Remungol

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Remungol (Remengol)
Remungol (Frankreich)
Remungol
Region Bretagne
Département Morbihan
Arrondissement Pontivy
Kanton Locminé
Gemeindeverband Communauté de communes du Pays de Locminé.
Koordinaten 47° 56′ N, 2° 54′ W47.934722222222-2.897777777777880Koordinaten: 47° 56′ N, 2° 54′ W
Höhe 42–125 m
Fläche 26,93 km²
Einwohner 938 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 35 Einw./km²
Postleitzahl 56500
INSEE-Code
Website http://www.remungol.fr

Remungol (bretonisch: Remengol) ist eine französische Gemeinde mit 938 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) im Département Morbihan in der Region Bretagne. Sie gehört zur Kommunalverband Pays de Locminé.[1]

Geografie[Bearbeiten]

Remungol liegt im Zentrums des Départements Morbihan und gehört zum Pays de Pontivy.[2] Der Ort befindet sich 35 Kilometer nordwestlich von Vannes, 15 Kilometer südöstlich von Pontivy und 7 Kilometer nordwestlich des Kantonshauptorts Locminé.

Nachbargemeinden sind Moustoir-Remungol im Norden, Naizin im Nordosten, Moréac im Osten, Plumelin im Süden, Guénin im Südwesten sowie Pluméliau im Westen.

Remungol ist Schnittpunkt mehrerer Straßen. Die Wichtigste darunter ist die D1, die Remungol mit der westlich verlaufenden Regionalstraße D768 und der im Süden vorbeiführenden N 24 verbindet. Der nächstgelene Anschluss an letztere ist in nur fünf Kilometer Entfernung westlich von Locminé. Den Osten der Gemeinde durchquert zudem noch die regional bedeutende D767.

Der Ort liegt im Tal des Flusses Ével. Dieser schlängelt sich in südwestlicher Richtung durch die Gemeinde. Nebst dem Fluss gibt es noch zahlreiche weitere Gewässer. Das Größte ist der Teich Étang de Kergroix. Hinzu kommen einige kleinere Teiche und Weiher sowie die Bäche Fou, Kergouët und Moulin du Breil. Obschon nur geringe Teile des Gemeindeareals von Waldgebieten sind, gibt es mit dem Bois de Kergroix doch ein großes Waldstück.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006
Einwohner 1.107 1.026 951 949 890 863 925

Wirtschaft[Bearbeiten]

Wichtige Erwerbszweige der Remungolais sind Mischkultur und die Zucht von Hausschweinen, Hausrindern und Geflügel.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ortsname ist aus der bretonischen Sprache abgeleitet. Das bretonische Wort remed, in der heutigen französischen Sprache remède, bedeutet „Heilmittel“; das bretonische Wort holl bedeutet „alle“.[4] Remed-holl, Allheilmittel, wurde zu Remungol.

Im 13. Jahrhundert wurde Remungol erstmals urkundlich erwähnt. Vicomte Alain VI. de Rohan (1232–1304) erwarb 1273 Ländereien in Remungol. Die Seigneuries jener Zeit waren: Le Breuil, Kergrois, Kerveillo und La Madeleine. 1387 tauchte Remungol in einer Liste der Pfarreien im Pays de Vannes auf, das damals einem Bischofssitz der Diözese Bretagne entsprach.

Die nördliche Nachbargemeinde Moustoir-Remungol hieß früher nur Moustoir und gehörte als sogenannte Trève zu Remungol. Im Laufe der Zeit verlor Remungol immer mehr Einfluss auf Moustoir, das 1790 zu einer eigenständigen Gemeinde wurde, die man Moustoir-Remungol nannte, um sie vom südlich Locminés gelegenen Moustoir-Ac zu unterscheiden.

1791 floh der Pfarrer von Remungol nach Spanien, sein Nachfolger wurde von konterrevolutionären Chouans ermordet. 1793 erhielt Remungol im Zuge der Französischen Revolution (1789–1799) den Status einer Gemeinde und 1801 das Recht auf kommunale Selbstverwaltung. Die Gemeinde gehört historisch zur bretonischen Region Bro-Gwened (frz. Vannetais) und innerhalb dieser Region zum Gebiet Bro Baod (frz. Pays de Baud) und teilt dessen Geschichte. Von 1793 bis zu dessen Auflösung 1801 gehörte Remungol zum Kanton Pluméliau. Seither ist sie dem Kanton Locminé zugeteilt. [5]

Sehenswürdigkeiten[6][Bearbeiten]

Auf dem Kirchplatz am Rand des Friedhofs steht ein Flurkreuz aus Granit, das 4,3 Meter hoch ist und im 16. Jahrhundert errichtet wurde. Es zeigt Abbildungen von Christus am Kreuz mit der Heiligen Mathilde und Maria Magdalena auf der Vorderseite, und auf der Rückseite die Jungfrau mit dem Kinde umgeben von zwei Aposteln. Das Kreuz wurde 1930 als Monument historique (historisches Denkmal) klassifiziert.

Die heilige Quelle Fontaine Sainte-Julitte wurde im 16. Jahrhundert in einer Gasse östlich der Kirche eingerichtet. Sie ist rechtwinklig von Mauern eingefasst, auf denen mehrere Statuen stehen. Am Bassin steht zusätzlich eine Statue des Julianus von Brioude. Die Quelle wurde 1934 in das Zusatzverzeichnis der Monuments historiques eingetragen (inscrit MH).[7]

Daneben gibt es zahlreiche weitere Sehenswürdigkeiten in der Gemeinde. Diese sind:

  • Dorfkirche Sainte-Julitte (auch Sainte-Juliette) aus dem 16. Jahrhundert, restauriert im 18. Jahrhundert
  • Kapelle Sainte-Anne-du-Bâtiment aus dem 17. Jahrhundert im Dorf Le Bâtiment
  • Kapelle Sainte-Madeleine aus dem 16. Jahrhundert (renoviert im 18. Jahrhundert) in La Madeleine
  • Kreuz auf dem Dorffriedhof aus dem 16. Jahrhundert
  • Schloss Kergroix aus dem Jahr 1840
  • Langhaus aus dem 19. Jahrhundert im Ortszentrum
  • altes Haus Maison des Cordiers aus dem 17. Jahrhundert in der Rue du Bâtiment
  • altes Haus mit Gebetsnische aus dem 19. Jahrhundert in Kergroix

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Offizielles Webangebot der CC Pays de Locminé (französisch)
  2. Karte mit den Gemeinden des Pays de Pontivy
  3. http://www.quid.fr/communes.html?mode=detail&id=9211&req=Remungol&style=fiche Remungol auf quid.fr (französisch) Abgerufen am 9. Februar 2010, seit dem 25. März 2010 nicht mehr abrufbar.
  4. Favereau dictionnaire breton-français (französisch) Abgerufen am 9. Februar 2010
  5. Remungol auf Cassini.ehess.fr (französisch)
  6. Sehenswürdigkeiten der Gemeinde (französisch)
  7. Remungol in der Base Mérimée (französisch)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Remungol – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien