franz Xaver Steindl Zentrum
Pfalz
1 Speyer, Ludwigshafen, Frankenthal Franz Josef Ehrhart SPD
2 Landau, Neustadt an der Haardt Wilhelm Schellhorn-Wallbillich NLP
3 Germersheim, Bergzabern Wilhelm Spindler Zentrum
4 Zweibrücken, Pirmasens Heinrich Göring Zentrum
5 Homburg, Kusel Heinrich Stauffer BdL
6 Kaiserslautern, Kirchheimbolanden Gustav Roesicke BdL
Oberpfalz
1 Regensburg, Burglengenfeld, Stadtamhof Max von Pfetten Zentrum
2 Amberg, Nabburg, Sulzbach, Eschenbach Michael Sir Zentrum
3 Neumarkt, Velburg, Hemau Anton Kohl Zentrum
4 Neunburg, Waldmünchen, Cham, Roding Karl Schirmer Zentrum
5 Neustadt a. d. Waldnaab, Vohenstrauß, Tirschenreuth Georg Heim Zentrum
Oberfranken
1 Hof, Naila, Rehau, Münchberg Erwin Goller FVp
2 Bayreuth, Wunsiedel, Berneck August Hagen NLP
3 Forchheim, Kulmbach, Pegnitz, Ebermannstadt Friedrich Neuner NLP
4 Kronach, Staffelstein, Lichtenfels, Stadtsteinach, Teuschnitz Maximilian Pfeiffer Zentrum
5 Bamberg, Höchstadt Franz Schaedler Zentrum
Mittelfranken
1 Nürnberg Albert Südekum SPD
2 Erlangen, Fürth, Hersbruck Heinrich Manz FVp
3 Ansbach, Schwabach, Heilsbronn Michael Hufnagel DKP
4 Eichstätt, Beilngries, Weissenburg Karl Friedrich Speck Zentrum
5 Dinkelsbühl, Gunzenhausen, Feuchtwangen Tobias Nißler DKP
6 Rothenburg ob der Tauber, Neustadt an der Aisch Leonhard Hilpert BB
Unterfranken
1 Aschaffenburg, Alzenau, Obernburg, Miltenberg Liborius Gerstenberger Zentrum
2 Kitzingen, Gerolzhofen, Ochsenfurt, Volkach Luitpold Baumann Zentrum
3 Lohr, Karlstadt, Hammelburg, Marktheidenfeld, Gemünden Georg Stamm Zentrum
4 Neustadt an der Saale, Brückenau, Mellrichstadt, Königshofen, Kissingen Caspar Haeusler Zentrum
5 Schweinfurt, Haßfurt, Ebern Nikolaus Holzapfel Zentrum
6 Würzburg Johann Thaler Zentrum
Schwaben
1 Augsburg, Wertingen Richard Kalkhof Zentrum
2 Donauwörth, Nördlingen, Neuburg Johann Pütz Zentrum
3 Dillingen, Günzburg, Zusmarshausen Eugen Jäger Zentrum
4 Illertissen, Neu-Ulm, Memmingen, Krumbach Benedikt Hebel Zentrum
5 Kaufbeuren, Mindelheim, Oberdorf, Füssen Wilhelm Mayer Zentrum
6 Immenstadt, Sonthofen, Kempten, Lindau Alois Schmid Zentrum

Sachsen[Bearbeiten]

Königreich Sachsen
1 Zittau Louis Heinrich Buddeberg FVp
2 Löbau August Weber NLP
3 Bautzen, Kamenz, Bischofswerda Heinrich Gräfe Antisemiten (Ref)
4 Dresden rechts der Elbe, Radeberg, Radeburg August Kaden SPD
5 Dresden links der Elbe Karl Heinze NLP
6 Dresden-Land links der Elbe, Dippoldiswalde Georg Horn SPD
7 Meißen, Großenhain, Riesa Gustav Gäbel Antisemiten (Ref)
8 Pirna, Sebnitz Otto Hanisch Antisemiten (WV)
9 Freiberg, Hainichen Eduard Wagner DKP
10 Döbeln, Nossen, Leisnig Otto Everling NLP
11 Oschatz, Wurzen, Grimma Eduard Giese DKP
12 Leipzig-Stadt Johannes Junck NLP
13 Leipzig-Land, Taucha, Markranstädt, Zwenkau Friedrich Geyer SPD
14 Borna, Geithain, Rochlitz Eduard von Liebert DRP
15 Mittweida, Frankenberg, Augustusburg Daniel Stücklen SPD
16 Chemnitz Gustav Noske SPD
17 Glauchau, Meerane, Hohenstein-Ernstthal Ignaz Auer SPD
18 Zwickau, Crimmitschau, Werdau Wilhelm Stolle SPD
19 Stollberg, Schneeberg Hermann Goldstein SPD
20 Marienberg, Zschopau Oswald Zimmermann Antisemiten (Ref)
21 Annaberg, Schwarzenberg, Johanngeorgenstadt Gustav Stresemann NLP
22 Auerbach, Reichenbach Anton Robert Merkel NLP
23 Plauen, Oelsnitz, Klingenthal Oskar Günther FVp

Württemberg[Bearbeiten]

Königreich Württemberg
1 Stuttgart Karl Hildenbrand SPD
2 Cannstatt, Ludwigsburg, Marbach, Waiblingen Johannes von Hieber NLP
3 Heilbronn, Besigheim, Brackenheim, Neckarsulm Friedrich Naumann FVg
4 Böblingen, Vaihingen, Leonberg, Maulbronn Jonathan Roth BdL
5 Esslingen, Nürtingen, Kirchheim, Urach Albert Wetzel NLP
6 Reutlingen, Tübingen, Rottenburg Friedrich von Payer DtVP
7 Nagold, Calw, Neuenbürg, Herrenberg Heinrich Schweickhardt DtVP
8 Freudenstadt, Horb, Oberndorf, Sulz Hermann Wagner DtVP
9 Balingen, Rottweil, Spaichingen, Tuttlingen Conrad Haußmann DtVP
10 Gmünd, Göppingen, Welzheim, Schorndorf Georg Wieland DtVP
11 Hall, Backnang, Öhringen, Weinsberg Wilhelm Vogt BdL
12 Gerabronn, Crailsheim, Mergentheim, Künzelsau Friedrich Vogt BdL
13 Aalen, Gaildorf, Neresheim, Ellwangen Fridolin Schneider Zentrum
14 Ulm, Heidenheim, Geislingen Christian Storz DtVP
15 Ehingen, Blaubeuren, Laupheim, Münsingen Adolf Gröber Zentrum
16 Biberach, Leutkirch, Waldsee, Wangen Matthias Erzberger Zentrum
17 Ravensburg, Tettnang, Saulgau, Riedlingen Joseph Leser Zentrum

Baden[Bearbeiten]

Großherzogtum Baden
1 Konstanz, Überlingen, Stockach Friedrich Hug Zentrum
2 Donaueschingen, Villingen Josef Duffner Zentrum
3 Waldshut, Säckingen, Neustadt im Schwarzwald Ernst Adolf Birkenmayer Zentrum
4 Lörrach, Müllheim Ernst Blankenhorn NLP
5 Freiburg, Emmendingen Carl Hauser Zentrum
6 Lahr, Wolfach Konstantin Fehrenbach Zentrum
7 Offenburg, Kehl Julius Schüler Zentrum
8 Rastatt, Bühl, Baden-Baden Franz Xaver Lender Zentrum
9 Pforzheim, Ettlingen Emil Eichhorn SPD
10 Karlsruhe, Bruchsal Adolf Geck SPD
11 Mannheim Ludwig Frank SPD
12 Heidelberg, Mosbach Anton Josef Beck NLP
13 Bretten, Sinsheim Johannes Rupp BdL
14 Tauberbischofsheim, Buchen Johann Anton Zehnter Zentrum

Hessen[Bearbeiten]

Großherzogtum Hessen
1 Gießen, Grünberg, Nidda Philipp Köhler Antisemiten (DSP)
2 Friedberg, Büdingen, Vilbel Waldemar von Oriola NLP
3 Lauterbach, Alsfeld, Schotten Friedrich Bindewald Antisemiten (Ref)
4 Darmstadt, Groß-Gerau Arthur Osann NLP
5 Offenbach, Dieburg Carl Ulrich SPD
6 Erbach, Bensheim, Lindenfels, Neustadt im Odenwald Wilhelm Haas NLP
7 Worms, Heppenheim, Wimpfen Cornelius von Heyl zu Herrnsheim NLP
8 Bingen, Alzey Philipp Keller BdL
9 Mainz, Oppenheim Eduard David SPD

Kleinstaaten[Bearbeiten]

Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin
1 Hagenow, Grevesmühlen Otto von Bothmer FVg
2 Schwerin, Wismar Wilhelm Dröscher DKP
3 Parchim, Ludwigslust Hermann Pachnicke FVg
4 Waren, Malchin Ludolf von Maltzan DKP
5 Rostock, Doberan Hans Linck NLP
6 Güstrow, Ribnitz Carl von Treuenfels DKP
Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach
1 Weimar, Apolda Walther Graef Antisemiten (WV)
2 Eisenach, Dermbach Wilhelm Schack Antisemiten (DSP)
3 Jena, Neustadt an der Orla Paul Lehmann NLP
Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz
1 Neustrelitz, Neubrandenburg, Schönberg Rudolf Nauck DRP
Großherzogtum Oldenburg
1 Oldenburg, Eutin, Birkenfeld Johann Ahlhorn FVp
2 Jever, Brake, Westerstede, Varel, Elsfleth, Landwürden Albert Traeger FVp
3 Vechta, Delmenhorst, Cloppenburg, Wildeshausen, Berne, Friesoythe Heinrich Eduard Burlage Zentrum
Herzogtum Braunschweig
1 Braunschweig, Blankenburg Conrad Langerfeldt unbestimmt konservativ
2 Helmstedt, Wolfenbüttel Fritz von Kaufmann NLP
3 Holzminden, Gandersheim Kurd von Damm Antisemiten (WV)
Herzogtum Sachsen-Meiningen
1 Meiningen, Hildburghausen Ernst Müller FVp
2 Sonneberg, Saalfeld Adalbert Enders FVp
Herzogtum Sachsen-Altenburg
1 Altenburg, Roda Edmund Schmidt DRP
Herzogtum Sachsen-Coburg-Gotha
1 Coburg Burkhardt Quarck NLP
2 Gotha Ernst zu Hohenlohe-Langenburg DRP
Herzogtum Anhalt
1 Dessau, Zerbst Karl Schrader FVg
2 Bernburg, Köthen, Ballenstedt Hermann Trautmann NLP
Fürstentum Schwarzburg-Rudolstadt
1 Königsee, Frankenhausen Eduard Müller NLP
Fürstentum Schwarzburg-Sondershausen
1 Sondershausen, Arnstadt, Gehren, Ebeleben Felix Bärwinkel NLP
Fürstentum Waldeck-Pyrmont
1 Waldeck, Pyrmont Heinz Potthoff FVg
Fürstentum Reuß älterer Linie
1 Greiz, Burgk Julius Arnold DKP
Fürstentum Reuß jüngerer Linie
1 Gera, Schleiz Max Horn NLP
Fürstentum Schaumburg-Lippe
1 Bückeburg, Stadthagen Heinrich Brunstermann DRP
Fürstentum Lippe
1 Detmold, Lemgo Adolf Neumann-Hofer FVg
Hansestadt Lübeck
1 Lübeck Theodor Schwartz SPD
Freie Hansestadt Bremen
1 Bremen, Bremerhaven Hinrich Hormann FVp
Freie und Hansestadt Hamburg
1 Neustadt, St. Pauli August Bebel SPD
2 Altstadt, St. Georg, Hammerbrook Johann Heinrich Wilhelm Dietz SPD
3 Vororte und Landherrenschaften Wilhelm Metzger SPD

Elsaß-Lothringen[Bearbeiten]

Reichsland Elsaß-Lothringen
1 Altkirch, Thann Eugen Ricklin Elsaß-Lothringer
2 Mülhausen Leopold Emmel SPD
3 Kolmar Jacques Preiß Elsaß-Lothringer
4 Gebweiler Karl Hauss Zentrum
5 Rappoltsweiler Emile Wetterlé Elsaß-Lothringer
6 Schlettstadt Leo Vonderscheer Zentrum
7 Molsheim, Erstein Nicolaus Delsor Elsaß-Lothringer
8 Straßburg-Stadt Bernhard Böhle SPD
9 Straßburg-Land Dionysius Will Zentrum
10 Hagenau, Weißenburg Heinrich Wiltberger Elsaß-Lothringer
11 Zabern Johannes Hoeffel DRP
12 Saargemünd, Forbach Franz Xaver Hoën Zentrum
13 Bolchen, Diedenhofen Charles de Wendel Elsaß-Lothringer
14 Metz Albert Grégoire Elsaß-Lothringer
15 Saarburg, Chateau-Salins Johann Labroise Elsaß-Lothringer

Die Fraktionen des 12. Reichstags[Bearbeiten]

Im 12. Reichstag schlossen sich nicht alle Abgeordneten der Fraktion ihrer eigentlichen Partei an. Die BdL-Abgeordneten Rupp (Bretten), Roesicke (Kaiserslautern) und Hahn (Neuhaus/Oste) schlossen sich der Fraktion der Deutschkonservativen an. Der DHP-Abgeordnete von Olenhusen (Göttingen) trat der Zentrumsfraktion bei. Die deutsch-sozialen und die christlich-sozialen Abgeordneten schlossen sich mit den BdL-Abgeordneten Stauffer (Homburg), Roth (Böblingen), Vogt (Hall) und Vogt (Crailsheim) sowie weiteren rechtsstehenden Abgeordneten zur Fraktion der Wirtschaftlichen Vereinigung zusammen. Zu Beginn der 12. Legislaturperiode besaßen die Reichstagsfraktionen die folgende Stärke:[1]

Zentrum 105
Deutschkonservative 62
Nationalliberale 55
Sozialdemokraten 43
Freisinnige Volkspartei 27
Deutsche Reichspartei 24
Polen 20
Wirtschaftliche Vereinigung 19
Freisinnige Vereinigung 14
Deutsche Volkspartei 7
Deutsche Reformpartei 6
Fraktionslose 15

Im weiteren Verlauf der Legislaturperiode änderte sich aufgrund von Nachwahlen und Fraktionswechseln mehrfach die Stärke der einzelnen Fraktionen.

Geschichte des 12. Reichstags 1907 bis 1911[Bearbeiten]

Der Nachtragshaushalt wurde bald nach der Wahl bewilligt. Reichskanzler von Bülow wurde allerdings bereits 1908 durch die Daily-Telegraph-Affäre schwer beschädigt und musste schließlich 1909 zurücktreten, als der Bülow-Block angesichts der großen Reichsfinanzreform auseinanderbrach: Die Deutschkonservativen verhinderten gemeinsam mit dem Zentrum das neue Erbschaftsteuergesetz. Nachfolger Bülows wurde Theobald von Bethmann Hollweg.

Die drei linksliberalen Parteien (Deutsche Volkspartei, Deutsche Freisinnige Partei und Freisinnige Vereinigung) bildeten ab 1908 eine gemeinsame Fraktion. Dies und deren Zugehörigkeit zum Bülow-Block nahm ein Kreis um Theodor Barth zum Anlass, auszutreten und die erfolglose Demokratische Vereinigung zu bilden. Die drei genannten Parteien schlossen sich nach dem Ende des Bülow-Blocks schließlich 1910 zur Fortschrittlichen Volkspartei zusammen, die sich zur Sozialdemokratie öffnete.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Kaiserliches Statistisches Amt (Hrsg.): Statistik der Reichstagswahlen von 1907. Erster Teil: Vergleichende Übersicht der Reichstagswahlen von 1903 und 1907 auf Grund der Berichte der Wahlkommissare. Verlag von Puttkammer und Mühlbrecht, Berlin 1907 (= Sonderveröffentlichung zu den Vierteljahresheften zur Statistik des Deutschen Reiches)
  •  Bureau des Reichstags (Hrsg.): Reichstags-Handbuch 12. Legislaturperiode. Berlin 1907.
  • Gerd Harder: Die Reichstagswahl des Jahres 1907 in ihrer Bedeutung für die deutsche Reichsgeschichte. Eine Untersuchung unter besonderer Berücksichtigung der kolonialen Probleme. Examensarbeit, Kiel 1975 (masch.), 154 S.
  • Bernd Haunfelder: Reichstagsabgeordnete der Deutschen Zentrumspartei 1871–1933. Biographisches Handbuch und historische Photographien. Droste, Düsseldorf 1999, ISBN 3-7700-5223-4, (Photodokumente zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien 4).
  • Bernd Haunfelder: Die liberalen Abgeordneten des deutschen Reichstags 1871–1918. Ein biographisches Handbuch. Aschendorff, Münster 2004, ISBN 3-402-06614-9.
  • Bernd Haunfelder: Die konservativen Abgeordneten des deutschen Reichstags von 1871 bis 1918. Ein biographisches Handbuch. Aschendorff, Münster 2009, ISBN 978-3-402-12829-9, 336 S.
  •  Thomas Nipperdey: Deutsche Geschichte 1866-1918. Band II: Machtstaat vor der Demokratie, C. H. Beck, München 1998, ISBN 3-406-44038-X (v. a. der Abschnitt Der Bülow-Block 1907–1909, S. 729ff.).
  •  Carl-Wilhelm Reibel: Handbuch der Reichstagswahlen 1890–1918. Droste Verlag, Düsseldorf 2007, ISBN 978-3-7700-5284-4.
  •  Gerhard A. Ritter, unter Mitarbeit von Merith Niehuss: Wahlgeschichtliches Arbeitsbuch. Materialien zur Statistik des Kaiserreichs 1871–1918. C. H. Beck, München 1980, ISBN 3-406-07610-6.
  • Wilhelm Heinz Schröder: Sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete und Reichstagskandidaten 1898–1918. Biographisch-statistisches Handbuch. Droste, Düsseldorf 1986, ISBN 3-7700-5135-1 (Handbücher zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien 2).
  • Frank O. Sobich: „Schwarze Bestien, rote Gefahr“. Rassismus und Antisozialismus im deutschen Kaiserreich. Campus Verlag, Frankfurt am Main 2006, ISBN 3-593-38189-3 (Campus Forschung 909).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatReichstagshandbuch 1907. Münchener Digitalisierungszentrum, S. 418, abgerufen am 20. November 2009 (PDF).