Rellingen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Rellingen
Rellingen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Rellingen hervorgehoben
53.6519444444449.82944444444449Koordinaten: 53° 39′ N, 9° 50′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Pinneberg
Höhe: 9 m ü. NHN
Fläche: 13,18 km²
Einwohner: 13.691 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 1039 Einwohner je km²
Postleitzahl: 25462
Vorwahl: 04101
Kfz-Kennzeichen: PI
Gemeindeschlüssel: 01 0 56 043
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 60
25462 Rellingen
Webpräsenz: www.rellingen.de
Bürgermeisterin: Anja Radtke
Lage der Gemeinde Rellingen im Kreis Pinneberg
Appen Barmstedt Bevern Bilsen Bokel Bokholt-Hanredder Bönningstedt Borstel-Hohenraden Brande-Hörnerkirchen Bullenkuhlen Ellerbek Ellerhoop Elmshorn Groß Nordende Groß Offenseth-Aspern Halstenbek Haselau Hasloh Heede Heidgraben Heist Helgoland Hemdingen Hetlingen Holm Klein Nordende Klein Offenseth-Sparrieshoop Kölln-Reisiek Kummerfeld Langeln Lutzhorn Moorrege Neuendeich Osterhorn Pinneberg Prisdorf Quickborn Raa-Besenbek Rellingen Schenefeld Seester Seestermühe Seeth-Ekholt Tangstedt Tornesch Uetersen Wedel Westerhorn Haseldorf Schleswig-Holstein Hamburg Niedersachsen Kreis Segeberg Kreis Steinburg ElbeKarte
Über dieses Bild

Rellingen ist eine Gemeinde im Kreis Pinneberg in Schleswig-Holstein. Sie liegt unmittelbar an der Landesgrenze zu Hamburg und besteht aus den Ortsteilen Rellingen-Ort, Krupunder und Egenbüttel. Wahrzeichen des Ortes ist der achteckige Zentralbau der evangelisch-lutherischen Kirche im barocken Stil.

Geografie[Bearbeiten]

Rellingen liegt an der Mühlenau, einem nicht schiffbaren Nebenfluss der Pinnau. Der Ortskern liegt auf der niederen Geest. Im Osten grenzt die schmale aber langgestreckte Gemeinde auf kurzer Strecke an die Freie und Hansestadt Hamburg, im Süden an die Gemeinde Halstenbek, im Norden an die Gemeinde Tangstedt und im Westen an die Kreisstadt Pinneberg. Im Osten des Gemeindegebietes, an den Grenzen zu Schnelsen und Krupunder befand sich bis in die 1930er Jahre das heute vollständig trocken gelegte und kultivierte Schnelsen Moor.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1974 wurde die damalige Gemeinde Egenbüttel eingegliedert.[3]

Politik[Bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2013
 %
60
50
40
30
20
10
0
53,36 %
27,78 %
14,39 %
4,45 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2013
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-1,53 %p
+4,77 %p
+1,80 %p
-5,03 %p

Die zuletzt bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2013 gewählte Gemeindevertretung besteht aus 23 Mitgliedern und weist folgende Sitzverteilung auf:[4]

CDU SPD GRÜNE FDP Gesamt
2013 12 7 3 1 23 Sitze
2008 13 5 3 2 23 Sitze

Bürgervorsteher ist Dieter Schröder (CDU). Am 8. August 2010 wurde die parteilose bisherige büroleitende Beamtin der Gemeinde Rellingen, Anja Radtke, mit 92,9 % der Stimmen zur Bürgermeisterin gewählt, nachdem Oliver Stolz (parteilos) das Amt im Februar 2010 zugunsten seiner Tätigkeit als Landrat aufgegeben hatte.[5]

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Silber die schwarze Seitenansicht einer achteckigen Barockkirche mit aufgesetzter Laterne und angebauten hohen Turm in Zopfstil, der auf der rechten Seite von einer roten Rose und schräg darunter von einem grünen Ahornblatt begleitet wird.“[6]

Das Rellinger Wappen wurde am 23. Mai 1952 verliehen und zeigt auf silberfarbenem Grund das Wahrzeichen der Gemeinde, die Rellinger Kirche. Das grüne Ahornblatt und die rote Rose verweisen auf die damalige Bedeutung Rellingens als Rosenanbau- und Hochbaumschulengebiet.

Die achteckige Rellinger Kirche
Neubau im Zuge der Ortskernerweiterung

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Rellinger Kirche, ein spätbarocker Bau von Cay Dose. Der Vorgängerbau wurde während des Dreißigjährigen Krieges schwer beschädigt und anschließend nur notdürftig wiederhergestellt. 1754 wurde die Kirche abgetragen und bis 1756 der Neubau unter Einbezug des alten Turmes errichtet. Die Kirche hat – typisch für die Werke Cay Doses – eine oktogonale Bauform und wird von einer Laterne gekrönt. Die Kirche gehört zu den bedeutsamsten Barockbauten des Kreises Pinneberg und findet sich auch im Wappen der Gemeinde Rellingen wieder.

Verkehr[Bearbeiten]

Am Südrand der Gemeinde verläuft die Bundesautobahn 23 mit den Anschlussstellen Pinneberg-Mitte, Pinneberg-Süd, Halstenbek/Rellingen und Halstenbek/Krupunder.

Rellingen liegt im Gebiet des Hamburger Verkehrsverbunds, das den ÖPNV der verschiedenen Verkehrsunternehmen gemeinsam anbietet. Die Buslinien 185, 195, 295 und 395 der VHH PVG Unternehmensgruppe verbinden die Ortsteile Rellingen-Ort und Egenbüttel mit den Haltestellen der Hamburger S-Bahn-Linie S3 Pinneberg, Halstenbek und Elbgaustraße, der AKN-Linie A1 Schnelsen, Bönningstedt und Eidelstedt Zentrum sowie der U-Bahnlinien U1 Garstedt und U2 Niendorf Nord. Daneben gibt es an Schultagen noch einige Buslinien insbesondere für den Schülerverkehr zu den Schulen und zurück.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Der Wirtschaftsstandort Rellingen zeichnet sich durch einen guten Branchenmix aus produzierendem Gewerbe, Handel, Handwerk und Dienstleistungen aus. Daneben sind nach wie vor die Baumschulen von Bedeutung. In Rellingen befindet sich der Sitz des Fruchtsaftherstellers Emig.

Rellingen ist durch die A 23 sehr gut an die wichtige Nord-Süd-Autobahn A 7 angebunden und verfügt über verschiedene Gewerbestandorte:

  • Industriestraße / Hermann-Löns-Weg (Neu-Egenbüttel)
  • Adlerstraße / Siemensstraße (Gewerbegebiet Rellingen-Ost, Krupunder)
  • Stawedder / Halstenbeker Weg (Stawedder)
  • Nahversorgung im inneren Ort, Hauptstraße

Es gibt in Rellingen (Stand 2009) rund 5500 sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse, wovon etwa 4900 Beschäftigte nach Rellingen einpendeln. Demgegenüber pendeln rund 4200 Einwohner nach Hamburg und andere umliegende Orte aus. Rellingen ist also keineswegs nur eine „Schlafgemeinde“ für Hamburg, sondern hat eine eigene Wirtschaftskraft, was sich durch Gewerbesteuereinnahme in Höhe von 7 bis 9 Mio. Euro jährlich bei einem Gewerbesteuersatz von 300 v.Hd. (Stand 2011) niederschlägt.

Vereine[Bearbeiten]

  • Deutscher Doggenclub von 1888 - Ortsgruppe Rellingen
  • Gruppe Agenda 21 für Rellingen
  • Betreuungsgruppe an der Brüder-Grimm-Schule e.V.
  • Deutsches Rotes Kreuz - Ortsverein Rellingen
  • DLRG Halstenbek-Rellingen-Schenefeld e.V.
  • FC Eintracht Rellingen von 1987 e.V.
  • Förderverein im Schulzentrum Egenbüttel e.V.
  • Freiwillige Feuerwehr Egenbüttel
  • Freiwillige Feuerwehr Rellingen
  • Freiwilligen Forum Rellingen
  • Gemischter Chor Harmonie Rellingen
  • Gemischter Chor Rellingen/Halstenbek
  • Haus & Grund Rellingen - Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümerverein Rellingen
  • Hermann Zilcher-Gesellschaft e.V.
  • Jagdgenossenschaft Altgemeinde Rellingen
  • MRK Verein zur Förderung der Musik an der Rellinger Kirche e.V.
  • Musikzug Rellingen e.V.
  • Rellinger FC 2010 e.V.
  • Rellinger Turnverein von 1900 e.V. (RTV)
  • Schützenverein Rellingen von 1952 e.V.
  • Schulverein an der Caspar-Voght-Schule e.V.
  • Schulverein der Brüder-Grimm-Schule
  • Schulverein Krupunder e.V.
  • Spielvereinigung Halstenbek-Rellingen e.V. (SVHR)
  • Sportclub Egenbüttel von 1953 e.V. (SCE)
  • Tennisclub Egenbüttel e.V.
  • Theaterverein Rellingen e.V. von 1929
  • Treffpunkt Rellingen e.V.
  • Verein für Heimatkunde Rellingen und Umgebung von 1976
  • Verein zur Förderung der Bildung, Betreuung und Beköstigung an der Caspar-Voght-Schule Rellingen e.V.

Rellinger Stadtfeste[Bearbeiten]

In Rellingen werden regelmäßig vier Stadtfeste pro Jahr veranstaltet:

  • das Rellinger Sommerfest (an einem Samstag im Juni/Juli)
  • das Rellinger Apfelfest (am letzten Samstag im September)
  • der zweitägige Rellinger Weihnachtsmarkt (Anfang Dezember)
  • das Ehrenfest zur Geburt der heiligen Ameli und der heiligen Sine (zum Sommeranfang jeden Jahres)

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Dietrich Reinkingk (1590–1664), bedeutender Politiker und Staatsrechtler des 17. Jahrhunderts. In Rellingen befindet sich sein Erbbegräbnis.
  • Friedrich Ludwig Schröder (1744–1816), Schauspieler, Theaterdirektor, Dramaturg, Reformer der Freimaurerei. Lebte von 1792 bis zu seinem Tod in Rellingen.
  • Johannes Görbing (1877–1946), Apotheker, Bodenkundler und Agrikulturphysiologe, lebte und wirkte von 1925 bis zu seinem Tod in Rellingen. Das Stadtmuseum Pinneberg zeigt die Sammlung Görbing als Dauerausstellung.
  • Friedrich Ofterdinger (1896–1946), geboren und aufgewachsen in Rellingen. Arzt, Hamburger Senator
  • Walther Neuhoff (1891–1971), deutscher Mykologe, lebte und starb in Rellingen.
  • Ole Schröder (* 1971); geboren in Rellingen. Deutscher Politiker (CDU), MdB und Staatssekretär beim Bundesministerium des Inneren

Literatur[Bearbeiten]

  • Wieland Witt, Reinhold Miller: Rellingen. Sutton, Erfurt 2005, 127 Seiten, ISBN 3-89702-896-4
  • Manfred Otto Niendorf: Chronik Rellingen. Hrsg. von der Gemeinde Rellingen 1992, 299 Seiten
  • Walter Koop: Wie die Karl-Bunje-Strasse zu ihrem Namen kam: kleine Geschichten um Rellingens Strassennamen. 1992, 167 Seiten
  • Ruth Nowarra, Mariechen Heitmann: Rellingen und seine Höfe, 1702 bis in die Gegenwart. Heimatverein, 1979, 74 Seiten
  • Mariechen Heitmann: Egenbüttel und seine Höfe, 1702 bis in die Gegenwart. 1995, 80 Seiten
  • Hinrich Münster: Rellingen – Rellingens Vergangenheit in geschichtlichen Bildern. 1984 von Mariechen Heitmann aus der Handschrift des Rektors Hinrich Münster in Maschinenschrift übertragen. 58 Seiten
  • Wieland Witt: Rellingen – Der Ortsname als Hinweis auf die Entstehung des Ortes. A. Beig Verlag, 1990, 23 Seiten
  • Günther Thiersch: Die Kirche zu Rellingen. Herausgegeben vom Synodalausschuss der Propstei Pinneberg, 1949, mit 100 Text-Illustrationen, 9 Vignetten und 8 Tafeln nach Zeichnungen des Verfassers
  • Johanna Wege: Die Rellinger Kirche. 1990, ISBN 3-8042-0506-2, 151 Seiten, eine kunsthistorische und geschichtliche Betrachtung
  • Franz Stieler: Jahrbücher für den Kreis Pinneberg 1971–1976, 1979–1980. Beiträge zur Geschichte Rellingens. In den einzelnen Beiträgen diverser Jahrbücher wird vorwiegend die historische Entwicklung berücksichtigt.
  • Carl-Heinz Maass: Aus meinem Leben. 1980, 174 Seiten. Das Buch wurde anlässlich des 60. Geburtstages von CHM an Freunde und Bekannte verschickt und war nicht im Buchhandel erhältlich.
  • Wilhelm Kähler: Mien Schaukelpeerd. Geschichten – Dööntjes – Snacks un Snurren vun fröher un vun hüüt, um 1989, 160 Seiten
  • Wilhelm Kähler: Vun düt un dat – vun allens wat. Geschichten – Dööntjes – Snacks un Snurren vun fröher un vun hüüt vertellt vun Wilhelm Kähler, Eigenverlag Wilhelm Kähler, Rellingen 1992, 148 Seiten
  • Wolfgang Teuchert, Arnold Lühning: Die Kunstdenkmäler des Landes Schleswig-Holstein – Kreis Pinneberg. Deutscher Kunstverlag, 1961, 378 Seiten, 228 Abbildungen auf Tafeln im Anhang.
  • Kristina Michel: Der Krupunder See • Geschichte und Naturschutz. Sonderdruck des Eidelstedter Anzeigers, 5/1988. 22 Seiten, illustrierte Broschüre der siebenteiligen Serie im Eidelstedter Anzeiger aus dem Jahr 1987
  • Hans Möller: Geschichtliches und Sagenhaftes von Krupunder und seinem See. Verlag Meier & Elsner, Altona um 1935?, 16 Seiten
  • 100 Jahre Rellinger Turnverein 1900–2000. Jubiläumsausgabe der RTV-Nachrichten, 2000
  • 125 Jahre Gemischter Chor Harmonie Rellingen von 1872 e.V. 1872–1997. Festschrift zum 125-Jahr-Jubiläum, 1997, 81 Seiten
  • 30 Jahre Verein für Heimatkunde Rellingen und Umgebung von 1976 e.V. 1976–2006. Mitteilung zum 30-jährigen Jubiläum 2006, 60 Seiten
  • Miriam Exner, Alisa Gadas, Ann-Christine Gutermut: Der „Pastoren-Skandal“ in Rellingen 1978-1980. In: Sönke Zankel (Hrsg.): Skandale in Schleswig-Holstein. Beiträge zum Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten. Schmidt & Klaunig, Kiel 2012 ISBN 978-388312-4193, S. 209-327

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2013 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Meßtischblatt 2325 Niendorf von 1931 auf Deutsche Fotothek
  3.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 183.
  4. http://wahlen.kdo.de/content.php?kunde=gemeinde_rellingen&wahlverz=gemeinde_rellingen/web/201305_K__Gemeindewahl_2013_26.05.2013&wahlname=Gemeindewahl_2013_26.05.2013&datei=13050615019695_0_1_txt_p_.html
  5. „Oliver Stolz zum Landrat gewählt“
  6. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rellingen – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien