Reiner Knizia

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Reiner Knizia bei der Preisverleihung des Deutschen Spiele Preis 2008 in Essen

Reiner Walter Knizia (* 16. November 1957 in Illertissen) ist ein deutscher Spieleautor. Von seinen über 400 veröffentlichten Spielen wurden bisher mehr als zehn Millionen Exemplare verkauft.[1][2]

Viele seiner Spiele sind mehrfach ausgezeichnet, so hat er bereits viermal den Deutschen Spielepreis und dreimal den Hauptpreis beim österreichischen Spiel der Spiele gewonnen. 2008 erhielt er sowohl die Auszeichnung Spiel des Jahres als auch Kinderspiel des Jahres.

Leben[Bearbeiten]

Er studierte Mathematik an der Universität Ulm, machte dort sein Diplom, erwarb den Master of Science auf der Syracuse University in den USA und erlangte schließlich den Doktorgrad für seine Arbeit über „Charakterisierung von mehrdimensionalen Perron-Integralen“ wiederum in Ulm, für welches er 1987 einen Promotionspreis erhielt.

Knizia war Projektleiter und Gruppenleiter für Softwareentwicklung, schließlich stellvertretender Abteilungsdirektor für Informationstechnologie im Auslandsgeschäft einer deutschen Großbank und Abteilungsdirektor für Unternehmensplanung einer deutschen Großbank. Außerdem war er General Manager und im Vorstand eines britischen Baufinanzierungsunternehmens. Es folgten Lehraufträge für Projektmanagement und Managementtechniken an mehreren Universitäten und Instituten.

Spieleautor[Bearbeiten]

Knizia beim Signieren

Mit etwa acht Jahren entwickelte Knizia seine ersten eigenen Spiele. Ernsthafter beschäftigte er sich mit Spielen aber erst ab Mitte/Ende der 1980er Jahre. Zu den ersten von Reiner Knizia entwickelten Spielen gehörten Postspiele für sein 1985 gegründetes Zine Postspillion. Sieben verschiedene Postspiele starteten zwischen 1985 und 1987. Der Postspillion erschien bis 2005[3] und sein Spiel Bretton Woods, das 1987 gestartet wurde, lief bis April 2007.[4]

1990 veröffentlichte er dann Digging bei Hexagames und Goldrausch bei Hans im Glück, welches den 5. Platz beim Deutschen Spiele Preis erreichte. Im selben Jahr erschien auch sein Buch Neue Taktikspiele mit Würfeln und Karten bei Hugendubel.

Seit 1997 ist er hauptberuflicher Spieleautor, hatte aber bereits bis dahin etwa 80 Spiele veröffentlicht. Zwischen 1999 und 2001 war Knizia auch Vorsitzender der Spieleautorenzunft SAZ. 2004 wurde die Gesamtzahl seiner veröffentlichten Spiele auf mehr als 200 geschätzt. Heute umfasst seine Ludographie mehr als 400 verschiedene Spiele.

Knizias Spiele wurden vielfach mit Preisen ausgezeichnet. 1993, 1998, 2000 und 2003 erhielt er für Modern Art, Euphrat & Tigris, Tadsch Mahal und Amun-Re jeweils den Deutschen Spiele Preis, 2003, 2004 und 2006 erhielt er für King Arthur, Einfach Genial und Tal der Abenteuer den Hauptpreis beim österreichischen Spiel der Spiele. 2008 erhielt er für Keltis die Auszeichnung Spiel des Jahres und für Wer war’s? die Auszeichnung Kinderspiel des Jahres. In der Internet Top 100 Games List[5] stehen 16 Knizia-Spiele, davon sechs Spiele in den Top 20. (Stand 2004).

Kritik[Bearbeiten]

Den Spielen von Reiner Knizia wird nachgesagt, gelegentlich zu trocken und zu mathematisch perfekt zu sein.[6][7] Es gibt dazu aber auch Gegenbeispiele, etwa das Ende 2003 erschienene King Arthur, ein elektronisches Brettspiel, oder das 2005 erschienene Heckmeck am Bratwurmeck, ein einfaches Würfelspiel, die unterhaltsam und leicht verständlich sind. Die Behauptung, man könne Knizias Spiele in zwei Kategorien einteilen, die eher komplexeren und strategischeren „Knizia-Spiele“ und die lockeren und glücksbetonteren „Reiner-Spiele“, trifft laut Knizia nicht zu. Er selbst möchte sich „nicht in diese zwei Schachteln, nämlich ‚Knizia-Spiele‘ und ‚Reiner-Spiele‘, stecken“, da es einer seiner Ansprüche sei, „sehr vielfältige Dinge zu machen“, z. B. auch im Kinder-, Knobel- und sogar Elektronikbereich.[8]

Bücher[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Interview (PDF-Datei; 234 kB) von Uni Ulm intern 10/2006
  2. komplette Ludographie 10/2009
  3. Übersicht der deutschen PBM-Zines
  4. http://www.postspillion.de/bw/
  5. http://scv.bu.edu/~aarondf/Top100/list.txt
  6. http://www.hall9000.de/frames/rezi.html?/rubriken/spiele/rezensionen/kritiken/ra.htm
  7. http://gamesweplay.de/razzia_amigo.html
  8. SWR2 Impuls: Wie erfindet man Spiele? Ellinor Krogmann im Gespräch mit dem Spieleautor Reiner Knizia (Podcast). SWR2.de. Abgerufen am 28. August 2009.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Reiner Knizia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien