René Burri

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René Burri (2010)

René Burri (* 9. April 1933 in Zürich) ist ein Schweizer Fotograf.

Leben[Bearbeiten]

Sein erstes Foto einer prominenten Person machte René Burri im Alter von 13 Jahren in Zürich von Winston Churchill. Zum Fotografen ausbilden liess er sich ab 1950 an der Kunstgewerbeschule in Zürich (heute Zürcher Hochschule der Künste, ZHdK), u. a. bei Hans Finsler, Alfred Willimann und Johannes Itten.[1] Neben bildjournalistischen Arbeiten machte er auch Dokumentarfilme und war zeitweise als Kameraassistent tätig. Nach 1956 arbeitete er weltweit als Fotoreporter.

Seine ersten Bildberichte wurden in Schweizer Zeitschriften wie Du und Camera gedruckt. Mit seiner internationalen Tätigkeit in verschiedensten Genres des Fotojournalismus wurden seine Bildberichte immer mehr in international renommierten Magazinen wie Look, Paris Match, Life, Stern und GEO veröffentlicht.

1960 trat René Burri mit einer aufsehenerregenden Reportage und Ausstellung Die Deutschen an die Öffentlichkeit. Durch seine „Neutralität“ als Schweizer hatte er die Möglichkeit, Bilder sowohl in der DDR als auch in Westdeutschland aufzunehmen und so die beiden Seiten des geteilten Deutschland aus einem einheitlichen neutralen und unvoreingenommenen Blickwinkel darzustellen. Dieses Material verarbeitete er später zu einem Buch (Erstauflage 1962), dessen Neuauflagen er bis in die 1990er Jahre um aktuelle Fotos, u. a. des Falls der Berliner Mauer, ergänzte. Damit ist ihm wohl als Einzigem der Versuch geglückt, ein gültiges Bild Deutschlands vor und nach dem Mauerbau sowie vor und nach dem Mauerfall zu zeigen.

Besonders bekannt geworden ist er 1963 durch seine Bilder des Zigarre rauchenden kubanischen Industrieministers Ernesto Che Guevara.[2] Weitere bekannte Persönlichkeiten, die er porträtiert hat, sind Pablo Picasso, Alberto Giacometti, Jean Tinguely und Le Corbusier. René Burri gilt als Menschenfotograf, was besagen will, dass er in seinen Bildern immer den Menschen in den Mittelpunkt stellt bzw. immer auch die menschliche Seite zeigt.

Seit 1959 ist Burri Mitglied der berühmten Fotoagentur Magnum, deren korrespondierendes Mitglied er durch die Bekanntschaft mit Werner Bischof schon 1956 geworden war. 1988 wurde er Art Director der Schweizer Illustrierten. 2011 wurde er mit dem Swiss Press Photo Life Time Achievement Award für sein Lebenswerk ausgezeichnet.[3]

Burri ist in zweiter Ehe mit Clotilde Blanc verheiratet, mit der er einen Sohn hat (geboren 1994). Sie leben in Zürich und Paris. Seine erste Ehefrau Rosellina (Witwe des Fotografen Werner Bischof), mit der Burri zwei Kinder hat, starb 1986.

Werke[Bearbeiten]

Ausstellungen[Bearbeiten]

  • 1966 China, Galerie Form, Zürich
  • 1967 René Burri Retrospective, Art Institute, Chicago
  • 1971 50 Photographies de René Burri, Galerie Rencontre, Paris
  • 1972 René Burri Retrospective, Raffi Photo Gallery, New York; Il Diaframma, Mailand
  • 1980/1981 Die Deutschen, Folkwang Museum, Essen; Galerie Rudolf Kicken, Köln; Galerie Nagel, Berlin
  • 1984/1985 One World, Kunsthaus Zürich, Zürich; Berner Photo-Galerie, Bern; Centre National de la Photographie et Palais de Tokyo, Paris; Musée des arts décoratifs, Lausanne (1985–1995 auch in Neu-Delhi, Havanna, New York, Bratislava und Ostrava)
  • 1987 Dans la familiarité de Corbu, Le Musée de l’Elysée, Lausanne. An American Dream, International Center of Photography, New York
  • 1994 Dialogue avec Le Corbusier, Museo de arte moderno de Medellàn, Medellàn (1995 auch in Curitiba, São Paulo, Rio de Janeiro, Brasilia und Lima)
  • 1995 Le Paris de René Burri, Centre Culturel Suisse, Paris 1997 Che, Fnac-Forum, Paris; Galerie R. Mangisch, Zürich (1997–2001 auch in Barcelona, Lille, Lissabon)
  • 1998 77 Strange Sensations, Villa Tobler, Zürich Die Deutschen, Fotografie Forum International, Frankfurt am Main (1998–2003 auch in Kaufbeuren, Velbert, Toulouse und Burghausen)
  • 2002 Berner Blitz, Galerie Karrer, Zürich
  • 2004 René Burri – Rétrospective 1950–2000 Maison Européenne de la Photographie, Paris; Musée de l’Elysée, Paris.
  • 2005 Lausanne (auch in Mailand und Zürich) René Burri: Utopia – Architecture et Architecte, Hermès Gallery, New York; Leica Gallery, Prag
  • 2005 René Burri: Photos de Jean Tinguely & Cie, Musée Tinguely, Basel René Burri: Utopia – Architecture et Architecte, Ausstellungsraum Klingental, Basel
  • 2010 I tedeschi. La Germania degli anni Sessanta nelle fotografie di René Burri, Pordenone (Italien), Galleria Sagittaria, Centro Iniziative Culturali Pordenone
  • 2011 Two Worlds, Galerie Burgerstocker, Zürich
  • 2012 Burri in motion – 50 Jahre Cinéma, Galerie Burgerstocker, Zürich
  • 2013 Doppelleben, Museum für Gestaltung, Zürich
  • 2014 Doppelleben, OstLicht, Wien

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans M. Koetzle: René Burri. Fotografien. Phaidon-Verlag, Berlin 2003

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 100 Photos de René Burri pour la Liberté de la Presse, Reporters sans Frontières (Hrsg.) Nr.36, März 2011, S.22.
  2. Ikone Che Guevara: "Sein Konterfei ist Sprengstoff". In: Spiegel Online. Abgerufen am 19. Mai 2013.
  3. Zürcher Fotograf René Burri erhält Preis für sein Lebenswerk. In: Tages-Anzeiger. 18. Februar 2011, abgerufen am 19. Mai 2013.