Reithalle

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Dieser Artikel behandelt den Gebäudetyp Reithalle; zu einzelnen Reithallen siehe Reithalle (Begriffsklärung).
Außenansicht einer Reithalle moderner Leichtbauweise
Innenansicht einer Reithalle mit Reithallenberegnung
textile Reithalle
Reithalle des Landgestüts Redefin
Reithalle des Nationalgestüts Bábolna in Ungarn

Eine Reithalle bezeichnet ein Gebäude, das speziell für den Reitsport konzipiert ist.

Architektur[Bearbeiten]

Reithallen werden unter Berücksichtigung folgender Kriterien konstruiert:

  • Die Reitbahn muss möglichst groß sein (wobei für dressurmäßige Arbeit kleinere Hallen den Vorteil bieten, die Pferde mehr biegen zu müssen).
  • In der Reitbahn dürfen keinesfalls Säulen stehen; außer ggfs. Pilaren.
  • Die Halle muss hohe, breite und leicht zu öffnende Tore haben, wobei die Öffnung der Tore oder der Bande nach Möglichkeit nicht in die Halle hineingehen sollten.
  • Der Einfall von Tageslicht sollte großflächig und auch von oben gestattet werden.

Reithallen dienen der wetterunabhängigen Bewegungsmöglichkeit für Reiter und Pferde. Reithallen finden sich in unterschiedlichen Errichtungsformen. Die gängigsten Konstruktionen sind: Holzleimbinder auf Holz- oder Stahlträgern, Stahlbinder oder Fachwerkbinder, ausgemauert oder mit Trapezblech/Sandwichelementen verkleidet. Die Dächer sind in der Regel aus Sandwichelementen oder, bei älteren Reithallen, aus Faserzement-Wellplatten. Oft findet man auch an die Halle angeschleppte Boxenställe. Zunehmend werden auch Reitzelte errichtet. Diese textilen Bauwerke bestehen in der Regel aus einer Aluminium-Konstruktion und einem hochfesten PVC-beschichteten Planendach sowie Windschutznetzen in den Wänden.

Die Errichtung von Reithallen ist im deutschen Sprachraum genehmigungspflichtig.

Sonstiges[Bearbeiten]

Reithallen sind in aller Regel ungeheizt, da dies für die Pferde gesünder ist, und haben meist Turniermaße von 20 m × 60 m oder von 20 m × 40 m und 25 m × 65 m.

Von großer Bedeutung ist in Reithallen die Bodenqualität. Ein guter Reitboden braucht eine gleichmäßige Befeuchtung zur Staubbindung, Pflege des Reitbodens und Erhaltung der Reitbarkeit, welche durch eine automatische Reitbodenberegnung − Bewässerung von oben − oder durch eine regulierbare Flutung − Bewässerung von unten, sogenannte Ebbe-Flut-Systeme − gewährleistet werden kann.

Besonderes Augenmerk sollte auf die Beleuchtung gelegt werden. Das Hell-Dunkel-Empfinden der Pferde macht eine gleichmäßige Ausleuchtung notwendig. Kunstlicht sollte blendfrei und diffus erzeugt werden, und die Lichtstärke sollte je nach Reitdisziplin regulierbar sein.

Hallen für besondere Zwecke[Bearbeiten]

Longierhalle im Landkreis Syke

Eine Longierhalle ist eine kleinere Halle zum Longieren von Pferden. Die meisten Longierhallen sind rund gebaut und haben Durchmesser von 16–24m. Eckige Modelle haben Vorteile bei den Baukosten und gestatten den Pferden eine bessere räumliche Orientierung. Longierhallen sind genehmigungspflichtige Bauwerke.

Berühmte Reithallen[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Wolfgang Götz: Deutsche Marställe des Barock. München 1964.
  • Liliane Skalecki: Das Reithaus. Untersuchungen zu einer Bauaufgabe im 17. bis 19. Jahrhundert. Olms, Hildesheim 1992 (Studien zur Kunstgeschichte, 76), ISBN 3487096315.
  • Gerlinde Hoffmann/Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN): Orientierungshilfen zum Reitanlagen- und Stallbau, (S. 116 Longierhalle), Warendorf 2009, ISBN 978-3-88542-740-7
  • Helmbrecht Boege: Konstruktion von Gebäudehüllen für die Pferdehaltung, in Baubriefe Landwirtschaft Nr. 49 - Pferdehaltung, Deutsche Landwirtschaftsverlag, Hannover, S. 88ff

Weblinks[Bearbeiten]