Remscheid Hauptbahnhof

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Remscheid Hauptbahnhof
Fußgängerbrücke über den Remscheider Hauptbahnhof
Fußgängerbrücke über den Remscheider Hauptbahnhof
Daten
Kategorie 5
Betriebsart Durchgangsbahnhof
Bahnsteiggleise 2
Abkürzung KR
IBNR 8005033
Eröffnung 1. September 1868
Lage
Stadt Remscheid
Land Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Koordinaten 51° 10′ 38″ N, 7° 11′ 58″ O51.1772222222227.1994444444444Koordinaten: 51° 10′ 38″ N, 7° 11′ 58″ O
Höhe (SO) 288 m
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Nordrhein-Westfalen
i7i11i12i13i15i15i16i18i20

Remscheid Hauptbahnhof ist ein Bahnhof in der bergischen Stadt Remscheid. Er befindet sich am Willy-Brandt-Platz nahe der Remscheider Innenstadt und gehört zur Bahnhofskategorie 5.[1] Er ist einer von wenigen Hauptbahnhöfen in deutschen Großstädten, die an kein Fernverkehrsnetz angeschlossen sind und zusammen mit dem Gevelsberger Hauptbahnhof einer von nur zwei Hauptbahnhöfen, die lediglich von einer S-Bahn-Linie angesteuert werden.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Bergisch-Märkische Eisenbahn-Gesellschaft eröffnete am 1. September 1868 den ersten Abschnitt ihrer Bahnstrecke Rittershausen–Opladen von Oberbarmen (damals noch Rittershausen genannt) nach Lennep, zusammen mit einer Zweigstrecke nach Remscheid, wodurch die Stadt erstmals Eisenbahnanschluss erhielt. Der Remscheider Bahnhof (der spätere Hauptbahnhof) war wie die Nebengebäude in Fachwerkbauweise ausgeführt worden.

Die Stichstrecke wurde zum 1. September 1883 über den Remscheider Bahnhof hinaus als Bahnstrecke Lennep–Hasten nach Hasten verlängert und erhielt 1891 von Lennep bis Remscheid ein zweites Gleis. Fünf Jahre später kam auch noch eine Verbindung nach Bliedinghausen hinzu, die jedoch immer nur dem Güterverkehr diente.

In Zusammenhang mit dem Bau der Strecke nach Bliedinghausen wurde auch die Bahnsteiganlage modifiziert. Die Personenzüge aus Hasten erhielten einen eigenen Kopfbahnsteig westlich des Empfangsgebäudes. Die bisher dort gelegenen Überladegleise entstanden östlich der Bismarckstraße als der spätere Vorbahnhof Remscheid Ost neu und wurden zum Herbst 1900 viergleisig über eine Überführung der Bismarckstraße an den Bahnhof angebunden.[2]

Im Zuge des Baus der Verbindungsstrecke über Güldenwerth nach Solingen über die Müngstener Brücke musste die Lokstation aus Platzgründen Anfang 1896 aufgegeben und die Lokunterhaltung an das in der Nachbarstadt Lennep entstandene Betriebswerk abgegeben werden[3].

1897 wurde schließlich die Lücke zwischen Solingen Süd und Remscheid geschlossen, 1907 wurde diese Strecke zweigleisig ausgebaut. Somit besaß der Remscheider Bahnhof Bahnverbindungen in vier Richtungen (sowie zusätzlich via Lennep Richtung Opladen). Am 10. August 1911 konnte ein repräsentativer steinerner Neubau des Empfangsgebäudes eingeweiht werden, der das vorhandene, wegen seines beschränkten Raumangebotes im Volksmund Zigarrenkiste genannte Gebäude ersetzte. Die Hastener Strecke endete weiterhin auf einem Stumpfgleis auf der Westseite des Gebäudes, die bisherigen zwei Gleise wurden durch einen Mittelbahnsteig und einen Hausbahnsteig mit dazwischen liegender Fußgängerbrücke und einem Tunnel zum Bahnpostamt ergänzt, Der Neubau wurde durch den Wiederaufbau eines Teils der Bahnsteighalle des Bahnhofes Elberfeld-Döppersberg ergänzt und die Güterabfertigung 1911 auf die gegenüberliegende südliche Seite des Gleisfeldes (Ladestraße) verlegt[2].

Bis 1911 nannte man die Gegend um den Bahnhof An der Quatsche, im Dritten Reich hieß der Platz vor dem Bahnhof Adolf-Müller-Straße.[4]

Im Jahr 1914[5] wurde der Bahnhof in Remscheid Hauptbahnhof umbenannt, um die Bedeutung als wichtigster Bahnhof der Stadt Remscheid zu betonen. Bereits 1922 wurde der Personenverkehr nach Hasten eingestellt, der Güterverkehr war auf Grund des Stückgutverkehrs mit den Bahnhöfen Hasten und Vieringhausen sowie des Wagenladungsverkehrs zu zehn Anschlussgleisen von Industriebetrieben an der Strecke noch recht umfangreich. Der Güterverkehr bis Hasten wurde 1986, bis Vieringhausen erst 1988 eingestellt, die offizielle Streckenstilllegung erfolgte zum 31. Dezember 1990. Zwischen März 1993 und September 1996 wurde die Strecke abgebaut. 2006 wurde die Bahntrasse zum Wanderweg Trasse des Werkzeugs umgebaut[6].

Die Bedeutung des Remscheider Hauptbahnhofs blieb stets hinter der des Bahnhofs der damaligen Nachbarstadt (bis 1929) und des heutigen Stadtteils Lennep zurück, jedoch war er von der Eröffnung an bis zur Eingemeindung Lenneps der wichtigste Bahnhof auf dem Gebiet der Stadt Remscheid.

Altes Empfangsgebäude

Am 28. April 1974 wurde am südwestlichen Ende des Bahngeländes neben dem Bahnübergang Papenberger Straße das Zentralstellwerk Rf als Spurplandrucktastenstellwerk der Bauart Sp Dr L 60 in Betrieb genommen. Es wurde für den Betrieb des Hauptbahnhofs selbst, des Bahnhofs in Güldenwerth, des Haltepunktes Solingen-Schaberg, der Strecken nach Bliedinghausen und Hasten sowie für verschiedene beschrankte Bahnübergänge in Remscheid zuständig[2].

Umbau[Bearbeiten]

Das nach der Kriegszerstörung in vereinfachter Form auf den noch verbliebenen Grundmauern wieder aufgebaute und am 14. August 1956 erneut eingeweihte Empfangsgebäude[2] war mehrere Jahre lang Gegenstand heftiger Diskussionen. Da seitens der Bahn nur die nötigsten Arbeiten durchgeführt wurden, verschlechterte sich dessen Zustand immer weiter. Im Rahmen der „Regionale 2006“ wurde im Rahmen der Sanierung der Bahnhöfe und der Bahnstrecke daher ein kompletter Neubau des Bahnhofs beschlossen. Im Zeitraum zwischen Dezember 2006 und Februar 2007 wurde das alte Bahnhofsgebäude abgerissen. Um die alte Fußgängerüberführung zu ersetzen, wurde bereits im November 2006 durch das THW eine Behelfsbrücke aufgebaut, die bis zur Fertigstellung des Neubaus in Betrieb war. Das geplante Schaufenster der Wirtschaft wurde mangels Investoren nicht gebaut, stattdessen wurden Grün- und Freizeitanlagen angelegt.

Im April 2009 wurde der umgebaute Remscheider Hauptbahnhof eröffnet.

Betriebshof[Bearbeiten]

2013 entstand auf dem Gelände des Hauptbahnhofs, wo zuvor die Gütergleise verliefen, ein Betriebshof des privaten Bahnunternehmens Abellio Rail NRW, welches die Linie S 7 seit dem 15. Dezember 2013 betreibt. Der Betriebshof umfasst u. a. eine Tankstelle für die Dieseltriebwagen und eine Entsorgungsstation für die Chemietoiletten.

Bedienung[Bearbeiten]

Zug der Linie S7 in Remscheid Hbf

Seit der Einstellung des Personenverkehrs nach Hasten im Jahre 1922 war die später als Der Müngstener bekannte Regionalbahn RB 47 von Solingen Hauptbahnhof nach Wuppertal Hauptbahnhof die einzige Verbindung im Personenverkehr, die den Remscheider Hauptbahnhof anfährt. Die Verbindung wurde zum 15. Dezember 2013 in das Netz der S-Bahn Rhein-Ruhr eingegliedert und fährt seitdem unter der Liniennummer S 7. Seit der Stilllegung der übrigen von Lennep ausgehenden Strecken gibt es auch auf dem übrigen Remscheider Stadtgebiet keine weitere Bahnverbindung mehr, lediglich die Strecke vom Hauptbahnhof nach Bliedinghausen wird noch im Güterverkehr befahren.

Unter der Woche fährt die S 7 auch morgens zu bestimmten Zeiten von Wuppertal-Oberbarmen ohne Halt bis nach Düsseldorf Hauptbahnhof.

Für den Personenverkehr stehen zwei Bahnsteiggleise zur Verfügung, die von den Zügen der S-Bahn genutzt werden, außerdem existieren mehrere Gütergleise. Auf dem Vorplatz des Bahnhofs befindet sich der Remscheider Busbahnhof, der von mehreren Linien der Remscheider Stadtwerke und anderer Verkehrsunternehmen im Stadt- und Regionalverkehr angefahren wird.[7]

Regionalverkehr[Bearbeiten]

Linie Linienverlauf Gleis
S 7 SolingenRemscheidWuppertal (– Düsseldorf) 2/3

Busverkehr[Bearbeiten]

Linie Linienverlauf
260 Remscheid Mitte – Zentralpunkt – Mannesmann – Bliedinghausen – Wermelskirchen Mitte – BurscheidLeverkusen-Schlebusch – Köln-DeutzKöln Hbf
652 Remscheid Mitte–Zentralpunkt–Struck–Talsperre–Belten–Wermelskirchen Mitte–Wk Krankenhaus
653 Hasten–Remscheid Mitte–Zentralpunkt–Mannesmann–Ehringhausen–Reinshagen–Solingen-Burg
654 Reinshagen–Güldenwerth–Remscheid Mitte–Neuenkamp–Bökerhöhe–Lennep Mitte–Lüttringhausen Mitte–Klausen
655 Stadtpark–Remscheid Mitte–Zentralpunkt–Mixsiepen–Bökerhöhe–Lennep Mitte–Hackenberg
657 Hasten–Stockden–Remscheid Mitte–Blumental Nur Frühverkehr
658 Müngsten–Morsbach–Güldenwerth–Stockden–Stadtpark-RS Mitte–Rosenhügel–Zentralpunkt–Falkenberg
660 Kremenholl–Remscheid Mitte-Clarenbach–Goldenberg–Lüttringhausen Mitte
664 Remscheid Mitte–Fichtenhöhe–Hohenhagen–Ueberfeld–Bökerhöhe–Hasenberg–Lennep Mitte
670 Wuppertal-Ronsdorf–Halbach–Clarenbach–Steinberg–Remscheid Mitte–Honsberg
672 Remscheid Mitte–Zentralpunkt–Struck–Talsperre-Ortlinghaus–Wermelskirchen Mitte
673 Nordstraße–Remscheid Mitte–Rosenhügel–Mannesmann–Bliedinghausen–Talsperre
675 Hasten-Rath-Königstraße–Stadtpark– Remscheid Mitte–Zentralpunkt–Baisiepen

Nachtexpresse[Bearbeiten]

Linie Linienverlauf
NE12 RS Mitte–Rosenhügel–Zentralpunkt-Struck–Baisiepen–Falkenberg–Mannesmann–Bliedinghausen–Wermelskirchen Mitte–Belten–Talsperre–Struck–Zentralpunkt–Rosenhügel–Remscheid Mitte
NE13 RS Mitte–Stadtpark–Güldenwerth–Reinshagen–Ehringhausen–Mannesmann–Zentralpunkt–Hohenhagen–Fichtenhöhe–RS Mitte
NE14 RS Mitte–Zentralpunkt–Mixsiepen–Bökerhöhe–Lennep Mitte–Hasenberg–Hackenberg–Lennep Mitte–Lüttringhausen Mitte–Klausen–Goldenberg–Clarenbach–Remscheid Mitte
NE15 W-Elberfeld Mitte–Universität–Hahnerberg–Cronenfeld– RS-Hasten–Remscheid Mitte
NE16 RS Mitte–Clarenbach–Goldenberg–Lüttringhausen Mitte–Klausen-Ronsdorf-Halbach-Lüttringhausen MitteLennep Mitte–Bökerhöhe-Neuenkamp–Remscheid Mitte
NE17 RS Mitte–Steinberg–Rath-Hasten–Remscheid Mitte
NE18 Mitte–Stadtpark–Königstraße-Hasten-Stockden–Güldenwerth–Müngsten–Morsbach–Güldenwerth–Reinshagen–Güldenwerth–Stadtpark–Remscheid Mitte
NE19 RS Mitte–Fichtenhöhe–Hohenhagen–Bökerhöhe–Hasenberg–Lennep Mitte–Hackenberg–Rvw-Herbeck–Radevormwald Mitte–Rvw-Herbeck–Lennep Mitte–Bökerhöhe–Mixsiepen–Zentralpunkt–Remscheid Mitt
NE20 RS Mitte–Blumental–Honsberg–Kremenholl–Freiheitstraße–Remscheid Mitte

Quelle: Stadtwerke Remscheid[7]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bahnhofskategorieliste 2013. DB Station&Service AG, 2013, abgerufen am 30. Januar 2013 (PDF, 300 kB).
  2. a b c d Zeno Pillmann, Armin Schürings: Von Remscheid Hbf nach Hasten, Die Nebenbahn zur Filiale, Rheinisch-Bergische Eisenbahngeschichte, Heft 7, A. Kaiß, Leichlingen, 2009, S. 21–26.
  3. Rudolf Inkeller: Das Bahnbetriebswerk Remscheid-Lennep, Bahnbetriebswerke der BD Wuppertal, Band 2, Andrea Keller Verlag, Wuppertal, 2009, ISBN 978-3-9809930-1-2, S. 13.
  4. Rolf Lotzmann: Remscheid – Ein verlorenes Stadtbild.
  5. nach Pillmann, S. 26, erst zum 1. Mai 1925.
  6. Zeno Pillmann, Armin Schürings: Von Remscheid Hbf nach Hasten, Die Nebenbahn zur Filiale, Rheinisch-Bergische Eisenbahngeschichte, Heft 7, A. Kaiß, Leichlingen, 2009, S. 4, 90, 98, 99.
  7. a b Stadtwerke Remscheid GmbH