Reinhard Erös

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Reinhard Alois Erös (* 1948 in Tirschenreuth) ist ein deutscher Aktivist, Entwicklungshelfer und Oberstarzt a.D. der Bundeswehr. Zusammen mit seiner Frau Annette und seinen fünf Kindern betreibt er seit 1998 die Kinderhilfe Afghanistan, die in den Ostprovinzen Afghanistans mit dem Bau von Dorf- und Oberschulen, Waisenhäusern, Krankenstationen, Computerausbildungszentren und Berufsschulen humanitäre Hilfe und Wiederaufbauhilfe leistet. Er lebt in Mintraching im Landkreis Regensburg.

Leben[Bearbeiten]

Von 1967 bis 1972 diente Erös als Zeitsoldat der Bundeswehr und war Offizier in der Fernspähtruppe. Erös absolvierte im Rahmen der Ausbildung den Einzelkämpferlehrgang und den Fallschirmspringerlehrgang für automatische Fallschirmsprünge und Freifall.

Nach dem Ende seiner Dienstzeit studierte er Medizin und Politikwissenschaft und trat 1980 erneut in die Bundeswehr ein. Er war u. a. Truppenarzt bei der Gebirgsdivision, Kommandeur eines Sanitätsbataillons und Kommandeur einer Lehrgruppe an der Sanitätsakademie der Bundeswehr.

Seit 1981 war Erös während seines Urlaubs mehrfach mit internationalen Hilfsorganisationen in Krisen- und Katastrophengebieten im Einsatz (u. a. in Indien, Pakistan, Bangladesch, Ruanda, Osttimor). 1986 hatte sich Erös für vier Jahre ohne Bezahlung von der Bundeswehr beurlauben lassen, um als Arzt einer Hilfsorganisation im Kriegsgebiet Afghanistans die Zivilbevölkerung ärztlich zu versorgen; dabei musste er große persönliche Risiken eingehen.

Am ersten "Blauhelmeinsatz" der Bundeswehr in Kambodscha 1992/93 war Erös als Kommandeur eines Sanitätsbataillons beteiligt. Von 1996 bis 1998 unterrichtete er als Dozent im Fachbereich Sicherheitspolitik an der Führungsakademie der Bundeswehr. In seiner letzten Verwendung war Erös von 1999 bis 2001 Kommandoarzt der Division Spezielle Operationen. 2002 trat er mit 54 Jahren vorzeitig in den Ruhestand. Seither widmet er sich voll seiner Arbeit in Afghanistan.[1]

Erös gilt als profunder Kenner des Landes und bildet daher regelmäßig deutsche Polizisten für ihren Auslandseinsatz in Afghanistan aus.[2] In zahlreichen Vorträgen referiert er zum Thema Afghanistan.

Erös ist parteilos, jedoch ist er seit 2002 auf der Liste der ÖDP Kreistagsmitglied des Landkreises Regensburg[3]. Er ist verheiratet und Vater von fünf Kindern, ein weiterer Sohn des Ehepaars verstarb Ende der 1980er Jahre.[4]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

2003
2006
2010
2011
2012

Literatur[Bearbeiten]

  • Tee mit dem Teufel - Als deutscher Militärarzt in Afghanistan. Hoffmann & Campe Verlag, 2002, ISBN 3-455-01801-7
  • Unter Taliban, Warlords und Drogenbaronen - eine deutsche Familie kämpft für Afghanistan. Hoffmann & Campe Verlag, 2008, ISBN 978-3-455-50074-5

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Curriculum Vitae Dr. Reinhard Erös, Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e.V., Landesgruppe Niedersachsen, 3. Dezember 2009.
  2. Simone Bartsch: Polizeiausbildung: „Was wollen sie da?“ in zoomer.de, 2. September 2008 (Version vom 13. September 2008 im Internet Archive)
  3. Kommunale ödp-Mandate in Bayern ab 1. Mai 2008 in oedp-bayern.de, 2008
  4. a b  Anne Will: Laudatio auf den Förderpreisträger Kinderhilfe Afghanistan. In: Zeit. 6. Dezember 2006 (Online, abgerufen am 8. Juli 2008).
  5. Bundesverdienstkreuze für Annette und Dr. Reinhard Erös, Pressemitteilung der Regierung der Oberpfalz, 20. September 2006.
  6. Reinhard und Annette Erös erhielten den ersten FEC-Preis (Pressemitteilung Hoffmann & Campe Verlag)