Burg Reitersdorf

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Reitersdorf)
Wechseln zu: Navigation, Suche

p3

Burg Reitersdorf
Burg Reitersdorf

Burg Reitersdorf

Entstehungszeit: ab 1270
Erhaltungszustand: abgegangene Burg
Ort: Bad Honnef
Geographische Lage 50° 39′ 4″ N, 7° 13′ 3,3″ O50.65111117.21758Koordinaten: 50° 39′ 4″ N, 7° 13′ 3,3″ O
Burg Reitersdorf (Nordrhein-Westfalen)
Burg Reitersdorf

Die Burg Reitersdorf ist eine abgegangene Burg in Bad Honnef, einer Stadt im nordrhein-westfälischen Rhein-Sieg-Kreis. Von der Burg, die Zentrum einer Ortschaft war, sind Fundamente erhalten. Sie liegen am Rande des Stadtzentrums westlich der Hauptstraße im Park Reitersdorf.

Geschichte[Bearbeiten]

866 wurde der Ort Reitersdorf als villa rateresthorp, 893 als Retersdorpht urkundlich erwähnt. Damit handelt es sich bei Reitersdorf um die ältesten sichtbaren Spuren der Stadt Bad Honnef. In der Abschrift des Prümer Urbars von 1222 wird es als Botenstation der dortigen Abtei erwähnt. Der Bau der Burg erfolgte ab 1270 durch Johann von Heinsberg, der darin vermutlich einen Ersatz für die Löwenburg fand, von der er vertrieben wurde. Die Siedlung, zu der auch eine gemeinsam mit der Burg entstandene Kirche „St. Göddert“ gehörte, befand sich in Rheinnähe westlich der Burg. Im Jahre 1288 wurde die Burg als „Castrum Reyterstorp“ ein Lehen des Grafen von Jülich, der sie erweitern ließ. 1317 wurden Burg und Siedlung in einem kriegerischen Akt vom Erzbischof von Köln, einem Gegner des Grafen von Jülich, durch Schleifung weitgehend zerstört. Ihre letzte Erwähnung fand sie 1517 als „Rettersdorf“.

Die Reste der Burg, vor allem der Mauern, dienten in nachfolgenden Jahrhunderten als Keller und Stallung. Die anschließend zugeschütteten Reste wurden zunächst 1870 noch einmal ausgegraben, bevor dort General Walther von Seydlitz-Kurzbach eine herrschaftliche Villa errichten ließ. Nachdem die so genannte Villa Bredt-Lipp samt umliegendem Grundstück in den 1970er-Jahren von der Stadt Bad Honnef für den (nicht umgesetzten) Bau einer Kurklinik[1] erworben und abgerissen wurde, grub man 1981/1982 die Ruine wieder aus. Es kam zu einer Restaurierung der Fundamente, die seitdem in einem öffentlich zugänglichen Gelände, dem Park Reitersdorf, frei zugänglich sind. Der Park war Ende des 19. Jahrhunderts angelegt wurden und enthält mit einer Atlaszeder und einem Ginkgo zwei seltene Einzelbäume. 2009 kam es zu Anstrengungen, den sanierungsbedürftigen Park inklusive der Burg, einem Steinbrunnen, einer Pergola und einem Teich erneut zu renovieren. Die Renovierung der Pergola erfolgte 2012.[2]

Burg[Bearbeiten]

Ein unvollendeter Wassergraben umschloss die als Kastell angelegte Burg Reitersdorf. Sie wurde vermutlich in zwei Phasen errichtet. Ihr von vier runden Ecktürmen gesäumter Mauerring mit den ungefähren Maßen 25 mal 25 m schloss ursprünglich einen quadratischen, steinernen Wohnturm ein, der vermutlich von einem Palisadenzaun umgeben wurde. Zuletzt stand dort ein rechteckiger Bau. An der Ostseite wird eine Vorburg vermutet.

Literatur[Bearbeiten]

  • Wilhelm W. Hamacher: Reitersdorf. Die Geschichte eines untergegangenen Dorfes und seiner Burg. In: Studien zur Heimatgeschichte der Stadt Bad Honnef am Rhein, Heft 12, Heimat- und Geschichtsverein Herrschaft Löwenburg e.V., Bad Honnef 1998.
  • German Hubert Christian Maaßen: Geschichte der Pfarreien des Dekanates Königswinter. Köln 1890, S. 41–43.

Weblinks[Bearbeiten]

  • Eintrag über Reitersdorf in der EBIDAT, der wissenschaftlichen Datenbank des europäischen Burgeninstituts

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Karl Günter Werber: Archivbilder Bad Honnef, Sutton Verlag, Erfurt 2004, ISBN 3-89702-718-6, S. 119
  2. Bürgerengagement im Park Reitersdorf, Die Bad Honnefer Wochenzeitung, 4. Januar 2013