Reinhard Wille

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Reinhard Wille (* 19. August 1930 in Berlin) ist ein deutscher Sexualwissenschaftler.

Leben[Bearbeiten]

Reinhard Wille studierte Medizin in München und promovierte über topographische Anatomie im Mai 1953. Im Alter von 23 Jahren galt er bis 1954 als jüngster Arzt in Deutschland. Danach studierte Wille Jura bis 1959 in Hamburg.

Nach seiner Promotion zog Wille nach Kiel, wo er in der Medizinischen Fakultät als Oberarzt tätig war. Dort habilitierte er 1970 in Sexualmedizin und leitete als Dekan die sexualmedizinische Fakultät der Universität Kiel. Zudem arbeitete er als Gerichtsgutachter und therapierte und begutachtete Transsexuelle. Ab den frühen 1980er Jahren beschäftigte er sich intensiv mit dem zu dieser Zeit aufkommenden Immundefektvirus HIV und trug mit Vorträgen auf Kongressen zur Aufklärung über das Virus und dessen Folgekrankheit AIDS bei. Für diese Leistung wurde er 1994 durch den Bundespräsidenten Roman Herzog mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Reinhard Wille ist stellvertretender Vorsitzender der Berliner Wilhelm von Humboldt Stiftung.

Schriften[Bearbeiten]

  • Zur Therapie von sexuell Devianten, Diesbach, 1990
  • Betreuungsinstitutionen für psychisch Kranke und psychosozial Gestörte im Lande Schleswig-Holstein (mit Ulrich Boeters, Friedrich Eckmann), Deutscher Ärzte-Verlag, 1976
  • Die Quaddelresorptionszeit bei gesunden Neugeborenen in den ersten 14 Lebenstagen und ihr Verhalten nach Verabfolgung von Neben-Nieren-Rinden-Hormongaben, München 1953
  • Die forensisch-psychopathologische Beurteilung der Exhibitionisten, Pädophilen, Inzest- und Notzuchttäter, Kiel 1968
  • Nachuntersuchungen an sterilisierten Frauen: Der Fall Dr. Dohrnʺ 12 Jahre danach, Enke, 1978

Weblinks[Bearbeiten]