Ochsenhausen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Ochsenhausen
Ochsenhausen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Ochsenhausen hervorgehoben
48.0722222222229.9480555555556613Koordinaten: 48° 4′ N, 9° 57′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Biberach
Höhe: 613 m ü. NHN
Fläche: 59,96 km²
Einwohner: 8590 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 143 Einwohner je km²
Postleitzahl: 88416
Vorwahl: 07352
Kfz-Kennzeichen: BC
Gemeindeschlüssel: 08 4 26 087
Stadtgliederung: 3 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktplatz 1
88416 Ochsenhausen
Webpräsenz: www.ochsenhausen.de
Bürgermeister: Andreas Denzel
Lage der Stadt Ochsenhausen im Landkreis Biberach
Bayern Alb-Donau-Kreis Landkreis Ravensburg Landkreis Reutlingen Landkreis Sigmaringen Ulm Achstetten Alleshausen Allmannsweiler Altheim (bei Riedlingen) Attenweiler Bad Buchau Bad Schussenried Berkheim Betzenweiler Ummendorf (bei Biberach) Biberach an der Riß Burgrieden Dettingen an der Iller Dürmentingen Dürnau (Landkreis Biberach) Eberhardzell Erlenmoos Erolzheim Riedlingen Ertingen Gutenzell-Hürbel Hochdorf (Riß) Ingoldingen Kanzach Kirchberg an der Iller Kirchdorf an der Iller Kirchdorf an der Iller Langenenslingen Laupheim Laupheim Maselheim Mietingen Mittelbiberach Moosburg (Federsee) Ochsenhausen Oggelshausen Riedlingen Riedlingen Riedlingen Rot an der Rot Schemmerhofen Schwendi Seekirch Steinhausen an der Rottum Tannheim (Württemberg) Tiefenbach (Federsee) Ummendorf (bei Biberach) Unlingen Unlingen Uttenweiler Wain WarthausenKarte
Über dieses Bild

Ochsenhausen ist eine Stadt in Oberschwaben an der Hauptroute der Oberschwäbischen Barockstraße, bekannt für die ehemalige Reichsabtei der Benediktiner, heute Landesakademie für die musizierende Jugend in Baden-Württemberg und das Öchsle. Hauptsächlich durch ein großes Werk des Liebherr-Konzerns, durch die Südpack-Gruppe und weitere kleine und mittelständische Unternehmen ist die Stadt ein wesentlicher Industrie- und Gewerbestandort im Landkreis Biberach.

Geografie[Bearbeiten]

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Zur Stadt Ochsenhausen gehören seit der Gemeindereform 1975 auch die ehemals selbständigen Gemeinden Reinstetten, Hattenburg und Mittelbuch mit den Ortsteilen Wennedach, Laubach, Eichen, Goppertshofen, Bebenhaus und Einöden.

Geschichte[Bearbeiten]

Zur Entstehung des Namens gibt es eine vergnügliche Sage, die vielleicht auch ein Körnchen Wahrheit enthält. Demnach soll in der Gegend schon im 9. Jahrhundert ein Nonnenkloster namens Hohenhusen bestanden haben. Im 10. Jahrhundert flohen die Nonnen vor den eindringenden Ungarn ins Österreichische. Sie sollen dabei eine Truhe mit ihren Schätzen und Reliquien vergraben haben. Jahre später stieß dann ein Ochse beim Pflügen auf die Holzkiste. Die Freude war groß, an der Fundstelle entstand wenig später das Kloster Ochsenhausen.

Die Geschichte Ochsenhausens ist eng mit der ehemaligen Benediktiner-Reichsabtei Ochsenhausen verbunden. Die erste Klosterkirche wurde im Jahr 1093 geweiht. 1391 wird Ochsenhausen, das zuvor zum Kloster St. Blasien gehörte, eine eigenständige Abtei. Die Klosterkirche wurde in den Jahren 1489 bis 1495 unter Abt Simon Langenberger gebaut, 1615 bis 1618 erfolgte unter Abt Johannes Lang der Neubau des Konventgebäudes, 1783 bis 1789 wurden unter dem letzten Abt Romuald Weltin der Bibliotheksaal und der Konventsaal hinzugefügt.

Kloster Ochsenhausen

1495 erhält es den Titel einer freien Reichsabtei. 1501 erhoben sich deren Lehensbauern aus 38 Ortschaften bewaffnet gegen das Kloster und erreichten 1502 eine Verbesserung ihrer Lehensbedingungen. Das dürfte erklären, warum die Bauernkriege 1525 dort keinen größeren Schaden anrichteten. Auch gelang es seinem Prälaten Gerwick Blarer, die Einführung der Reformation in diesem Gebiete zu verhindern. Im Zuge der Säkularisation erfolgte die Besitzergreifung von Ort und Kloster Ochsenhausen durch Reichsgraf Franz Georg von Metternich-Winneburg-Beilstein am 20. Februar 1803 mit einem Patent an alle Untertanen. Am 30. Juni 1803 verlieh Kaiser Franz II. dem Reichsgrafen die persönliche Fürstenwürde und erhob Ochsenhausen zum Fürstentum.[2] Im Zusammenhang mit der Bildung des Rheinbundes fiel das Gebiet 1806 staatsrechtlich an das Königreich Württemberg. 1825 verkaufte Metternich seine dortigen Besitzungen für 1,2 Mio. Gulden an Württemberg.

1950 erhielt Ochsenhausen die Stadtrechte. Im Zuge der Gemeindegebietsreform in Baden-Württemberg wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Reinstetten (am 1. Dezember 1971) und Mittelbuch (am 1. Januar 1975) nach Ochsenhausen eingemeindet. Ab Anfang der 1980er Jahre wurde die Innenstadt saniert und modernen Bedürfnissen angepasst. Diese Bemühungen wurden 2005 vom damaligen baden-württembergischen Wirtschaftsminister Ernst Pfister (FDP) als beispielhaft ausgezeichnet.

Siehe auch: Burg Ametshausen, Burg Buchberg, Burg Buchhalde, Burg Hattenburg, Burg Mittelbuch, Burg Oberstetten, Burg Reinstetten, Burg Rottum

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat besteht seit der letzten Kommunalwahl am 7. Juni 2009 aus 21 Mitgliedern. Diese verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Parteien und Gruppierungen (die Veränderungen beziehen sich auf die vorangegangene Wahl am 13. Juni 2004):

Gemeinderat seit 2009
Fraktion Wahlergebnis ± Stärke ±
CDU 38,2 % −5,1 %p 9 Sitze ±0
FWG 32,5 % +1,7 %p 7 Sitze +1
Unabhängige Liste 14,7 % −1,1 %p 3 Sitze ±0
SPD 10,4 % +0,3 %p 2 Sitze ±0

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Öchsle-Dampflok

Verkehr[Bearbeiten]

Ochsenhausen liegt an der Bundesstraße 312 (StuttgartMemmingen).

Das „Öchsle“, die Schmalspurbahn von Biberach an der Riß nach Ochsenhausen wurde 1899 eröffnet. Die Königlich Württembergischen Staats-Eisenbahnen erbauten die Bahnhofsgebäude von Reinstetten und Ochsenhausen als Einheitsbahnhöfe vom Typ IIa respektive IIIa.[3] Der Personenverkehr wurde 1964 eingestellt, heute nutzt eine touristische Museumsbahn die Gleise bis Warthausen.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

  • Die Liebherr-Hausgeräte Ochsenhausen GmbH (gegründet 1954) mit 1.775 Mitarbeitern produzieren jährlich ca. 900.000 Kühl- und Gefriergeräte.
  • Die Firma Südpack Verpackungen GmbH & Co. mit 950 Mitarbeitern ist ein weiterer großer Arbeitgeber in Ochsenhausen.
  • Angele Schmiedetechnik im Teilort Reinstetten ist Hersteller für Schmiedefeuer und Werkstattausrüstung für das handwerkliche Schmieden.
  • Wölfle GmbH baut Fahrerkabinen, Steuerungen und Kabelkonfektionen unter anderem für Liebherr.

Katholische Kirche[Bearbeiten]

Ochsenhausen war Sitz des ehemaligen Dekanats Ochsenhausen. Die Seelsorgeeinheit St. Benedikt Ochsenhausen gehört mittlerweile zum Dekanat Biberach der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

Bürgermeister Andreas Denzel beim Abiball 2012

In der Gemeinde Ochsenhausen gibt es allgemeinbildende Schulen aller Schularten: das Gymnasium Ochsenhausen, die Realschule Ochsenhausen, die Grund- und Werkrealschule Reinstetten-Ochsenhausen in Reinstetten[4], die Grundschule Ochsenhausen, die Grundschule Mittelbuch und mit der Rottumtalschule Ochsenhausen eine Förderschule.

Mit der Fürstenwaldschule gibt es außerdem ein waldpädagogisches Angebot an die Kindergärten und Schulen im Landkreis, sowie an interessierte Erwachsenengruppen. Einmal im Jahr finden hier und im nahen Fürstenwald die „Waldjugendspiele“ für die Ochsenhausener Schulen statt.

In den Gebäuden des ehemaligen Klosters ist die Landesakademie für die musizierende Jugend in Baden-Württemberg untergebracht. Sie hat sich zur Aufgabe gemacht, „die musisch-kulturellen Kräfte bei der Erziehung der Jugend zu stärken“.

Im Bereich der Erwachsenen- und Weiterbildung bietet das Bildungswerk Ochsenhausen ein breites Spektrum an Fortbildungsmöglichkeiten.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bahnhof Ochsenhausen
Museum der Waschfrauen am Bahnhof
Ochsenhausen um 1900

Ochsenhausen und der Ortsteil Reinstetten liegen an der Oberschwäbischen Barockstraße mit vielen Sehenswürdigkeiten. Ochsenhausen liegt auch an der Mühlenstraße Oberschwaben.

Museen[Bearbeiten]

Mit der „Öchsle“-Bahn-Schmalspurstrecke Ochsenhausen–Warthausen verfügt die Stadt über eine Museumseisenbahn. Das Bahnhofsensemble steht unter Denkmalschutz.

Das kleine „Museum der Waschfrauen“ befindet sich im nördlichen Teil des Öchsle-Bahnhofs.

Das Klostermuseum im Schlossbezirk informiert über die umfangreiche Geschichte der ehemaligen Benediktiner-Reichsabtei Ochsenhausen.

Bauwerke[Bearbeiten]

Sport- und sonstige Vereine[Bearbeiten]

  • Der Sportverein Ochsenhausen bietet mit seinen Abteilungen Fußball, Volleyball, Leichtathletik, Badminton, Floorball und Klettern ein vielseitiges Angebot.
  • Der Handballsportverein HSV Reinstetten/Ochsenhausen e.V. betreut Jugendliche und Aktive.
  • Stadtgarde zu Pferd Königsdragoner Ochsenhausen.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Beim Öchsle-Fest (jährlich Mitte Juni) verwandelt sich das gesamte Stadtgebiet in einen historischen Handwerkermarkt mit landwirtschaftlichen Oldtimer-Fahrzeugen.
  • Seit 1980 gibt es den Fürstenwaldlauf, der jährlich im Juni stattfindet. Er gehörte zu den ersten Volksläufen überhaupt und hatte bereits in den 1980er Jahren eine überdurchschnittliche Resonanz. Er beginnt im Hopfengarten-Stadion und führt dann durch den Fürstenwald.
  • Seit Anfang der 1980er Jahre gibt es das Mostfest, bei dem der beste Most prämiert wird. Die Teilnehmer kommen aus ganz Oberschwaben, von der Schwäbischen Alb, aus dem Allgäu und aus dem Bodenseegebiet.
  • Jeden Freitag vor Aschermittwoch (Rußiger Freitag) veranstaltet die Fasnetgesellschaft-Narrenzunft Ochsenhausen ihren Nachtumzug mit ca. 5000 Teilnehmern.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Max Herold, Bürgermeister a.D. 1975 - 1999
  • Alfred Remmele, Unternehmer

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Johann Daniel Georg von Memminger: Beschreibung des Oberamts Biberach. Cotta, Stuttgart und Tübingen 1837 (Volltext bei Wikisource)
  • Volker Himmelein (Hrsg.): Alte Klöster, neue Herren. Die Säkularisation im deutschen Südwesten 1803. Aufsätze. Erster Teil. Vorgeschichte und Verlauf der Säkularisation. Thorbecke, Ostfildern 2003, ISBN 3-7995-0212-2

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ochsenhausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Volker Himmelein (Hrsg.): Alte Klöster, neue Herren. Die Säkularisation im deutschen Südwesten 1803. Aufsätze. Erster Teil. Vorgeschichte und Verlauf der Säkularisation, S. 428/430
  3.  Rainer Stein: Der württembergische Einheitsbahnhof auf Nebenbahnen. In: Eisenbahn-Journal Württemberg-Report. Band 1, Nr. V/96, Merker, Fürstenfeldbruck 1996, ISBN 3-922404-96-0, S. 80–83.
  4. www.schule-reinstetten-ochsenhausen.de