Reinelement

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Ein Reinelement, auch anisotopes Element, ist ein chemisches Element, von dem auf der Erde vor dem Eingriff des Menschen nur ein einziges stabiles (oder sehr langlebiges) Isotop existiert. Es besteht also aus lauter gleichen Atomen, die alle dieselbe Anzahl Protonen und Neutronen im Atomkern enthalten und (im Grundzustand) auch in allen weiteren physikalischen Größen übereinstimmen. Alle anderen Elemente nennt man Mischelemente.

Es existieren 22 Reinelemente:

Beryllium, Fluor, Natrium, Aluminium, Phosphor, Scandium, Mangan, Cobalt, Arsen, Yttrium, Niob, Rhodium, Iod, Caesium, Praseodym, Terbium, Holmium, Thulium, Gold, Bismut, Thorium und Plutonium.

Bismut, Thorium und Plutonium sind zwar nicht stabil, es existieren aber aufgrund ihrer sehr großen Halbwertszeit noch natürliche Vorkommen, so dass auch sie zu den Reinelementen gezählt werden müssen.

Alle Reinelemente außer Beryllium, Thorium und Plutonium besitzen ungerade Ordnungszahlen. Der Umstand, dass auch die Massenzahlen der meisten Reinelemente ungerade sind, mündete in die Mattauchsche Isobarenregel.

H   He
Li Be   B C N O F Ne
Na Mg   Al Si P S Cl Ar
K Ca Sc   Ti V Cr Mn Fe Co Ni Cu Zn Ga Ge As Se Br Kr
Rb Sr Y   Zr Nb Mo Tc Ru Rh Pd Ag Cd In Sn Sb Te I Xe
Cs Ba La Ce Pr Nd Pm Sm Eu Gd Tb Dy Ho Er Tm Yb Lu Hf Ta W Re Os Ir Pt Au Hg Tl Pb Bi Po At Rn
Fr Ra Ac Th Pa U Np Pu Am Cm Bk Cf Es Fm Md No Lr Rf Db Sg Bh Hs Mt Ds Rg Cn Uut Fl Uup Lv Uus Uuo


stabile Reinelemente primordiale Reinelemente instabile Elemente stabile Mischelemente Mischelemente mit nur einem stabilen Isotop primordiale Mischelemente

In der Natur entstehen aufgrund von Kernumwandlung durch kosmische Strahlung und Spontanspaltung in Spuren auch andere Isotope der Reinelemente. Ebenso entstehen in Spuren auch einige der hier grau unterlegten instabilen Elemente.

Bedeutung der Reinelemente[Bearbeiten]

Um ein natürlich gewonnenes Element technisch in seine Isotope zu trennen, ist es oft erforderlich, es in elementarer (nicht gebundener) Form zu behandeln, da viele andere chemisch eingebundene Elemente ihrerseits Isotope haben und zu Masseunterschieden der Moleküle beitragen. Verbindungen mit Reinelementen haben diesen Nachteil nicht. Beispielsweise können Uran-Isotope bei der Urananreicherung getrennt werden, indem man das Uran mit dem Reinelement Fluor verbindet, weil Massenunterschiede in den Uranhexafluorid-Molekülen nur auf Isotope des Urans zurückgehen.