Religionen in der Schweiz

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Konfessionsgebiete der Schweiz (1. Januar 2014)
Konfessionsgebiete der Schweiz um 1800

Von der Wohnbevölkerung ab 15 Jahren waren 2012 laut Bundesamt für Statistik (BFS) 38,2 Prozent römisch-katholisch, 26,9 Prozent reformiert, 21,4 Prozent werden im Amtsjargon als konfessionslos bezeichnet.[1] Ende 2010 lagen die vergleichbaren Zahlen laut Bundesamt für Statistik bei 38,6 Prozent römisch-katholisch, 28,0 Prozent reformiert, 20,1 Prozent als konfessionslos bezeichnet, 4,5 Prozent gehörten zu islamischen Glaubensgemeinschaften, 5,5 Prozent waren Mitglieder anderer christlicher Gemeinschaften, 1,1 Prozent gehörten zu anderen Religionsgemeinschaften, 0,24 Prozent waren jüdischen Glaubens und 2 Prozent machten keine Angabe.[2]

Von den in der Schweiz lebenden Ausländern sind 41,1 Prozent römisch-katholisch, 7,74 Prozent reformiert, 5,75 Prozent Mitglieder anderer christlicher Religionen, 14,27 Prozent muslimisch, 2,76 Prozent Mitglieder anderer Religionen, 0,3 Prozent jüdisch, und 25,77 Prozent konfessionslos.[2]

Rechtliche Regelungen[Bearbeiten]

Religionsfreiheit[Bearbeiten]

In der Schweiz stellt die Religionsfreiheit ein verfassungsmässig verankertes Grundrecht dar.

Status von Landeskirchen[Bearbeiten]

Es liegt in der Kompetenz der Kantone, ob sie ausgewählten Religionsgemeinschaften einen besonderen Status als Landeskirche verleihen wollen. In den meisten Kantonen sind die römisch-katholische Kirche und die evangelisch-reformierte Kirche als Landeskirche anerkannt, in den Nordwest- und einigen Nordostschweizer Kantonen, im Kanton Zürich und im Kanton Bern zusätzlich die christkatholische Kirche. Der rechtliche Status der Landeskirchen ist unterschiedlich; siehe den Artikel Landeskirchen in der Schweiz.

In den Kantonen Zürich, Bern, Freiburg und Basel-Stadt geniesst zudem die jüdische Gemeinschaft öffentlich-rechtliche Anerkennung. In den Westschweizer Kantonen Genf und Neuenburg gibt es keine Landeskirchen, weil dort Kirche und Staat vollständig getrennt sind; die reformierte und die katholische Kirche sind aber dennoch als «Organisationen von öffentlichem Interesse» anerkannt.

Religions- und Konfessionsverteilung[Bearbeiten]

Konfessionsverteilung (Jahr 2000)[3][Bearbeiten]

Bei der Bevölkerung der Schweizer Grossstädte zeigt sich ein konfessionell relativ ausgeglichenes Bild: 32,0 Prozent sind römisch-katholisch, 27,9 Prozent evangelisch-reformiert. Die traditionell reformierten Städte Zürich und Genf sind heute überwiegend römisch-katholisch; als einzige noch überwiegend reformierte Grossstadt gilt Bern. Die Stadt Basel hat eine konfessionslose Mehrheit, die einst dominierende evangelisch-reformierte Konfession (1850: 80,3 Prozent) ist hinter die römisch-katholische zurückgefallen.

+ Konfessionsverteilung (Angaben in Prozent)

Stadt röm.-kath. ev.-reformiert konfessionslos
Zürich 33,9 30,3 16,8
Genf 37,4 13,5 23,2
Basel 25,2 23,5 31,4
Bern 24,5 47,0 12,7
Lausanne 37,8 27,2 16,9
Luzern 60,8 14,4 9,5

Auch in den Agglomerationen des Mittellandes, zwischen Genfersee und Bodensee, gibt es keine deutlich dominierenden Kirchen und Religionsgemeinschaften mehr. Protestantisch dominiert ist der Kanton Bern (insbesondere das Emmental und das westliche Berner Oberland), Teile von Graubünden und Schaffhausen. Die römisch-Katholische Kirche dominiert in den Kantonen Freiburg, Jura, Wallis, Tessin, in den Kantonen der Zentralschweiz und in Teilen der Ostschweiz (Appenzell Innerrhoden, Teile St. Gallens und in der Surselva im Kanton Graubünden).

Die Christkatholische Kirche ist nur lokal von Bedeutung; sie ist am ehesten in der Region Basel (v. a. im aargauischen Bezirk Rheinfelden) und Solothurn verbreitet.

In der Schweiz entstand in der Reformationszeit die Täuferbewegung. Die Täufer wurden damals als Schweizer Brüder bezeichnet und sind heute als Mennoniten oder Alttäufer bekannt. Die noch bestehenden Gemeinden der Schweiz sind in der Konferenz der Mennoniten der Schweiz zusammengefasst.

In zwei Fällen trug der religiöse Gegensatz zur Bildung neuer Kantone bei:

  • 1597 trennte sich das protestantisch gewordene Appenzell Ausserrhoden vom katholisch gebliebenen Appenzell Innerrhoden.
  • Die Abspaltung des überwiegend katholischen Kantons Jura vom mehrheitlich reformierten Kanton Bern 1978 geht teilweise auf den konfessionellen Gegensatz zurück; die ebenfalls französischsprachigen, aber mehrheitlich reformierten Amtsbezirke des Südjuras sprachen sich für den Verbleib beim Kanton Bern aus.

Zu den historischen Verhältnissen siehe den Artikel Schweiz (Religionen).

Veränderungen der Religionszugehörigkeit[Bearbeiten]

Statistisch gesehen schrumpfen die grossen traditionellen Religionsgemeinschaften (Katholizismus und Protestantismus) in der Schweiz, während die kleineren Religionsgemeinschaften wachsen. Besonders ausgeprägt ist das Wachstum beim Islam. Stark zugenommen hat aber vor allem auch der Anteil der Personen ohne Religionszugehörigkeit. Der Buddhismus tritt insbesondere in urbanen gebildeten Bevölkerungskreisen insbesondere in großen Städten in Erscheinung.[4]

Wohnbevölkerung nach religiöser Zugehörigkeit (in %)[5]
1970 2000
evangelisch-reformierte Kirche 46,42 33,04
evangelisch-methodistische Kirche 0,17 0,12
Neuapostolische Kirche 0,49 0,38
Zeugen Jehovas 0,17 0,28
übrige protestantische Kirchen und Gemeinschaften 0,42 1,44
römisch-katholische Kirche 49,39 41,82
christkatholische Kirche 0,32 0,18
christlich-orthodoxe Kirchen 0,33 1,81
andere christliche Gemeinschaften 0,05 0,20
jüdische Glaubensgemeinschaft 0,33 0,25
islamische Gemeinschaften 0,26 4,26
andere Kirchen und Religionsgemeinschaften 0,12 0,78
keine Zugehörigkeit 1,14 11,11
ohne Angabe 0,39 4,33
Gesamtbevölkerung 100
(6'269'783)
100
(7'288'010)

Religionsgemeinschaften in der Schweiz[Bearbeiten]

Römisch-katholische Bistümer[Bearbeiten]

Karte der katholischen Bistümer in der Schweiz

Die römisch-katholische Kirche ist in der Schweiz in folgende Bistümer aufgeteilt:

Bistümer

Territorialabteien

Das Koordinierungsorgan der römisch-katholischen Bistümer der Schweiz ist die Schweizerische Bischofskonferenz.

Bedeutende religiöse Bauten nichtchristlicher Religionen[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mitgliederschwund bei den Reformierten
  2. a b Bundesamt für Statistik, Strukturerhebung der eidgenössischen Volkszählung 2010 Korrigierte Daten stehen im dort verlinkten Dokument
  3. BFS
  4. Medienmitteilung BFS
  5. Claude Bovay: Eidgenössische Volkszählung 2000: Religionslandschaft in der Schweiz. Bundesamt für Statistik, Neuenburg 2004, ISBN 3-303-16073-2, S. 11 (PDF; 625 KB).