Reiferscheid

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Dieser Artikel behandelt die Ortsgemeinde Reiferscheid. Zur Orten namens Reifferscheid siehe die Gemeinde Reifferscheid im Landkreis Ahrweiler und den Ortsteil Reifferscheid (Hellenthal) der Gemeinde Hellenthal.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen fehlt
Hilfe zu Wappen
Reiferscheid
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Reiferscheid hervorgehoben
50.6555555555567.5461111111111250Koordinaten: 50° 39′ N, 7° 33′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Altenkirchen (Westerwald)
Verbandsgemeinde: Flammersfeld
Höhe: 250 m ü. NHN
Fläche: 2,13 km²
Einwohner: 410 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 192 Einwohner je km²
Postleitzahl: 57632
Vorwahl: 02685
Kfz-Kennzeichen: AK
Gemeindeschlüssel: 07 1 32 093
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Rheinstraße 17
57632 Flammersfeld
Webpräsenz: www.reiferscheid-westerwald.de
Ortsbürgermeister: Friedhelm Bay
Lage der Ortsgemeinde Reiferscheid im Landkreis Altenkirchen (Westerwald)
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Über dieses Bild

Reiferscheid ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Altenkirchen (Westerwald) in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Flammersfeld an.

Geographie[Bearbeiten]

Reiferscheid liegt am Rande des Naturpark Rhein-Westerwald, bei knapp 300 m ü. NN. Eine Erweiterung des Naturparks Rheinischer Westerwald ist beschlossen, der dann auch das Ortsgebiet umfassen wird.

Zur Ortsgemeinde Reiferscheid gehört noch der Ortsteil Krämgen.

Geschichte[Bearbeiten]

Reiferscheid gehörte bis zum Jahr 1806 zur Grafschaft Sayn-Hachenburg und zum Kirchspiel Flammersfeld. Die Grafschaft Sayn-Hachenburg war 1799 auf dem Erbweg an die Fürsten von Nassau-Weilburg gefallen. 1806 traten die beiden nassauischen Fürsten dem napoleonischen Rheinbund bei, sodass die Region von 1806 an zum Herzogtum Nassau gehörte. Aufgrund der auf dem Wiener Kongress (1815) getroffenen Vereinbarungen wurde das Gebiet der ehemaligen saynischen Grafschaften an das Königreich Preußen abgetreten.

Unter der preußischen Verwaltung wurde Reiferscheid der Bürgermeisterei Flammersfeld im neu errichten Kreis Altenkirchen zugeordnet, der von 1822 an zur Rheinprovinz gehörte.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Reiferscheid, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2]

Jahr Einwohner
1815 118
1835 147
1871 199
1905 196
1939 205
Jahr Einwohner
1950 256
1961 240
1970 283
1987 261
2005 416

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Reiferscheid besteht aus acht Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.[3]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kulturdenkmäler[Bearbeiten]

Liste der Kulturdenkmäler in Reiferscheid

Musik[Bearbeiten]

1983 formierte sich ein Chor, der bis heute unter den Namen Gemischter Chor Reiferscheid das Kulturleben des Dorfes prägt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Reiferscheid war ursprünglich rein landwirtschaftlich geprägt, heute werden die Flächen rund um den Ort von größeren Betrieben/ Betriebsgemeinschaften aus umliegenden Dörfern bewirtschaftet, im Ort selbst findet nur noch Hobbytierhaltung statt.

Zu früheren Zeiten gab es in Reiferscheid einen (zeitweise zwei) Tante-Emma-Laden, einen Schmied, einen Stellmacher (Wagner) und Schuster, später noch eine Schleiferei. Diese Betriebe wurden nach und nach geschlossen. Eine kleine Dorfkneipe wurde seit 1954 als Familienbetrieb geführt, am 30. Juni 2010 wurde der Zapfhahn nach oben gedreht und die Kneipe geschlossen.

Das nächstgelegene Grundzentrum ist Flammersfeld in etwa einem Kilometer Entfernung.

In den 1950er Jahren wurde in Reiferscheid ein gemeinschaftliches Kühl-Gefrier-Wasch-Haus gebaut und als Interessentenschaft betrieben (Gefriergemeinschaft). Dort standen den Mitgliedern zwei große Waschvollautomaten, ein Kühlraum und separat abschliesbare Tiefkühlfächer zur Verfügung, in dieser Zeit im ländlichen Raum eine sehr fortschrittliche Einrichtung, die ungekannten Luxus bot. Waschmaschinen und Kühlmöbel im Einzelhaushalt waren unerschwinglich, es waren Familien dabei, die allein von ihren kleinen Feldern und Weiden mit zwei bis drei Kühen und drei bis vier Schweinen und ein wenig Federvieh ihren Lebensunterhalt bestritten.

Im Zentrum des Ortes liegt „Der Platz“, eine große Freifläche die sich seit jeher im Besitz einer „Interessentenschaft“ befand und als Garten-Acker-und Weidefläche genutzt wurde. Heute ist dieser „Platz“ durch die Gemeinde und freiwillige Helfer zum Spielplatz, Bolzplatz und „Platz für alles was Spaß macht“, umgestaltet worden.

Das am Fuß des Platzes stehende „Gefrierhäuschen“ wurde Ende der 1970er Jahre, nachdem die Gefrieranlage außer Betrieb genommen wurde, durch die damalige Dorfjugend, unterstützt durch Zuschüsse von der Gemeinde und der Jagdgenossenschaft, als kleiner Jugendtreff ausgebaut.

Eine Freifläche wurde später mit Schotter befestigt und dient als Festplatz für das gesellige Sommerfest, und andere Aktivitäten, wie der 2008 erstmals abgehalten Reiferscheider Weihnachtsmarkt.

Seit 2006 wird an diesem Gefrierhaus wieder durch private Initiative weiter gewerkelt, ein Schleppdach angebaut, das Gefrierhaus weitestgehend entkernt und mit neuen Sanitären Anlagen, versehen.

Bildung[Bearbeiten]

Die Reiferscheider gehen schon seit ewigen Zeiten in Flammersfeld zur Schule, heute nur noch Grundschule, lediglich die Wirrungen des Zweiten Weltkrieges führten dazu, dass gelegentlich Ersatzunterricht in privaten Häusern abgehalten wurde. In der Sekundarstufe werden Schulen in Altenkirchen, Horhausen und Neustadt (Wied) besucht.

Verkehr[Bearbeiten]

Reiferscheid wird von der Bundesstraße 256 tangiert.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Reiferscheid – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen