Reinhard Rürup

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Reinhard Rürup (2012)

Reinhard Rürup (* 27. Mai 1934 in Rehme, Westfalen) ist ein deutscher Historiker.

Reinhard Rürup wuchs im ostwestfälischen Bad Oeynhausen auf. Er studierte ab 1954 Geschichte und Germanistik und hörte nebenbei Rechtswissenschaften und Theologie in Freiburg und Göttingen. Im Jahr 1962 wurde er bei Percy Ernst Schramm über Johann Jakob Moser. Pietismus und Reform promoviert. Danach war er Oberassistent am Friedrich-Meinecke-Institut der Freien Universität Berlin, doch hatte er sich immer noch nicht auf eine Universitätslaufbahn festgelegt. Erst die Habilitation 1970 brachte die berufliche Entscheidung, denn kurz darauf wurde Rürup zum Professor berufen.[1] Er lehrte als Gastprofessor u. a. in den Universitäten von Berkeley, Stanford, Harvard und Jerusalem.

Rürup hatte von 1975 bis zu seiner Emeritierung 1999 den Lehrstuhl für Neuere Geschichte an der Technischen Universität Berlin inne. Von 1989 bis 2004 war er Leiter der Gedenkstätte „Topographie des Terrors“ in Berlin. Aus Protest gegen die Verschleppungstaktik gegenüber dem Bauprojekt des Architekten Peter Zumthor seitens der zuständigen Behörden des Landes Berlin und des Bundes trat er von seinem Ehrenamt zurück.[2] Von 1999 bis Ende 2005 leitete er mit Wolfgang Schieder das Forschungsprogramm „Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Nationalsozialismus“.[3] 2010 wurde ihm das Große Bundesverdienstkreuz verliehen.[4]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]

Monographien

  • Probleme der Revolution in Deutschland 1918/19. Wiesbaden 1968.
  • Emanzipation und Antisemitismus. Studien zur "Judenfrage" der bürgerlichen Gesellschaft. Göttingen 1975. ISBN 3-525-35966-7.
  • Deutschland im 19. Jahrhundert 1815–1871. Göttingen 1984.
  • mit Peter Brandt: Volksbewegung und demokratische Neuordnung in Baden 1918/19. Zur Vorgeschichte und Geschichte der Revolution. Sigmaringen 1991.[5]
  • Schicksale und Karrieren. Gedenkbuch für die von den Nationalsozialisten aus der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft vertriebenen Forscherinnen und Forscher. Göttingen 2008 (unter Mitwirkung von Michael Schüring).

Herausgeberschaften

  • mit Karin Hausen Moderne Technikgeschichte. Köln 1975.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Reinhard Rürup – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Interview mit Reinhard Rürup
  2. „Skandal und letzte Hoffnung“, Tagesspiegel, 27. März 2004, Interview mit Rürup über seinen Rücktritt
  3. Präsidentenkommission, Max-Planck-Gesellschaft
  4. Ordensverleihungen zum Tag der Deutschen Einheit, Pressemitteilung des Bundespräsidialamtes, abgerufen am 3. Oktober 2010.
  5. Auswahlbibliographie