Reitwein

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zum deutschen Kameramann siehe Jörg Schmidt-Reitwein.
Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Reitwein führt kein Wappen
Reitwein
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Reitwein hervorgehoben
52.50111111111114.5813Koordinaten: 52° 30′ N, 14° 35′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Märkisch-Oderland
Amt: Lebus
Höhe: 13 m ü. NHN
Fläche: 23,8 km²
Einwohner: 454 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 19 Einwohner je km²
Postleitzahl: 15328
Vorwahl: 033601
Kfz-Kennzeichen: MOL, FRW, SEE, SRB
Gemeindeschlüssel: 12 0 64 420
Adresse der Amtsverwaltung: Breite Straße 1
15326 Lebus
Bürgermeisterin: Renate Kurz
Lage der Gemeinde Reitwein im Landkreis Märkisch-Oderland
Altlandsberg Alt Tucheband Bad Freienwalde Beiersdorf-Freudenberg Bleyen-Genschmar Bliesdorf Buckow Falkenberg Falkenhagen Fichtenhöhe Fredersdorf-Vogelsdorf Garzau-Garzin Golzow Gusow-Platkow Heckelberg-Brunow Höhenland Hoppegarten Küstriner Vorland Lebus Letschin Lietzen Lindendorf Märkische Höhe Müncheberg Neuenhagen bei Berlin Neuhardenberg Neulewin Neutrebbin Oberbarnim Oderaue Petershagen/Eggersdorf Podelzig Prötzel Rehfelde Reichenow-Möglin Reitwein Rüdersdorf bei Berlin Seelow Strausberg Treplin Vierlinden Waldsieversdorf Wriezen Zechin Zeschdorf BrandenburgKarte
Über dieses Bild

Reitwein ist eine Gemeinde im Landkreis Märkisch-Oderland (Brandenburg) und ist Teil des Amtes Lebus. Die an der Oder verlaufende östliche Gemeindegrenze bildet gleichzeitig die deutsche Ostgrenze zur Republik Polen.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Angrenzende Gemeinden sind Podelzig, Alt Tucheband, Küstriner Vorland und die Stadt Lebus. Nachbarort auf der polnischen Seite der Oder ist das ehemalige Göritz (Oder) (Górzyca).

Geografie[Bearbeiten]

Reitwein am Südrand des Oderbruches liegt am nördlichen Ende des Reitweiner Sporns, auch Reitweiner Nase genannt. Es handelt sich dabei um eine langgezogene Hügelkette, die steil zum Oderbruch abfällt. Entstanden ist sie als Prallhang der Uroder. Der Boden ist lehmig und das Gebiet ist von kleinen Tälern durchzogen. Dadurch gibt es kleinräumig sehr unterschiedliche Vegetation: vom schattigen Laubmischwald, mit vielen Frühjahrsblühern (Kleines Schneeglöckchen, Windröschen, Lungenkraut, Maiglöckchen, Schattenblumen, echte Schlüsselblume usw.) bis zu Trockenrasen mit den für das Gebiet berühmten Adonisröschen. Auch finden sich hier seltene Tierarten wie Biber, Kranich und Schwarzstorch.

Einige Wanderwege durchziehen den Reitweiner Sporn, besonders die Frankfurter Straße, eine alte Handelsstraße. Ein Teil dieser alten Handelsstraße ist ein Hohlweg. Bis zum Bau der neuen befestigten Chaussee (heutige B112) war sie Teil der direkten und kürzesten Verbindung zwischen Frankfurt (Oder) und Küstrin.

Geschichte[Bearbeiten]

14. bis 19. Jahrhundert[Bearbeiten]

1316 wurde der Ort erstmals in einer Urkunde als Ruthewyn genannt. Nach Heinrich Berghaus ist der Name wahrscheinlich abgeleitet von dem slawischen Wort Rutewina für Weg durch den Morast. Der Name lässt sich aber auch vom Wort rudowina = Raseneisenstein herleiten.[2] Bis zur Trockenlegung des Oderbruchs unter Friedrich dem Großen war der Ort ein Fischerdorf. Das Fischereigewerbe war so bedeutend, dass selbst der Pfarrer es zum Nahrungszweck betrieb. Die Fischer des Ortes verkauften ihren Fischfang bis nach Müllrose.

Der Markgraf von Brandenburg Waldemar „der Große“ verkaufte Ruthewyn 1316 mit allem Zubehör, mit dem See Prisszenesken und 5 Pfund Pfeffer für 147 Mark Brandenburgischen Silbers an die Frankfurter Bürger Jacob von Gummer und Johann Schyele. Sie wurden damit zu gesamter Hand belehnt. Aber schon 1336 trat Markgraf Ludwig I. das Dorf Ruthewyn und den See Piscenige an den Stadtrat von Frankfurt (Oder) tauschweise gegen das halbe Dorf Tucheband und das halbe Dorf Maatzinova ab. Der See Prisszenesken oder Piscenige ist im Zuge der Eindeichung der Oder verschwunden.

Im Jahre 1414 erhielt Lorenz Beier, ein Frankfurter Ratsherr, Hebungen zu Ruthewyn neben den Orten Gusow und Platkow. Im gleichen Jahr wurde die erste Kirche erbaut deren Kirchenpatronat der Rat zu Frankfurt innehatte. Die Einwohner bezahlten für das Recht an Lebus 32 Schock Böhmische Groschen. Denn bisher war der Ort nach Lebus eingepfarrt. Lorenz Beier starb nach wenigen Jahren ohne Lehnserben.

Reitweiner Siegel

1572 erhielt der Rat zu Frankfurt die landesherrliche Erlaubnis, sein Dorf Reuthwein im Tausch dem Caspar von Platow erblich zu überlassen und dafür seine Anteile am Dorf Booßen samt 500 Taler anzunehmen. Bei diesem Kauf blieb der Rat dem Kurfürsten lehnspflichtig wegen Reitwein und Caspar von Platow wurde Afterlehnsmann des Rates von Frankfurt. 1578 kauft er eine Hufe und Hof aus und wandelte seinen neuen Besitz in ein Rittergut.[3]

Die Familie von Platow, welche auch Prötzel besaß, erhielt sich fast ein Jahrhundert den Besitz von Reitwein. Doch 1590 gewann der Hofmarschall Hans von Thümen den Ort als Pfandbesitz, den er auf seinen Sohn Hans Georg von Thümen weitervererbte.

1666 kaufte Joachim Erdmann von Burgsdorff Reitwein. Das Reitweiner Schloss (Gutshaus) entstand zwischen 1697 und 1700 als zweigeschossiger Putzbau mit einem reich ornamentiertem Hauptportal. Das Geschlecht Finck von Finckenstein übernahm das Schloss 1842 und baute es in der Folgezeit aus und legte einen englischen Park an. Durch Heirat 1842 der Erbtochter Erdmuth Amalie von Burgsdorff mit dem Grafen Rudolf Finck von Finckenstein (1813–1886) kam der Ort im Jahr 1849 nach ihrem Tod an ihren Gemahl.[4]

Friedrich der Große verbrachte auf dem Schloss die Zeit unmittelbar nach der Niederlage in der Schlacht bei Kunersdorf im Jahr 1759. Auch schlug er sein Hauptquartier hier vor der Schlacht von Zorndorf auf. Ein anderer berühmter Gast war Theodor Fontane, der einen der fiktiven Handlungsorte seines historischen Romans Vor dem Sturm in der Nähe Reitweins ansiedelte.

Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten]

Schloss Reitwein vor 1945

Zum Ende des Zweiten Weltkriegs erreichten im Laufe des 2. Februar 1945[5] die ersten sowjetischen Truppen den Ort Reitwein. Sie konnten aber noch durch deutsche Verstärkungen und einem auf dem Reitweiner Gut[6] weilenden Einheit des Reichsarbeitsdienstes aus dem Ort vertrieben werden. Dies ermöglichte die Flucht eines großen Teils der Einwohner. Teile der Gehöfte von Reitweiner und Göritzer Loose außerhalb des Ortes und die bewaldeten Reitweiner Höhen wurden aber von den sowjetische Kräften gehalten und laufend verstärkt.[7] Im April 1945 war die Umgebung Reitweins Schauplatz erbitterter Kämpfe während der Schlacht um die Seelower Höhen. Auf deutscher Seite kämpfte die Panzergrenadierdivision „Kurmark“ mit Einheiten der Kriegsschulen aus Potsdam (Grenadier-Regiment 1234) und Dresden (Grenadier-Regiment 1235) um Reitwein. Laufgräben und Erdbunker auf dem Reitweiner Sporn sind noch heute erhalten und stehen zum Teil unter Denkmalschutz.

Dazu zählt der sowjetische Gefechtsstand der 8. Gardearmee[8] (alte Bezeichnung war 62. Armee) unter dem Befehlshaber Wassili I. Tschuikow von dem er zusammen mit dem Befehlshaber der 1. Weißrussische Front Georgi K. Schukow den Sturm auf die Seelower Höhen führte.[9]

Reitwein nach 1945[Bearbeiten]

Zerstörter Bahnhof von Reitwein (1945)

Das im Zweiten Weltkrieg leicht beschädigte Schloss wurde 1962 von den örtlichen Behörden zerstört und die Fläche wurde komplett eingeebnet. Heute erinnern Schautafeln sowie eine Hecke an die Umrisse des Schlosses.

Oderhochwasser 1947[Bearbeiten]

Hauptartikel: Oderflutkatastrophe 1947

In der Nacht zum 22. März bildete das Treibeis infolge des Eisganges in der Nähe des Umflutkanals bei Küstrin-Kietz eine Eisbarriere. Sie staute binnen kurzer Zeit riesige Wassermengen die den Oderdeich nördlich von Reitwein an 2 Stellen in einer Länge von über 100 m überfluteten.[10] Das Hochwasser erreichte sogar das mehrere Kilometer vom Fluss entfernte Bad Freienwalde. Mehr als 20.000 Menschen wurden damals obdachlos. Im Zuge des Wiederaufbaus des zerstörten Oderdammes 1947 wurde auch eine Feldbahn eingesetzt. Sie machte den Transport der Sandmassen möglich, der am Reitweiner Sporn abgebaut wurde. Noch heute ist die Deichauffahrt der Kleinbahn am Reitweiner Triftweg deutlich erkennbar.

Oderhochwasser 1997[Bearbeiten]

Während des Oderhochwassers 1997 bildete der Deich bei Reitwein eine besonders kritische Stelle. Am 29. Juli wurde bei Deichkilometer 4,8 und 5,2 ein kritischer Riss (0,5 m breit, 50 m lang) in der Deichberme erfolgreich verbaut. Dazu wurden auch Bundeswehr-Hubschrauber zum Sandsacktransport eingesetzt. In der Nacht zum 1. August 1997 wurde mit dem Bau eines Notdeichs bei Reitwein begonnen.[11] Hierzu waren in den ersten Stunden ca. 80 LKW der Straßenbauverwaltung Brandenburgs für die Errichtung des Querdeiches im Einsatz.[12] Der Bau des Notdeiches[13] wurde vorzeitig beendet und im folgenden Jahr zurückgebaut. Im Volksmund bekam der Schutzdamm den Namen Meyerdamm in Anspielung auf Hartmut Meyer, damaliger brandenburgischer Minister für Stadtentwicklung, Wohnen und Verkehr.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

In der Folgezeit eingemeindete wurden die Gemeinden Reitweiner Loose, die Hathenower Wiesen (1959)[14][15] und das Odervorwerk samt Göritzer Loose sowie ein Großteil der Wuhdener Loose (1950).[16]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Die Bevölkerung im Gebiet des heutigen Reitwein schrumpft seit dem Ende des 19. Jahrhunderts. Selbst die Zuwanderung von Vertriebenen in der Mitte des 20. Jahrhunderts hat den säkularen Schrumpfungsprozess nur kurzfristig unterbrochen.

Bevölkerungsentwicklung seit 1875.
- Blaue Linie: Bevölkerungsentwicklung des Gebietes in den heutigen Grenzen.
- Gepunktete Linie: Normierte Bevölkerungsentwicklung des Landes Brandenburg.
Reitwein:
Bevölkerungsentwicklung in den heutigen Grenzen (2013)
Jahr Einwohner
1875 957
1890 1 006
1910 831
1925 909
1933 857
1939 835
1946 859
1950 1 100
1964 788
1971 775
Jahr Einwohner
1981 577
1985 525
1989 507
1990 509
1991 501
1992 497
1993 499
1994 484
1995 475
1996 493
Jahr Einwohner
1997 517
1998 535
1999 535
2000 534
2001 544
2002 545
2003 538
2004 526
2005 535
2006 530
Jahr Einwohner
2007 505
2008 489
2009 491
2010 503
2011 482
2012 477
2013

Die Quellen der Daten finden sich detailliert in den Wikimedia Commons[17].

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat besteht aus 8 Mitgliedern.

  • Wählergruppe Pro Reitwein 3 Sitze
  • Wählergruppe Freunde des Sports 2 Sitze
  • Wählergruppe Soziales 1 Sitz
  • Wählergruppe Feuerwehr 1 Sitz
  • Einzelwahlvorschlag Kurz 1 Sitz

(Stand: Kommunalwahl vom 28. September 2008)

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Reitweiner Stüler-Kirche
Stülerkirche Reitwein:
Blick in die Apsis der Kirchenruine

Bauwerke[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der Baudenkmale in Reitwein mit den in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Baudenkmalen.

Gedenkstätten[Bearbeiten]

Reitweiner Ansichten um 1900
  • Gedenkstein Oderhochwasser 1997
  • Gedenkstein Dammbruch 1947
  • Grabanlage der Familie Finck von Finckenstein auf dem Ortsfriedhof
  • Kriegerdenkmal 1914/18 Reitweins
  • Kriegerdenkmal 1870/71 Reitweins
  • Gedenkstätte für die im Zweiten Weltkrieg in und um Reitwein gefallenen deutsche Soldaten (Von 61 Toten sind 34 namentlich bekannt)[19] und Flüchtlingen auf dem Ortsfriedhof[20]
  • Gedenkstätte für die im Zweiten Weltkrieg gefallenen Söhne und Väter aus Reitwein auf dem Ortsfriedhof[21]
  • Sowjetische Kriegsgräberstätte Reitwein (Zweiter Weltkrieg) mit ca. 3000 Gefallenen

Vereinsleben[Bearbeiten]

Der SV Rot-Weiß Reitwein als mitgliederstärkster Verein organisiert in Zusammenarbeit mit den anderen ortsansäßigen Vereinen wie dem Anglerverein Zur alten Oder Reitwein, dem Heimatverein Reitweiner AnSporn, dem Siedler- und Kleintierzüchterverein, dem Verein für Kirchenbau und Heimatgeschichte Reitwein sowie der Volkssolidarität Reitwein den alljährliche Reitweiner Heiratsmarkt. Weiterhin ist auch eine Freiwillige Feuerwehr im Ort tätig.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Reitwein in der Literatur[Bearbeiten]

Theodor Fontane über Reitwein[Bearbeiten]

Reitweiner Stüler-Kirche mit Schloss im Vordergrund, um 1860, Sammlung Duncker

Auf seinen Wanderungen durch die Mark Brandenburg (Band 2, Das Oderland, 1863 erschienen) ging Fontane auch auf die reiche Geschichte von Reitwein ein.

„Auf dem Rücken Rittmeisters von Prittwitz, der ihn gerettet, schrieb er mit Bleistift die Worte an den Minister Finkenstein: »Alles ist verloren, retten Sie die Königliche Familie; Adieu für immer.« Andern Tags nahm er Quartier in Reitwein, damals noch den Burgsdorfs gehörig. […] An diesen Plätzen führt uns jetzt unsere Fahrt vorüber. Ötscher, wiewohl nahe gelegen, verbirgt sich hinter Hügeln, desto malerischer treten Reitwein und Göritz hervor. Schöner freilich muß der Anblick dieses Bildes gewesen sein, als die alte Göritzer Kirche, ein berühmter Wallfahrtsort, auf der Höhe des Hügels lag und sich mit der Kirche von Reitwein drüben begrüßte.“

Theodor Fontane: Wanderungen durch die Mark Brandenburg – Das Oderland. Von Frankfurt nach Schwedt[24]

Reitweiner Sage[Bearbeiten]

„Als einst an einem schwülen Sommertage ein Schuster von der Messe in Frankfurt (Oder) heimkehrte und in der Nähe des Reitweiner Schloßberges sich gelagert hatte, vernahm er plötzlich wundersame Musik. Ein reichgekleideter Diener trat an ihn heran und lud ihn aufs Schloß ein, dessen Ruinen auf dem Berge standen. Der Schuster kam mit, wurde reichlich mit Speisen und Trank erquickt und schlief dann ein. Als er aufwachte, saß er wieder auf seinem Ausgangspunkt. Gedankenverloren trat er den Heimweg an. Zuhause kam ihm alles fremd vor. Niemand kannte den Fremdling mehr, keine Spur seiner Familie war mehr zu entdecken. Er hatte hundert Jahre im Reitweiner Schloßberg verschlafen.“

– Der schlafende Schuster im Reitweiner Schloßberg[25]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten]

Mit dem Ort verbundene Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Theodor Blätterbauer (1823–1906), deutscher Maler und Grafiker; verbrachte fünf Schuljahre in Reitwein

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

In Reitwein war ein Haltepunkt der Bahnstrecke Küstrin-Kietz nach Frankfurt (Oder), die seit 1999 stillgelegt ist. 2006 fand die Demontage der Schienen statt.[26] Durch den Busverkehr Märkisch-Oderland ist der Ort mit Frankfurt (Oder) und der Kreisstadt Seelow täglich mehrmals verbunden. Mit der Landesstraße 331 ist Reitwein an die Bundesstraße 112 angebunden. Die Fährverbindung über die Oder nach Göritz wurde nach dem Zweiten Weltkrieg eingestellt.

Hier treffen auch folgende Fernwege aufeinander:

Bildung[Bearbeiten]

Der Ort besitzt einen sehr aktiven Jugendclub und einen örtlichen Kindergarten KiTa „Birkenschlösschen“.[27]

Weitere Infrastruktur[Bearbeiten]

Durch die 1945 an die Oder verlegte deutsche Ostgrenze erhielt Reitwein eine Grenztruppenkaserne. In den letzten Jahren der DDR wurden die Gebäude als Nachrichtengerätelager[28] der NVA genutzt. Nach der Wiedervereinigung ist die Anlage nach Übergabe an die Bundeswehr stillgelegt worden.

2002/2003 erfolgte im Zuge der Sanierung der Oderdeiche der Neubau des Überleiters Reitwein (ehemalige Heberleitung Reitwein).

Weiterhin überquert hier die JAMAL-Europaleitung die Oder und wird weiter zu der Verdichterstation in Mallnow geführt. Dort findet die Anbindung an das deutsche Ferngasnetz über die JAGAL-Erdgasleitung statt.

Ein Feldflugplatz für die Agrarfliegerei zu Zeiten der DDR befindet sich gegenüber den Wallbergen im Bruch.

Literatur[Bearbeiten]

  • Günter de Bruyn: Die Finckensteins: Eine Familie im Dienste Preußens. Siedler Verlag, 2004, ISBN 3-88680-613-8.
  • Theodor Fontane: Vor dem Sturm, 4. Band. 1878, S.346 (zeno.org).
  • Theodor Fontane: Wanderungen durch die Mark Brandenburg – Das Oderland, Band 2. 1863 (zeno.org).
  • Ein leidgeprüftes Land: Der brandenburgische Kreis Lebus in den Wirren der Jahre 1945–1952. Heimatkreis Lebus, Eigenverlag, 1992
  • Richard Lakowski: Seelow 1945. Die Entscheidungsschlacht an der Oder. Siegler Verlag 2005, ISBN 3-87748-634-7, ISBN 978-3-87748-634-4
  • Tony LeTissier: Durchbruch an der Oder. Der Vormarsch der Roten Armee 1945. Ullstein Hc, 1995, ISBN 3-550-07072-1, ISBN 978-3-550-07072-3
  • Paul Schroeder: Reitweinische Merkwürdigkeiten. Geschichte des Dorfes Reitwein im Oderbruch. Reitwein 1904 (Selbstverlag des Verfassers)
  • Eva Schunicht: Oderflut 1997: Ökologische, ökonomische und soziale Auswirkungen und Konsequenzen. Universität Rostock, 2008
  • Klaus Stieger: Historische Ansichten aus dem Kreis Lebus: 1857–1945. Findling Verlag, 2005, ISBN 3-933603-36-6, S. 62ff
  • Wilhelm Tieke: Das Ende zwischen Oder und Elbe – Der Kampf um Berlin 1945. Motorbuch-Verlag, Stuttgart 1992, ISBN 3-87943-734-3
  • Hans-Peter Trömel: Reitwein am 22. März 1947 – Bruch des Oderdeich. Eine Chronik der Hochwasserkatastrophe im Oderbruch vor 60 Jahren. Findling Verlag, Kunersdorf 2008, ISBN 978-3-933603-43-2
  • Siegmund Wilhelm Wohlbrück: Geschichte des ehemahligen Bisthums Lebus und des Landes dieses Nahmens, Dritter Teil. Berlin, 1832, S. 403–407 (books.google.de bei Google Book Search).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Reitwein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Geschichte und Namen der Orte im Oderbruch
  3. Siegmund Wilhelm Wohlbrück: Geschichte des ehemahligen Bisthums Lebus und des Landes dieses Nahmens. S. 403–407.
  4. Sammlung Duncker: Reitwein. (PDF; 225 kB) Zentral- und Landesbibliothek Berlin
  5. Ein leidgeprüftes Land: Der brandenburgische Kreis Lebus in den Wirren der Jahre 1945–1952, S. 52ff
  6. Tony LeTissier: Durchbruch an der Oder. Der Vormarsch der Roten Armee 1945. S. 61 und S. 84ff.
  7. Ein leidgeprüftes Land: Der brandenburgische Kreis Lebus in den Wirren der Jahre 1945–1952. S. 114f
  8. Von der Faszination eines versperrten Bunkers. In: Lausitzer Rundschau, 15. Oktober 2003.
  9. Wilhelm Tieke: Das Ende zwischen Oder und Elbe – Der Kampf um Berlin 1945. S. 93
  10. Ein leidgeprüftes Land: Der brandenburgische Kreis Lebus in den Wirren der Jahre 1945–1952. S. 264ff.
  11. Immer neue Risse gefährden die Deiche an der Oder. In: Berliner Zeitung, 2. August 1997.
  12. Neue Risse in den aufgeweichten Deichen am Oderbruch – Reitwein ist keine Idylle mehr. In: Die Welt, 2. August 1997.
  13. Hochwasserschutz an der Oder; Zukunft des Reitweiner Notdeichs. (PDF; 45,5 kB) Landtag Brandenburg, Wortlaut der Kleinen Anfrage 1468 vom 8. September 1997.
  14. Jürgen Bensch, Dietmar Schädler: 600 Jahre Hathenow, 2005, S. 22.
  15. Paul Schroeder: Reitweinische Merkwürdigkeiten, S. 134
  16. Klaus Vetter: Wuhden 1252–2002. Wuhdener Heimatverein, 2002, S. 33.
  17. Population Projection Brandenburg at Wikimedia Commons
  18. Reitweiner Heiratsmarkt
  19. Friedhof von Reitwein – Kriegsgräber. oderbruch-online.de
  20. Im Gedenken an gefallene Reitweiner. In: Märkische Oderzeitung, 2. November 2006.
  21. Mahnung an die Lebenden. In: Märkische Oderzeitung, 20. November 2006.
  22. Musik in der Stülerkirche. In: Märkische Oderzeitung, 6. Mai 2009.
  23. LIVE IN REITWEIN. Wolle, Rossi & Freunde. Abgerufen am 23. Februar 2014.
  24. Theodor Fontane: Wanderungen durch die Mark Brandenburg – Band 2: Das Oderland. Von Frankfurt nach Schwedt
  25. Sagen und Geschichten aus dem Bezirk Frankfurt (Oder). Frankfurt-Information, 1988, S. 78.
  26. Das sichtbare Ende einer historischen Bahnstrecke. In: Märkische Oderzeitung, 29. September 2006.
  27. Esel, Biene Maja und Froschkönig für die Kita Reitwein. In: Märkische Oderzeitung, 18. Mai 2007.
  28. Objekte der NVA in der DDR (PDF; 297 kB)