Reliability Centered Maintenance

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RCM steht für Reliability Centered Maintenance (zuverlässigkeitsorientierte Instandhaltung).

In der Instandhaltung gibt es mehrere Strategien, die in derselben Firma durchaus gleichberechtigt nebeneinander existieren können. Von der ausfallorientierten Strategie, bei der nach dem spontanen Ausfall das Hauptaugenmerk auf eine schnelle Instandsetzung gelegt wird, über die intervallbasierte oder auch periodische Instandhaltung, bei der einzig und allein Zählerstände Trigger für die Wartung sind, der vorausschauenden Instandhaltung, bei der Bauteile hinsichtlich zukünftigen Versagens präventiv ausgetauscht werden, bis hin zur zustandsorientierten Instandhaltung, bei der man versucht, anhand von Zuständen Maßnahmen abzuleiten.

Die zuverlässigkeitsorientierte Instandhaltung (RCM) nutzt diese vier Grundstrategien und schließt Kriterien in die Bewertung ein, die bei der zustandsorientierten Instandhaltung nicht zum Tragen kommen (beispielsweise kaufmännische Daten, Wetterdaten, Gebäudedaten …).

Darüber hinaus können bei der zuverlässigkeitsorientierten Instandhaltung verschiedene Zielgrößen definiert werden. Während es in einem Betrieb opportun sein kann, die Kostenersparnis als Ziel zu definieren, ist in anderen Betrieben oder Industrien die Anlagenverfügbarkeit das Ziel und die Kosten sind eher zweitrangig. Auch die Anlagensicherheit, minimaler Ersatzteilbedarf sowie abschreibungsoptimierte Strategien können Ziel der Instandhaltung sein.

Letztlich läuft es darauf hinaus, das vorhandene Instandhaltungsbudget zielgerichtet auf die vorhandenen Betriebsmittel zu verteilen.

In Erweiterung des Zuverlässigkeitsbegriffes kann man dann zur risikobasierten Instandhaltung übergehen. Weisen zwei identische Betriebsmittel einen identischen Zustand bezüglich aller Erfassungsgrößen auf, so müssen weitere Kriterien in die Entscheidung miteinbezogen werden, welches Betriebsmittel jetzt „zuerst“ instand gesetzt wird.

Diese „weichen“ oder besser „nichttechnischen“ Größen können sich aus ganz anderen Bereichen zusammensetzen. Z. B. kann man die möglichen Kosten eines Ausfalles des Betriebsmittels in die Bewertung miteinbeziehen, so dass ein Betriebsmittel, dessen Ausfall einen beträchtlichen finanziellen Schaden verursacht, mit einer höheren Priorität bedacht wird als ein anderes, ansonsten gleiches Betriebsmittel mit gleichem Zustandsvektor.

Herkunft[Bearbeiten]

RCM wurde 1978 das erste Mal in einer Veröffentlichung, welche vom U.S. Verteidigungsministerium unterstützt wurde, erwähnt. Diese Arbeit dokumentierte einen Prozess in der kommerziellen Luftfahrt, welcher über zwanzig Jahre entwickelt wurde. Der Prozess zeigte eine sehr hohe Erfüllung von Sicherheits- und Zuverlässigkeitszielen. Die vorrangigen Nutzträger dieser Veröffentlichung sind und waren die Behörden, welche die Arbeit unterstützten, die Nationale U.S. Flugbehörde, die Flugzeugindustrie, einzelne Fluggesellschaften, wie United Airlines, deren Mitarbeiter und Zulieferer und besonders Boeing, außerdem Flugpassagiere und die gesamte Öffentlichkeit.

Literatur[Bearbeiten]

Moubray, John: RCM II, Reliability-centred Maintenance : Elsevier, Butterworth-Heinemann, 1997.