René Courtin

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René Courtin (* 27. Juli 1900 in Paris; † 6. Mai 1964) war ein französischer Politiker. Er war ein Wegbereiter bzw. einer der Gründerväter der Europäischen Union.

Europäische Bewegung[Bearbeiten]

Im Zweiten Weltkrieg schloss er sich dem christdemokratischen Milieu von Annecy an und setzte sich im November 1940 mit Pierre-Henri Teitgen, René Capitant, François de Menthon und Paul Coste-Floret zusammen, um die erste Widerstandsbewegung "Liberté" zu gründen, die später mit Henri Frenays Widerstandsgruppe "Mouvement de Libération nationale" in der gemeinsamen Résistancegruppe Combat aufging. Als überzeugter Europäer setzte sich René Courtin in Frankreich sehr stark für vereintes Europa ein, das durch die „Europäische Bewegung“ später Wirklichkeit wurde. Am 1. Juni 1947 gründete René Courtin mit seinen Freunden, Pierre-Henri Teitgen, Denis de Rougemont und André Siegfried, den „Rat für eine europäische Bewegung“ (Conseil francais pour l´Europe unie), der sich noch im selben Jahr mit der britischen Europäischen Bewegung als deren französische Sektion vereinigte. 1953 verschmolz der Conseil francais pour l´Europe unie als französische Sektion mit der britischen Europäischen Bewegung. Im selben Jahr 1947 gründete René Courtin mit Gleichgesinnten wie Paul Reynaud, Paul Ramadier, Pierre-Henri Teitgen, Denis de Rougemont, Henri Lauga, Konrad Adenauer und André Siegfried, den europäischen christlichen Verband: Nouvelles Equipes Internationales (NEI)[1].

Es war ihrer Meinung nach „an der Zeit, Europa zu beweisen, dass es nicht nur das amerikanische und russische System gibt, und endlich ein lebensfähiges Gleichgewicht zwischen den zwei Freiheits- und Gemeinschaftskonzepten vorzuschlagen.“ Die Gruppe radikalerer Föderalisten wurde von René Courtin angeführt. Als Mitglied der so genannten Reformgründer wollte er mit anderen den Europäischen Traum verwirklichen und Einfluss darauf ausüben. Sein Ziel waren die „Vereinigten Staaten von Europa“ mit einem wirklich politischen Aufbau und einer verfassungsgebenden Versammlung. Jean Monnet und Robert Schuman, die eine sektorielle, begrenzte und fortlaufend wachsende Konstruktion durch die Wirtschaft wollten, enttäuschten René Courtin und Denis de Rougemont. Es gab eine Divergenz über den Aufbau der Wirtschaft, die dirigistische Wirtschaftsauffassung von Jean Monnet fand Courtin nicht gut, denn seiner Meinung nach sollte man der wirtschaftlichen Freiheit mehr Raum lassen.

Europäische Union Christlicher Demokraten[Bearbeiten]

Es war der Anfang, um die Schaffung einer Vereinigung unter den Christdemokraten mit neuen internationalen Teams, die später den europäische Partei-Namen: Europäische Union Christlicher Demokraten (1965) genommen hatte. Diese Gruppe radikalerer Föderalisten um René Courtin, hatten einen Europäischen Traum, der später Wirklichkeit wurde.

Mitglied der Gründerväter[Bearbeiten]

Mit Recht war René Courtin ein Mitglied der EU-Gründerväter, denn er warb schon mit einer wirklichen politischen Konstruktion und einer konstituierenden Versammlung. Monnet und Schuman waren demgegenüber zurückhaltender.

Europäische Verteidigungsgemeinschaft[Bearbeiten]

Auch hat sich Courtin mit Henri Lauga für die Idee der Europäische Verteidigungsgemeinschaft (EVG) eingesetzt. René Courtin intervenierte des Öfteren und er versuchte Einfluss auszuüben, um diese für ihn wichtige europäische Institution inhaltlich vorwärts zu bringen. Er wusste, dass am Ende die deutsche Wiederbewaffnung eingeführt werden müsste und besonders hatte er dort mit der EVG ein sehr fortgeschrittenes politisches Projekt für Europa verbunden. Deshalb war er nach der endgültigen Ablehnung des Vertrages durch das französische Parlament am 30. August 1954 enttäuscht.

Dank für sein Lebenswerk[Bearbeiten]

Nach langer schwerer Krankheit, getragen von einem Mut, der allen Bewunderung eingeflößt hat, war er sich schon lange seiner schwindenden Kraft bewusst, führte aber trotzdem bis zum Ende seine Arbeit für die Europäische Union fort. Renè Courtin hinterlässt ein umfassendes Lebenswerk, das von seinem stete Streben nach Erneuerung für Europa durchdrungen ist, obwohl seine ersten Arbeiten u. a. auch der Internationale Arbeitsorganisation (ILO) gegolten hatten.

Literatur[Bearbeiten]

  • Claude Gruson: Rene Courtin 1900-1964. In: Revue de l'Institut International de Statistique / Review of the International Statistical Institute, Den Haag 1964, Band 32, Heft 3, S. 352f.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bezugsangabe: Historie in der Europa.EU