Reinhold Bärwinkel

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Reinhold Bärwinkel

Reinhold Oscar Bärwinkel (* 21. März 1834 in Arnstadt; † 29. November 1898 ebenda) war Präsident des Landtags des Fürstentums Schwarzburg-Sondershausen.

Familie[Bearbeiten]

Reinhold Bärwinkel war der Sohn des Professors am Gymnasium in Arnstadt, Dr. phil. Johann Jacob Wilhelm Bärwinkel und dessen erster Frau Sophie Harmodie geborene Vol(c)kmann. Reinhold Bärwinkel, der evangelisch-lutherischen Glaubens war, heiratete am 14. September 1863 in Arnstadt Ernestine Louise Johanne Cäcilie geborene Maempel (* 26. November 1843 in Arnstadt; † 15. Dezember 1911 ebenda), die Tochter des Fürstlich Thurn und Taxis‘schen Poststallmeisters, Ökonomen und Gastwirts „Zur Goldenen Henne“ Carl August Maempel.

Sein Sohn Dr. Felix Bärwinkel (1864–1927) wurde Reichstagsabgeordnete (1903–1918) und Sondershäuser Landrat.

Der Vater Reinhold Bärwinkels heiratete in zweiter Ehe Emma Sophie Ernestine geborene Hülsemann. Deren Brüder Julius Hülsemann (1824–1888) und Wilhelm Hülsemann (1812–1862) sowie deren Schwager Bernhard Maempel (1816–1870) waren ebenfalls Landtagsabgeordnete in Schwarzburg-Sondershausen.

Ausbildung und Beruf[Bearbeiten]

Nach dem frühen Tod der Eltern wuchs Reinhold Bärwinkel bei seinem Vormund und Onkel, dem Pfarrer Johann Christian Jacob Bärwinkel in Dornheim auf. Dieser war Schwiegervaters des Landtagsabgeordneten in Schwarzburg-Sondershausen Edmund Böttcher. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Arnstadt legte Reinhold Bärwinkel dort 1853 das Abitur ab und studierte Rechtswissenschaften in Jena und Göttingen (in Göttingen war er 1854 Inhaber einer der dem Fürstlichen Ministerium in Sondershausen zur Verfügung stehenden Freitischstellen). Er war Mitglied im Corps Saxonia.

1860 wurde er Rechtsanwalt, ab 17. September 1872 auch Notar in Arnstadt. Mitglied und langjähriger Vorsitzender des Aufsichtsrats der Arnstädter Bank v. Külmer, Czarnikow & Co. in Arnstadt.

Politik[Bearbeiten]

Vom 1. Januar 1866 bis zum 29. November 1898 war Reinhold Bärwinkel Mitglied des Gemeinderats von Arnstadt, davon 1872 bis 1896 als Vorsitzender. 1892 wurde er Mitglied des Bezirksausschusses Arnstadt.

Mehrmals war er Mitglied des Schwarzburg-Sondershäuser Landtags. Er wurde vom 2. Oktober 1865 bis zum 31. Dezember 1879 und vom 16. Oktober 1888 bis zum 29. November 1898 für den Wahlkreis der Höchstbesteuerten (Oberherrschaft) gewählt. 1865 bis 1867 gehörte er zur radikal-liberalen, 1867 bis 1879 und 1888 bis 1898 zur nationalliberalen Fraktion. Er war vom 16. Oktober 1888 bis zum 31. Dezember 1895 Landtagssyndikus, vom 24. Juni 1868 bis zum 31. Dezember 1871 Landtagsvizepräsident und vom 17. März 1873 bis zum 31. Dezember 1879 sowie vom 15. Juli 1896 bis zum 29. November 1898 Landtagspräsident.

Weitere Ämter[Bearbeiten]

Reinhold Bärwinkel war weiterhin Mitglied und später Ehrenmitglied der Schönbrunn-Schützengesellschaft in Arnstadt. Er wirkte im Mitteldeutschen und Thüringischen und im Deutschen Schützenbund mit und war Mitgründer, später Ehrenmitglied des Tumvereins in Arnstadt und auch Mitgründer der Turnerfeuerwehr.

Ehrungen[Bearbeiten]

Am 5. Juli 1879 wurde er zum Justizrat ernannt. Das Fürstliche Ehrenkreuz III. Klasse wurde ihm am 7. August 1894 verliehen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Jochen Lengemann: Landtag und Gebietsvertretung von Schwarzburg-Sondershausen 1843–1923. Biographisches Handbuch (= Parlamente in Thüringen 1809–1952. Bd. 3). G. Fischer, Jena u. a. 1998, ISBN 3-437-35368-3, S. 142–143.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Reinhold Bärwinkel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien