Reinhard P. Gruber

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Reinhard Peter Gruber (* 20. Jänner 1947 in Fohnsdorf/Steiermark) ist ein steirischer Schriftsteller.

Leben[Bearbeiten]

Nach der Matura am Gymnasium in Judenburg folgte ein Studium an der Universität Wien. Von 1967 bis 1968 unterbrach er das Studium und hielt sich als Novize in einer Benediktinerabtei in Wien (Schottenstift) auf. Nach zwei Jahren setzte er das Studium fort, welches er 1973 mit dem Absolutorium der Theologie (Abs. Theol.) abschloss. 1971 gründete er zusammen mit Nils Jensen und Reinhard Wegerth die Literaturzeitschrift Frischfleisch. Sein Weg führte ihn 1973 nach Graz, wo er als Kulturredakteur tätig war. Gruber lebt heute in Stainz und arbeitet seit 1978 als freier Schriftsteller. Er ist Mitglied der Grazer Autorenversammlung und des Forum Stadtpark.

Reinhard Peter Gruber gehört zu den meistgelesenen steirischen Autoren und gilt als „der“ Heimatdichter, da sich ein großer Teil seiner Schriften mit der satirisch-ironischen Betrachtung seiner steirischen Heimat beschäftigt. Seine Tätigkeit ging im Laufe der Jahre jedoch weit über jene als Romanautor hinaus. Immer wieder erprobt er neue literarische Formen und es entstehen neben Romanen auch Kurzprosa, Theaterstücke, Essays, Musicals und Aphorismen. Des Weiteren schreibt er Hörspiele und Drehbücher für Filme.

Den Durchbruch schaffte er mit seinem frühen Werk Aus dem Leben Hödlmosers im Jahr 1973, das in verschiedenen Dramatisierungen aufgeführt wurde. Einen weiteren großen Erfolg landete er 1988 mit Das Schilcher-ABC, in dem er sich in ironischer Weise mit den Bewohnern seiner Heimat, der Weststeiermark, auseinandersetzt. Bereits zu Lebzeiten erscheint im Grazer Literaturverlag Droschl eine Werkausgabe des Autors, von der bis jetzt insgesamt acht Bände erschienen sind. Die neueste Veröffentlichung Alles Sport ist eine Zusammenfassung seiner von 2002 bis 2007 in der Tageszeitung Die Presse erschienenen Glossen, zum Thema Literatur im Sport.

Anfang 2009 verkaufte Gruber seinen Vorlass, bestehend aus Verlagskorrespondenzen, Briefen und Manuskripten, um 100.000 Euro an das Land Steiermark.[1]

Im Jänner 2012 feierte Reinhard P. Gruber seinen 65. Geburtstag. Zu diesem Anlass fand im Grazer Literaturhaus ein Fest für den steirischen Schriftsteller statt. Im Zusammenhang damit wurde auch das von Daniela Bartens und Gerhard Fuchs herausgegebene Dossier, welches Grubers Leben und Gesamtwerk beschreibt, präsentiert. [2]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • Literaturförderpreis der Stadt Graz 1975
  • Förderpreis für Kinder- und Jugendliteratur des Landes Steiermark 1981
  • Literaturpreis des Landes Steiermark 1982
  • manuskripte- Preis für das Forum Stadtpark 1995
  • Buchprämie des Bundesministeriums für Wissenschaft, Verkehr und Kunst 1996
  • Würdigungspreis für Literatur der Republik Österreich 2002

Werke[Bearbeiten]

Bücher[Bearbeiten]

  • Alles über Windmühlen. Essay. Einöd Presse, Saarbrücken 1971, Neuauflage AQ-Verlag, 1985
  • Aus dem Leben Hödlmosers. Ein steirischer Roman mit Regie. Residenz, Salzburg 1973
  • Im Namen des Vaters. Roman in Fortsetzungen. Residenz, Salzburg 1979
  • Heimwärts einwärts. Die Abstände in den Beständen der Zustände. Athenäum, Königstein im Taunus 1980
  • Die grüne Madonna. Roman. Mit 18 Skizzen des Autors. Droschl, Graz 1982
  • Heimatlos. Eine steirische Wirtshausoper in einem Rausch. Droschl, Graz 1985
  • Vom Dach der Welt. Schicksalsnovellen. Droschl, Graz 1987
  • Das Schilcher ABC. Droschl, Graz 1988
  • Nie wieder Arbeit. Schivkovs Botschaften vom anderen Leben. Residenz, Salzburg 1989
  • Bei den schönsten Frauen der Welt. Edition kürbis, Wies 1990
  • Das Negerhafte in der Literatur (mit Ludwig Harig). Droschl, Graz 1992
  • Styrian Flesh and Blood. Übers. ins Engl.: Peter Ian Waugh. Edition kürbis, Wies 1992
  • Einmal Amerika und zurück. Prosa. Droschl, Graz 1993
  • Die Geierwally. Ein steirisches Musical. Droschl, Graz 1996
  • Fritz, das Schaf. Kinderbuch. Residenz, Salzburg 1996
  • Glück. Stück. Droschl, Graz 1997
  • Heimat ist, wo das Herz weh tut. Frühe Prosa 1969–1978. Droschl, Graz 2000
  • Die Vorgänge bei der Betrachtung. Gesammelte Prosa 1979–1986. Droschl, Graz 2001
  • Vollständige Beschreibung der Welt und Umgebung. Droschl, Graz 2002
  • Steiermark. Styria, Graz 2002
  • Zweimal hundert Gedichte gegen Gedichte. Droschl, Graz 2004
  • Hauns im Glik. Steirische Verlagsgesellschaft, Graz 2004
  • Alles Sport. Droschl, Graz 2008
  • Der Schilcherkrieg. Comic; Ill. Paul Scherübel. Medienfabrik Graz, Graz 2009
  • Einfach essen. Droschl, Graz 2010

Außerdem übersetzte er Asterix und der Avernerschild sowie Asterix bei den Olympischen Spielen in die steirische Mundart: Asterix und da Aweanaschüld, Asterix ba di Olympischn Schpüle.

Hörspiele[Bearbeiten]

  • Endlich Ruhe. ORF Steiermark, 1982
  • Der ewige Tag. ORF Steiermark, 1983
  • Space Travel oder Nietzsche in Goa. ORF Steiermark, 1985

Tondokumente[Bearbeiten]

  • Reinhard P. Gruber liest: Droschl
  • Die Geierwally. Das steirische Musical: Extraplatte
  • Glück. Der Soundtrack zum Musical: Polygram (mit Gert Steinbäcker)

Filmdrehbücher[Bearbeiten]

  • Die Industrie entläßt ihre Kinder. TV-Film. ORF, 1975
  • Der Schilcher. Eine steirische Legende. TV-Dokumentation. ORF Steiermark, 1989

Literatur[Bearbeiten]

  • Andreas Lampl: Ironisierte Heimat-Kritik von Lebensformen. Zur Prosa des Reinhard P. Gruber. 1983
  • Patrizia Ebenberger: Der Identitätsverlust des Sohnes durch den Generationskonflikt in Reinhard P. Grubers autobiographischem Roman ‚Im Namen des Vaters‘. 1995
  • Bernhard Kämmerer: Reinhard Peter Gruber. Steirische Dichtkunst mit Witz und Ironie. 1999
  • Daniela Bartens und Gerhard Fuchs: DOSSIER 30: Reinhard P.Gruber. Droschl, Graz 2011

Quellen[Bearbeiten]

  1. http://steiermark.orf.at/stories/325906/
  2. http://steiermark.orf.at/news/stories/2517484/

Weblinks[Bearbeiten]