Rejštejn

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Rejštejn
Wappen von ???
Rejštejn (Tschechien)
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Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Plzeňský kraj
Bezirk: Klatovy
Fläche: 3043 ha
Geographische Lage: 49° 8′ N, 13° 31′ O49.13527777777813.511944444444568Koordinaten: 49° 8′ 7″ N, 13° 30′ 43″ O
Höhe: 568 m n.m.
Einwohner: 246 (1. Jan. 2014) [1]
Postleitzahl: 341 92 - 342 01
Verkehr
Straße: Sušice - Horní Vltavice
Struktur
Status: Stadt
Ortsteile: 9
Verwaltung
Bürgermeister: Horst Hasenöhrl (Stand: 2007)
Adresse: Náměstí Svobody 1
341 92 Kašperské Hory
Gemeindenummer: 557021
Website: www.sumavanet.cz/rejstejn

Rejštejn (deutsch Unterreichenstein) ist eine Stadt in Tschechien. Sie liegt 31 Kilometer südwestlich von Strakonice und gehört zum Okres Klatovy. Mit 253 Einwohnern ist sie die fünftkleinste Stadt der Tschechischen Republik.

Geographie[Bearbeiten]

Rejštejn befindet sich an der Einmündung der Losenice (Losnitz) in die Otava im Böhmerwald. Südlich erhebt sich der Rejštejn (848 m) mit dem Felsen Maierová skála (Maierstein) und im Südwesten der Radkovský vrch (Rogauer Berg, 907 m).

Nachbarorte sind Radešov und Opolenec im Norden, Tuškov im Nordosten, Kašperské Hory im Osten, U Gabriela und Lídlovy Dvory im Südosten, Malý Kozí Hřbet, Velký Kozí Hřbet und Svojše im Süden, Velký Babylon im Südwesten, Klášterský Mlýn (Klostermühle), Malý Radkov und Velký Radkov im Westen sowie Vatětice im Nordwesten.

Geschichte[Bearbeiten]

Rejštejn entstand als Goldwäschersiedlung an der Otava. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort 1347. Durch den Goldbergbau wuchs die Siedlung zu einer Stadt, der Rudolf II. 1584 die Privilegien einer königlichen Bergstadt verlieh.

Durch den Dreißigjährigen Krieg und die Erschöpfung der Lagerstätten kam im 17. Jahrhundert der Bergbau vollends zum Erliegen. Als neue Lebensgrundlage hielt die Glasmacherei Einzug. Anfänglich wurden Glasperlen und danach Tafelglas produziert. In Klostermühle gründete Jean Baptist Eisner von Eisenstein 1836 eine Kristallglashütte, die später als Joh. Loetz Witwe firmierte und insbesondere durch ihr Irisglas bis in Übersee Bekanntheit erlangte. In der Fabrik von Franz Watzlawik im Losnitztal wurden Kinderwagen und Holzwaren gefertigt.

1947 stellte die Glashütte in Klášterský Mlýn die Produktion ein. Die Watzlawikfabrik wurde in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts abgetragen. Im Jahre 1954 verlor Rejštejn zusammen mit Strážov und Nalžovské Hory die Stadtrechte. Seit dem 23. Oktober 2007 ist Rejštejn wieder eine Stadt.

Ortsgliederung[Bearbeiten]

Die Stadt Rejštejn besteht aus den Ortsteilen Jelenov (Hirschenstein), Klášterský Mlýn (Klostermühle), Malý Kozí Hřbet (Klein-Ziegenruck), Radešov (Schröbersdorf), Rejštejn (Unterreichenstein), Svojše (Zwoischen), Velký Kozí Hřbet (Groß-Ziegenruck), Velký Radkov (Rogau) und Zhůří (Haidl) sowie die Einschicht U Gabriela (Gabrielhof).

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Kirche St. Bartholomäus, erbaut 1570 und 1792 umgebaut. Auf dem angrenzenden Friedhof befinden sich die Grabstätten der Glasfabrikanten Loetz, Spaun, Procházka und Alferi sowie von Charlotte Klostermann, der Mutter von Karel Klostermann sowie von dessen Bruder Jakub.
  • Villa des Glasfabrikanten Maximilian von Spaun in Klášterský Mlýn, Jugendstilbau
  • Brunnen auf dem Markt
  • Steinblock mit Vertiefungen aus der Zeit der mittelalterlichen Goldgewinnung, auf dem Markt
  • Aussichtspunkt Maierová skála, südlich der Stadt
  • Waldkapelle Klapperle, nördlich der Stadt
  • Bergkirche St. Nikolaus, nordöstlich der Stadt

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rejštejn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2014 (PDF; 504 KiB)